Tony in Japan

Skifahren in Hakuba

18:42, 25.02.2010 .. 3 Kommentare .. Link

Mal wieder Skifahren. Dieses Mal vom Bogenschießen aus, so dass wir insgesamt 28 Leute waren. Nach Nachtbus (wird nicht zur Gewohnheit) frühe Ankunft in .... Hakuba. Ja, wieder Hakuba. Nachdem ich oft versucht habe herauszufinden, wohin wir fahren, und es mir niemand sagen konnte, erkannte ich den Ort doch wieder schnell. Zumindest ein anderes Skigebiet - Iwatake. 10 min erstmal in der Kälte gestanden um zu überlegen, wie man am besten irgendwo hinkommt, setzte sich die Meute langsam und nicht sehr orientiert in Bewegung. Bei der Skistation angekommen, hieß es dann erstmal umziehen und frühstücken. Nur warum brauchen die Japaner a) so ewig lange dafür und b) so ewig um auszudiskutieren, ob und was man als nächstes macht. Beim Skiverleih waren wir dann erst 2,5 h nach Busankunft!! Und das war dann die Inkompetenz in Perfektion. Okay, wir waren viele Leute, aber wenn es im ganzen Lager keine Skier für Personen über 1,80 gibt und man für manche Skier nicht das passende Werkzeug hat, dann ist das extrem schwach. So dauerte es da nochmals 2,5 h!! Meine Nerven lagen logischerweise blank. Effektiv vergingen dann so zwischen Ankunft Bus bis ich-steh-auf-Skiern-am-Lift ganze 5,5 h. Definitiv zu lang. Der erste Tag lief dann anfangs soweit ganz gut mit dem fahren, da ich erst mit gleichguten Fahrern unterwegs war. Wie das japanische Gruppengefühl aber nun mal ist, so wartet dann auch mal die inzwischen 6-köpfige Gruppe 10 min auf den blutigen Anfänger und das mehrfach. Selbst noch Anfänger, kann ich natürlich verstehen, dass man noch viel Hilfe braucht, aber da reichen doch 1-2 Leute und nicht 6 Mann, die effektiv nur am Ende der Abfahrt warten. Krönung des Ganzen: weil wir soviel gewartet haben, waren wir zu spät bei der Skirückgabe und mussten Mehrgebühr bezahlen. Ironischerweise war das am nächsten Tag zumindest mein Vorteil. Um 7 gab's Frühstück, 7:30 waren wir zurück auf'm Zimmer, um 9:30 sollten wir uns treffen. Warum? Um die Skier abzuholen? Vielleicht. Ich hab die Gründe nicht nachvollzogen, und bin mitsamt meinen eingelagerten Skiern auf die Pisten und hatte die so früh fast für mich allein - sehr praktisch, wenn man nicht den sonst überall rumliegenden, rumsitzenden und seltenst auch mal stehenden Snowboardern ausweichen muss. Irgendwie müssen die in Japan in Sitzstreik sein. Naja, am Ende von Tag 2 ging es dann auch schon so halbwegs mit dem Fahren, aber dann hieß es auch schon Abschied nehmen von Hakuba.



Ohisashiburi....

01:34, 19.02.2010 .. 2 Kommentare .. Link

Ja, lang lang ist's her, aber ich war leider zu beschäftigt oder auf Reisen, um mal wieder Blog zu schreiben. Es gab zwar noch zahlreiche Erlebnisse zwischen den letzten Einträgen und diesem, aber hier der Bericht vom Ausflug letzte Woche. Bilder gibt's "nur" auf Facebook. Wer nicht dort ist, kann bei mir den Link erfragen. Viel Spaß also beim Lesen. (btw, ohisashiburi = lang ist's her)

