Alicante 2007

Ein Abschied mit einem „Bäng“

00:25, 7.04.2007 .. 0 Kommentare .. Link
Birthday & Farewell PartyflyerParty-Flyer

Jetzt fasse ich mich mal kurz!
Danke liebe Leute! Das war glaube ich die geilste Geburtstagsparty, die ich jemals hatte.

13.03.07 - 14.03.07
Als mir um 1.30 versucht wurde beizubringen, daß die Polizei da wäre, hielt ich das natürlich alles nur mal wieder für einen Scherz. Ungläubig („Jajaa…“) ging ich auf den Balkon – tatsächlich standen da die kleinen grünen Männchen unten vor dem Eingang. Ich dann gleich runter und überraschend entspannt mit den beiden Herren Beamten gesprochen, was wohl nicht zuletzt an meinem beeindruckendem Alkoholpegel gelegen haben wird. Als ich dann erfuhr, daß der Lärmpegel unserer Party bis auf die Friedrichstraße schallen würde (wohl auch recht beeindruckend), mußte ich mir mein Grinsen doch ziemlich verkneifen. Nach dem Schließen der Fenster und Türen stand die Partyampel dann aber schon wieder auf grün.

Als ich dann am nächsten Tag noch von illegalem Drogen-Sex im Bad erfahren habe ging mir nur eins durch den Kopf: Das war Rock’n’Roll!

crazy partypeopleder ganz normale Wahnsinn

Danke für die supercoolen Geschenke. Das Brett (in doppeltem Sinne) hab ich leider nicht in meinem Billigflieger transportieren können, aber es wird in meiner nächsten Wohnung einen Ehrenplatz bekommen. Das ist sicher! Auch das Spain Survival Kit hat mir schon gute Dienste erwiesen. Ich werd’ auf jeden Fall mein Bestes geben, die 365 Tipps & Tricks perfekt anzuwenden. Und die legendären TwelvEyes Productions haben sich auch nicht lumpen lassen und mir gleich mein neues Bewerbungsfoto maßgeschneidert. Danke Jungs – ich mach dann bald mal wieder den AMAZONas Dschungel unsicher!

fettes Bretta nice set of memories

Da mir an dem Abend irgendwie total die Worte fehlten, an dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön an die ganzen Partypeople, die mit ihrer guten Laune und den schrägen Aktionen ein unvergessliches Event gestaltet haben. Toll, daß ihr da wart, auch wenn der Weg vielleicht etwas weiter war. So behalte ich Werni & 3,5 Jahre meines Lebens mit Euch gerne in Erinnerung!

Am nächsten Morgen saß ich dann auch reichlich gerührt vor meinem Gabentisch und den Partyüberresten. Als kleine Erinnerung habe ich mal die Photoshop-Maschine angeschmissen und rechts gibt’s nun endlich endlich den lang versprochenen Eintrag „Fotogalerien“ in denen der ganze Wahnsinn nochmal bebildert ist. Enjoy! Zum Einstand auch gleich 2-fach!

Mit den besten Grüßen,
saludos de Alicante,
Jochen



Travel: ALC -> WR

19:40, 6.04.2007 .. 0 Kommentare .. Link

Jaja, ich weiß, ich bin mal wieder spät dran. Aber das kennt ihr doch inzwischen von mir.

Erst jetzt gibt’s meinen Eintrag vom 07.03. zu lesen, die Fahrt zurück nach WR. Da ich auch keine Fotos gemacht habe, werde ich in bester Seagalschen DTV-Manier auf Stock-Footage zurückgreifen müssen.

07.03.2007 6.15 Wecker klingelt – definitiv zu früh. Lieber noch ne Runde „snoozen“. Aber dann muß es ja auch losgehen. Mit Leah hatte ich ausgemacht, daß sie mich zum Flughafen bringt – ich liebe meine Vermieterin! – Nachteil: Weil sie noch zum Sport muß und die chaotische Parksituation nur früh am Morgen Parkplätze am Gym garantiert, bin ich etwas früher dran. Ist mir aber lieber als eine stressige Anreise per Bus und die halbe Stunde extra am Airport würde ich mit „neuer“ Musik auf meinem iPod locker über die Runden bringen.

Tja, und da sitzen wir auch schon in ihrem Flitzer und düsen über die Autobahn Richtung Aeropuerto. Ein malerischer Sonnenaufgang über dem Mittelmeer weißt uns den Weg und aus dem CD-Radio dröhnt meine Alicante-Hymne „Wish you were here“ von Incubus (Leah weiß einfach was gut ist! Ich schwöre: Die Scheibe hat sie aufgelegt.).
Ich glaube eh schon lange nicht mehr an Zufälle – Karma, anyone?

