Tim's Chinese Theatre

Kein Quatsch

06:06, 31.10.2006 0 Kommentare Link

Einige Chinesen von meinem Flur meinen ernsthaft, ich wuerde diesem chinesischen Schauspieler aehnlich sehen (andere meinen es allerdings auch nicht)...

...na ja.

Er heisst Hu Ge und spielt in einer Soap sowie einigen Filmen mit. Vor kurzem hatte er einen Unfall, bei dem sein Gesicht ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Die Leute vom Flur vergleichen mich aber mit ihm VOR dem Unfall.



Monkey Mountain

06:05, 31.10.2006 0 Kommentare Link

Am vergangenen Sonntag sind wir zu einer Wandertour am Monkey Mountain aufgebrochen. Dieser hat nicht etwa die Form eines Affen, sondern wird von diesen Kameraden bewohnt:

 

Die Affen leben frei auf diesem Berg und erfreuen sich der Aufmerksamkeit der Touris. Die "Fuettern verboten!“-Schilder werden meist ignoriert, deshalb koennen  die Viecher auch mal aufdringlich werden. Ausserdem moegen sie das Blitzlicht der Kameras nicht so gerne oder wenn man Deutsch mit ihnen spricht (Marius kann da genaueres erzaehlen...).

 

Hat jemand den Film "Outbreak“ gesehen?

An einigen Stellen hat man sich gefragt, wer eigentlich wen beobachtet bzw. verarscht. Viele Asiaten traten den Weg mit Stoecken bewaffnet an, und obwohl die Tiere schon mal laut fauchen koennen, so gefaehrlich ist es auch wieder nicht. Wenn allerdings der Affenkoenig hinter einem her rennt, nimmt auch ein Ami wie Max die Beine in die Hand.


Marius (unten) und King Louie

In dem Gebiet liegen auch einige der Trinkwasserreservoirs der Stadt. Kombiniert mit der frischen Luft hat man also wirklich ein ansprechendes Wandergebiet.

 

Oder "Der Schatz im Silbersee“?



The roof is on fire

05:03, 27.10.2006 0 Kommentare Link

Na ja, nicht das ganze roof, sondern nur der Grill. Auf dem Dach des Wohnheims, das heisst im 19. Stock, gibt es naemlich BBQ-Plaetze. Einen solchen hatten wir uns gestern Abend reserviert. Nachmittags deckten wir uns mit Fleisch, Salat, Toast und Saucen ein, so dass dem Vergnuegen eigentlich nichts mehr im Wege stand. Ausser der chinesische Grillanzuender...


Dieser riecht zwar unheimlich giftig, hat jedoch die Feuerkraft von Lightbier. Aber wir sind ja Maenner und nach 45 Minuten philosophieren ueber die beste Methode und langem Gewedel mit dem selbstgebastelten Zeitungsfaecher zuengelten die Flammen recht manierlich. Also druff das tote Tier und zugeschlagen:


Bratmaxe Dominik bei der Arbeit.

 

Natuerlich hat man vom 19. Stock auch eine tolle Aussicht auf die Stadt:

 

Schade ist nur, dass man um 23 Uhr von der Security verscheucht wird.



Die Welt ist klein

05:02, 26.10.2006 0 Kommentare Link

Unsere sehr aktive Soziologieprofessorin hatte fuer den Dienstag einen befreundeten Geschaeftsmann eingeladen, der uns etwas ueber die Businesskultur in Hong erzaehlen sollte. Er war Amerikaner, der Chinesisch studiert hat und seit dem Studium in den Achtzigern einen grossen Teil seines Lebens in China verbracht hat. Seine Frau ist Chinesin und er spricht auf jeden Fall fliessend Kantonesisch, Mandarin wahrscheinlich auch.

Da ich in der Stunde mit zwei aeusserst investigativen Fragen ;-) auf mich aufmerksam gemacht hatte, fragte er mich woher ich denn kaeme. Bei einem Ami, der Chinesisch studiert hat, habe ich keine besonderen Kenntnisse der deutschen Geographie erwartet, also war meine Antwort "the Western Part of Germany“ (ich weiss, es gibt kein Ost/Westdeutschland mehr, aber er wollte ja eine genauere Beschreibung der Lage  meiner Heimat- und nicht meiner Unistadt).

 

Seine Antwort darauf war "I go to Kassel every five years for the Documenta and every ten years to the Skulpturenausstellung in Muenster“. Muenster ist schon lebenswerteste Stadt der Welt geworden, trotzdem war das in dieser Situation nicht unbedingt zu erwarten...


Naechstes Jahr ist es wieder soweit:

Skulpturenausstellung vom 16.6. bis zum 30.09.2007, man sieht sich in Muenster!!!

Zum Schluss fuer heute noch ein "Chapeau“, "Thumbs up“ und lieben Gruss an den Friesenring, hab mich sehr gefreut.



Praesentation

05:00, 26.10.2006 0 Kommentare Link

Am Montag mussten wir unsere Praesentation halten. Vom Thema her waren wir mit Sicherheit die Interessantesten. Allerdings legt unser Prof viel Wert auf die Art der Praesentation. Da mein Vorredner sein Zeitlimit deutlich ueberschritten hat (aber wer schafft es schon, 27 Powerpoint-Folien und ein vierminuetiges Video in 15 Minuten Redezeit unterzubringen?) musste ich mich dann extrem kurz fassen und bekam schon nach zwei Minuten vom Prof den Wink mit der Uhr. Er lies mich allerdings trotzdem ausreden. Einen kleinen Rueffel fuers Ueberziehen gab es aber doch.

 

Am Abend zuvor bei der Besprechung hatte ich noch versucht meinen Gruppenpartner zu ueberzeugen, er haette zu viel, aber er meinte, er wuerde sich beeilen. Wurscht, ich hoffe unser Thema hat noch was rausgerissen (die anderen haben Zahlensysteme in Asien und Europa verglichen, die zweiten die Entwicklung des Schiesspulvers – kein Kommentar...)



Fanling Wai und Wan Chai

04:57, 26.10.2006 0 Kommentare Link

Vergangenen Samstag wurde der erste Akt unserer Ausfluege im Rahmen des Soziologiekurses eroeffnet, Ziel war ein kleines gallisch…ich meine Hong Kongnesisches Dorf mit dem Namen Fanling Wai. Als Prélude gab es eine Stippvisite in einem buddhistischen Tempel. Ein Student, der ueber diesen Tempel seine Abschlussarbeit schreibt, hielt eine Einfuehrung, dann schloss sich das obligatorische vegetarische Essen an. Was soll ich sagen, sowohl die Tempel als auch das Essen folgen meiner Meinung nach dem Motto: Kennt man einen, kennt man alle.


Wahrscheinlich oute ich mich damit als Banause und unaufmerksam, denn bestimmt wurden in den Fuehrungen die ganzen Unterschiede und Feinheiten erlaeutert. Aber ich urteile vor allem aufgrund visueller Eindruecke. Das einzig neue war die Aufbahrung der Urnen der Verstorbenen:

Je groesser das Bild, desto teurer ist die letzte Ruhestaette.

Danach ging es per pedes auf zu dem Dorf. Relativ schnell stellte sich eine gewisse Ernuechterung ein, denn bei der Ankuendigung "traditionelles Dorf“ entstehen bei den von Freilichtmuseen gepraegten Deutschen bestimmte Assoziationen. Was hier in Hong Kong als "traditionelles Dorf“ durchgeht, wuerde bei uns wohl in der Kategorie "kleines Staedtchen“ gelistet. Die Haueser sind weder wirklich alt noch huebsch.


Einige sehr enge Gassen fuehren zwischen ihnen entlang und bieten diverse Herausforderungen fuer die Nase, aber damit ist es dann auch gut gewesen.

