Tony in Japan

Kyôto und Nara

13:06, 12.05.2009 .. 0 Kommentare .. Link
Hi, ich weiß ich bin mal wieder etwas spät dran, aber ich möchte euch natürlich auch Kyôto und Nara nicht vorenthalten.
Wie vielleicht der ein oder andere weiß, war Kyôto früher mal Hauptstadt von Japan. Das sieht man auch heut noch im Namen kyô 京 - Hauptstadt, to 都 - Regierungssitz. Erst mit Ende des Shogunats und dem Beginn der Öffnung Japans Ende des 19. Jh. wurde Edo (江戸 - das Tor zur Bucht) offiziell Haupt- und Kaiserstadt und musste daher auch in Tôkyô ( tô 東 - Osten, 京 wie oben) umbenannt werden. Bevor allerdings Kyôto Hauptstadt wurde, d.h. vor 794, war Nara offizielle Hauptstadt Japans (und hieß damals auch noch Heijô-kyô - Hauptstadt mit friedvoller Burg). Der Geschichte ist es zu verdanken, das in beiden Städten auch heute noch sehr viele Tempel, Schreine und alte Kaiseranlagen existieren, die dafür sorgen, das die Region die meisten Weltkulturerbestätten Japans enthält. Und das macht es für den Touristen etwas schwierig: es gibt einfach zu viel davon. Man kann ja gar nicht alles schaffen, und dann eine Auswahl zu treffen, wenn einem nichts bekannt ist, gestaltet sich schwierig. Da muss man sich auf ein gutes Buch oder eine gute Webseite verlassen können.
Zur Kirschblütenzeit sollen die beiden Städte besonders schön sein, und so war es ein sehr angenehmer Zufall, dass sich die Zeiten "Sven & Caros Studienarbeitsende", "billige Zugtickets" und "Kirschblüte"  überschnitten haben. Dem konnte ich natürlich auch nicht widerstehen.
Bevor ich jetzt anfange, jeden Tempel und Schrein aufzuzählen, den wir besucht haben, will ich eher ein paar allgemeine Worte verlieren und ein paar Bilder posten.
Kyôto ist sehr touristisch. I.A. sieht man mehr Ausländer als in Tôkyô, aber das kann auch einfach nur daran liegen, das alles viel konzentrierter ist. Und zur Kirschblütenzeit sind natürlich auch die Japaner in Hundertschaften unterwegs. Dadurch wirkt auch der noch so idyllischste Tempel sehr schnell zu baren Touri-attraktion abgestempelt. Ich weiß, ich weiß, ich mach ja auch einen Haufen Bilder, aber versuche nichtsdestotrotz auch Architektur und die Stille und Ruhe, für die Japan mal bekannt war, zu genießen. Das ist mir/uns aber nur in einem einzigen Tempel gelungen, dem Tôfuku-Tempel. Sehr schöne Anlage, sehr ruhig, wenige Leute, weitläufig. Echt ein Geheimtipp.
Kyôto ist auch heute noch sehr bekannt für seine Geishas, allerdings ist der Berufszweig seit Jahrzehnten im Abklingen, so dass es heute sehr selten ist, eine zu Gesicht zu bekommen (außer natürlich man hat das nötige Kleingeld). Ab und an kann man aber auch eine Japanerin finden, die sich, einfach mal so, als Geisha verkleidet (siehe Bild unten).
In Nara, das vergleichsweise sehr klein ist, gibt es auch zahlreiche Rehe, und die ganze Stadt ist viel mehr in die Natur eingebunden, so dass es einen riesigen Park gibt, in dem die meisten historischen Bauten untergebracht sind, u.a. auch das größte (!) Holzgebäude der Welt (siehe auch unten).
In 5 Tagen kann man da echt viel sehen, aber irgendwann gibt es eine Reizüberflutung, die dazu führt, dass man irgendwann mal sagt: "Ah, da ist ja noch ein Tempel. Hmm.. sieht genauso aus, wie der andere. Gehen wir lieber weiter."
Also denn, hier zunächst ein paar Bilder aus Kyôto:

Und hier noch welche aus Nara:

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