Tag 1
Fahrt nach Himeji - endlich, zweimal hatte es schon nicht geklappt, und ab April wird sie renoviert, musste also jetzt noch sein. Nach kleineren Komplikationen bei der Abfahrt, Ankunft gegen Mittag mit Juho (Finnland) und Anthony (Frankreich). Wolkig. Besichtigung DER Burg Japans - echt schön. Niesel und später Regen trüben das Ganze etwas, aber trotzdem toll.
Danach in den nahen Garten - sehr schöne Anlage, nur regnet es inzwischen schon heftig. Mit dem Zug nach Osaka, wo es nach dem Abendessen noch auf die Aussichtsplatform geht. Bei Nacht ist der Ballungsraum Osaka-Kobe fast so beeindruckend wie Tokyo. Unterkunft eher bescheiden, dafür günstig.
Tag 2.
Osaka. Den Anfang bildete der Tsutenkaku-Aussichtsturm im Viertel Shinsekai - neue Welt.  Vorher noch die mit Abstand heruntergekommenste Kirche der Welt passiert. Vom Turm Blick auf Osaka bei Tag und den nahen Zoo. Am Aussichtspunkt ist Billiken, eine kleine Statue, die einen Wunsch erfüllt, wenn man ihm die Füße streichelt. Von dort weiter zum Shitennoji-Tempel, einem der ältesten Tempel des Landes und der Tempel mit dem ältesten noch erhaltenen Torii-Tor. Es ist zwar immer noch wolkig, aber zumindest regnet es nicht, so dass der Besichtigung inklusive Gartenbesuch nichts im Wege steht. Gleich danach ging es zum shintoistischen Pendant - dem Sumiyoshi Taisha Schrein -im Süden der Stadt. Das Original geht auf das 3. Jh zurück und ist damit noch im alten prekontinentalen Design. Dadurch wirkt alles noch japanischer und somit noch schöner. Als dann auch noch die Sonne sich zeigt und es ein blauer Himmel wird, wird das Ganze zu einem der schönsten Schreinbesuche in Japan bisher. Um das Wetter noch auszunutzen, geht die Fahrt gleich weiter zur Burg Osaka. Ok, man sagt, hat man Himeji gesehen, findet man die Burg Osaka vermutlich langweilig, aber die Burgarchitektur ist generell so toll, dass zumindest ich nicht genug davo bekommen kann. :-)
Der Weg zur Burg geht durch schon leicht blühende Ume-Bäume - kann die volle Blüte kaum erwarten. Kurz vor der Burg haben wir noch eine Spezialität Osakas probiert: Takoyaki - gebratene Tintenfischbällchen. Die gibt es zwar überall in Japan, aber in Osaka kann man sie ja trotzdem nochmal probieren. Fazit: mein Favorit werden sie definitiv nicht. Die Burg - immer noch bei strahlendem Sonnenschein - prangt vor uns, und das Gold an der Fassade glänzt extrem. Warum gab es das Wetter nicht in Himeji????
Nach Besichtigung ist dann auch schon Schluss mit der Sonne, der Abend nähert sich. Nach einem Streifzug durch Osakas Ausgehviertel Namba und der Hauptshoppingstraße Dotombori, einem Okonomiyaki (gebratenes Allerlei, ebenfalls Spezialität Osakas), einem Bummel durch Dendentown (die Antwort Osakas auf Akihabara) hieß es auch schon früh ins Bett zu kommen für den nächsten Tag.
Tag 3
Extrem früh aufstehen um einen frühen Zug nach Koyasan zu bekommen - dem Hauptziel der Reise. Koyasan ist ein Tempelberg, in dem es zahlreiche Tempel gibt in denen man auch übernachten kann. Bis ins späte 19. Jh war es Frauen verboten, den Berg zu besuchen, so dass diese an extra dafür gebauten Wartehallen verharren mussten. Dort beginnt unsere Reise. Nach kurzem Fußmarsch erreichen wir das Tokugawa-Mausoleum. Die kleine, aber feine Anlage beherbegt die Gräber der ersten beiden Shogune Japans. Der nächste Halt ist der Haupttempel von Koyasan - der Kongobuji. Gegründet vom Vater des Buddhaschule - Kukai - ist der Tempel mit Steingarten und wunderschönen Malereien ein würdiges Herz der Glaubensrichtung. Nach einem kleineren Schrein mit burmanesischen Einschlag und einem kleineren Tempel, der eine herzzereißende Familiengeschichte erzählt, geht es weiter zum Okunoin - einem extrem großen buddhistischen Friedhof. Hier liegt der Daishi (der große Lehrer und Begründer Kukai) in ewiger Meditation begraben, und wartet auf die Ankunft des nächsten Buddhas. Damit die Gläubigen möglichst nah an diesem Spektakel sind, wollen sie ebenfalls hier begraben werden. Dementsprechend liegen hier große Politiker und wichtige Personen aus Japans Vergangenheit begraben; wenn man sie nur kennen würde. Die Anlage ist echt riesig und etwas mystisch und wir brauchten fast 2 Stunden (mit Fotostopps und Kanjientziffern) für die einfache Strecke. Am Ende liegt das Innerste der Anlage - das Mausleum Kukais. Damit er nicht in der Meditation Hunger leidet, wird ihm täglich Essen gebracht.  Auf dem Rückweg stand dann noch mitten auf dem Friedhof eine silbene Trägerrakete - sehr bizarr.
Am späten Nachmittag ging es dann auch schon in unseren Tempel - es war ja eh schon fast dunkel. Angekommen wurde uns auch schon gleich das Gepäck geschnappt und die Priester haben uns mit mehr als der typischen japanischen Gastfreundschaft empfangen - extrem angenehm. Nach einem Tee, einem heißen Bad und einem vegetarischen Abendessen gingen wir nochmal kurz raus um die nachts beleuchtete Tempelanlage gegenüber zu besichtigen. Da es aber recht kalt war, war der Aufenthalt eher kurz und wir gingen sehr früh ins Bett - war ja auch nichts mehr los im Städtchen. Das erste Mal, dass ich im Futon ne Wärmflasche hatte.
Tag 4
Um 6:30 Morgenzeremonie im Tempel. Singsang mit instrumentaler Begleitung. Faszinierend, nur zeigte das Thermometer im Gebäude -2 Grad. Warm ist anders. In die Zeremonie wurden wir natürlich auch eingebunden, gut, dass noch ein jp. Päarchen dabei war, die es entsprechend vormachen konnten. Nach Frühstück hieß es dann auch schon auf zu den nächsten Touriattraktionen, solange noch Sonne da ist. Das große Haupttor im Westen fototechnisch festgehalten, und die wunderschöne Hügellandschaft von dort bestaunt, ging es zur großen Pagode und Haupthalle der Glaubensrichtung und deren zahlreiche Nebengebäude. Wahnsinn, wie umfangreich und detailverliebt Buddhismus ist. Vorletzter Stopp: die buddhistische Schule. Hier kann man an einer Zeremonie im komplett dunklen Raum teilnehmen, wird natürlich auch voll mit eingebunden. U.a. auch beim Singsang: Namu-Daishi-Henjou-Kongou. Wenn ich jetzt noch wüsste, was das heißt. Fazit hier: echt interessant, nur muss ich unbedingt mehr Japanisch können. Sowas von Fragezeichen während der Zeremonie. Nach einem Abstecher ins Museum mit zahlreichen Statuen und Gemälden, und der Einsicht, dass 2 Grad im Museum definitiv zu kalt ist, ging es auch schon wieder auf die Heimreise. Eine Kuriosität noch auf dem Weg: am Umsteigebhf. sammelte sich eine extrem große Herde jp. Männer am Ende eines Zuges, alle bewaffnet mit mind. 1 Kamera. Warum? Um ein Bild mit sich und der Schaffnerin und dem Zug im Hintergrund zu bekommen. Wobei es eigentlich nur um die Schaffnerin ging. Die spinnen, die Japaner. Zurück in Kashiwa begegnet mir am Bhf ein Teilnehmer einer Konferenz bei mir an der Uni. Woher er kommt? Aus Cranzahl!! (Für alle Nicht-Sachsen: das ist etwa 50 km von Chemnitz aus im Erzgebirge). Sachen gibt's.



