Gott und die Welt

Von Buddha zu Jesus - Teil 1: der historische Buddha

14:33, 28.06.2010

Vorwort

Eigentlich wäre für Christen ein Buch über den Islam wichtiger, schließlich leben rund 3,5 Millionen Moslems unter uns, mit denen man ins Gespräch kommen könnten. Aber da bin ich nicht kompetent, ich kann nicht mal arabisch.
Andererseits wohnen  etwa 250.000 Buddhisten unter uns,  ich selbst habe lange in dem klassischen Land des Buddhismus, in Thailand gelebt.

Natürlich ist dieses Buch nur eine unvollständige Einführung in den Buddhismus, aber Sie liebe Leser, wollen ja auch nicht den Buddhismus studieren, sondern in seinen wesentlichen Aspekten kennenlernen, um mit Gläubigen dann über Jesus reden zu können.
Umgekehrt würde ja auch niemand auf die Idee kommen, in einem Einsteiger-Buch über das  Christentum die Unterschiede zwischen Pfingstkirchen, Neuapostolikern und Baptisten herauszuarbeiten.
Die Lehre Buddhas ist gleichermaßen einfach und überaus tiefgründig.

Eigentlich wollte ich das oben genannte Buch „from Buddha to Jesus“ von Steve Cioccolanti übersetzen. Bei der Lektüre  stellten sich aber etliche theologische Unstimmigkeiten1 heraus, außerdem wendet sich der Verfasser in seinen Ausdrücken nicht an Leser im europäischen Sprachraum.  Bevor ich also vieles umgeschrieben und mir damit  Ärger mit dem Autor eingehandelt hätte, schreibe ich lieber alles neu. 


Wer war Buddha?

Das Wort Buddha ,  kommt  aus dem Sanskrit und bedeutet „Erwachter“. Die überlieferte Geschichte ist die folgende:

Prinz Siddhartha Gautama lebte in Nordindien, dem heutigen Nepal.  Als sein Geburtsort gilt Lumpini,  seine Mutter hieß Maya, sein Vater Suddhotana. Als Geburtsjahr Siddharthas wurde 563 v. Ch. errechnet, was aber wissenschaftlich nicht belegbar ist.  Die thailändische Zeitrechnung bezieht sich auf das Eingehen Buddhas ins Nirvana2, danach schreiben wir (im Jahr 2010) das Jahr 2553 nach Buddha.
Die Eltern nannten ihren Sohn   Siddhartha, was auf Sanskrit  „der sein Ziel erreicht hat“ bedeutet. Der Beiname Shakyamuni bezieht sich auf seine Herkunft und bedeutet „der Weise aus dem Geschlecht von Shakya“. Nach der Geburt Siddharthas wurde vorausgesagt, dass er entweder ein Weltenherrscher oder aber, wenn er das Leid der Welt erkennt, jemand werden würde, der Weisheit in die Welt bringt. Er lebte in einem Palast wo ihm alles, was zum Wohlleben nach damaligem Stand gehörte, zur Verfügung stand und wo er der Überlieferung nach von allem weltlichen Leid abgeschirmt wurde.
Sein Vater sah in ihm den einzigen  Nachfolger und wollte alles Leid und Schlechte von ihm fernhalten. Daher wurde ihm nur selten gestattet, den königlichen Palast zu verlassen und wenn, wurden die Straßen zuvor frei von Alten, Kranken und Sterbenden gemacht.3 

Eines Tages sah er sich aber doch der Realität des Lebens und dem Leiden der Menschheit gegenübergestellt und erkannte eine Sinnlosigkeit in seinem bisherigem Leben: Die Legende berichtet von Begegnungen mit einem Greis, einem Fieberkranken, einem verwesenden Leichnam4 und schließlich einem Mönch, woraufhin er beschloss, nach einem Weg aus dem allgemeinen Leid zu suchen. 
Das Vernünftigste, was er hätte tun könne, wäre natürlich gewesen, das Leid der Menschen zu lindern, durch den Bau von Hospitälern zum Beispiel, oder Pflegeheimen.  Tat er aber nicht, sondern philosophierte lieber über die Situation und suchte einen Weg, dem allen zu entgehen.

Er war, seiner Zeit entsprechend, ein Hindu und ging davon aus, dass Leben und Tod ein sich ständig wiederholender Kreislauf sind, und jeder Mensch entsprechend seinem Schicksal  immer wieder von neuen geboren wird.
Der Hinduismus ist nicht wie das Judentum eine durchgängig definierte Religion, die sich auf einen einzigen Schöpfergott bezieht, auf einen definierten Anfang, sondern eine Mischung von Glaubensrichtungen, die aber eines gemeinsam hat: 
Brahman5 – den höchsten  kosmische Geist. Brahman ist die unbeschreibbare, unerschöpfliche, allwissende, allmächtige, nicht körperliche, allgegenwärtige, ursprüngliche, erste, ewige und absolute Kraft. Es ist ohne einen Anfang, ohne ein Ende, in allen Dingen enthalten und die Ursache von allem.

