Tony in Japan

Ohisashiburi....

01:34, 19.02.2010 .. 2 Kommentare .. Link

Ja, lang lang ist's her, aber ich war leider zu beschäftigt oder auf Reisen, um mal wieder Blog zu schreiben. Es gab zwar noch zahlreiche Erlebnisse zwischen den letzten Einträgen und diesem, aber hier der Bericht vom Ausflug letzte Woche. Bilder gibt's "nur" auf Facebook. Wer nicht dort ist, kann bei mir den Link erfragen. Viel Spaß also beim Lesen. (btw, ohisashiburi = lang ist's her)

Tag 1
Fahrt nach Himeji - endlich, zweimal hatte es schon nicht geklappt, und ab April wird sie renoviert, musste also jetzt noch sein. Nach kleineren Komplikationen bei der Abfahrt, Ankunft gegen Mittag mit Juho (Finnland) und Anthony (Frankreich). Wolkig. Besichtigung DER Burg Japans - echt schön. Niesel und später Regen trüben das Ganze etwas, aber trotzdem toll.
Danach in den nahen Garten - sehr schöne Anlage, nur regnet es inzwischen schon heftig. Mit dem Zug nach Osaka, wo es nach dem Abendessen noch auf die Aussichtsplatform geht. Bei Nacht ist der Ballungsraum Osaka-Kobe fast so beeindruckend wie Tokyo. Unterkunft eher bescheiden, dafür günstig.
Tag 2.
Osaka. Den Anfang bildete der Tsutenkaku-Aussichtsturm im Viertel Shinsekai - neue Welt.  Vorher noch die mit Abstand heruntergekommenste Kirche der Welt passiert. Vom Turm Blick auf Osaka bei Tag und den nahen Zoo. Am Aussichtspunkt ist Billiken, eine kleine Statue, die einen Wunsch erfüllt, wenn man ihm die Füße streichelt. Von dort weiter zum Shitennoji-Tempel, einem der ältesten Tempel des Landes und der Tempel mit dem ältesten noch erhaltenen Torii-Tor. Es ist zwar immer noch wolkig, aber zumindest regnet es nicht, so dass der Besichtigung inklusive Gartenbesuch nichts im Wege steht. Gleich danach ging es zum shintoistischen Pendant - dem Sumiyoshi Taisha Schrein -im Süden der Stadt. Das Original geht auf das 3. Jh zurück und ist damit noch im alten prekontinentalen Design. Dadurch wirkt alles noch japanischer und somit noch schöner. Als dann auch noch die Sonne sich zeigt und es ein blauer Himmel wird, wird das Ganze zu einem der schönsten Schreinbesuche in Japan bisher. Um das Wetter noch auszunutzen, geht die Fahrt gleich weiter zur Burg Osaka. Ok, man sagt, hat man Himeji gesehen, findet man die Burg Osaka vermutlich langweilig, aber die Burgarchitektur ist generell so toll, dass zumindest ich nicht genug davo bekommen kann. :-)
Der Weg zur Burg geht durch schon leicht blühende Ume-Bäume - kann die volle Blüte kaum erwarten. Kurz vor der Burg haben wir noch eine Spezialität Osakas probiert: Takoyaki - gebratene Tintenfischbällchen. Die gibt es zwar überall in Japan, aber in Osaka kann man sie ja trotzdem nochmal probieren. Fazit: mein Favorit werden sie definitiv nicht. Die Burg - immer noch bei strahlendem Sonnenschein - prangt vor uns, und das Gold an der Fassade glänzt extrem. Warum gab es das Wetter nicht in Himeji????
Nach Besichtigung ist dann auch schon Schluss mit der Sonne, der Abend nähert sich. Nach einem Streifzug durch Osakas Ausgehviertel Namba und der Hauptshoppingstraße Dotombori, einem Okonomiyaki (gebratenes Allerlei, ebenfalls Spezialität Osakas), einem Bummel durch Dendentown (die Antwort Osakas auf Akihabara) hieß es auch schon früh ins Bett zu kommen für den nächsten Tag.
Tag 3
Extrem früh aufstehen um einen frühen Zug nach Koyasan zu bekommen - dem Hauptziel der Reise. Koyasan ist ein Tempelberg, in dem es zahlreiche Tempel gibt in denen man auch übernachten kann. Bis ins späte 19. Jh war es Frauen verboten, den Berg zu besuchen, so dass diese an extra dafür gebauten Wartehallen verharren mussten. Dort beginnt unsere Reise. Nach kurzem Fußmarsch erreichen wir das Tokugawa-Mausoleum. Die kleine, aber feine Anlage beherbegt die Gräber der ersten beiden Shogune Japans. Der nächste Halt ist der Haupttempel von Koyasan - der Kongobuji. Gegründet vom Vater des Buddhaschule - Kukai - ist