Wieder da

22:12, 19.10.2009 .. 1 Kommentare .. Link

So, ich bin auch wieder aus Korea (IAC) zurück, und sehe viele Artikel vor mir, die ich schreiben müsste - wenn ich doch nur irgendwann mal die Zeit dazu finden würde. Ich nehme es mir ganz stark für dieses Wochenende vor.

Nur ein paar kleine Sachen: KitKat gibt es in Japan ja in zig Milliarden Geschmacksrichtungen, je nach Saison. Favorit ist immer noch mit grünem Tee, und weitere Klassiker sind mit weißer Schokolade, Eiercrème, Apfel-Gemüse-Überzug, Kaugummi oder auch Ume Sour. Neulich gesehen: mit Lemon Sour, und heute dann mit Schokobanane, gebratener Süßkartoffel und Ginger Ale. Ich glaube inzwischen Japan ist Testgelände für neue absonderliche Geschmacksrichtungen, bevor sie vielleicht irgendwann mal einen anderen Markt erobern.

So, dann wünsche ich mal allem im kalten Deutschland schöne Grüße aus dem T-Shirt-Wetter-Japan. :-)



Taifun - oder schon wieder so ne japanische Naturgewalt

11:46, 8.10.2009 .. 2 Kommentare .. Link

Ok. Da ist man noch nicht mal ne Woche wieder in Japan, und schon wartet das Land mit einer schönen Überraschung auf einen: ein Taifun (oder japanisch korrekter Taifuu). Ein Haufen Starkregen (bis 14 mm / h), heftigen Winden, vielen Zweigen und Ästen auf den Straßen, und auch sonst alles mal kräftig durchgewirbelt. Seit er allerdings über das Land hinweggefegt ist, scheint ab und an mal die Sonne durch (das war die letzten Tage eher selten), und der Regen hat aufgehört. Und die Prognosen für die nächsten Tage sehen auch nicht schlecht aus. Fazit: ein Taifuu bläst auch das schlechte Wetter weg. :-)



On the road again

06:20, 20.09.2009 .. 0 Kommentare .. Link

So, das Deutschlandabenteuer ist vorüber. Wahnsinn, wieviel man in 3 Wochen reden kann. Ich brauch jetzt erstmal etwas Erholungsurlaub. Der ist mir aber nur bedingt gegönnt, weil es heißt ja schon gleich wieder weiter nach Nordamerika auf die nächste Konferenz.

Bin inzwischen soweit gut angekommen, und auf dem Weg nach Ann Arbor. Bin ja mal auf die Konferenz gespannt. Bis demnächst, gleiche Stelle, gleiche Welle.



Auf geht's!

12:35, 26.08.2009 .. 0 Kommentare .. Link

Und los gehen die Sommerreisen.

Erster Stopp: Deutschland: FRA - STR - C - COL/AAC - STR - Bodensee - STR - FRA.

Good ol' Germany, here I come!