Zum Schluss kamen wir noch in den Genuss einer kantonesischen Oper. Ich hab den Text nicht verstanden, aber aus dem Klang des Gesangs schliesse ich, dass es um die Qualen einer Katze beim langsamen Ertrinken in einem von der Bruecke in den Fluss geschmissenen Jutebeutel ging.


Bevor ich ein paar Saetze zur Sonntagstour in Wan Chai verliere, soll mir eine kleine Nebenanekdote als nahtlose Ueberleitung dienen: Am Samstag hatte ich meine Uhr in einem kleinen Gemeindehaus liegen gelassen. Der Diensthabende kannte jedoch unsere Professorin und rief sie an, so dass ich mir die Uhr wieder abholen konnte. Glueck gehabt...denkste, abends zurueck im Wohnheim musste ich schockiert feststellen, dass meine Digicam weg war. Ich konnte mich noch erinnern, dass ich das letzte Bild erst kurz vor der Abfahrt an einem Cafe gemacht hatte.

Ich habe also eine Chinesin ueberzeugt, am Sonntag morgen noch mal mit mir in das Dorf zu fahren und nach der Kamera zu fragen. Gesagt, getan, aber die Kamera war nicht da. Die Einheimischen meinten, ich haette eine Chance von einem Prozent, die Kamera wieder zu bekommen, denn es waeren einfach zu viele Fremde in dem Dorf. Damit sind nicht Langnasen wie wir gemeint, sondern Leute aus anderen Dorfgemeinschaften. Die moegen sich wohl nicht so.

Meine letzte Hoffnung war demnach, dass ich die Kamera im Bus liegen gelassen hatte. Ich habe also unsere Professorin gebeten, bei unserer Bus Company nachzufragen. Und da ihr die Fotos oben ja sehen koennt, ist das Resultat klar.

 

Zwei Dinge am selben Tag zu verlieren und wiederzubekommen, da kommt man schon ins Gruebeln. Liegt die Vergesslichkeit am Essen? Kann man sein Glueck ueberstrapazieren? Mal schnell dreimal auf Holz geklopft...

 

Die Details aus Wan Chai sind schnell erzaehlt. Wir sind in dem Viertel schon mal privat auf Entdeckertour gegangen, deshalb war es nichts Neues. Die Tour begann im hypermodernen Areal nahe am Wasser, mit den Wolkenkratzern der grossen Firmen. Zum Teil werden diese ueber die traditionellen Haeuser gebaut, das ist der Kompromiss zwischem dem Erhalten des Alten und den Beduerfnissen der Moderne.

Durch die kleinen Gassen schlaengeln sich verschiedene Maerkte. Die Hong Konger kaufen gerne frisch ein und wenn ich sage frisch, dann meine ich frisch. Der Fisch wird vor deinen Augen aus dem Wasser genommen und zerlegt, aus den noch vollstaendig herum baumelnden Schweinen tropft das letzte Blut und auch sein Huhn sucht man lebendig aus. Die Regierung hat begriffen, dass diese alten Gewohnheiten u.a. die SARS-Epidemie mit hervorgerufen haben und versucht, entsprechende Regeln durchzusetzen. Aber wie ueberall auf der Welt halten die Menschen gerne am Altbekannten fest.

 

Zum Schluss ging es noch mit dem Aussenaufzug auf einen Wolkenkratzer. Komischerweise gibt es kaum Hochhaeuser mit Aussichtsplattform, meiner Meinung nach lassen sich da viele ein Geschaeft entgehen. Koennte aber auch daran liegen, dass vom Peak eine grandiose Aussicht gratis zur Verfuegung steht. Oder am Feng Shui...



Ich bin hier bei der Arbeit...

04:43, 19.10.2006 0 Kommentare Link

...und nicht auf der Flucht, es gibt also im Moment nicht so viel spannendes zu erzaehlen. Aufgrund der "Beschwerden“ muetterlicherseits, hier wuerde nur gefeiert, und um den Blog nicht verkuemmern zu lassen, moechte ich aber mal kurz darlegen, woran ich gerade arbeite.

Am Montag habe ich mit zwei Locals eine Praesentation von 45 Minuten abzuliefern. So was braucht natuerlich seine Vorbereitungszeit. Vor allem, wenn drei Politik- bzw. Soziologiestudenten aus unterschiedlichen Laendern aufeinander treffen, da schweift man schon mal ab...sind halt Laberfaecher.


Der Kurs, fuer den wir das Ganze machen, heisst "Contemporary Europe and Asia“. Darin werden die wechselseitigen Zusammenhaenge bestimmter Ereignisse und die gegenseitigen Einfluesse Europas und Asiens der letzten hundert Jahre untersucht und analysiert.

 

Unser Thema ist ein Vergleich von Demonstrations- und Protestkulturen der beiden Kontinente. Als Fallstudien dienen uns im speziellen die Studentenproteste in Frankreich 1968, die Studentenproteste in Beijing 1989 und deren gewaltsame Niederschlagung sowie die Demonstrationen im Rahmen der Wiedervereinigung in Ostdeutschland 1989. Wir versuchen nun die jeweiligen speziellen Merkmale (Wer macht mit? Wie reagieren die Herrscher? Gibt es Gewalt? Werden die Ziele erreicht? Warum? Warum nicht? Beeinflussen sich die Proteste gegenseitig? etc.) herauszuarbeiten und miteinander zu vergleichen. Und da unser Prof ja Ami ist und nichts gegen ein wenig Show einzuwenden hat, duerfen ein paar spektakulaere (und auch blutige) Bilder nicht fehlen, wie z.B. folgendes:


Ausserdem muss ich bis naechsten Dienstag fuer den Kurs "Governments and Politics of China“ ein Bookreview schreiben. Zwei Gruende waren ausschlaggebend, dass ich mich fuer das Buch "Chinese Negotiating Behavior“ entschieden habe: der Klappentext klang interessant, und es hat nur 180 Seiten (als Film gibt's das leider noch nicht)...Das Buch dient als Leitfaden fuer amerikanische Diplomaten, die an Verhandlungen mit der Volksrepublik teilnehmen. Ich bin jetzt irgendwo bei Seite 120 und der Autor wiederholt sich bereits, also ist es insgesamt doch nicht so spannend. Aber ich habe was zum Kritisieren fuer mein Review.


Am Wochenende machen wir vom Kurs "Understanding Chinese Society in Hong Kong & Mainland China“ zwei Trips, einen in ein altes Dorf in den New Territories und einen nach Wan Chai, wo man das moderne und das historische Hong Kong direkt nebeneinander erleben kann. Da gibt’s dann bestimmt auch wieder mehr zu erzaehlen.



Top 5: Was fehlt?

04:40, 19.10.2006 0 Kommentare Link

Jetzt mal abgesehen von Familie und Freunden...

5. Bundesliga

4. Kaese/dunkles Brot

3. Gute Musik

2. Zeit fuer mich

1. Mein Bett



German Rumpelfussball

04:35, 12.10.2006 0 Kommentare Link

Obere Reihe v.l.: Christian, Daniel (DK), Florian, Marius, ich, Dominik

Untere Reihe v.l.: Dirk und unsere Gegner


Ja gut, eehh…vor einigen Tagen ist unsere doch ziemlich neu und noch nicht im Spielbetrieb steckende Mannschaft gegen eine lokale Truppe angetreten. Von Anfang an hatte ich vom Feeling her ein gutes Gefuehl. Es ist ja auch wichtig, dass man 90 Minuten mit voller Konzentration an das naechste Spiel denkt. Und ich sach ma so: Wir haben sie schon ziemlich nassgemacht, ich hab irgendwann aufgehoert mitzuzaehlen, da war es schon zweistellig. Das Chancenplus war also nicht wirklich ausgeglichen.

