give me something to believe in...

Musikalische Streifzüge...

15:01, Sunday 9 March 2008 0 Kommentare Link

Das war’s schon fast wieder mit dem Wochenende. Obwohl ich eigentlich heute noch zu einem Freund in die Gartenhütte will (ein paar Bier trinken und Musik machen), nervt es doch irgendwie immer wieder, dass die Wochenenden so kurz sind.  
Viel mehr als eine Stereoanlage aufbauen, Musik zu sortieren, Fingerübungen an der Klampfe hinter mich zu bringen und jetzt vor dem Laptop zu sitzen um ein Lied zu komponieren war eigentlich nicht drin.
Okay, wir haben uns letzte Nacht noch zwei Filme angesehen. Dafür war die Nacht umso kürzer. Und ich habe eine Pflanze umgetopft, die unter ein paar dummen Umständen sehr gelitten hat. Wenn man schon etwas aus der Hand gibt sollte man darauf achten, dass es in die richtigen Hänge gelangt. Aber – darüber rege ich mich nicht auf. Manche sind einfach zu blöd, um irgendwas sachgemäß zu behandeln. Als ich klein war, war ich auch nicht anders. Nur: ich bin gewachsen… 

Musikalisch habe ich das Wochenende mit Bands wie „Morian“ (klasse!) und „Tiger Army“ (noch besser!) verbracht und war (und bin immer noch) froh, dass man immer noch ein paar „Schätzchen“ im Regal stehen hat, die man noch nicht durchgehört hat und die einen angenehm überraschen. Wie beispielsweise die Band „Unjust“ mit ihrem Album: „Glow“.
Normalerweise höre ich mir Alben immer komplett an, auch wenn es teilweise schwer fällt. Je nach Muße kann es durchaus sein, dass das Reinhören zu anstrengend ist. So ging es mir Anfangs mit dem Album „Zeitgeist“ von den Smashing Pumpkins.
Zugegeben, ich bin bei dieser Scheibe immer noch nicht drin. Dafür bedeuten mir die alten Alben zuviel und mit seinem Projekt „Zwan“ hat mich Billy Corgan nicht sonderlich überzeugt.  

Zurück zu „Unjust“…
Wenn ich mich recht erinnere war es bei diesem Album so, dass ich es mir vor ein paar Monaten zugelegt hatte und den Opener so wie den folgenden Song absolut klasse fand. Allerdings hatte ich keine Lust mich selbst zu enttäuschen und dem ein paar schlechte Songs folgen zu lassen. Wahrscheinlich war es ein schlechter Tag.
Also habe ich mir beim Aufräumen damals immer nur die ersten zwei Tracks angehört: „Paper Planets“ und „Throwin’ Pennies“. Und jetzt bin ich froh, dass ich das Album seit ein paar Tagen immer wieder durch höre. Wer auf Bands wie „Adema“, „Deftones“, „LAW“ und „Ignite“ oder „Thumb“ steht sollte sich diese Scheibe unbedingt anhören = Geheimtipp.

Im gleichen Atemzug versuche ich meiner Freundin Platten wie „The sun and the moon“ von „The Bravery“ näher zu bringen. Wobei ich mir selbst noch nicht sicher bin, ob ich die Scheibe nach dem fünften Durchgang immer noch klasse finde oder sie eher als mittelmäßigen Rockpop abstempeln werde. Prinzipiell gefällt mir die 2006 erschienene „Sam’s Town“ von „The Killers“ besser, weil interessanter und abwechslungsreicher. Trotzdem: auch wenn beide Scheiben irgendwo in meinen Kategorien zwischen Britpop, -Rock, Gitarrenrock und Produzentenbesserwisserei und Verwertung von altbekanntem rumtingeln, haben beide Scheiben einen eigenen Charme. Lange werden sie bei mir allerdings nicht gespielt.
Ich gehe trotz der Überzeugungsversuche eh wieder zurück in meine alten Gefilde. So hätte ich dann noch „Burn The Maps“ von „The Frames“ im Angebot, das immer wieder für Fingerklopfen auf den Beinen und der Frage „was’n dat?“ sorgt, sobald der Track „Finally“ einsetzt.  

Es gibt so viele geile Sachen im Internet, in den Plattenläden, auf Flohmärkten und in den Regalen anderer Musikfetischisten. Warum wird nur dauernd überall für verdummende Scheißmusik geworben?
Wie wär’s mal mit `nem Jamba Klingelton von „Disturbed“ – „Down with the sickness“. ;-) 

Vielleicht bin ich auch einfach nur zu tief in den musikalischen Verwirrungen versponnen und nehme es zu persönlich, wenn mir jemand mit anderen Worten erklärt, dass er mit dem Strom mitschwimmt den andere vorgeben, um aus Bequemlichkeit, Desinteresse und aus Angst vor der allgemein sozialen Nichtanerkennung auf eigene Schwimmbewegungen zu verzichten.
Na ja, jedem das Seine. Mir sind jedenfalls Die lieber, die in gute Bars gehen um Jazz zu hören, die sich auf Partys treffen, auf denen Rock oder Metal oder anderes in der Richtung gespielt wird, oder die sich irgendwo auf einer Wiese zum Musikmachen, Grillen und Biertrinken treffen als die, sie sich in einer Zappelbude mit einem wirklich unheimlich bösen Wodka-Red Bull zu Musik aus den Charts zum Affen machen und deren einziges Ziel es ist, irgendeine Hupfdole in die Kiste zu kriegen, um mal wieder einen Strich in der ureigenen Liste der flachgelegten geistig Umnachteten zu machen.

Klingt intolerant, ich weiß. Wie gesagt, ich wäre kein guter Kritiker, weil meine Sichtweise zu subjektiv ist. Trotzdem bewahre ich mir die Toleranz auf. Wem es eben Spaß macht, der soll es tun. Ich habe immer noch nichts gegen ein gepflegtes Glas Bacardi-Cola zu Songs von Bob Marley. Man lebt nur einmal. Die Frage ist nur „wie“.
Und ob man es überhaupt mitbekommt…



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