Daneben gibt es eine große Zahl von Gottheiten, die sich in Form von Bildnissen materalisieren lassen, die bekanntesten sind Durga, Devi und  Kali. Götter, Menschen und Tiere durchwandern nach hinduistischer Glaubensvorstellung in einem durch ewige Wiederkehr gekennzeichneten Kreislauf Samsara die Weltzeitalter . Während des Lebens wird je nach Verhalten gutes oder schlechtes Karma angehäuft.
Dieses Gesetz von Ursache und Wirkung von Handlungen beeinflusst nach hinduistischer Vorstellung zukünftige Reinkarnationen.

Was Siddharta als gebildeter Mensch entweder übersehen hat oder nicht sehen wollte, ist dies: Die Persönlichkeit ( oder auch  Seele) macht die Wiedergeburt nicht mit.  Ein wiedergeborenes Individuum hat keine Erinnerung an seine vorherigen Leben. Also kann es ihm auch völlig egal sein, ob er nochmal geboren wird, weil seine augenblickliche Persönlichkeit dann erloschen ist.6

Das war also die Glaubenswelt, in die Siddharta hineingeboren wurde.

Mit 16 heiratete er seine Cousine, die indische Prinzessin Yasodhara, die gleichaltrig war.  Mit 29 Jahren, bald nach der Geburt7 seines einzigen Sohnes Rahula , verließ er sein Kind, seine Frau Yasodhara und seine Heimat und wurde auf der Suche nach der Erlösung ein Asket. Sechs Jahre lang wanderte er durch das Tal des Ganges, traf berühmte   Lehrer, studierte und folgte ihren  Methoden und unterwarf sich selbst strengsten asketischen Übungen. Da ihn all dies seinen Zielen nicht näher brachte, gab er  auf und suchte seinen eigenen Weg.
Mit 35 Jahren kam ihm, meditierend unter einem Baum8 sitzend, dann die Erleuchtung  ( besser: Bodhi, das Erwachen), wie alles Sein und Nichtsein zusammenhängt und welchen Weg es gibt, dem ewigen Kreislauf von Sterben und Wiedergeburt zu entrinnen.

Wenig später hielt er in Isipatana, dem heutigen Sarnath, (bei Benares) seine erste Lehrrede vor einer Gruppe von fünf Asketen, seinen früheren Gefährten. Diese fünf wurden damit die ersten Mönche der buddhistischen Mönchsgemeinschaft.
Von da an an lehrte und sprach er 45 Jahre lang vor  aller Volksschichten,   Brahminen9 und Ausgestoßenen,  Heiligen und Räubern. Die damals wie heute in Indien bestehenden Unterscheidungen durch die Kastenordnung nahm er als Gegebenheit hin, betonte aber ihre Unwesentlichkeit für das Beschreiten des Wegs, den er lehrte.
Im Alter von 80 Jahren verstarb Gautama der Legende nach in Kushinagar (im heutigen indischen Bundesstaat Uttar Pradesh) an Ruhr, nachdem er ein verdorbenes Gericht verzehrt hatte.
Während das Neue Testament immerhin zwei  Augenzeugen benennt10, vermischen sich Überlieferung und Legenden bei Siddharta untrennbar miteinander.  Seine Lehren wurden von seinen Jüngern zunächst mündlich weitergegeben und erst etwa zwei bis drei Jahrhunderte nach seinem Tod aufgezeichnet.
Der historische Buddha müsste ein Zeitgenosse Daniels gewesen sein. Die Entfernung zwischen Babylon und Benares beträgt zwar rund 3000 km, es ist aber nicht völlig ausgeschlossen, daß Lehren aus Babylon bis nach Indien vorgedrungen sind.  Schließlich hat sich der Buddhismus auch bis Afghanistan verbreitet, die letzten Buddha-Statuen wurden 2001 von der Taliban gesprengt.
 
Buddha selbst sah sich weder als Gott noch als Überbringer der Lehre eines Gottes. Er stellte klar, dass er die Lehre, die er seit seiner Erleuchtung vertrat, nicht aufgrund göttlicher Offenbarung erhalten, sondern vielmehr durch eigene  Kontemplation  gewonnen habe. Diese Erkenntnis sei jedem zugänglich, der seiner Lehre  folge.
 

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in den Heiligen Geist.

22:11, 6.06.2010

Vom  Schöpfung bis zum Auszug des Volkes Israel aus Ägypten gab es keine Gebote, was die Menschen essen durften und was nicht.  Erst im 3. Buch Mose  Kap. 11 erfahren wir, daß Gott die zum Verzehr gedachten Tiere nun in erlaubte (koschere) und nichterlaubte (nichtkoschere) Tiere einteilt.