Fukushima - genauso unbekannt

20:01, 17.08.2009 .. 1 Kommentare .. Link

Was fällt einem spontan ein, wenn man an den nördlichen Teil von Honshu denkt? Richtig, nur sehr wenig. Umso mehr gilt es zu erkunden.
Die Kleinstadt Aizu-Wakamatsu in mitten der Präfektur Fukushima ist (in Japan) berühmt für seine Geschichte und die wunderschöne Natur in der Gegend, die Japans zweitgrößten Nationalpark ausmacht. Nach ewig langer Zugfahrt mit dem Bummelticket am Bhf angekommen, das Tagesticket für den Bus geholt und gleich eingestiegen hieß der erste Halt Iimoriyama. Hier hatten zu Kriegszeiten 19 junge Samurai rit. Selbstmord begangen, weil sie die Stadt verloren geglaubt haben. An sich sieht man nicht mehr als die Gräber, aber es war aus historischer Sicht trotzdem interessant. Auf dem Gelände gab es dann noch eine römische Gedenksäule, und eine deutsche Ehrbekundungsstatue, deren Hakenkreuz von den Amis herausgemeißelt wurde. Nächster Halt: eine Ansammlung alter Samuraihäuser. An sich sehr hübsch angelegt und auch halbwegs auf Englisch beschriftet. Auf dem Gelände konnte man sich dann auch noch im Bogenschießen probieren, aber da ich 2 Tage vorher beim Training war, hab ich das mal sein lassen - hatten eh keinen Bogen in meiner Größe. Nach einem weiteren eher unspektakulären Besuch im Garten mit medizinischem Kräuteranbau, ging es abschließend zur hiesigen Burg. Diese ist sehr schön gebaut, wenn auch restauriert. Daneben noch ein Teehaus und von oben Blick auf die umliegende Natur - das lässt viel versprechen. Danach ging's zur Unterkunft - ein trad. Ryokan. Kaum dort angekommen, wurde ich auch schon von Besitzerin und deren Großmutter angesprochen, und bekam alles erklärt - natürlich auf Japanisch. Übliche Ausstattung: Tatami-Matten, Futon, Schlafyukata, Klimaanlage und grünen Tee. Sehr gemütlich. Auf meine Frage, ob denn in der Nähe ein Restaurant sei, wurde kurz überlegt, und dann hieß es, ich werde hingefahren - echt nett!! Ich glaube die Besitzerin war froh mal mit nem Ausländer sprechen zu können, ihr Englisch hat nämlich nicht existiert. Das Restaurant war zwar dann leider nicht so toll, aber es ist der Wille der zählt. Zurück bin ich dann noch ins Onsen, was im Zimmerpreis dabei war. Unglaublich voll, aber auch groß gebaut mit vielen Becken unterschiedlicher Wasserzusammensetzung (gelb, türkis, grün, ...). Das Highlight: die Dusche. Neben den üblichen japanischen Sitzduschen gab es auch noch eine Art Ringdusche. Ein metallener Käfig als 3/4-Kreis aus dem in unterschiedlichen Höhen Wasserstrahlen schossen - witzige Idee und echt angenehm. Danach ins Futon.
Nächsten Morgen wieder sehr früh raus um rechtzeitig in der Natur zu sein. 1888 war der ansässige Vulkan Bandaisan (hat nix mit Spielzeug zu tun) ausgebrochen, und dann die gesamte Landschaft umgeformt und dabei auch eine Seenlandschaft gebildet, deren Seen unterschiedliche Farben haben. Das ist für die Japaner das absolute Highlight, und deswegen haben sie auch gleich eine Wanderoute - sprich: einen gut ausgebauten Weg mit teils fester Oberfläche - reingebaut, und der Ausblick ist tatsächlich traumhaft. Allerdings sollte das nur die Präambel sein, denn der Bandaisan lässt sich laut Reiseführer auch besteigen. Das Visitor Center am Ende des ersten Weges hat sich allerdings nur auf Essen spezialisiert, so dass auch auf Nachfrage niemand etwas von nem Wanderweg wusste. Erst der Portier eines Nachbarhotels konnte mir weiterhelfen. Kurz nach dem ersten kleinen Anstieg bin ich 3 Seniorinnen begegnet, die aus der Gegend waren und dementsprechend den Weg kannten, und auch das erste Stück Richtung Gipfel laufen wollten. Nach ein bisschen Plausch - natürlich auch nur auf Japanisch - trennten sich die Wege an einem See und ich lief vorläufig erstmal allein weiter. Nach etwa einer weiteren halben Stunde kam mir dann mal wieder ein Japaner entgegen, und danach riss der Strom kaum noch ab. Alle paar Sekunden tauchten sie auf mit dem üblichen "Konnichi wa" auf den Lippen. Meine Güte, wo kommen die ganzen Leute her? Da unten sind doch nur Dörfer. Irgendwann führte der Weg zu einer Wasserquelle an der auch eine Hütte mit Verpflegungsmöglichkeiten steht. Auch hier wurde ich natürlich wieder angesprochen, und der Hüttenwirt hat mir alles mögliche angeboten. Nachdem sich dann noch rausstellte, das ein anderer Wanderer aus Kashiwa und ein Paar aus der selben Präfektur kommen, wurde das Gespräch sehr lebendig. Sehr witzig, nur sehr oft wurden meine Grenzen im Japanisch deutlich. Da fehlt doch noch einiges. Nach weiteren 20 min war ich dann endlich auf dem Gipfel, von dem man echt einen tollen Blick auf die umliegende Natur hat. Auch hier immer noch unglaublich viele Japaner und mindestens genauso viele Libellen, die rumschwirren. Generell war der Weg sehr insektenreich - mit Insekten, die ich noch nie zuvor irgendwo gesehen hab. Auch hier ist Japan wohl etwas speziell. Auf dem anschließenden Abstieg war ich dann auf einmal allein. Und zwar fast vollkommen allein. Fast 2,5 Stunden und es kamen mir nur 4 Seniorinnen entgegen. Da der Weg sehr steinig, und damit rutschig ist, manchmal mitten im Gebüsch verschwindet, und auch ne kleine Stelle mit Abseilen beinhaltet, sind die meisten Japaner wohl nen anderen Weg gelaufen. Naja, an sich auch ganz nett, mal etwas allein zu sein, und der Ausblick war immer noch toll. Und dann war ich auch schon unten im Tal, und dann ging das Problem los: wie komme ich vom Ende des Wanderweges zum Bhf. Kein Bus, kein Taxi, nicht mal Handyempfang um eines zu rufen, keine Häuser, kaum Ausschilderung, und nur sehr selten andere Menschen. Ein Stück gelaufen kam dann doch noch ein Schild: Bhf 6,3 km. Na super. Und das in Wanderschuhen auf Asphalt. Das kann ja heiter werden. Zum Glück war ich auf dem Wanderweg schnell genug gewesen, so dass ich mir keine Sorgen um den letzten Zug machen musste, aber angenehm ist echt anders nach bereits 9 Stunden wandern. Der Weg führte dann auch noch mitten durch die Reisfelder, und ein Naherholungsgebiet. Aber irgendwie hatte ich da schon keine Lust mehr, das ganze zu genießen. Am Bhf wollte ich dann aus Frust noch ein Eis - Eismaschine natürlich kaputt. Ahhh! Bis zum Ende des Wanderweges echt toll, alles danach muss ich noch verdrängen.