Airport ALCAlicante Aiport - Abflughalle

Nach kurzer Verabschiedung vor der Abflughalle („Don’t work too much.“) chille ich mit den Shins auf einer der gemütlichen Wartebänke am überraschend schicken Flughafen. Irgendwie kommen dann Gedanken hoch, über die letzten 2 ½ Wochen. Erlebnisse, Gefühle, Gesichter… War schon ´ne sehr coole Zeit. Und eigentlich habe ich auch alles geschafft: Wohnung, Matrikulation, Leute, Sprache. Ich hab echt alles geschafft! Jetzt bin ich doch ein bißchen glücklich. Aber trotzdem ist das wie ein Abschied, auf die große Fiesta nach Valencia kann ich schon mal nicht mit. Und Giovannis Botellón fällt für mich auch flach. Naja, es kommen ja noch so einige Fiestas denke ich. Ich vermisse plötzlich schon ein paar der Leute, die ich in den letzten Tagen täglich gesehen habe. Und nun ein riesen Berg an Arbeit, der auf mich wartet. Eigentlich will ich jetzt gar nicht weg…

Aiport ALCWartebänke in der Abflughalle

Da öffnet mein Schalter und ich reihe mich in die Schlange Rentner ein, die sich, typisch Deutsch, schon lange die ersten Plätze gesichert hat. Juhuu, Deutschland ich komme…

Harter Schnitt – Café con leche, dazu Schokocroissantdings. - Ellipse – Boarding Time: Das Rudel deutscher Rentner läßt mich gnädig zum Anfang der Schlange am Boarding-Stand: Das eingekreiste A auf meinem Ticket privilegiert mich nämlich, als einer der ersten den A319 zu besteigen. Es geht also entspannt an Bord.

Marcel Ophüls „ Widersprüche und andere Liebeserklärungen“ begleitet mich den Flug über. Die persönliche Widmung auf der Innenseite des Buches bringt mich plötzlich wieder ganz schnell der HS-Harz näher. Und die Familiengeschichten des Hauses Ophüls und die Einflüsse durch Renoir, Sautet, MGM lassen mich dann auch für 2 ½ Stunden das Geschnattere meiner russischen Sitznachbarrinnen ausblenden.

Big Taste - Easy JetBig Taste - Easy Jet (nee, das ging irgendwie anders)

Der Pilot hat scheinbar nen Gasfuß oder besser nen Gasarm, denn wir kommen satte 30 Minuten eher in Dortmund an. Eigentlich ein Grund zu Freude, Dank meiner fest gebuchten Verbindung habe ich nun aber über eine Stunde Aufenthalt. Mit Capuccino und der Neon bewaffnet schaffe ich das aber auch ganz gut. In einem Interview mit dem Leiter des Recruiting von BMW lese ich andauernd „Sinn machen“. Hhhmmm, ich hatte doch gerade im Audiobook von „Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod“ gehört, daß dies nur ein falscher Anglizismus (Denglisch) von „making sense“ ist. Eigentlich heißt das doch: das ist sinnvoll oder das ergibt einen Sinn. Machen bedeutet fertigen, herstellen, tun. Etwas Abstraktes wie Sinn kann man nicht so eben erschaffen, der ist vorhanden oder nicht. Deutschunterricht durch Herrn Oberlehrer beendet, der Aiport Express-Bus wartet…

Als einziger Fahrgast (ja, auf dem Flughafen Dortmund ist nicht gerade viel los) geht’s dann auf den Weg zum Dortmunder HBF. Mit dem Busfahrer komme ich schnell ins Gespräch, der erweist sich neben einer ruhrpott’schen Frohnatur nämlich auch noch als echter Filmexperte und Bewunderer von Sean Penn. Bei der Suche nach Filmtiteln komme ich mir zwar etwas vor wie im Quiztaxi oder Mario Barths Straßenquiz, ich kann aber keine Kameras entdecken. Etwa schon wieder Karma? In der Diskussion über Scorseses Regieleistung bei The Departed und dem verdienten oder nicht verdienten Oscar-Gewinn von Das Leben der Andereren habe ich aber gar keine Zeit weiter darüber nachzudenken. Die 20 Minuten Fahrt vergehen wie im Flug, und für meine weitere Karriere wünscht mir der Driver viel Glück und alles Gute!