 

Aber wir haben ja auch in der Raute gut verschoben und die entscheidenden Situationen richtig antizipiert. Ausserdem kamen die mit unserer Agressivitaet nicht klar, dabei haben wir sie meist nur ganz leicht retuschiert. Hab selbst auch ne Bude gemacht (die geilsten sind ja die, bei denen der Ball schoen flach oben reingeht), in einigen Situationen aber frei nach Ente Lippens: “Ich habe nie eine Torchance überhastet vergeben. Lieber habe ich sie vertändelt.” Mein Problem ist halt, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber.  Vieles wird da auch von den Medien hochsterilisiert.  In Sachen Nationalmannschaft habe ich mit dem Jogi telefoniert, aber er hat mir gesagt, ich stehe fuer die naechsten Spiele nicht zur Verfuegung. Aber die spielen immer Mittwochs, da hab ich eh keine Zeit.

Hier noch der Kommentar des gegnerischen Trainers via Mail: "KFC was total busted by Dirk's friends. (German + Danish alliance) Almost loss a dozen goal & had learnt a good lesson from them."


Wir werden also weiter mit vollem Risiko spielen, denn da profitieren alle von: wir, das Publikum und auch der Gegner.



CÔNG HÒA XA HÔI CHU NGHIA VIÊT NAM

04:30, 6.10.2006 0 Kommentare Link

Donnerstag, 28. September

Das oben ist die offizielle Bezeichnung fuer die Socialist Republic of Vietnam. Und genau dorthin ging es vor einer Woche. Genauer gesagt nach Ho Chi Minh City, manchem vielleicht eher bekannt unter dem Namen Saigon. Vor dem Flug am Donnerstag Abend war ich uebrigens noch bei einem Vortrag des mexikanischen Generalkonsuls in Hong Kong, um ein paar Model United Nations-Erinnerungen aufzufrischen. Das waren noch Zeiten...

Aber zur Sache: Nach einer etwas ruppigen Landung wurden wir sogleich zu Millionaeren. Ein Euro entspricht ca. 20.000 vietnamesischen Dong, es wurde also Zeit, das grosse Einmaleins aufzufrischen. Kein Wunder, dass die Vietnamesen mindestens genauso gerne US-Dollar nehmen.

Als wir aus dem Flughafen rauskamen, wurden wir sogleich von Taxifahren belagert, die uns "very cheap“ in die Stadt bringen wollten. Als regelmaessiger Zuschauer von "Nepper, Schlepper, Bauernfaenger“ ist man da natuerlich misstrauisch. Laut Guide dauert die Fahrt in die Stadt ca. 25 Minuten. Mit diesem Hintergrundwissen einigten sich unsere Gruppe, die aus 13 Leuten bestand, auf einen Preis von 50.000 Dong. Da dachten wir noch, das waere fair...auf der Rueckfahrt am Dienstag sollten wir nur 20.000 zahlen.

Schon kurz nach der Ausfahrt vom Flughafengelaende bekam man einen ersten wirklich praegenden Eindruck von der Stadt. Selbst die Hauptstrassen kann man guten Gewissens als mangelhaft bezeichnen, man wird ganz schoen durchgeschuettelt. Viel auffaelliger sind allerdings die vielen Mofas, Scooter, Motorcycles, etc. Es war immerhin schon nach 22 Uhr, aber die Strassen sind ueberfuellt mit den Dingern. Man kann es sich wirklich nicht vorstellen, wenn man es nicht gesehen hat. Natuerlich fahren alle ohne Helm und es ist ein ziemliches Durcheinander, Ampeln zaehlen wirklich nur an den ganz, ganz grossen Kreuzungen.


Die Spuren sind dagegen sowohl fuer die Motorbikes als auch Autos sekundaer, wenn es nicht schnell genug geht, wechselt man halt auf die Gegenfahrbahn. Manchmal kam uns ein Fahrer entgegen und man will ihm zurufen "Selbstmord ist keine Loesung, wir koennen doch ueber alles reden“, aber irgendwie geht (fast) immer alles gut. Rechts ueberholen brauch ich gar nicht zu erwaehnen. Und jeder hat staendig eine Hand auf der Hupe, um sich den Weg frei zu machen. Vielleicht denkt ihr jetzt, der kann ja viel erzaehlen, aber glaubt mir, Staedte wie Rom oder Paris sind harmlos dagegen. Und den Verkehr bei Tag hatten wir noch gar nicht erlebt!!!

Unser Hostel lag im Backpacker-Viertel. Dort hatten fuenf von uns ein Zimmer reserviert: Marius und ich auf einem Doppelzimmer, sowie die drei Franzoesinnen Noemie, Caroline und Brune. Pro Nase zahlten wir sechs US-$ / Nacht, mit eigenem Badezimmer, warmem Wasser (nicht selbstverstaendlich), Klimaanlage, Fruehstueck und Internet. Eigentlich ziemlich gut, vor allem weil die Betten zumindest einen Tacken bequemer waren als in Hong Kong.


Von links: Noemie, ich, Marius, Caro, Brune

 

Nachdem wir unseren Kram verstaut hatten, ging es dann gleich los in die erste Kneipe auf der gegenueberliegenden Seite. Die Preise waren uns sofort sympatisch, ca. 80 Cent fuer ein Bier und auch guenstiges Essen, also gab es zwei Runden Spring Rolls. Wir sassen an den Aussentischen, so dass wir weiterhin den Trubel der Strasse bestaunen konnten. Allerdings wird man an diesen Tischen auch staendig angequatscht. Und das war der zweite wirklich beeindruckende Moment:

Zum einen gibt es die Zigarettenhaendler, Buecher- und Postkartenverkaeufer und verschiedene Snackangebote wie Maiskolben, getrockneten Fisch oder Obst. Auch Dope haetten wir fuer den Rest des Jahres kriegen koennen. Die meisten der Haendler sind ziemlich hartnaeckig, nach einigen klaren Neins bzw. konsequentem Ignorieren ziehen sie aber weiter. Dann gibt es noch die kleinen Kinder, so ab drei Jahren, die meistens Kaugummis verkaufen. Die Muetter stehen in der Regel ein paar Meter im Hintergrund und passen auf, waehrend die Kids um den Tisch wuseln und einen aus traurigen Augen angucken. An so was muss man sich erst mal gewoehnen. Und ein bisschen an den Nachbartischen gucken wie die damit umgehen.

Besonders anstrengend war es zu sehen, wie eine Mutter dabei war, ihrem Sohn das ganze beizubringen. Da er zweimal die Kaugummipackungen fallen liess, bekam er doch recht heftig eine geklebt. Das war zwar nicht die Regel, die allermeisten waren zumindest in meinen Augen sehr nett zu ihren Kindern und haben sich auch gefreut, wenn man an den Tischen etwas mit ihnen rumgealbert hat, aber trotzdem...

Anschliessend trafen wir die restlichen acht (v.l.: Max, Thomas (D), Jehan (UK), Brune, Tapsa (FIN), Inge (NL), Cess (UK)), die in der Zwischenzeit auch eine Unterkunft gefunden hatten.