Auswertung des GPS-Trackers:

27 km in 10:30 h inklusive Pausen und Weg suchen. Startpunkt bei 777 m ü. NN., Gipfel bei 1806 m (naja, ein bisschen Abweichung gehört dazu) und Bhf (Ziel) bei 528 m.



Shake it

00:10, 10.08.2009 .. 4 Kommentare .. Link

Der ein oder andere hat es vielleicht gelesen: hier gab es ein größeres Erdbeben. Stärke 6,9. Allerdings draußen auf dem Meer. Damit dann in Kashiwa "nur" noch Stärke 3. Wände wackeln, alles klappert, Lampe schwenkt hin und her. Schon extrem seltsam. Naja, hoffentlich bleibt es das letzte große hier. Details für Interessierte gibt's hier.

Ansonsten hier noch die Position im Google Earth:



Ibaraki - das unbekannte Land

21:46, 3.08.2009 .. 2 Kommentare .. Link
Es ist Sommer, Reisezeit. Leider hält sich das Wetter noch damit zurück richtig sommerlich zu werden. Es ist zwar warm, und japanisch feucht, aber die Sonne kommt nur ab und an mal durch. Da auch bald größere Reisen nach Dtl und Nordamerika anstehen, wollte ich mir mal etwas die nähere und unbekanntere Gegend Japans anschauen. Nordöstlich von Kashiwa liegt die Präfektur Ibaraki, in der auch Tsukuba liegt (siehe frühere Artikel). Mit einem englischen (!) Prospekt und einem Tagedticket bewaffnet, bin ich also auf spontane Reise gegangen.
Erster Anlaufpunkt: Otsukou. Eine kleinere Stadt mitten im Nirgendwo, aber an der Pazifikküste gelegen, und laut Prospekt mit nettem Ausblick auf Meer und Steilküste (lt. Propekt "Beach" genannt). An sich ganz schöne Natur, nur mal wieder typisch japanisch zugebaut. Am Meer dann noch ein kleiner Pavillion in dem sich ein berühmter Künstler hat inspirieren lassen - heute nur noch bedingt möglich.

Nachdem ich die Küste wieder verlassen habe, ist dann natürlich die Sonne rausgekommen, und pünktlich beim nächsten Ort schon wieder von Wolken verhüllt. *grummel*
Naja, so konnte ich wenigstens die recht schöne Architektur des Ortes in der Sonne genießen - ein seltenes Ereignis hier.

Nächstes Ziel: Takahagi. Die Stadt selbst hat nicht sehr viel u bieten, allerdings gibt es lt. Prospekt recht schöne Natur in der Nähe - nur wie man hinkommt, steht nicht dabei. Vor Ort keine Info (nicht mal auf Japanisch), kein Bus fährt hin und Taxi wollte ich auch nicht, außerdem schon erste Regentropfen - super. Nächster Zug dauert etwas, daher mal kurz an den Strand geschaut: und da sind tatsächlich Leute. Und nicht wenige. Es ist für den Sommer kalt, keine Sonne in Sicht und einige laufen schon mit Regenschirm, und trotzdem sind sie am Strand. Geplant ist geplant. Leider ist auch der Strand alles andere als schön, zumindest aber mal mit Händen im Pazifik.

Drittes und letztes Reiseziel: Fukuroda. Dort befinden sich sehr schöne Wasserfälle. Nach einer Zugfahrt durch eine grüne Hügellandschaft mit schönen traditionellen Häusern und einem etwas länglichen Fußweg erreicht man diese. Angekommen muss man erstmal Eintritt bezahlen und läuft durch einen fancy beleuchteten Tunnel bis zu den Fällen und die waren wirklich beeindruckend. Schade, dass man sowas in keinem Reiseführer findet, schlägt die ein oder andere Touri-Attraktion bei weitem. Außer mir hatten sich sonst auch nur ein paar Russen hinverschlagen (neben den allseits präsenten Japanern natürlich).

Alles in allem: Ibaraki hat viel schöne Natur zu bieten, nur an der Vermarktung hapert es noch ein bisschen. Btw, Beschriftungen waren zu 99% auf Japanisch. ;-)


Vermischtes

21:46, 3.08.2009 .. 2 Kommentare .. Link
Es gibt auch Tage, da gibt es keinen richtigen Plan und es wird trotzdem was draus. Nachdem ich meine Familie zum Flughafen gebracht habe, hab ich mir auch mal auf Empfehlung den Schrein von Narita angeschaut. Ein riesiges Gelände, ein eher mäßiges Kalligrafiemuseum, aber echt ein Schrein der schöneren Sorte.

Wieder in Kashiwa angekommen, hat mich auch schon gleich das Stadtfest erwartet. Neben den obligatorischen Fressbuden und Werbeveranstaltungen, gab es Trommlershows, Tan- und andere Performancedarbietungen, Karateshow und sogar ein richtig gutes Blasorchester in riesiger Besetzung.

Nichtsdestotrotz wollt ich erstmal heim, um dann eigentlich gleich wieder mich aufzumachen um nach Asakusa zu fahren. Dort gab es am Abend ein Feuerwerk und ich hab mich mit einer bekannten Französin getroffen, die ich in Kanada kennengelernt hatte. Klein ist die Welt. Zusammen mit ihren ebf. französischen Freundin, einer Halbbritin und einigen Japanern haben wir das 1,5-stündige Feuerwerk bestaunt.