Dortmunds Bahnhof ist so gammelig wie man sich ihn vorstellt, aber dann sitze ich auch endlich im ICE und es scheint mir jetzt sogar die Sonne ins Gesicht. Gar nicht so schlecht hier –und die Leute sind auch nett. Na, das wird ja doch noch was. 20 Minuten bis Hannover HBF.

kennt man jaunterwegs mit dem ICE Dortmund->Braunschweig

Irgendwann stehe ich dann am dunklen, verlassenen Bahnhof in WR – es hat sich anscheinend nichts verändert. Da kommt schon Philips roter Skoda um die Ecke geheizt…



Fin de la semana

16:26, 6.03.2007 .. 0 Kommentare .. Link
Heute mal eine Kurzzusammenfassung meines Wochenendes..
Also am Freitag war wieder Filmgeschichte, diesmal proyección von "Das Cabinet des Dr. Caligari". Großes, wichtiges deutsches Kino von 1920. Da durfte sich der kleine Erasmus-Student aus Deutschland für 70 Minuten mal richtig groß fühlen. Die Aussprache der Beteiligten durfte ich dann auch gleich übernehmen. Umso passender, dass ich den Film wegen der MINFF-Produktion bei uns auch noch verpasst hatte, das konnte ich also nachholen. In der Vorlesung verstehe ich auch relativ viel, dank an Prof. Kreyßig, der uns auf diesem Gebiet 'ne profunde Ausbildung gegeben hat!

Realización y Producción de medios audiovisuales ist danach leider ausgefallen. Egal, so konnte das Wochenende schneller starten. Da wir am Donnerstag bei meinen Homies Morsbach und Arne, bei denen ich die ersten 1 1/2 Wochen pennen durfte (Story kommt noch), jedoch schon 'ne kleine Fiesta de casa hatten, war der Freitag umso relaxter und auch früh zu Ende. Am Samtag war ich dann kurz auf dem Markt, wo mir auch Josi und Juli (die wohnen auch bei Fabian & Arne) über den Weg gelaufen sind. Dann war ich noch endlich mein zweites Mal am Strand und hab endlich mal ein paar Hausaufgaben machen können. Das war super da. Brasialianische Trommler, viele chicas, Sonne en masse und alle gut drauf.

Abends ging es dann zur Wohnungseinweihungsparty zu Sandy und Yvonne, was auch superschön war. Die wohnen im 4. Stock mit großem Balkon und hatten 2 Eimer Sangria vorbereitet (muy delicioso) und uns alle mit leckeren ofenfrischen Baguettes verwöhnt. Dazu noch die Mondfinsternis, die man hier super sehen konnte. Toller Abend! Um halb 1 wurde es uns aber langweilig und meine Vermieterin, Leah, hatte mich noch auf eine "Hat-Party" eingeladen. Also eine Party mit lustigen Hüten auf dem Kopf. Die Jungs wollten jedoch noch bleiben, so sind Juli, Josi, Janina und ich los in die Stadt. Ich hatte zwar mein Handy vergessen, aber die Adresse noch im Kopf. Wir haben das auch gleich gefunden und wurden reingelassen. Oben wusste aber keiner Bescheid - "Wer seid denn ihr?" kam uns erstmal entgegen. Ich irgendwas von "Leah, amigo, companero de piso" gestammelt, aber das schien niemandem etwas zu sagen - Egal, wir wurden von Lydia, Jesús & Co. erstmal herzlich empfangen und an die Bar geführt. Brugal, valencianischer Whiskey, alles vom Feinsten! Na, das wird ja noch ne heisse Nacht dachte ich mir. Dann noch unterwegs gewesen, Eis besorgen. Auf der Straße ein Ständchen für die Mädels von einigen Mariachis bekommen - die sind hier echt lustig drauf.
Die Party wurde immer besser, nur Spanier und ein paar extranjeros. Irgendwann um 5 kam dann die Polizei, wir also auf ins Barrio, die Clubs unsicher machen. Das war aber alles so voll, also Zeit für Sala Stereo und endlich vernünftige Mucke. Die Gruppe fiel jedoch so langsam auseinander, so dass ich mich nur noch mit vielen Spanieren bei Bloc Party im Stereo wieder fand. Da gings aber total ab "de puta madre" heisst das hier! Irgendwann, es muss so 6.30 gewesen sein meine ich, wollte ich dann nach Hause. Aber die Party war echt am Kochen - Respekt...
Auf dem Heimweg habe ich auch noch ein paar verloren geglaubte Leute getroffen und Leah hat morgens um 7 noch leckere Pancakes gemacht. Besos para ti!


Sonntag war dann totaler Hangover, und ausser dass ich abends Sabrina vom Bahnhof abgeholt habe, ist auch nichts weiter tolles passiert. War ein Coming & Leaving-Day, weil Katie (meine Vormieterin) & noch eine Freundin von Leah dann nach Hause (England, Valencia?) gefahren sind. Well, so gehen hier die Wochenenden rum.

Und morgen gehts dann auch mit dem Flieger wieder nach WR. Nos vemos!
Fotos folgen!

