Tony in Japan

Nikkô

14:51, 8.04.2009 .. 1 Kommentare .. Link
Jaja, ich weiß, ich hab schon lange nichts mehr geschrieben. Tut mir leid, aber die letzten Wochen waren doch etwas hektisch, und da bin ich halt nicht zum schreiben zu kommen. Daher versuche ich in den nächsten Tage die Ereignisse etwas aufzuarbeiten.

Beginnen möchte ich mit einem Ausflug nach Nikkô. Wie, noch nie von Nikkô gehört? Naja, so bekannt ist es in Europa wahrlich nicht, aber es gibt etwas in Nikkô was jeder kennt. Neugierig? Dann weiterlesen!

Nikkô ist eine sehr alte Stadt mit vielen Tempeln, Schreinen, Mausoleen und Gärten und befindet sich etwas mehr als 100 km nördlich von Tôkyô und damit mitten in den Bergen. Dadurch wirkt die ganze Stadt natürlich noch etwas lebendiger, und man kann auch an den nahgelegenen See fahren, oder sich Wasserfälle anschauen. Also den Alltagsplattenbauten der japanischen Städte entkommen.
Natürlich drücken sich in Nikkô unglaublich viele Touristen herum. Und man muss eines konstaniert feststellen: die deutschen Touristen hat man echt nicht vermisst. Naja, muss man halt durch.

Da die Namen der Tempel einem eh nichts sagen, und man sie eh gleich wieder vergisst, lassen wir das, und lassen dafür Bilder sprechen:


So und jetzt kommt sicherlich die Frage: und was kenn ich nun davon? Geduld! Ich hab's ja nicht vergessen. An einem Tempel befindet sich eine Schnitzerei, deren Darstellung weltberühmt geworden ist. Komisch nur, das die Welt vergaß, wo sie herkommt. Hier also der Aha-Effekt:



Winter in Klein-Pösna

11:28, 27.02.2009 .. 1 Kommentare .. Link
Naja, da vielleicht auch, aber heute gibt es zum ersten Mal in diesem Winter Schnee in Kashiwa! Ich hab es ja schon nicht mehr für möglich gehalten, besonders bei den +20° von vor 2 Wochen. Aber liegenbleiben tut nichts. :-(


Finally: Winter

11:00, 18.02.2009 .. 4 Kommentare .. Link
Sapporo. Austragungsort der olympischen Winterspiele 1972. Nördlichste Millionenstadt Japans. Und Standort des jährlichen Schneefestivals. Und genau dies sollte das nächste Ziel für die Entdeckungsreise sein. Japanische Billigfluglinie (Skymark Airlines) und Hostel gebucht, ging die wilde Fahrt letzten Montag los. Nach dem Einchecken in Haneda (natürlich ohne jegliche Englischkenntnisse seitens des Personals) und Gepäckaufgeben gab es dann auch schon gleich die erste Action. Mein kleines Taschenmesser, manche mögen sich erinnern, dass es nicht mal geeignet ist, um ein T-Shirt zu durchschneiden, hatte ich am Schlüsselbund vergessen. Ist dann natürlich auch gleich bei der Sicherheit aufgefallen. Da dachte ich schon, ich müsste mich verabschieden. Aber nein. Wir sind ja in Japan. Da wird das einfach als Sondergepäckstück kostenlos noch mit aufgegeben. Kam dann halt in einen größeren Briefumschlag. Auch mal interessant. Der Flug war recht ereignislos. Einzig Bemerkenswertes: ich hatte Platz 1A. Keine Getränke, kein Essen, und eine unerträgliche Hitze im Flugzeug. Ob ich noch eine Decke brauche? NEIN! Ich fühl mich schon wie in der Sauna. Angekommen, und mit dem Zug noch ein Stück gefahren, waren wir dann endlich in Sapporo. Und zu meiner Freude konnte ich endlich auch mal Schnee sehen. Juhu. Und dann gleich noch so viel. Im Hostel alles verstaut, ging es dann auch gleich schonmal aufs Snow Festival. Viele Eisskulpturen, natürlich viele Sachen zu Essen und zu Trinken, u.a. auch ein Stand mit deutschen Würstchen, sonstiger Dekoration inkl. einem Münchener Maibaum, und natürlich Lautsprecher mit schrillen femininen Durchsagen. Das Ganze gepaart mit pfeifenden japanischen Polizisten um die Massen zu lenken, unglaublich schlecht spielenden Rockbands, einer Horde Kampfomas, und rutschigen, weil kaum gestreuten und nicht geräumten, Gehwegen ergab sich ein "vollkommenes Bild". Trotz allem ließen sich im Handygetümmel auch ein paar Fotos machen:
Tags drauf wollten wir auch noch etwas von der Natur Hokkaidos sehen. Hier gibt es tatsächlich noch welche, und ist nicht mit hässlichen Plattenbauten zugepflastert, und zu einem "Park" verändert wurden. Da Japan ja immer noch sehr vulkanisch aktiv ist (neulich Ascheregen über Tokyo), sind wir ins sogenannte Höllental gefahren. Dort gibt es noch Schwefelquellen und sonstige heiße Sachen. Und so stapften wir dann durch den Tiefschnee mit Schwefelgeruch in der Nase und konnten die Aussicht genießen. Dabei natürlich auch viele Fotos gemacht. Das man als Fotograf auch gefährlich lebt, hat Sven bewiesen. An einem vulkanischen See, wollte er etwas näher ran gehen, um einen schönes Bild zu machen. Und eh ich mich versehen habe, war auch schon sein Fuß samt zugehörigem Bein (also ein schwäbischer Fuß) im Modder verschwunden. Zum Glück nichts passiert, aber danach ähnelte seine Laufspur im Schnee eher an einen Zebrastreifen. Da die Quellen so heiß sind, gibt es natürlich sehr viele Onsen in Noboribetsu (so hieß das Dorf am Höllental), aber auch natürliche Flußläufe in die man seine Fuße halten kann. Das mussten wir natürlich gleich testen, und haben uns sowohl mitten im Winter in den Fluß gehockt. War schon irgendwie lustig. Und nachdem wir wieder im Ort waren, haben wir uns auch noch den Onsen im Grand Hotel geleistet. Richtig schöne Anlage mit Outdoor-Bereich im Schnee und kleinem Wasserfall. Empfehlenswert!
Tag 3 galt wieder der Erkundung Sapporos und des Snow Festivals. Den Start bildete der Besuch beim lokalen Fischmarkt, auch wenn mir der Appetit bei diesem Anblick doch recht schnell verging.
Anschließend ging es ab in einen anderen Stadtteil in dem auch ein bisschen was vom Festival stattfand. Neben Eisrutschen, Schneemobilgezogenwerden, und sonstige winterlichen Aktivitäten für die die Japaner in der Kälte und bei tierischem Wind auch schon mal ne Stunde anstehen, gab es auch noch eine Pseudoschneeballschlacht. Warum Pseudo? Die Japaner waren hinter Mäuerchen versteckt, und hatten Protektoren. Meine Güte! Natürlich war die Masse der Leute bei den Essensständen zu finden.
Anschließend ging es noch zur Skischanze, die für die o.g. Winterspiele benutzt wurde. Ein eher spärliches Gelände, etwas ab vom Schuss. Auf dem Wege hin gab es noch einen Schrein zu besichtigen. Das Olympiamuseum haben wir uns geschenkt, da teuer, klein und wenig Zeit, aber zumindest raufgefahren um die Aussicht zu genießen.