Toll, aber ich war dann, verständlicherweise, froh, als ich wieder zu Hause war. Ziemlich viel für einen Tag, wenn die 3 Wochen davor schon volles Programm waren.


Besuch

21:45, 3.08.2009 .. 0 Kommentare .. Link
Wie zeigt man Japan und das was das Land ausmacht innerhalb von wenigen Tagen? Diese Aufgabe wurde mir gleich 2mal gestellt, einmal für 2 ehemalige Kollegen (ich hoffe ihr habt viele gute Erinnerungen mitnehmen können) und zum anderen für meine Familie (dito). Das Programm letztendlich war wohl etwas stressig, aber hat alle wesentlichen Spots hier in der Umgebung enthalten. Bin also jetzt gewappnet für mehr Besucher!!


ISTS

21:45, 3.08.2009 .. 0 Kommentare .. Link
Es ist mal wieder Konferenzzeit. Diesmal nach Tsukuba, sagenhafte 20 min Zugfahrt von Kashiwa entfernt. So eine nahe Konferenz hatte ich noch nie. Obwohl offiziell internationale Konferenz genannt, waren doch 80-90% Japaner anwesend. Ist halt etwas ungeschickt, sie genau parallel zu einer großen europäischen Konferenz zu legen. Tsukuba selbst als relativ neue Wissenschaftsstadt kann nicht wirklich glänzen und erinnert viel mehr an eine amerikanische Kleinstadt in der Provinz. Konferenzzentrum lieblos, Sessions etwas ungeschickt organisiert, einige Events nur auf Japanisch, kein ständiger Kaffee und viele Vorträge in denen nicht mal meine Fragen verstanden wurden, geschweige denn beantwortet. Und fachlich hat sie auch nur wenig geholfen. Dafür mal wieder ein paar Leute kennengelernt, und auch wiedergetroffen. Summa summarum - ganz nett, aber Nutzen fraglich. Nächstes Mal dann auf Okinawa, Teilnahme also stark überlegenswert. :-)


Kanada

21:43, 3.08.2009 .. 0 Kommentare .. Link
Da dieser Blog "Tony in Japan" heißt, und der Speicherplatz für Bilder langsam zu Neige geht, werde ich sämtliche Aufenthalte außerhalb Japans hier abhandeln.

Hokkaido

21:38, 3.08.2009 .. 0 Kommentare .. Link
...in Arbeit...

Kleiner Vorgeschmack hier.


Ende der Sommerpause

19:40, 3.08.2009 .. 1 Kommentare .. Link
Leider gab es bei mir eine ungewollte Sommerpause, da ich einfach nicht die Zeit und Muse in den letzten Wochen gefunden habe, den Blog weiterzuführen. Ich möchte daher hiermit das Ende bekanntgeben, und versuche die Ereignisse der letzten Wochen in Artikel zu fassen, wobei der ein oder andere vielleicht noch etwas auf sich warten lassen könnte. Ich hoffe, es kann jeder nachvollziehen.

Wie man einen Picknickwettbewerb gewinnt...

11:32, 27.05.2009 .. 3 Kommentare .. Link
Ja, richtig gelesen. Picknickwettbewerb. Vor kurzem gab es sowas tatsächlich hier, gar nicht mal so weit weg von der Uni an einem Einkaufszentrum. Eigentlich war ich nur von einem Japaner zu einer Art gemütlichen Beisammensein eingeladen, was sich dann als Picknickwettbewerb enttarnen sollte. Auf dem Platz zwischen Ausgang Einkaufszentrum und der Straße, wo auch Busse fahren - also unglaublich naturbezogen - wurden Tische aufgestellt, und jede Gruppe sollte den Tisch so gestalten, dass es ein schönes Essen werden sollte. Für das Essen hatte ich einen sächsischen Kartoffelsalat vorbereitet (gar nicht so einfach hier alle Zutaten zu finden), und Eva, eine Post-Doktorandin an der Nachbaruni, hatte noch einen Nudelsalat und selbstgemachte Schokomuffins mitgebracht. Dazu gesellten sich noch pseudo-französisches Hühnerfleisch, ein japanisches Omelette mit Ketchup, koreanisch-gemachtes Sushi und Baguette mit Tomaten. Das ganze wurde dann auf einem bunten Sammelsurium aus Tellern und Schüsseln präsentiert, und hat anschließend beim Gespräch mit der mehrköpfigen Jury überzeugt. Und schlussendlich wurde dann bei der groß inszenierten Bekanntgabe der Preisträger unsere Gruppe zum Sieger benannt. Unter tosendem Beifall der rund 40 Teilnehmer und etwa 30-40 Personen im weiteren Publikum, und unter Blitzlichtgewitter der zahlreich erschienenen Presse (kein Witz; für sowas kommt echt die Presse hier, und nicht zu wenig), haben wir dann den 1. Preis - ein Picknickset - überreicht bekommen. Wahnsinn!
Alles in allem ein schöner Tag, aber irgendwie muss man sich manchmal an Obelix erinnern, und es fällt einem nur der Satz ein: "Die spinnen, die Japaner". ;-)