Wir landeten in einer Bar, die zwar nicht ganz so schick war wie die erste, aber dafuer gingen auch die Bierpreise noch mal nach unten. Ausserdem konnte man in Liegestuehlen direkt an der Strasse sitzen. Keine gute Idee...ploetzlich kam in einer filmreifen Szene ein Pickup angerauscht, von dessen Ladeflaeche mehrere Polizisten sprangen. Die Betreiber der Bar zogen uns aus unseren Stuehlen und in die Bar. Keiner wusste so recht was los war, aber langsam daemmerte uns, dass man offenbar auch in Vietnam den Buergersteig zu einem gewissen Teil frei halten muss. Eigentlich voellig sinnlos, da ja eh jeder wie es ihm gefaellt ueber die Strasse rennt. Etwas abseits kam zu einem laengeren Gespraech zwischen Polizei und Bedienung (Bestechung?) und irgendwann verzogen sich die Gruenen wieder. Prompt wurden auch die Stuehle wieder rausgestellt...

Freitag, 29. September

Am naechsten Tag erkundeten wir die Stadt. Auch jetzt wurde man wieder an jeder Ecke mehr oder weniger penetrant angesprochen, diesmal auch fuer Sonnenbrillen, Shirts oder von den zahlreichen Rikscha- und Motorcyclefahrern. Und wir mussten zum ersten Mal eine grosse Strasse bei Tag ueberqueren.

In der Tat, so was kann einen vor Probleme stellen, denn Ampeln? Fehlanzeige. Also erst mal schauen wie die Einheimischen das machen. Das Motto ist "Augen auf und durch“, d.h. bestimmt und mit konstantem Tempo rauf auf die Strasse, so dass die Mofas und Autos einen sehen und ausweichen koennen. Bei den ersten Versuchen bleibt einem manchmal das Herz stehen, aber so lange man sonst nicht stehen bleibt, funktioniert das eigentlich ganz gut.


Unsere Tour fuehrte uns ueber einen Markt, und dann weiter durch die Stadt zum Reunification Palace:


Von dort haben wir uns dann mit drei Rikschas zu einem kleinen Tempel fahren lassen. Durch diese Tour tauchte man direkt in den Strassenverkehr ein, denn natuerlich fahren die Rikschas mit auf der Strasse, durch die grossen Kreisverkehre, etc.


Und ich hatte mit Brune eine aeusserst charmante Beifahrerin...

Vom Tempel ging es weiter zu einem Markt. Waehrend der Fahrt begann es sehr stark zu regnen, so dass unser Gefaehrt kurzerhand ueberdacht wurde. Zwar wurde das Sichtfeld ziemlich eingeschraenkt, aber trotzdem ganz gemuetlich. Nur der Nacken schmerzte nach einiger Zeit, weil das Dach einfach nicht hoch genug war und ich immer den Kopf leicht nach vorne beugen musste.


Auf dem Markt haben wir Mittag gegessen. Das vietnamesische Essen ist deutlich besser als das kantonesische, man erkennt viel eher was man isst. Viel Gemuese, gutes gegrilltes Fleisch, dazu Kokosmilch frisch aus der Nuss! Nur die lauwarmen Nudeln haetten ein bisschen Hitze vertragen koennen. Und die Minzblaetter im Gemuese sind nicht so mein Fall.

Fuer den Nachmittag ging es weiter zum War Remnants Museum. Hier wird einem der Vietnamkrieg mit all seinen Konsequenzen zum Teil recht drastisch vor Augen gefuehrt. Es gibt sehr, sehr viele Fotos von den Kampfplaetzen, von den Agent Orange- und Napalmopfern sowie von den Folterungen. Dazu einige Panzer, Hubschrauber und Munition aller Art. Zum Teil nichts fuer schwache Nerven und es fuehrt einem mal wieder vor Augen, das Krieg doch ziemlich fuer den Arsch ist.

Abends ging es in einen Club mit dem bezeichnenden Namen "Apocalypse Now“. Boards mit der Aufschrift "Charlie don’t surf“ an den Waenden, Dschungeldekoration, eigentlich fehlte nur noch der Walkuerenritt. Stattdessen gab es von Vanilla Ice bis zu den A-Teens alles was eine gute Trashparty braucht. Allerdings konnte man von der Tanzflaeche auf einem Bildschirm Fussball, auf dem naechsten Wrestling und auf dem Dritten Tom und Jerry gucken. Vielleicht war ich deshalb doch relativ lang da...

Auf dem Rueckweg ein weiteres Highlight. Da die Taxifahrer auf einmal alle das doppelte von dem Preis fuer die Hinfahrt haben wollten, entschieden wir uns fuer die Motorcycles. Mit T-Shirt, kurzer Hose, Sandalen und natuerlich ohne Helm aufgesattelt und ab dafuer. Um diese Zeit waren die Strassen doch einigermassen frei, so dass unsere Fahrer mal Gas geben konnten und sich noch ein kleines Rennen zwischendurch lieferten. Heidewitzka...meine Fahrerin musste zudem staendig husten und fuhr dann halt mit einer Hand. Die Buckelpisten hatte ich erwaehnt...

Ich war also ganz froh als wir angekommen waren und konnte dennoch sofort eine weitere Lektion lernen: Immer den ausgehandelten Preis passend dabei haben. Bei mir waeren das 5000 Dong gewesen, ich hatte aber nur 50.000 Scheine. Wechselgeld wollte sie mir nicht geben. Ich hab also bestimmt 10 Minuten mit der Fahrerin diskutiert (und zwar in einer Lautstaerke, die bereits die ersten Passanten anlockte), bis sie mir letztendlich wenigstens 40.000 zurueck gab. Zwar immer noch der doppelte Preis...leider war ich nicht cool genug einfach wegzugehen, denn dann koennen die meisten auf einmal doch ganz schnell passend wechseln. Naechstes Mal...

Auf dem Zimmer wurde noch mal kurz der Fernseher angemacht. Marius neben mir war schon weggeknackt, ich wollte nur noch mal durchzappen, da, ploetzlich: schwarz-gelbe Fahnen, das Westfalenstadion (Scheiss auf Signal-Iduna-Park!!!): Dortmund gegen Hannover live und in Farbe. Wie soll man denn da pennen gehen? Zwar hatten wir fuer den naechsten Tag um 8.30 eine Tour gebucht, aber das Spiel musste ich einfach sehen. Dauerte ja nur bis ca. 4.30. Es ging ja auch sehr gut los, aber am Ende war ich so sauer, dass ich eine weitere Stunde nicht einpennen konnte.


Samstag, 30. September

Fuer den heutigen Tag hatten wir eine Tour gebucht. Vormittags ging es nach Tay Ninh zum Caodai Great Temple, nachmittags zu den Cu Chi Tunnels des Vietcong. Die Busfahrt war ein Erlebnis, zum einen aufgrund der Strassen-und Verkehrsverhaeltnisse, zum anderen aber auch, weil man sich einen Eindruck vom Land machen konnte. Viele Reisfelder und ziemlich einfache Haeuser saeumen den Strassenrand. Man hat aber ueberall Handynetz...


Die Fahrt zum Tempel dauerte ca. 2,5 Stunden, obwohl die Strecke nur etwas mehr als hundert Kilometer lang ist. Deshalb hatten wir bei dem Tempel auch nur 40 Minuten Zeit, was zwar ausreichend war um ihn zu besichtigen, mich aber zu dem Schluss brachte, dass sich die lange Fahrt dafuer nicht lohnt. Seht selbst:

 

Umso interessanter sind die Tunnel. Mit deren Hilfe konnte der Vietcong den Amerikanern Paroli bieten. Man kann selbst durch einen ca.100 Meter langen Tunnel kriechen:


Schon auf dieser kurzen Strecke war man der Platzangst nahe und wir hatten immerhin ein schwaches elektrisches Licht in den Tunneln (das Bild wirkt nur durch den Blitz so hell, man sah kaum die Hand vor den Augen). Vor 30 Jahren haben die das oft im komplett dunklen gemacht und mehrere Wochen in den Tunneln verbracht. Bis dahin war diese Erfahrung das Beste der gesamten Fahrt. Auf dem Gelaende darf man auch noch ein wenig mit AK-47 oder Pump-Guns rumballern, aber ich war wohl der Einzige dem das etwas makaber vorkam.