Am Abend sind wir dann noch am ehem. Regierungsgebäude der Präfektur Hokkaido vorbeigekommen, welches für japanische Verhältnisse doch richtig schön ist.
Am letzten Tag gab es noch etwas Sightseeing, u.a. das Gewächshaus des bot. Gartens der Uni, ein kleines Museum der Ainu-Gesellschaft (der Ureinwohner Japans) und die Shoppingstraßen Sapporos. Dort habe wir dann auch einen Buchladen gefunden, der doch tatsächlich auf sehr viele westliche Bücher 70% Rabatt gegeben hat. Dem konnte ich natürlich nicht widerstehen, und nach knapp einer Stunde gingen dann 7 Bücher über den Ladentisch. Das sollte erstmal wieder für eine Weile langen. Und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen, von Sapporo, von Hokkaido, und vom Schnee. Auch der Rückflug eher unspektakulär außer der Hitze im Flugzeug und der standardmäßigen japanischen Bruchlandung. Schee war's.


Zusammenfassung der letzten Wochenenden

20:21, 2.02.2009 .. 1 Kommentare .. Link
Im Zuge allgemeiner Lustlosigkeit, schlechten Wetters und Geldmangels gestalteten sich die letzten Wochenenden eher sehr museumslastig. So durfte sich das Naturkundemuseum, das Historische Edo-Museum und auch ein japanisches Schwertmuseum unserer Anwesenheit erfreuen. Wie halt Museen so sind. Da es  bald nach Sapporo zum Schneefestival geht, wird es dann auch wieder mehr zum erzählen geben.