Kyôto und Nara

13:06, 12.05.2009 .. 0 Kommentare .. Link
Hi, ich weiß ich bin mal wieder etwas spät dran, aber ich möchte euch natürlich auch Kyôto und Nara nicht vorenthalten.
Wie vielleicht der ein oder andere weiß, war Kyôto früher mal Hauptstadt von Japan. Das sieht man auch heut noch im Namen kyô 京 - Hauptstadt, to 都 - Regierungssitz. Erst mit Ende des Shogunats und dem Beginn der Öffnung Japans Ende des 19. Jh. wurde Edo (江戸 - das Tor zur Bucht) offiziell Haupt- und Kaiserstadt und musste daher auch in Tôkyô ( tô 東 - Osten, 京 wie oben) umbenannt werden. Bevor allerdings Kyôto Hauptstadt wurde, d.h. vor 794, war Nara offizielle Hauptstadt Japans (und hieß damals auch noch Heijô-kyô - Hauptstadt mit friedvoller Burg). Der Geschichte ist es zu verdanken, das in beiden Städten auch heute noch sehr viele Tempel, Schreine und alte Kaiseranlagen existieren, die dafür sorgen, das die Region die meisten Weltkulturerbestätten Japans enthält. Und das macht es für den Touristen etwas schwierig: es gibt einfach zu viel davon. Man kann ja gar nicht alles schaffen, und dann eine Auswahl zu treffen, wenn einem nichts bekannt ist, gestaltet sich schwierig. Da muss man sich auf ein gutes Buch oder eine gute Webseite verlassen können.
Zur Kirschblütenzeit sollen die beiden Städte besonders schön sein, und so war es ein sehr angenehmer Zufall, dass sich die Zeiten "Sven & Caros Studienarbeitsende", "billige Zugtickets" und "Kirschblüte"  überschnitten haben. Dem konnte ich natürlich auch nicht widerstehen.
Bevor ich jetzt anfange, jeden Tempel und Schrein aufzuzählen, den wir besucht haben, will ich eher ein paar allgemeine Worte verlieren und ein paar Bilder posten.
Kyôto ist sehr touristisch. I.A. sieht man mehr Ausländer als in Tôkyô, aber das kann auch einfach nur daran liegen, das alles viel konzentrierter ist. Und zur Kirschblütenzeit sind natürlich auch die Japaner in Hundertschaften unterwegs. Dadurch wirkt auch der noch so idyllischste Tempel sehr schnell zu baren Touri-attraktion abgestempelt. Ich weiß, ich weiß, ich mach ja auch einen Haufen Bilder, aber versuche nichtsdestotrotz auch Architektur und die Stille und Ruhe, für die Japan mal bekannt war, zu genießen. Das ist mir/uns aber nur in einem einzigen Tempel gelungen, dem Tôfuku-Tempel. Sehr schöne Anlage, sehr ruhig, wenige Leute, weitläufig. Echt ein Geheimtipp.
Kyôto ist auch heute noch sehr bekannt für seine Geishas, allerdings ist der Berufszweig seit Jahrzehnten im Abklingen, so dass es heute sehr selten ist, eine zu Gesicht zu bekommen (außer natürlich man hat das nötige Kleingeld). Ab und an kann man aber auch eine Japanerin finden, die sich, einfach mal so, als Geisha verkleidet (siehe Bild unten).
In Nara, das vergleichsweise sehr klein ist, gibt es auch zahlreiche Rehe, und die ganze Stadt ist viel mehr in die Natur eingebunden, so dass es einen riesigen Park gibt, in dem die meisten historischen Bauten untergebracht sind, u.a. auch das größte (!) Holzgebäude der Welt (siehe auch unten).
In 5 Tagen kann man da echt viel sehen, aber irgendwann gibt es eine Reizüberflutung, die dazu führt, dass man irgendwann mal sagt: "Ah, da ist ja noch ein Tempel. Hmm.. sieht genauso aus, wie der andere. Gehen wir lieber weiter."
Also denn, hier zunächst ein paar Bilder aus Kyôto:

Und hier noch welche aus Nara:


