give me something to believe in...

Verfahren eingestellt...

19:40, Wednesday 2 January 2008 Link

Hm, das hatte ich noch gar nicht erwähnt...
Vor einigen Wochen hatte ich meinen staatlichen Einstand in der neuen Stadt - eine nette Einladung per Post zwang mich bei der hiesigen Polizeidienststelle vorstellig zu werden. Gesagt getan. Der Grund? Na ja... eigentlich eine Lappalie. Aber wen Vater Staat sich hintergangen fühlt, dann mutiert er zu irgendwas abgrundtiefem. Und wehe, man bückt sich nicht sofort...

Jedenfalls bin ich dann pünktlich zu besagtem Termin angetrabt. Nach ein wenig belanglos betriebener Konversation ging es dann ums Wesentliche, ich hielt meine Aussage schriftlich fest und fuhr nach eineinhalb Stunden Vernehmung (ohne Zigaretten) nach Hause, hörte Musik und trank ein paar Bier.

Klar, man macht sich schon so seine Gedanken, was dabei raus kommt. Im schlimmsten Fall wäre es vor Gericht gegangen, an zweiter Stelle wäre eine saftige Geldstrafe fällig gewesen.
Dass ich das letzte Mal zu einer Vorladung bei der Polizei war ist schon ein paar Jahre her. Ich glaube mich erinnern zu können, dass ich damals Siebzehn oder Achtzehn war. Unschöne Geschichte, für die ich allerdings nichts konnte. Damals hatte ich einen psychisch gestörten Nachbarn, der das ganze Mehrfamilienhaus terrorisierte. Irgendwann reichte es einfach.
Nein, keine Gewalt. Ich habe ihm nur irgendwann mal im Beisein meiner Mutter meine Meinung gesagt, sowie später auf der Strasse getroffen und ihn nochmal sanftmütig (...) darauf hingewiesen, dass er seine Beleidigungen und aggressiven Anspielungen sein zu lassen hat. Darauf hin musste ich zur Polizei, weil ich ihn angeblich dermaßen bedroht hätte, dass er es mit der Angst zu tun bekommen hätte.
Wer's glaubte, ist noch heute seelig.

Die Polizei jedenfalls hat sich kaputt gelacht, weil sie den Spinner selbst schon seit Jahren kannten und es immer wieder zur allgemeinen Belustigung beitrug, wenn einer seiner (ziemlich beschmierten) Briefen in deren Post lag.
Das war jedenfalls das letzte Mal, dass ich bei der Polizei und direkt involviert war.
Der Nachbar ist mittlerweile verstorben. Wenn ich wüsste, wo sein Grab ist, hätte ich es mal besucht und die Blumen gegossen...

Ich hatte Glück - meine Aussage verhalf mir dazu, dass das Verfahren eingestellt wurde. Zum Glück. Noch mehr finanzielle Ausgaben kann ich mir beim besten Willen nicht leisten.

So sitze ich also hier, höre "Sinnerman" von Nina Simone, beantworte und schreibe ein paar Emails und freue mich auf einen ruhigen und entspannten Abend, an dem ich endlich mal wieder eine Shortstory angehen und einige Fingerübungen an der Klampfe hinter mich bringen werde...




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