Kamikazekampfomas

10:04, 19.01.2009 .. 0 Kommentare .. Link
Wer kennt das nicht: man steht am Gleis, die Bahn fährt ein, man erspäht einen Sitzplatz, der gerade frei wird, man ist Erster in der Schlange, und denkt sich: juhu, da muss ich nicht ne halbe Stunde stehen. Aber weit gefehlt, wir sind in Japan. Und d.h. es gibt mit Sicherheit eine kleine alte japanische Frau, schwerstbewaffnet mit Handtasche, die diesen Sitzplatz aus gut 100 m Entfernung auch schon gesichtet hat. Die Tür geht auf, und bevor auch nur irgendjemand sich bewegen konnte, sitzt die gute Dame auch schon, nachdem sie geschätzte 10 Leute mit ihrer Handtasche weggeschoben hat. Und die Omas sind so klein, die sieht man manchmal ja auch gar nicht. Das könnte man ja noch halbwegs ab, aber die sind dabei auch noch unglaublich unfreundlich. Und bei weitem kein Einzelfall. Noch schlimmer sind sie dann nur noch zu Rad. Ich fahre am Samstagabend bei Dunkelheit (also um 18:00) mit dem Fahrrad (und Dynamolicht) und sehe auf dem an der Stelle breiten Weg mir ein Licht entgegekommen, und denke mir nichts böses. Der Abstand ist soweit ok, also kein Problem. Oh nein. Vielleicht 2 m vor mir bewegt sich das Licht langsam auf mich zu, ich denk nur, was geht denn da jetzt ab? Bis ich dann endlich das Gesicht sehe, allerdings nicht von vorn, sondern im Profil, weil diese Kampfoma natürlich die Baustelle auf der anderen Straßenseite beobachten muss. Mit einem beherzten Brems-, Ausweich- und Brüllmanöver konnte ich einen schlimmeren Unfall vermeiden. Nichtsdestotrotz hat sie meine Hand mit dem Lenker noch erwischt. Wie ich danach feststellte: leichter Schaden am Handschuh und leichte Hautabschürfung. Sie hat es dagegen der Länge nach voll hingelegt. Hab natürlich gleich angehalten, und sie hat mir signalisiert das sie okay ist. Erst hinterher ist mir eines bewusst geworden: für jeden Scheiß entschuldigen sich die Japaner, aber wenn mich eine Kampfoma bedingt durch ihre Blödheit rammt und verletzt, dann nicht. Versteht das einer?


Tokyo, we've got a voice!

15:40, 17.01.2009 .. 2 Kommentare .. Link
Manchmal sind die Zufälle im Leben schon lustig. Noch im vergangenen Jahr hat meine Japanischlehrerin an der Uni eine Anfrage bekommen, ob es Deutsch-Muttersprachler gibt, die interessiert daran wären für ein Projekt ein paar Dinge vorzulesen. Naja, ein bisschen Geld verdienen kann ja nicht schaden und Kontakt wurde hergestellt. Nach einigen Problemen bei der Terminabsprache konnte ich mich endlich auf Mittwoch verständigen. Im Tonstudio in Kashiwa angekommmen, hat mich erstmal etwas der Schlag getroffen. Dunkel, dreckig, total verraucht (und nicht nur Zigarette), stickig, und tierisch warm. Also ne super Atmosphäre für die Stimme. Naja, jedenfalls ist der Typ kurz danach gekommen, und hat mir erstmal ein paar Zettel in die Hand gedrückt mit den ganzen Sachen drauf, die ich vorlesen soll. Es handelte sich um ein Projekt zur Stimmenerkennung für Navigationssysteme, d.h. die meisten Begriffe waren Ortsnamen (lustigerweise sehr viele im Stuttgarter Raum) und Dinge wie "Hilfe Zielführung" oder "Adressbuch öffnen". Naja, meine Stimme war nach ein paar Dutzend Begriffen echt total rau und am Ende, aber den Typen hat das irgendwie nicht gestört. Nach ner halben Stunde waren wir fertig, und ich wurde auch schon höflich aber bestimmt verabschiedet. Naja, super war's nicht, dafür der mit Abstand beste Stundenlohn, den ich je hatte.
Jetzt mag der ein oder andere denken, wo ist denn da der Zufall? Geduld!
Am darauffolgenden Tag fragte mich Taki ausm Lab, ob ich denn am Nachmittag Zeit hätte. Seine Freundin (an der Tokyo University of the Arts) müsste nämlich für ein Projekt einen Werbespot machen, in dem auch ein Satz in Englisch vorkommt, und den sollte am besten ein Nicht-Japaner vorlesen. Also hieß es auf ins Tonstudio nach Roppongi (btw, gleich neben der russischen Botschaft). Und dort bietete sich eine ganz andere Atmosphäre. Hell, frische Luft, moderne Einrichtung, sauber. Also eine richtig gute Umgebung zum arbeiten. Leider dauerte alles etwas länger als gedacht, da es zu  Verzögerungen gekommen ist, aber es gibt ja überall das ein oder andere Café in der Nähe. ;-)
Als es dann endlich soweit war, musste ich den Satz "Are you OYABAcameraman?" nur etwa 20mal vorlesen, und dann hat es ihr gefallen. Ganz schön schwierig sag ich euch die Intonation so zu treffen, dass es verwertbar ist. Aber auch lustig, mal sowas zu sehen. Natürlich wurde dann alles aufm Mac geschnitten, wie auch anders. :-)
Der Werbespot ist dann in einem landesweiten Wettbewerb, und wird bei Sieg dann auch im japanischen Fernsehen gezeigt. Also vielleicht bin ich dann auch mal im Fernsehen zu hören. Hihi.
Sobald ich ne Version des Spots habe, versuch ich euch den zukommen zu lassen. Mal sehen, ob's klappt. Bis dahin: Geduld!
Wenn es dann also nach dem Studium nichts wird, kann ich ja dann in Japan Karriere als Synchronsprecher o.ä. machen. ;-)


Urlaub auf Okinawa

14:58, 16.01.2009 .. 3 Kommentare .. Link
Nach anstrengen 3 Monaten in Japan war es mal Zeit Urlaub zu machen. ;-)
Und da wir die Weihnachts- und Neujahrstage keine Uni hatten, war das auch die ideale Zeit dafür. Wo macht man denn in Japan Urlaub? Und das im Januar? Ist doch überall kalt? Nein, ein von unbeugsamen Bewohnern besiedelte Insel hält der eindringende Kälte stand! Wo das ist? Okinawa natürlich! Wie, von Okinawa noch nichts gehört? Das Hawaii von Japan? Na dann wird es Zeit das jetzt zu ändern.