 

Abends sind wir wieder in eine der zahlreichen Kneipen und haben dort Pizza gegessen. Die erste seit fuenf Wochen...

Sonntag, 1. Oktober

Noch ein wenig frueher als am Tag zuvor ging es auf zum Mekong-Delta. Hatten wir zumindest gedacht. Da unser Guide nach einer halben Stunde Verspaetung immer noch nicht aufgetaucht war, rief die netten Leute von unserem Hostel dann doch mal bei der Agentur an und siehe da, wir wurden vergessen. Dafuer wurde uns ein Taxi geschickt, um dem Bus hinterher zu fahren. Geil!!! Einen Taxifahrer zu erleben, der sich in Vietnam bei dem Verkehr beeilen muss, kann man wahrscheinlich selbst mit einer Visacard nicht kaufen. Dazu gehoerten diverse kleine Spruenge an den nicht gerade weich gestalteten Uebergaengen von Strassen und Bruecken, eine halb abgesprungene Radkappe sowie ordentlich Party im Taxi mit lautem Hip Hop.


Irgendwann hatten wir dann leider den Bus eingeholt und fuhren weitere drei Stunden bis zum Mekong-Delta. Wie ihr alle wisst, ist der Mekong der zehntlaengste Fluss der Welt und nimmt nach seinem Ursprung in China so ziemlich jedes Land in Suedostasien mit.

Endlich angekommen, stiegen wir in ein Boot um ueber den Fluss zu schippern. Vorbei am Floating Market ging es zu verschiedenen kleinen Betrieben, die diverse Suessigkeiten aus den Rohstoffen des Regenwalds herstellen. Zunaechst wurde einem die Herstellung erklaert, anschliessend konnte man das ganze natuerlich kaufen. Ich habe zum Beispiel Reispopkorn gemacht und hatte prompt ein Jobangebot in der Tasche:


Es gab aber auch suesse Kartoffelkekse, Kokosnussbonbons, etc. Ein bisschen wie ’ne Kaffeefahrt aber auf sympathische Art, nicht so aufdringlich wie sonst. Da der Fluss zweimal in der Woche niedrig Wasser fuehrt, musste sich unsere angekuendigte Fahrradtour allerdings auf 15 Minuten beschraenken.


Aufgrund des Wasserstands wurden auch alle gebeten, sich an den Bug des Boots oder aufs Dach zu setzen, damit die Schraube ihre handbreit Wasser hatte...auf dem Dach war es super entspannend, man kann das eigentlich kaum beschreiben. Nach mehreren Stunden Fahrt kamen wir zurueck zum Bus und es ging wieder nach Saigon.


Kaum aus dem Bus, machte sich bei mir ein seltsames Gefuehl im Magen breit. Ich hoffte zunaechst, mit ein wenig Ruhe wuerde sich das wieder geben. Aber als wir uns zwei Stunden spaeter wieder mit allen vor dem Hostel getroffen haben, ging es auf einmal um Sekunden. Ich also ins Hostel gesprintet, vorbei an den verdutzten Staffmembers zur Toilette, um mir das Essen des Tages noch mal durch den Kopf gehen zu lassen...ich hab keine Ahnung was es genau war, aber irgendwas ist mir nicht bekommen. Direkt danach ging es mir allerdings deutlich besser, es war also nichts ernstes. Nur komisch, dass sich das erst so spaet gemeldet hatte. Ich war auch nicht der einzige, der an dem Abend etwas Probleme hatte, Tapsa und Caro kaempften ebenfalls. Somit zog ich es vor, im Bett zu bleiben und ueber einem Premier-League-Spiel einzunicken.

 

Montag, 2. Oktober

Am Montag haben wir uns das Ausschlafen gegoennt und ich war auch fast wieder 100 % fit, nur der Appetit lies noch etwas auf sich warten. Es war keine Tour geplant, stattdessen wollten die meisten zum Shoppen. Ich dagegen war nur auf etwas Bewegung aus, die Schuh- und Klamottenlaeden reizten mich nicht wirklich.

Mittagessen gab es in einem kleinen Restaurant und das hier ist jetzt nur fuer dich, Maria:



Mission accomplished (wir haben’s allerdings nicht bestellt).

So plaetscherte der Tag dahin, am Abend waren wir in einem von einem Ami gefuehrten Restaurant zum All You Can Eat-Buffet mit Pizza, Lasagne und Salat. Grandios!!! Zum Schluss ging es in eine Kneipe zum Pool, Vier Gewinnt und Poker spielen. Ich zog es dann wieder vor, wenigstens ein paar Stunden zu schlafen (wir mussten um 3 Uhr aufstehen und zum Flughafen), die Leute aus dem anderen Hotel hatte schon ausgecheckt und wollten durchmachen. Bis auf Thomas, der nachts um zwei fast unsere Tuer einschlug, um sich bei uns auf den Boden zu legen. Naechstes Mal bringe ich ihn um!!!

 

Der Versuch eines kurzen Fazits, zu einigen Dingen habe ich ja bereits oben meinen Senf gegeben: Vietnam ist ein sehr schoenes und interessantes Land , und wir haben ja nur einen sehr kleinen Teil gesehen. Und auch wenn mir das Essen an einem Tag nicht bekommen ist, gefaellt es mir deutlich besser als Dim Sum in Hong Kong. Saigon selbst ist eher interessant als wirklich schoen, es ist eben tierisch laut, hektisch und die Luft ist auch nicht gerade vom Feinsten. Aus diesen Gruenden kann ich mir auch nur schwer vorstellen, dort laenger zu wohnen. Aber ich bin sehr froh, die Moeglichkeit genutzt zu haben, das alles live und direkt zu erleben. Die Bilder (weitere im Fotoalbum) koennen nur einen kleinen Eindruck vermitteln, man muss eigentlich alles zusammen mit Geruch und Geraeusch erleben!

Top 5: Chuck Norris Facts

04:26, 28.09.2006 1 Kommentare Link

Scheisse, ist das schwer…und die hier sind nur von den ersten vier Seiten:

5. Chuck Norris is the reason why Waldo is hiding.

4. Wilt Chamberlain claims to have slept with more than 20,000 women in his lifetime. Chuck Norris calls this "a slow Tuesday."

3. Chuck Norris shot the sheriff, but he round house kicked the deputy.

2. Chuck Norris can divide by zero.

1. Chuck Norris has the greatest Poker-Face of all time. He won the 1983 World Series of Poker, despite holding only a Joker, a Get out of Jail Free Monopoloy card, a 2 of clubs, 7 of spades and a green #4 card from the game UNO.


Morgen geht's los nach Vietnam, Berichte davon gibt's naechste Woche.



Lantau Island

04:21, 24.09.2006 0 Kommentare Link

Lantau Island ist eine der zahlreichen Inseln Hong Kongs. Neben dem Flughafen gibt es dort zum Beispiel auch Hong Kong Disneyland. Aber solch trivialer Touristenkram ist natuerlich nichts fuer uns. Und so zogen Aurore (F), Max (US), Christian (Westpolen), Marius und ich am gestrigen Samstag los, um die Insel auf eigene Faust zu erkunden und vor allem die riesige Buddha Statue zu sehen. Zwar hielten wir uns an keine einzige Empfehlung des Reisefuehrers (nicht am Wochenende gehen und frueh kommen, wir verliessen so gegen 11.17 den Campus), aber wir sind ja flexibel.


Central District, auf dem Weg zum Pier. Wir hatten uns naemlich dazu entschieden, mit der Faehre von Hong Island zu fahren.