Kyudo - der Weg des Bogens

10:21, 30.04.2009 .. 0 Kommentare .. Link
So, ich finde mal wieder etwas Zeit einige ältere Sachen aufzuarbeiten.
Ich hatte vor einigen Wochen hier mal rumgefragt, und hab doch tatsächlich über mehrere Ecken dann einen studentischen Bogenschießverein gefunden, zu dem ich mal zum Probetraining wollte. Also gesagt getan, und das japanische Bogenschießen ist schon irgendwie faszinierend weil so anders. Hier an dieser Stelle vielleicht nochmal ein kleiner Exkurs zum Bogenschießen:
Im Japanischen heißt das Ganze Kyûdô 弓道. Kyû (弓) ist der Bogen, sieht ja das Zeichen auch schon fast so aus, dô (道) ist der Weg, im Sinne von Straße, Pfad, aber auch die "Art und Weise"; also zusammen: wie man den Bogen benutzt. Anders als aber europäisches Bogenschießen (siehe England im Mittelalter; Robin Hood und so) ist Kyudo sehr sehr alt in Japan und vor allem stark auch mit der Samuraigeschichte verbunden. Und diese Tradition versucht man auch bis heute beizubehalten. Als mit Aufkommen des Zenbuddhismus auch noch rituelle Elemente in den Kyudo eingegangen sind, wurden die Unterschiede noch größer. Allerdings gibt es da auch das "fanatische" Zenbogenschießen, was extremst rituell ist, aber mit Kyûdô nicht gemeint ist. Während also der Rest der Welt unglaublich viel High-Tech an die Bögen baut, um einer Fliege den rechten Flügel abschießen zu können, besteht im High-Tech-Land Japan der Bogen immer noch aus Bambus, Holz oder, ok die Moderne hält Einzug, kohlefaserverstärkten Kunststoffen. Lange Rede, kurzer Sinn: alles noch sehr traditionell, und daher umso interessanter für einen "Westler" (immer noch Ossi, aber Westler; verrückt).
Daher hab ich jetzt damit nicht nur angefangen, sondern geh auch mind. einmal die Woche zum Training. Und vor einiger Zeit gab es auch mal ein Trainingslager. Echt mal komplett anders, so ein japanischer Ausflug mit Jugendherberge. 4 Tage lang nur Bogenschießen und pausenfüllende Aktivitäten. Das Essen seeeehr japanisch. Jede Mahlzeit gab es Reis und Misosuppe (sehr geschmacksneutral), und immer wurde erst angefangen, wenn alle ihr Essen hatten (und bei 41 Mann kann das dauern). Halt auch sehr rituell.
Die Zimmer eher rudimentär, aber auch nicht viel schlimmer als ne deutsche JuHe. Nur das andauernde Schuhe-an, Schuhe-aus, ging mir ein bisschen auf den Senkel. Auch was total anderes: keine Duschen. Dafür zwar ein Gemeinschaftsbad mit Abbrausmöglichkeiten, aber nur nachmittags/abends offen, d.h. morgens nix mit Duschen. *stirnrunzel*
Zu allem Überfluss gab es zum Frühstück auch keinen Kaffee, nur welchen dann aus dem Getränkeautomaten (das der nicht gerade ein kulinarisches Meisterwerk war, muss ich ja wohl nicht erläutern). Ansonsten hab ich aber viel gelernt, und durfte dann nach ein paar Schüssen aufs Übungsziel auch, endlich, aufs normale Ziel schießen. Und noch ein paar Schuss später hab ich dann auch mal getroffen. Alle Japaner sind natürlich sofort ausgerastet, das der Westler getroffen hat, und wollten dann gleich auch noch ein Bild mit mir und dem ersten Treffer machen. Naja, an sich ne ganz nette Idee, bloß soviel überschwängliche Freude hab ich echt nicht erwartet. Alles in allem mal ne seeeeehr andere Erfahrung, und echt ein Gibt-es-nur-in-Japan-Erlebnis. Hier noch ein paar Bilder (auf dem Gruppenbild sollte ich nicht so schwer zu finden sein).


Einschub

11:38, 15.04.2009 .. 0 Kommentare .. Link
Auch wenn ich (immer) noch nicht alle Geschehnisse der letzten Wochen aufgearbeitet habe, wollte ich hier nen kleinen aktuellen Einschub bringen:
Wie ja alle wissen, ist Japan u.a. sehr stark von der Weltwirtschaftskrise betroffen, was zu einem EInbruch der Exporte und einer sehr geringen Binnennachfrage geführt hat. Da viele jetzt eine Deflation und damit einen Verfall der Preise hier befürchten (wobei das mir gar nicht mal so missfallen würde), will man die Konjunktur ankurbeln. Und wie macht man das in Japan? Richtig, man schenkt einfach jedem Einwohner Geld, von Kind bis Senior inklusive aller Nicht-Japaner. Sinnvoll? Naja, in Dtl. würde man das Geld vielleicht aufs Konto legen? In Japan? Bei sagenhaften 0% Zinsen ist es eigentlich unnütz. Gibt man es dann aus? Bestimmt. Rettet das die Wirtschaft? Wir werden sehen.


Der größte Fischmarkt der Welt

18:58, 8.04.2009 .. 0 Kommentare .. Link
In Japan isst man Fisch. Unglaublich viel Fisch. Und da Tokyo nun mal der größte Ballungsraum der Welt ist, ist es nur logisch das sich hier auch der größte Fischmarkt der Welt befindet - Tsukiji. Wie das allerdings bei Märkten so üblich ist, beginnt das ganze Geschehen schon sehr früh am Morgen, sodass noch keine Züge von Kashiwa hinfahren. Glücklicherweise besitzt Ai - Japanerin mit deutschem Dr.-Ing. (RWTH) - ein Auto, sodass wir gemütlich um 4 Uhr morgens den Weg auf uns nehmen konnten. Und was einen da erwartete, lässt sich eigentlich am besten nur mit dem Vorhof zur Hölle umschreiben. Unglaublich hektisch, unglaublich laut, Hubwägen, Gabelstapler, Holzkarren und sonstige Vehikel, die einen ständig fast umfahren, und mit einem Höllentempo durch die Gassen schießen. Enge Gänge, durch die sich alle schieben. Alte, wenn nicht gar uralte Holzgebäude, die keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass man in Asien ist, und dann natürlich die seltsamsten Meereslebewesen. Echt ein Erlebnis, was man mal gemacht haben muss, aber auch eines, das man nicht unbedingt wiederholen muss. Ein  Vorteil: so frisches Sashimi wie dort, kriegt man sonst nirgends - echt lecker. Hier wieder ein paar Impressionen:


{ Vorherige Seite } { Seite 1 von 4 } { Nächste Seite }

Über mich

Home
Profil
Archiv
Freunde
Fotoalbum

Links

Sven's Blog
Shutterstock
Panthermedia

Kategorien


Letzte Einträge

Skifahren in Hakuba
Ohisashiburi....
Wieder da
Taifun - oder schon wieder so ne japanische Naturgewalt
On the road again

Freunde

carosa
DrFlash