Okinawa ist die größte Insel in der gleichnamigen Präfektur ganz ganz im Süden von Japan. Die umgebenden Inseln reichen bis kurz vor Taiwan. Berühmt für sein überaus gesundes Essen (die Bewohner leben weltweit am längsten), subtropische Dschungel, ein artenreiches Meer und Sandstrände ist es das Inselparadies für Japan. Und auch im Januar sind noch Temperaturen um die 20°C. Mehr zur Insel hier.

Nach einem 2stündigen Flug von Tokyo zur Inselhauptstadt Naha sind wir am Montagmorgen angekommen. Weitere 3 Busstunden später, sind wir bei unserem Hotel angekommen. Da der Süden recht stark besiedelt und damit japanisch verplattenbaut wurde, haben wir uns für einen Aufenthalt auf der Motobu-Halbinsel im Norden von Okinawa entschieden. Dort ist viel mehr Natur, und auch eine große Touristenattraktion (kommt dann weiter unten).

Das Hotel mit 5 min zum Strand und Zimmerblick aufs Meer supertoll gelegen. Zimmer riesig, und sehr nett eingerichtet. Mit Frühstücksbuffet und Freikarten fürs Onsen auch ein Superservice für einen sehr humanen Preis. Am ersten Tag haben wir dann auch nicht viel mehr unternommen als uns die nähere Umgebung anzuschauen inklusive Strand, ein Seekuhaquarium, ein Schildkrötenaquarium, den Onsen natürlich und, für den Japaner besonders wichtig, ein Restaurant.

Der nächste Tag sollte wettertechnisch der beste werden. Daher sind wir mit der Fähre nach Ie-shima gefahren, eine kleine vorgelagerte Insel, die laut Beschreibung einige wunderschöne Strände besitzt. Und tatsächlich bei 21° und Sonnenschein konnten wir uns unglaublich gut an den Stränden erholen. Im Wasser war ich natürlich auch mal. Obwohl noch etwas kalt, ließ es sich gut ertragen. Nur die etwas starke Strömung und die gesichteten Seeigel hielten mich davon ab, noch weiter reinzugehen. Einziges größeres Manko: die Strände waren doch etwas dreckig. Neben Schuhen, Glühbirnen, Plastikflaschen, Ölfass, und sonstigen Gegenständen fanden wir auch einen verendeten Kugelfisch. Okay, es war Nebensaison, aber das sticht halt trotzdem ins Auge. Nach der Rückfahrt (auf einem sehr schnellen Fährschiff) sind wir noch über eine 800 m lange Brücke nach Sesoko-jima, eine andere Insel, gelaufen und haben dort den Sonnenuntergang beobachtet. Randbemerkung: ich habe noch nie an einem Strand außerhalb Japans einen Ochsen gesehen, der von seinem Besitzer im Meer gewaschen wurde.

Tag 3. Wir wollten eigentlich in einem Mangrovenwald Kanu fahren gehen, nur leider hatte die Agentur in der Zeit zu, sodass wir ausweichend auf eine andere Kanuagentur ausgewichen sind. Mit den Kanus selbst gab es keine Probleme, nur mit dem Ziel. Es gab halt einen abgesteckten Bereich an der Küste, der befahrbar war, aber da gab es weder viel zu sehen, noch anspruchsvolle Strecken. Schade, aber naja, was will man machen. Gleich in der Nähe des Hotels befindet sich auch noch ein Schmetterlingshaus. Das Wetter hatte uns etwas im Stich gelassen, so dass es zwar noch warm, aber halt wolkig war. Aber für Schmetterlinge ging es trotzdem gut. Unglaublich viele Schmettis trafen wir an, die sich auch mal auf Kleidung und Rucksäcke bereitwillig niederließen. Das Ganze war natürlich in eine Anlage eingebettet mit inseltypischer Flora. Sehr schön. Aber auch hier wieder etwas komplett gegen das deutsche Gemüt: Musik. Okay, wenn es leise Musik ist, die im Hintergrund was sanftes dudelt, gibt es ja nicht arg viel einzuwenden. Aber diese Musik war omnipräsent, laut und mit Salsamusik auch alles andere als sanft. Dazu gibt es nur zu sagen: AAAAAAAAAAHHHHHHH!
Anschließend haben wir noch eine Delfinshow beobachtet (die ehrlich gesagt weniger toll war), und noch etwas die Küsten- und Strandlinie abgelaufen. Weit weg von jeglicher Musik (auch wenn die Hauptstrände natürlich auch mit Lautsprechern ausgestattet sind). Schwelg.