Die Fahrt mit der Faehre dauerte ca. 1 Stunde. Zu Beginn hatte man mal wieder einen tollen Blick auf die Skyline, dann passierten wir den Hafen mit all den riesigen Container-Poetten. Als man durch das angenehme Geschaukel gerade so richtig eingelullt war, ging es in Mui Wo, einer kleinen Kuestensiedlung, aber schon wieder von Bord. Gleich am ersten Tempel mit den grossen, goldenen Boegen entlang, entschieden wir uns fuer den Bus direkt zum Buddha. Auf der Fahrt ging das Geschaukel ordentlich weiter und der Fahrer fuhr auf der engen Strasse manchmal mit ziemlichem Optimismus an entgegenkommenden LKWs vorbei. Dennoch kamen wir nach 45 Minuten heil am buddhistischen Kloster Po Lin Tze an, welches am Fusse des Bergs mit dem grossen Buddha liegt.

Der Eingang zur Klosteranlage

Leider stand die Sonne etwas unguenstig, so dass ich den Buddha von vorne nur mit Gegenlicht fotografieren konnte:

Die Figur ist mit Sockel 34 Meter hoch, hat mehr als 7 Millionen US$ gekostet und wiegt 202 Tonnen. Sie besteht aus 202 Teilen und ist noch relativ jung, sie wurde erst 1989 eingeweiht.


Tief durchatmen, ist ein Glueckssymbol...


Die Haupthalle des Klosters


An jeder Ecke entzuenden die Buddhisten Raeucherstaebchen und beten. Und das trotz der vielen Touristen, ich fand den Ort nicht wirklich besinnlich. Durch eine Tuer konnte ich auch einen Chor der buddhistischen Moenche hoeren, gepraegt durch sehr tiefen Gesang. Sehr interessant!

Das Auge isst (man) mit:

Die Moenche essen nur vegetarisch, deshalb gab es eigentlich gar kein Auge oder sonstige Ueberraschungen. Dafuer ein insgesamt doch recht leckeres Essen. Aber eigentlich sollte ein Teil des Gemueses schon durch ein Kaninchen veredelt werden...

 

In einem kurzen Anflug von Uebermut wollten wir dann auf den hoechsten Berg der Insel gleich nebenan wandern. Allerdings fanden wir zum Glueck noch vorher heraus, dass ein Weg ca. drei Stunden dauert, so dass wir es uns doch anders ueberlegt haben. Deshalb sind wir dann mit der Seilbahn auf der anderen Seite des Berges wieder runter. Waehrend der Fahrt hat man einen tollen Blick auf einige Wasserfaelle der Insel sowie auf den Flughafen.


Durch die Scheibe der Gondel geknipst.

Als wir nach der Rueckfahrt noch etwas durch die Stadt gezogen sind, haben wir neben Liverpool : Tottenham (3:0) noch folgendes Restaurant gesehen:


Das war also mein Samstag. Zwei weitere Bilder mit richtigen Menschen stehen im Fotoalbum.



Beatsteaks und Miss Saigon

04:16, 23.09.2006 0 Kommentare Link

Zunaechst mal eine kleine Korrektur: Ich hatte in meinem ersten Beitrag bei meiner Adresse 412 als Zimmernummer angegeben, allerdings ist mir heute klar geworden, dass ich in 413 wohne. Macht ja nichts...

Gestern waren wir drei zusammen mit Max (US) und Jacob (US) bei Maik zum Schnitzel essen eingeladen. Ja genau, Schnitzel!!! Maik ist einer der Pastoren an der hiesigen Chapel und kommt aus Deutschland. Er hat bereits in England und den Staaten studiert und hat diesen Sommer einen Vertrag fuer mindestens fuenf Jahre in Hong Kong unterzeichnet. In dieser Zeit will er (glaube ich) auch seinen Doktor machen. Besonders interessant ist, dass er vor seinem Theologiestudium als Investmentbanker gearbeitet hat.

Wir Deutschen hatten uns auf die Schnitzel natuerlich schon die ganze Woche gefreut und auch die Amis waren auf Fleischentzug. Ausserdem war gestern auch noch ein Mongole dabei, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Nach der Ankunft machten wir es uns zunaechst auf Maiks Couch bequem. Es ist schwer zu beschreiben, aber so eine Couch erscheint einem wahnsinnig luxurioes, wenn man sonst die ganze Zeit nur die harten Pritschen aus dem Wohnheim kennt. Auch die Tatsache, ein Apartment mit ca. 50 m² fuer sich alleine zu haben, kommt mir geradezu paradiesisch vor.

Aus der Kueche fing es an zu duften und man merkte, wie einige den Sabber kaum noch zurueck halten konnten. Dann wurde das Buffet eroeffnet: ca. 20 panierte Schnitzel, ebenso viele Bratwuerste, eine leckere Sauce, Zaziki, einen Salat mit Tomaten, Feta, etc. (Tomaten und Kaese sind hier unverschaemt teuer), kurz: ein Traum!!! Dazu gab es Bier, allerdings kein richtiges Deutsches Pils, denn das Loewenbraeu in Dosen haben wir uns verkniffen und stattdessen Carlsberg und Tsingtao besorgt. Aber Tsingtao wurde ja von einem Deutschen gestartet und nach dem Reinheitsgebot gebraut, also fast wie zu Hause...

Man kann das Essen mit "geil“ kaum beschreiben. Jetzt echt, es war soooo lecker, und so voll gestopft war ich hier noch nie. Ich hab’s ja schon oefter geschrieben, es fehlt einem hier essenstechnisch an nichts und trotzdem, so ein Schnitzel oder eine Currywurst sind einfach unbezahlbar. Ich komme ins Schwaermen, vielleicht sollte ich mir ein entsprechendes Poster an die Wand haengen...

Der Mongole hatte uebrigens einen kleinen, aber feinen Teil zum Essen beigetragen und zwar eine Art getrocknetes Rindfleisch aus seiner Heimat. Sieht ein wenig aus wie Baumrinde, passte aber sehr gut zum Bier.

Und dann gab es wieder einen dieser kleinen Momente, die mich echt beeindrucken. Man sitzt zusammen, quatscht, stellt Fragen ueber die anderen Laender, das Thema geht in die Richtung US-Politik und den Wahlkamp Kerry vs. Bush. Es ist sowieso immer interessant, Amerikaner zu diesem Thema zu hoeren, aber dann sagt der Mongole ungefaehr folgendes: Fuer ihn ist es ein Traum sich vorzustellen, ueberhaupt die Wahl zwischen zwei Personen bzw. Parteien haben. Sachen, die uns so selbstverstaendlich vorkommen, dass sie uns oft langweilen oder gar nerven, gibt’s hier eben nicht, die kennen keine freien Wahlen. Und bei uns geht fast die Haelfte gar nicht erst hin...

 

Nun, genug Einblicke in das Seelenleben eines Politikstudenten. Dank der soliden Essensgrundlage haben wir es dann doch relativ leicht geschafft, zu fuenft die 18 0,7-Liter Bierflaschen zu plaetten. Ab jetzt soll jede Woche gekocht werden, naechtes Mal an den Grillplaetzen auf dem Dach des Studentenwohnheims. Ja, so was gibt’s hier...


Morgen geht es dann ab nach Lantau Island, zum grossen Buddha. Und naechste Woche Donnerstag nach Vietnam, fuer ein langes Wochenende in Ho Chi Minh City a.k.a. Saigon. Wie geil, ich freu mich riesig darauf!!!