der Tempel mit Steingarten und wunderschönen Malereien ein würdiges Herz der Glaubensrichtung. Nach einem kleineren Schrein mit burmanesischen Einschlag und einem kleineren Tempel, der eine herzzereißende Familiengeschichte erzählt, geht es weiter zum Okunoin - einem extrem großen buddhistischen Friedhof. Hier liegt der Daishi (der große Lehrer und Begründer Kukai) in ewiger Meditation begraben, und wartet auf die Ankunft des nächsten Buddhas. Damit die Gläubigen möglichst nah an diesem Spektakel sind, wollen sie ebenfalls hier begraben werden. Dementsprechend liegen hier große Politiker und wichtige Personen aus Japans Vergangenheit begraben; wenn man sie nur kennen würde. Die Anlage ist echt riesig und etwas mystisch und wir brauchten fast 2 Stunden (mit Fotostopps und Kanjientziffern) für die einfache Strecke. Am Ende liegt das Innerste der Anlage - das Mausleum Kukais. Damit er nicht in der Meditation Hunger leidet, wird ihm täglich Essen gebracht.  Auf dem Rückweg stand dann noch mitten auf dem Friedhof eine silbene Trägerrakete - sehr bizarr.
Am späten Nachmittag ging es dann auch schon in unseren Tempel - es war ja eh schon fast dunkel. Angekommen wurde uns auch schon gleich das Gepäck geschnappt und die Priester haben uns mit mehr als der typischen japanischen Gastfreundschaft empfangen - extrem angenehm. Nach einem Tee, einem heißen Bad und einem vegetarischen Abendessen gingen wir nochmal kurz raus um die nachts beleuchtete Tempelanlage gegenüber zu besichtigen. Da es aber recht kalt war, war der Aufenthalt eher kurz und wir gingen sehr früh ins Bett - war ja auch nichts mehr los im Städtchen. Das erste Mal, dass ich im Futon ne Wärmflasche hatte.
Tag 4
Um 6:30 Morgenzeremonie im Tempel. Singsang mit instrumentaler Begleitung. Faszinierend, nur zeigte das Thermometer im Gebäude -2 Grad. Warm ist anders. In die Zeremonie wurden wir natürlich auch eingebunden, gut, dass noch ein jp. Päarchen dabei war, die es entsprechend vormachen konnten. Nach Frühstück hieß es dann auch schon auf zu den nächsten Touriattraktionen, solange noch Sonne da ist. Das große Haupttor im Westen fototechnisch festgehalten, und die wunderschöne Hügellandschaft von dort bestaunt, ging es zur großen Pagode und Haupthalle der Glaubensrichtung und deren zahlreiche Nebengebäude. Wahnsinn, wie umfangreich und detailverliebt Buddhismus ist. Vorletzter Stopp: die buddhistische Schule. Hier kann man an einer Zeremonie im komplett dunklen Raum teilnehmen, wird natürlich auch voll mit eingebunden. U.a. auch beim Singsang: Namu-Daishi-Henjou-Kongou. Wenn ich jetzt noch wüsste, was das heißt. Fazit hier: echt interessant, nur muss ich unbedingt mehr Japanisch können. Sowas von Fragezeichen während der Zeremonie. Nach einem Abstecher ins Museum mit zahlreichen Statuen und Gemälden, und der Einsicht, dass 2 Grad im Museum definitiv zu kalt ist, ging es auch schon wieder auf die Heimreise. Eine Kuriosität noch auf dem Weg: am Umsteigebhf. sammelte sich eine extrem große Herde jp. Männer am Ende eines Zuges, alle bewaffnet mit mind. 1 Kamera. Warum? Um ein Bild mit sich und der Schaffnerin und dem Zug im Hintergrund zu bekommen. Wobei es eigentlich nur um die Schaffnerin ging. Die spinnen, die Japaner. Zurück in Kashiwa begegnet mir am Bhf ein Teilnehmer einer Konferenz bei mir an der Uni. Woher er kommt? Aus Cranzahl!! (Für alle Nicht-Sachsen: das ist etwa 50 km von Chemnitz aus im Erzgebirge). Sachen gibt's.


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wahnsinn

23:28, 1.03.2010 .. Geschrieben von Turboheidi
waaah! ein neuer beitrag! hab mich schon gefragt, ob du noch in jp bist :P

jaaa

08:08, 2.03.2010 .. Geschrieben von Schoenherr
ja, ich weiß, es hat lang gedauert, aber ich hab wirklich nicht die Zeit und Muse gefunden zu schreiben. ich hoffe, ich kann in Zukunft wieder öfters was reinstellen.

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