Für den 4ten Tag hatten wir uns die Hauptattraktion der Halbinsel aufgespart. Auf Okinawa befindet sich das Aquarium mit der weltweiten größten Beckenglasscheibe und einem dementsprechend riesigen Becken voll mit Walhaien, Rochen und sonstigen Meeresbewohnern. Einfach unglaublich und sehr beeindruckend. Auch die Nebenbecken haben uns sehr beeindruckt. Ich kann mich nicht erinnern wieviele Stunden wir drin waren, aber es waren einige. Anschließend sind wir noch in ein Tropenhaus mit sehr vielen Orchideen und subtropischen Gewächse.

Da wir am letzten Tag erst sehr spät geflogen sind, hatten wir uns vorgenommen noch etwas die Inselhauptstadt zu erkunden. Ausgecheckt und mit dem Taxi zurückgefahren (etwa gleicher Preis wie Busfahrt, nur eine Stunde schneller), hatten wir einige Zeit. Okinawa hat neben den Natur- auch historische
Aspekte. Der ein oder andere mag sich an die amerikanische Invasion während des 2. Weltkriegs erinnern, die auch heute noch dazu führt, das riesige Militärbasen auf der Insel zu finden sind. Weit davor aber hatten die Japaner selbst die Insel eingenommen. Denn hier gab es mal ein großes Königreich - das Ryukyukönigreich. Und der alte Sitz des Königs steht in einem Stadtteil von Naha inklusive Thronsaal und Burgmauer. Leider war das auch schon so ziemlich alles was in Naha sehenswert ist, die Architektur der Stadt jedenfalls lädt nicht zum bleiben ein. Der Rückflug war mit einigen Turbulenzen doch etwas unruhig, und die Landung alles andere als weich (für alle LRTler: die 4 Lichter links der Landebahn waren alle auf rot, und das Flugzeug sackte mehr als einmal stark ab). Aber die Japaner scheint das nicht zu stören. Keine Anschnallzeichen, weiterhin Bordservice, und nach der harten Landung schlief noch mindestens ein Passagier. Verstehe das einer.

So, nach dem vielen Text habt ihr euch endlich auch einige Bilder verdient:



Rutschen auf Japanisch

10:06, 13.01.2009 .. 1 Kommentare .. Link
So, bin aus dem Urlaub wieder da, und noch einige Berichte schuldig. Los geht's mit einer lustigen Silvesternacht.

Wie feiert man Neujahr in Japan? Nein, nicht wie Chinesen irgendwann im Februar. Genau, am 31.12./1.1. Soweit also schon mal gleich. Schön im Schnee? Naja, kühl war es, aber Schnee weit gefehlt. Etwa 6°. Mit nem schönen Blick auf die Stadt um das Feuerwerk zu sehen? Nein, denn es gibt überhaupt kein Feuerwerk.  Ja, richtig gelesen, KEIN Feuerwerk. Und das obwohl die Erfindung des selbigen nicht so weit entfernt gemacht wurde. Was macht man also dann? Man geht in den Tempel/Schrein. Gesagt getan, sind wir zum Zôjôji-Tempel  (einem der größten der Stadt) in die Nähe des Tôkyô-Tower gegangen. Dort waren dann einige Stände mit Essen aufgebaut (schwabbelige Würstchen am Spießchen, Oktopustentakel im Käsebällchen, Teigbällchen mit Hackfleischfüllung, also alles was das japanische Herz begehrt), und auch einige Stände mit allerlei religiösem Zeug (kleine Figuren, Schildchen mit Wünschen, Pfeile mit Glöckchen, ...). Der Tempel war geöffnet, und es fanden einige Zeremonien mit Priestern, Singsang, Trommel und Oberpriester statt. Also so ne Art "Silvestermesse". Etwa 45 Minuten vor Mitternacht versammelte sich eine wahre Menschenmasse vor dem Tempel, in der wir dann auch gefangen waren. Unglaublich viele Japaner hatten Luftballons mit angebundenen Neujahrswünschen. Um Mitternacht wurde das Neujahr eingezählt, und der Tôkyô-Tower erstrahlte in einem anderen Farbmuster. Schlag Mitternacht wurden dann auch die ganzen Luftballons losgelassen, und die gesammelte Menschenmenge von schätzungsweise 50000-80000 Mann schob sich in Richtung des Tempels um das Neujahrsgebet durchzuführen. Da wurden wir dann auch hereingeschoben. Man hatte auch gar keine andere Wahl mehr. Das Neujahrsgebet wurde dann wieder von den Priestern (oder wie auch immer das im Buddhismus heißt) begleitet. Nach einem kleinen Kampf mit den Massen konnten wir uns dann befreien, und waren etwas froh, als wir dann wieder in der warmen Bahn nach Hause waren. Das da nichts passiert ist, kann man sich im Nachhinein eigentlich gar nicht vorstellen. Hier noch ein paar Eindrücke der Nacht.



Frohes Neues

22:21, 2.01.2009 .. 0 Kommentare .. Link
Ich wünsche allen ein frohes neues Jahr, und das alle Wünsche für dieses in Erfüllung gehen.