La vida de los otros

21:43, 26.02.2007 .. 0 Kommentare .. Link
Soo, heute mal ein Eintrag, der nicht chronologisch ist. Also quasi brandheiss und wirklich von heute.
Ich hab einfach das Gefühl, dass ich sonst zuviel meiner Eindrücke vergesse.
So, here we go...

Nachdem die Oscar-Live-Schalte nach WR gestern ja wenigstens für eine halbe Stunde geklappt hat, hab ich heute morgen erstmal gecheckt, wer denn so alles gewonnen hat. Ich als Spanier nun war natürlich voll auf Pan's Labyrinth und Babel aus. Tja, das war wohl nix... Gratulation an den Florian und "Das Leben der anderen"! Auch wenn ich immer noch Prof. Kreyßigs Gemecker im Ohr habe ("Der bekommt ja nicht einen Anschluss hin!")

Auf dem Weg zu  Inglesá 4 bin ich dann Sabrina(2) und Carolin von der HS-Harz begegnet, die mir dann wild schreiend um den Hals gefallen sind. Das war heute ihr erster Tag und so waren sie heiss auf First-Hand-Information. Ich konnte sie erstmal etwas beruhigen und instruieren. Dann musst ich auch los, meine "clase" wartete.

Englisch wieder bei der etwas seltsamen Professorin, bei der ich immer das Gefühl hab, dass sie meine Worte zwar versteht, aber oft nicht den Sinn dahinter. Sprechen tut sie aber eigentlich ziemlich gut. Jetzt mach ich zusammen mit Marta & Maria 'ne Präsentation über "Teaching in the 3rd World". Marta ist super! Amable, sympatica, abierta y lista. Maria ist gerade im Urlaub Wird 'ne super Präsentation glaube ich und Marta war sehr glücklich nun 'nen Powerpoint-Specht wie mich im Team zu haben. Sie hat mir dann erzählt, dass die Professorin wohl gerade erst den Titel bekommen hat und deswegen wohl noch etwas grün hinter den Ohren ist und komische Methodiken an den Tag legt. Aber in der 2. Stunde sollte ne supercoole Professorin kommen.
Und so war es dann auch: Shakespeare's Julius Caesar an der UNI. So hatte ich mir Englisch-Unterricht immer vorgestellt! Club-der-toten-Dichter-Feeling pur! Ich glaube über Literatur werde ich hier noch ne Menge lernen können. Meine Wissenslücken sind rieeesssiiigg.
Toller Unterricht und super Atmosphäre - wir würden gerne nur bei "Numero dos" haben.

Dann wieder Filmgeschichte, habe diesmal sogar ein bisschen was verstanden. Und da ich endlich einen Block habe (den für Kuli & Bleistift), konnte ich auch was mitschreiben. Naja, mal sehen ob das nicht doch zu schwierig wird. Freitag gibts auf jeden Fall Das Cabinet des Dr. Caligari, deutsches Kino vom Feinsten. I froi mi!

Dann der Erasmus Spanisch-Kurs. Diesmal mit Sabrina(1) von der HS-Harz. Dafür, dass sie immer sagt, sie könne gar nichts, war sie richtig gut. Eigentich auch besser als ich. Naja, Mädels halt...
In der Pause hab ich dann auch Sabrina(2) wieder getroffen, die hat nebenan bei den Advanced-Leuten. Sie war nur am Lachen und meinte, das ginge gar nicht. Wäre viel zu schnell. Na da bin ich froh, dass ich bei Intermedio 3 bin. Das passt perfekt!
Dann noch mit Clara und Christina geredet, den 2 Erasmus-Italienerinnen aus Turin, die ich letzte Woche kennengelernt hatte. Die sind auch muy sympaticas und haben von ihrem Trip am Wochenende erzählt. Sevilla! War wohl supergeil. Na wir starten auf jeden Fall mal was zusammen. Ab Mittwoch (da ziehe ich endlich in meine neue Wohnung) wohnen wir auch nur 3 Minuten Fußweg voneinander entfernt.

Abschließend  war ich noch bei "Deutsch als Fremdsprache" und Achtung, jetzt kommt die Klammer : Dort habe ich dann von einer Argentino-Deutschen die Filmkritik zu "Das Leben der anderen" korrigiert. Das Buch, was die haben hat nämlich ein großes Filmkapitel. Und genau das haben die gerade auch gemacht. Da sollte man die Filmplakate von Good-Bye-Lenin und noch was vergleichen, was einem dazu einfällt. Ob das positiv wäre oder nicht. Und auch Filmstills aus "Der Untergang" mit Bruno Ganz als Adolf. Auch hier, ist das positiv? Negativ? Macht das Angst? Wir kommen wohl nie von unserer dunklen Vergangenheit weg..

Well, und nu sitze ich in der Bibo und muss auch los. Sonst bekomm ich nix mehr zu essen. Also: Adios und hasta pronto!

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