Top 5: Musik

04:15, 19.09.2006 0 Kommentare Link

Ich hab ja schon mal leichte Kritik am Musikgeschmack der Hong Konger anklingen lassen. Das hier sind die fuenf Titel, die zur Zeit in meiner Playlist am haeufigsten wiederholt werden:


5. Red Hot Chili Peppers: Charlie

4. Queens of the Stoneage: Go with the Flow

3. Bloc Party: Banquet

2. The Hives: Hate to say I told you so

1. Beatsteaks: Summer



Mong Kok

04:11, 16.09.2006 0 Kommentare Link

Gestern abend waren Marius, Christian, Aurore (F) und ich in Mong Kok. Mong Kok ist eine der am dichtesten besiedelsten Flecken der Erde, dort werden Zimmer zum Schlafen in drei Schichten vermietet. Darueber hinaus befinden sich dort einige nette Einkaufsmoeglichkeiten, so z.B. etliche Sportgeschaefte, in denen die Originalprodukte immer noch wesentlich guenstiger sind als bei uns. Leider hatte ich nur Sandalen an und konnte deshalb mangels Socken keine Sportschuhe anprobieren. Aber naechstes Mal!

 

In Mong Kok gibt es auch den Ladies’ Market. Dort gibt es weder Frauen, noch bloss Sachen fuer Frauen, sondern kostenguenstige Nachbildungen von Produkten aus den Haeusern Gucci, Rolex, Adidas, usw. Marius kaufte sich drei Billabong-Shirts fuer neun Euro und auch Christian wurde fuendig. Nur beim Handeln um die Sporthosen wurde man dann zu ehrgeizig.

Einen kleinen weiteren Eindruck fuer die Rubrik "Das Auge isst (man) mit“ gab es auch:


Wohlgemerkt, die Zombies in der Mitte und im Becken waren lebendig und krabbelten ueber den Tisch...

Am Laden mit den Gaensekoepfen und den Huehnerfuessen hab ich das Fotografieren vor lauter Staunen doch glatt wieder vergessen. Wird aber nachgereicht...

Und wenn man schon mal in der Naehe ist, dann sollte man auch die naechtliche Hafen-Skyline mitnehmen:


50% Dunst, 50% eigene Unfaehigkeit bei der Kamerabedienung


Christian und Marius in the sky with diamonds.


Auf in die Welt!

04:08, 16.09.2006 0 Kommentare Link

Am Mittoch habe ich mich bis spaet in die Nacht mit Laura, Claudio und Karl unterhalten. Laura kommt aus Mainland China, die anderen beiden sind Deutsche, und wir sind in der Diskussion auf so ziemlich jedes China betreffende politische Thema gekommen. Es ging um die Unabhaengigkeit Taiwans und Tibets, den Umweltschutz, Buerger- und Menschenrechte, das Einparteiensystem, die Todesstrafe, etc. Und es ist etwas ganz anderes, diese Sachen mit jemandem zu diskutieren, der kulturell und politisch ganz anderes gepraegt ist als wir Deutsche. Ausserdem ist Laura im Gegensatz zu vielen anderen Chinesen ueberhaupt nicht verlegen, ihre Meinung zu vertreten und sich an solchen Gespraechen aktiv zu beteiligen.


Leute, geht ins Ausland, solche Gelegenheiten findet man bei uns so selten und man lernt echt einiges!

Das Auge isst (man) mit, Teil 1

04:06, 12.09.2006 0 Kommentare Link

Hier der erste Teil einer neuen Serie, in welcher ich mich ueber die kulinarischen Spezialitaeten von Hong Kong und Asien auslassen werde. Vor der Abreise hatte ich ja schon kleine Bedenken, ob ich mit dem Essen klar komme. Bisher habe ich aber ueberhaupt nichts zu meckern. Gut, die Mensa ist auch hier nur eine Mensa, aber ich habe Erfurt ueberlebt, dann schaffe ich das hier erst recht.

In besagter Mensa direkt unter dem Wohnheim gibt es sowohl asiatisches als europaeisches Essen. Bei den asiatischen Gerichten ist ab und zu ein mir unbekanntes Gemuese dabei, ansonsten gibt es wie zu Hause Rind, Schwein, Huhn, Ente oder Tofu mit Reis und diversen Saucen. Ausserdem einige Sachen mit Nudeln, Curry etc. Nur die (zum Teil suessen) Suppen als Beilage sind vom Geschmack her etwas gewoehnungsbeduerftig.

Das Gefluegel gibt’s es immer mit Knochen, was besonders beim Essen mit Staebchen die Sache nicht gerade erleichtert. Messer und Gabel sind zwar auch verfuegbar, aber man will sich ja anpassen. Das bedeutet, dass man ruhig die Haende zu Hilfe nimmt, den Knochen offen ausspuckt, oder die Nudeln laut schluerft. In Hong Kong sind westliche Tischmanieren relativ weit verbreitet, nach den Erzaehlungen der Chinesen muss es in China selbst aber um einiges wilder zu gehen. Mir wurde bereits gesagt, dass doch bitte alle Europaeer auf den grossen Ball der Uni gehen sollen, da die Locals so einen Nachholbedarf bei Manieren à la Knigge haben...

Als westliches Essen bietet die Mensa zum Beispiel Wraps, Spaghetti oder Sandwiches an. Und auch in der Stadt ist neben dem Fastfood alles zu finden, sogar Tiefkuehlpizzen von Dr. Oetker...

Gestern Abend wurde in meiner Hall chinesisch gekocht. Die Vielfalt Chinas spiegelt sich auch in der Kueche, jede Region hat individuelle Spezialitaeten, die sich stark voneinander unterscheiden. Somit gab es von suessen Auberginen ueber pikanten Weisskohl (?) bis zu mit Chili geschaerften Gurken viele Moeglichkeiten zum Probieren.

                                Vorher...                                                                  ...nachher

Bei besagten Gurken trat mir der Schweiss auf die Stirn, so etwas scharfes habe ich selten gegessen. Laura, unsere Hall Tutorin, erklaerte mir darauf hin, dass sie aus einer Region kommt, in der sehr scharf gewuerzt wird und fuer sie diese Gurken nach nichts schmecken wuerden. Hossa...

Heisse Schlacht am lauwarmen Buffett.

Beim Huhn wird dann gerne das komplette Tier auf den Tisch gelegt. Nun, bevor es verkommt...Wenn ich das richtig verstanden habe wird zwar (zumindest hier) der Kopf nicht gegessen, aber die Krallen gibt es durchaus als kleinen Snack fuer zwischendurch zu kaufen. Das habe ich mir dann aber doch verkniffen. Uebrigens, das Essen von Hunden, Katzen und Affen ist in Hong Kong schon laenger verboten. In einigen wenigen Restaurants soll es das unter der Hand aber trotzdem geben.

Du bist, was du isst.

Heute Mittag ging es dann gleich weiter mit Dim Sum. Dabei handelt es sich um eine kantonesische Spezialitaet, die man vom Prinzip vielleicht mit Tapas vergleichen kann. Man bestellt mehrere verschiedene kleine Haeppchen, z.B. Fleisch, oder gefuellte Teigtaschen und teilt diese dann mit dem gesamten Tisch. Es gibt jeden Geschmack, suess, pikant, mit Fisch, Fleisch oder Gemuese, in allen Formen und Farben. Die meisten sind echt lecker, manche trafen aber auch nicht so meinen Geschmack. So genannte "Dumplings“ werden mit einer klebrigen, geleeartigen Masse zubereitet, deren Konsistenz ziemlich ungewohnt ist. Zum Schluss gab es dann eine suesse Bohnensuppe.

 

Das ganze kostete pro Nase gerade mal 3 Euro, ist also wirklich sehr guenstig. Und kommunikativ...

Ach ja, heute war das erste Mal Taifun-Warnung: Stufe 1 von 10 (ab 8 fallen die Vorlesung aus)...