Ich werd demnächst noch einige Artikel hier hinzufügen, allerdings erst nach der Woche Urlaub auf Okinawa. Man liest/spricht sich.


Kashiwa - neuer Versuch

15:44, 2.01.2009 .. 1 Kommentare .. Link
Nach den Anstrengungen und Ausgaben der Woche hatten wir uns für Sonntag nichts vorgenommen. Ich wollte allerdings mal die Kamera noch etwas ausprobieren. Da sich in Kashiwa ein großer See befindet, und ich gelesen hatte, dass man von einem Ende einen guten Blick auf den See haben kann, wollte ich das mal ausprobieren. Kamera gepackt, und auf Fahrrad geschwungen, dauerte es nicht lang, und ich stand auf der Aussichtsplattform. Leider hatten die Japaner mal wieder übertrieben, und man konnte nur etwa 1/6tel des Sees sehen.


Naja, die Enttäuschung war nicht sonderlich groß, da ich ja eigentlich gekommen war, um die Kamera noch etwas zu testen. Bin dann noch etwas rumgefahren, aber nichts mehr sonderlich spannendes gefunden. Einzig ein Abdruck im Weg hat mich etwas stutzig machen lassen.


Enoshima - ein erster Eindruck der Inselwelt Japans

15:37, 2.01.2009 .. 0 Kommentare .. Link
Nicht weit von Kamakura (siehe früheren Eintrag) befindet sich ein Insel namens Enoshima, die über eine Brücke zum Festland verbunden ist. Mit neuer Kamera und frischem Mut nach der längeren Wandertour, stürmten wir die Insel und ließen uns von der Natur und dem Sonnenuntergang mit Blick auf den Fuji beeindrucken. Sehr schön und empfehlenswert, nur im Sommer soll wohl dort die Hölle los sein. Aber die 15° waren den Japanern schon zu kalt. :-)



Weihnachten in Japan aka ABUNAI!!!

15:21, 2.01.2009 .. 0 Kommentare .. Link
Japan ist ja bekanntermaßen nicht gerade das christlichste Land. Nichtsdestotrotz hat man die Weihnachtstradition hier übernommen, und etwas verjapanisiert, d.h. Licht, Musik und Megaphone geschickt eingesetzt. Total romantisch. *würg*

Naja, wir haben dann halt Weihnachten im Kleinen gemacht. Nach Essen im Yakiniku-Restaurant (Fleischgrillen am Tisch) gab's die Bescherung dann bei Sven. Hab ein Whiskeyglas bekommen (hatte vor einigen Wochen mal ne Flasche Jameson zu räsonablem Preis gefunden) und ein Buch über Ausländer, die zu lange in Japan gewesen sind. Sehr passend und sehr lustig!

Die Weihnachtsfeiertage sind hier nicht frei, aber die Uni hat Pause, so dass wir trotzdem unser Erkundungsprogramm fortsetzen konnten. Da wir uns für ne Kaiserpalastführung angemeldet hatten sind wir wieder in die Stadt gefahren, nicht ohne vorher einen kleinen Abstecher in Ginza zum Fotogeschäft unseres Vertrauens zu machen. Bei der recht günstigen, gebrauchten Canon 40D auf die es auch noch 5% Studentenrabatt gab, konnte ich dann doch nicht Nein sagen, und so ging es mit neuer Kamera gleich auf Bilderjagd. Zum Glück hat Sven mehrere Objektive, so dass ich da erstmal eines ausleihen kann. Ein eigenes gibt es dann erst, wenn ich wieder etwas flüssiger bin (es sei denn, jemand hat grad zuviel Geld ;-) ).

Die Kaiserpalastführung war eher suboptimal. Richtig viel gesehen hat man nicht, und das Ganze war auf Japanisch (natürlich mit Riesenmegaphon), allerdings hatte man nen englischen Audioguide. Die ganze Zeit hörte man aber ein Wort: ABUNAI. Soviel wie "Gefährlich" oder "Achtung". Allerdings wurde das auch geschrien, wenn in 50 m Entfernung ein Moped mit 10 km/h entlang tuckelte. Einfach nur bekloppt. Die Palastgebäude sind auch nicht alle hübsch. Nur die Wachtürme haben einen architektonischen Reiz, und mit der neuen Kamera kann man da natürlich auch gern Bilder machen. ;-)



Frohe Weihnachten

23:29, 22.12.2008 .. 1 Kommentare .. Link
Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest und besinnliche Feiertage.

Die Tücken der japanischen Berge

14:43, 22.12.2008 .. 1 Kommentare .. Link
Was für ein Dezemberwetter! Mit angesagten 16° für Samstag bei strahlend blauem Himmel wollten wir uns die Chance nicht entgehen lassen, mal etwas von der Natur Japans zu sehen. Wir hatten vor einigen Wochen den Tipp erhalten den Mitakesan aufzusuchen. Nach einer 3stündigen Zugfahrt mit 5mal umsteigen, einer kurzen Busfahrt und einer Seilbahn waren wir dann auch erfolgreich am Startpunkt unser Wanderung angekommen. Laut Reiseführern eine 3-5-stündige Angelegenheit. Nach einer kurzen Visite beim ansässigen Schrein sind wir dann auch schon gleich weiter. Nach 2 Wasserfällen, sehr viel Wald und einer Aussichtsplattform erreichten wir den Gipfel des Ôtakesan dann nach 4,5 h. Ein Blick auf die Karte zeigte uns aber deutlich auf, dass es noch ein paar Kilometer bis zum Zielbahnhof sein sollten. Und die Sonne stand nicht mehr so hoch am Himmel. Also haben wir die Beine in die Hand genommen, und versucht den "einfachen-mittelschweren" (Zit.: Wanderführer) Weg so schnell wie möglich zu beschreiten. Nach einigen Klettereinlagen, mehreren Beinahstürzen und sehr engen und stark abschüssigen Wegen, sind wir uns sehr einig gewesen, dass wir keinen schweren Wanderweg erleben möchten. Als dann die Sonne so weit hinter dem Fuji verschwunden war, dass wir schon nichts mehr auf dem Weg (oder den Weg selbst) erkennen konnten, und wir mit iPod-Beleuchtung und Kameradisplay uns helfen mussten, wurde uns schon etwas mulmig. Nach 7:50 h erreichten wir schließlich sehr glücklich den Bahnhof, um wieder nach Hause zu gelangen. Wer immer auch diesen Wanderführer geschrieben, gehört bestraft.   Nichtsdestotrotz gibt's wieder ein paar Bilder. Diesmal aufgenommen mit der Spiegelreflex von Sven, da er ne neue hat, und ich mal eine im Feldeinsatz ausprobieren wollte.



Eine etwas andere Weihnachtsfeier

13:19, 18.12.2008 .. 0 Kommentare .. Link
"Leise rieselt der Schnee"... nur leider nicht in Tokyo. Auch wenn es nicht gar so verkehrt ist, dass hier noch keine Minusgrade herrschen (ich verweise nochmal auf die fehlende thermische Isolierung der Häuser), so kommt doch nicht gerade Weihnachtsstimmung auf. Das wird auch nicht durch die kläglichen japanischen Versuche verbessert, mich mit Lichterketten in vorher unbekannten Farben zu blenden noch mich mit Weihnachtsliedern in den Wahnsinn zu treiben. Einzig und allein der Blick auf den Kalender und die dichtgedrängten Menschenmassen in den Einkaufsstraßen lassen erahnen, dass Weihnachten naht. So gab es, wie ja auch in Deutschland gang und gebe, vom Labor aus eine Weihnachtsfeier. Offiziell hieß sie allerdings Wir-vergessen-das-Jahr-Feier. Das das Ziel der Feier dann nicht auf Unterhaltung und gemütliches Beisammensein sondern nur auf Alkohol ausgerichtet ist, erklärt sich dann ja fast von selbst. Es fing eigentlich ganz nett an, wir sind zu einem Restaurant gelaufen, haben uns Plätze gesucht und einige Gespräche setzten ein. Als dann der erste Japaner schon sein Bier exte, hatten sich unsere Erwartungen erfüllt: so ein Gebechere hab ich schon lang nicht mehr gesehen. Als erstes hat es dann den Chinesen dahingerafft.

Nach Essen und Trinken sind dann einige weg, und der Rest ist noch in ein zweites Restaurant. Hauptsächlich wollten die Japaner und der Koreaner weiterbechern, ich hab mich dann an der Stelle schon lange zurückgehalten, da ich eigentlich noch nach Hause LAUFEN wollte. Und wenn Asiaten einmal voll sind, dann sind die Hemmungen die eigentlich ihr ganzes Alltagsleben bestimmen auf einmal wie weggeblasen. Und dann kommt sowas dabei raus (v.l.: Korea, Japan, Japan):



It's time to raise the curtain...

17:03, 15.12.2008 .. 0 Kommentare .. Link
Was es nicht so alles gibt. Am Samstag hatte das ILO (International Liaison Office) mal wieder zu einer Veranstaltung geladen. Diesmal ging es ins Nationaltheater in der Nähe des Kaiserpalastes. Und dort sollten wir ein traditionelles Schauspiel mit Puppen (Bunraku) zu Gesicht bekommen. Dabei werden die Puppen von bis zu 3 Mann bewegt um Arme, Gestik und Mimik darzustellen. Die Geschichte wird lautstark von einem oder mehreren Erzählern vorgetragen, die die unterschiedlichen Charaktere und Gefühle ausdrücken. Das kann dann bei der Darstellung eines Kindes oder einer Frau auch zu sehr unmännlichen Tonhöhen führen. Begleitet wird das Ganze noch auf der Shamisen, der jap. 3-saitigen Gitarre. An sich sehr lustig, mal in live zu erleben. Wenn man sich an das schnarrende Geräusch mal gewöhnt hat, ist die Musik eigentlich sehr angenehm zu hören. Von der Art zu spielen scheint es nicht viel anders als ne Gitarre oder Bass zu sein, nur das Plektrum (Bachi) ist um einiges größer. Alles in allem etwas lang, vor allem, wenn man den Text (in Alt-Japanisch) wahrlich nicht versteht, aber ganz nett, das auch mal gesehen zu haben. Da Fotos nicht erlaubt waren, gibt's nur einen Link. Ansonsten gab's nichts mehr großartiges am Wochenende, da das Wetter nicht so der Brüller war. Aber ich hab nen Pocket-Übersetzer gesehen, den ich mir wohl demnächst mal holen werde. Schon praktisch diese Dinger.