Das Nachtleben

04:00, 11.09.2006 0 Kommentare Link

Samstag abend haben wir es zum ersten Mal geschafft, das Versacken im Billy Boozer, einem Pub am Campus, zu ueberwinden. Mit einem der guenstigen Taxis fuhren wir zu fuenft nach Hong Kong Island, um dort in einem Club eine weitere Gruppe zu treffen. Bloed ist nur, wenn man den Namen des Clubs nicht genau kennt. Wenn man einem chinesischen Taxifahrer sagt "der Laden heisst irgendwas mit Skits“ bringt einen das auch nicht wirklich weiter. Also erst mal ab nach Hong Kong Island in den Central District zur Vergnuegungsmeile.

Diese besteht aus zahlreichen Clubs, Pubs und der ein oder anderen (mindestens) Topless-Bar. Ausserdem habe ich den ersten Doener-Laden gesehen. Auf der Strasse haben wir dann alle moeglichen Leute nach "Skits“ gefragt, aber niemand konnte uns weiterhelfen (oder verstand uns). Bis auf...natuerlich die Deutschen. Es ist unfassbar, aber die kommen hier echt aus allen Loechern. Diesmal eine Gruppe aufstrebender Praktikanten, die offenbar schon laenger in der Stadt sind. Sie kannten neben Skits auch einige angesagte Fussballplaetze, so dass man die moeglicherweise mal wieder trifft. Gerade in dem Moment kam allerdings die Nachricht, dass die andere Gruppe mittlerweile im "George’s“ war, eine Bar in Lan Kwai Fong. Das ist eine weitere Partyecke auf Hong Kong Island.

Wir also wieder ins Taxi, es muss so gegen eins gewesen sein. In Lan Kwai Fong steppte der Baer, die Strasse war voll von betrunkenen, feiernden Leuten. Vorbei an Kneipen mit Namen wie "Schnurrbart“ oder "Bitburger-Point“ haben wir das George’s und damit auch die andere Gruppe gefunden.

Endlich gab es mal wieder ein Bier an den Hals. Wir hatten bereits vor dem Billy Boozer mit kanadischem Dosenbier angefangen und obwohl das bei mir mit dem Abendessen nicht so richtig geklappt hatte, ueberhoerte ich die langsam einsetzende dezente Kritik meines Magens. So ein Bier muss man schliesslich geniessen, besonders wenn es acht Euro kostet...

Das Publikum im George’s wie auch sonst auf der Strasse war bestimmt zur Haelfte europaeisch/amerikanisch. Dazu zaehlten auch einige aeltere Herrschaften, die sich mit deutlich juengeren oertlichen Schoenheiten auf der Tanzflaeche vergnuegten. Auch wenn man selbst den Blick durch die Menge schweifen liess und nur fuer einen kurzen Moment Augenkontakt mit einem der Maedels an der Theke hatte, bekam man sofort ein sehr offenes Laecheln...alles ein wenig bizarr. Das alles soll allerdings nicht bedeuten, dass nicht auch die ganz normale Hong Konger Jugend zu finden war. Die Musik war ziemlich schlecht, irgendwelche schlechten Dance-Remixe von bekannten Songs.

Alles in allem also nicht unbedingt meine Art von Clubs, aber ich fuerchte auf anstaendige Gitarrenmusik werde ich in naechster Zeit verzichten muessen, hier gibt’s nur House, Black Music oder Charts. Ich habe ein wenig den Verdacht, dass die kulturelle Vielfalt trotz der Millionen Menschen nicht so stark ausgepraegt ist. Aber allein schon um ein paar Bilder zu machen, werde ich einige Male nach Lan Kwai Fong zurueck kehren.

Heute morgen war dann doch ein wenig Kirmes im Schaedel, so dass ich mich nach dem Fruehstueck auch gleich wieder fuer den Mittagsschlaf hingelegt habe. Dafuer waren wir heute abend mit Max aus Atlanta noch Basketball zocken. Danach haben wir uns ein schoenes Steak gemacht, noch besser waren aber fast die Kartoffeln als willkommene Abwechselung zu dem ganzen Reis, den man hier sonst immer hat.

Und Dortmund holt den DFB-Pokal!!!



Hong Kong BAPTIST University

03:55, 11.09.2006 0 Kommentare Link

Da wir hier an einer BAPTIST University sind, gibt es natuerlich auch eine Kapelle. Und dort gab es am Donnerstag einen Empfang fuer die auslaendischen Studenten. Dies konnten wir uns nicht entgehen lassen, zumal es ein kostenloses Abendessen gab.

Zur Begruessung gab es allerdings zunaechst mal getrocknete Algenblaetter, wie sie auch beim Sushi verwendet werden. Na ja, wer’s mag...

Durch den Abend fuehrten drei Studenten, die in der Chapel mitarbeiten. Mit Headset und ueber Beamer auf eine grosse Leinwand uebertragenen Videos moderierten sie die Veranstaltung und es wurde klar, dass auch die Kirche in Hong Kong sich der modernen Technik nicht entziehen kann bzw. will. Ich fuehlte mich allerdings eher wie beim Teleshopping, die Videos waren u.a. mit Musik von Coldplay unterlegt und auch sonst nicht ganz frei von Pathos. Es sprachen dann noch weitere Leute von der Kirche zu uns ueber die "big love from Jesus Christ“ etc. Ich bin zu Hause ja kein Kirchgaenger, dennoch war mir das ganze ein wenig zu kitschig und pathetisch. Aber die Leute waren auf jeden Fall sehr engagiert und wirkten von der Sache ueberzeugt.

Im Anschluss gab es einige Ice-breaking Games, das Ergebnis unserer Gruppe seht ihr hier:


Lisa (D) und Felix (F) als...ja, als was eigentlich?



Der Hong Kong Student

03:53, 11.09.2006 0 Kommentare Link

Der gemeine Hong Kong Student zeichnet sich trotz zunaechst leichter Scheu durch sein ausgepraegtes Sozialverhalten und Gruppengefuehl aus. Dies macht sich u.a. in seinem natuerlichen Revier, dem Studentenwohnheim, bemerkbar. So werden in diesem Mikrokosmos alle Vorraete und Werkzeuge wie Pfannen, etc. gerne geteilt. Als kleinere Untereinheiten des Gesamtsystems dienen die einzelnen Stockwerke, welche auch Halls genannt werden.

Das Alpha-Tier dieser Halls ist der sogenannte Hall Tutor, welcher sich um die kleinen und grossen Probleme kuemmert und aufgrund seiner Erfahrung von der Gruppe in seiner herausragenden Position anerkannt wird. Die Halls konkurrieren untereinander um die schoenste Flurdekoration, etc. Was oft spielerisch aussieht, kann in freier Wildbahn zu ausgepraegtem Ehrgeiz der Hall Tutors fuehren.

Um den Zusammenhalt der Gruppe zu staerken, organisieren die Halls aber auch Koch-Abende usw. Dieses Spektakel wird fuer den naechsten Montag erwartet und hoffentlich zu zahlreichen neuen Erkenntnissen und Bildern fuehren.

Bereits beobachtet werden konnte das Aufnahmeritual fuer die neuen Erstsemester. Dabei werden auf dem Innenhof des Campus wilde Taenze und laute Gesaenge aufgefuehrt. Als musikalische Untermalung besonders beliebt sind dabei chinesische Versionen von Gassenhauern wie "YMCA“ oder "Dschingis Khan“. Eine amerikanische Beobachterin bemerkte treffend: "In the United States, the Freshmen get drunk during their first week. In Hong Kong, they just act like being drunk.“

Aus sicherer Entfernung beobachtet: Das Aufnahmeritual fuer neue Studenten.



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