Obey the rules ! ... oder so ähnlich

17:14, 12.12.2008 .. 0 Kommentare .. Link
Japan ist ja dafür bekannt, dass es sehr viele Regeln für alles gibt. Wie man richtig Tee macht und trinkt, wie man sich im Onsen verhält, und welche Verbeugung für welchen Zweck gedacht ist. Und die Japaner erwarten natürlich auch das man sich als Ausländer daran hält, und machen einen auch gern sehr unterschwellig (also mit Megaphon) darauf aufmerksam. Hier ein kleiner Beweis, dass auch die Japaner nicht unbedingt immer ihre eigenen Regeln respektieren:


Kurzzusammenfassung Wochenende

15:53, 12.12.2008 .. 0 Kommentare .. Link
Letztes Wochenende wollte Sven unbedingt nach Asaskusa fahren, um sich japanische Messer zu kaufen. So berühmt wie sie in Deutschland sind, sind sie lustigerweise in Japan nicht. Hier kauft man eher ein deutsches Messer. Weird! Auch wenn die Messer schon toll sind, gibt es die Portokasse grad nicht her. Vielleicht ja in nicht so ferner Zukunft. Nach dem Besuch in diversen Küchenläden (wo ich auch noch ein paar Teller und ausgefallene Espressotassen bekommen habe), sind wir ins Tokyoter Nationalmuseum mit Exponaten über japanische und sonstig-asiatische Kultur. Vieles sehr interessant, nur irgendwann einfach zuviel. Sonntag waren wir dann im Yoyogi-Park in Harajuku und haben uns sehr viele seltsame JapanerInnnen angeschaut. Die meiste Aufmerksamkeit konnte eine Gruppe von Elvis-Imitatoren erregen, allerdings eher lausige Show. Keiner hat die Gitarre real gespielt, und das Tanzen erinnerte eher an Gehampel.


Habemus Bett

15:49, 12.12.2008 .. 1 Kommentare .. Link
Letzten Freitag kam das Bett, und nach dem Zusammenbau konnte ich mal wieder richtig schön schlafen. Eine Wohltat für Rücken und Gelenke. Seit ich darauf schlafe, hab ich keine Knieschmerzen mehr. Bl**** Futons. Und aufstehen möcht ich eigentlich auch nicht mehr. Ist zwar nicht gerade förderlich für die Motivation zur Uni zu fahren, aber dafür bin ich nicht in 3 Monaten an den Rollstuhl gefesselt.

PS: An alle Lateiner: was heißt "Bett" auf Latein?


Japanische Handwerkskunst

13:24, 5.12.2008 .. 0 Kommentare .. Link
Neulich habe ich in meinem Fensterrahmen einige Löcher entdeckt. Kein Wunder, dass ich immer das Gefühl hatte es zieht in meiner Wohnung, obwohl ich gar kein Fenster aufhab. Jedenfalls wurde es mir gestern zu viel und ich hab Toshi (meinen japanischen Paten) gefragt, ob er jemand bestellen kann. Nach einem kurzen Gespräch am Telefon (Hai! Hai! Hai! ...), war alles organisiert. Angekommen hat sich der Werker erstmal alles angeschaut, und danach mit der DigiCam festgehalten. Dabei hat er auch noch ein Schild mit allen Erklärungen ins Bild reingehalten. Aber er hat ohne groß zu murren gleich angefangen, und fabrizierte ne Menge Lärm. Nach ner halben Stunde Arbeit mit Hammer, Meißel und Flex, während ich mich schon längst fragte, warum er eigentlich nur Sachen abträgt, und nichts aufbringt, rief er seinen Chef noch dazu, und dann begann das Ganze erst richtig lustig zu werden. Chefchen hatte natürlich von allem ne Ahnung,wusste aber auch nicht, wie man das Loch im oberen Rahmenteil reparieren könnte (Dichtmasse oder Kit hab ich beim Werkzeug vergeblich gesucht). Nachdem sie dann schließlich die Fenster so weit bearbeitet hatten, dass 2 der 3 Löcher kleiner, aber nicht ganz verschwunden, waren, hat mir Chefchen ihre Resultate mit Stolz gezeigt. Das das 3te und größte Loch aber immer noch da war, hat ihn nur sekundär interessiert. Ich glaub, ich geh dann mal in den Baumarkt. Die ganze Aktion war mit 1,5 h absolut hinrissig, und ich werde mich in Zukunft hüten, Handwerker zu rufen. Selbst ist der Mann.

Während der "Reparatur" kam dann auch noch meine Bettlieferung von IKEA, d.h. bald kann ich mal wieder gescheit schlafen. Juhu. Jetzt nur noch aufbauen.


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