Diese  Jüdischen Speisegesetze (hebr. ‏כַּשְרוּת‎ Kaschrut,  galten natürlich für alle Juden zu Jesu Zeit und gelten auch heute noch.  Der heutige Umgang mit den Kaschrut im Judentum ist allerdings sehr unterschiedlich und umfasst strikteste Einhaltung durch orthodoxe Juden bis hin zur völligen Nichtbeachtung durch säkulare (weltliche)  Juden.  
Nicht anders wird es zu Jesu Zeiten gewesen sein:  Genaueste Einhaltung durch die Pharisäer ( prangert nicht schon Jesus deren Verhalten in Bezug auf das Gesetz an mit den Worten: „und sie geben sogar den Zehnten von ihren Küchenkräutern.“,  und mehr oder weniger strikte Beachtung durch das Volk.  

Jesus selbst relativiert die Speisegebote, indem er wieder die Pharisäer angreift: „und ihr halten dem Volke Vorträge, wie es seine Schüsseln zu waschen hat!“ ( nach den mosaischen  Geboten, um milchiges von nicht-milchigen zu trennen). Und er rief zu sich das ganze Volk und sprach zu ihnen: Höret mir alle zu und fasset es! Es ist nichts außerhalb des Menschen, das ihn könnte gemein machen, so es in ihn geht; sondern was von ihm ausgeht, das ist's, was den Menschen gemein macht.  Hat jemand Ohren, zu hören, der höre!  Und er sprach zu ihnen: Seid ihr denn auch so unverständig? Vernehmet ihr noch nicht, daß alles, was außen ist und in den Menschen geht, das kann ihn nicht gemein machen? Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch, und geht aus durch den natürlichen Gang, der alle Speise ausfegt.“
Hier relativiert Jesus das erste Mail die Speisegebote, setzt sie aber noch nicht ausdrücklich außer Kraft.  Eigentlich hätten da alle gesetzestreuen Juden aufstehen und davon gehen müssen, aber die Zuhörer bleiben offensichtlich. Nur die Pharisäer haben wir einen Angriffspunkt gefunden: Dieser Rabbi ruft auf zum Bruch der Speisegesetze!

Paulus, von Herkunft und Ausbildung zu den besonders Frommen zugehörig, gehörte zu dieser Gruppe, hat aber den Menschen und Prediger Jesus nie persönlich kennen gelernt.   Erst in seiner Vision auf dem Wege nach Damaskus erscheint dieser ihm und läßt ihn vom Verfolger der neuen Glaubensgemeinschaft zu einem ihrer glühendsten  Verfechter werden.  

Jesus selber wird ohnehin wegen seiner Eßgewohnheiten angegriffen, sagt er nicht selbst von sich: Und sie nennen mich einen Säufer und Fresser. (Mt 11,19.)  Er legt die Grundstein für die Abkehr von den Speisegeboten,  vollzogen wird sie – für die neuen Judenchristen – aber erst durch die Vision des Paulus uf dem Wege nach Cäsarea:  

Und als er hungrig ward, wollte er essen. Da sie ihm aber zubereiteten, ward er entzückt (entrückt?) und sah den Himmel aufgetan und herniederfahren zu ihm ein Gefäß wie ein großes leinenes Tuch, an vier Zipfeln gebunden, und es ward niedergelassen auf die Erde. Darin waren allerlei vierfüßige Tiere der Erde und wilde Tiere und Gewürm und Vögel des Himmels. Und es geschah eine Stimme zu ihm: Stehe auf, Petrus, schlachte und iß! Petrus aber sprach: O nein, HERR; denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen.   
Und die Stimme sprach zum letzten Mal:  Was Gott gereinigt hat, das mache du nicht gemein.(unrein)
Das war die klare Anweisung, daß von nun an alles erlaubt ist zu essen.
Nun sollte das für die ohnehin im jüdischen Umfeld lebenden Judenchristen kein großes Problem darstellen, denn obwohl sie durften, mußten sie nach unkoschere Dinge essen.  Das Angebot an koscheren Speisen dürfte groß genug gewesen sein, ganz abgesehen davon, daß der damalige Speiseplan überwiegend aus Gemüse, Fisch und Brot bestanden haben dürfte.

Ganz anders aber in Rom!

Die ersten Christen der römischen Gemeinde, ca. 20 Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung, stritten sich über die Einhaltung von Speisevorschriften. Der Streit war heftig, weil es hier wirklich um das vermeintlich  richtige oder falsche Verständnis der Botschaft Jesu ging.

Einige Gemeindemitglieder enthielten sich  strengstens  jeglichem Fleisch- und  Weingenuss. Sie argumentierten folgendermaßen: „Alles Fleisch, was wir hier in Rom an den Marktständen kaufen, stammt aus den Überresten geopferter Tiere in den Tempeln römischer ( vermutlich auch griechischer und ägyptischer – Rom war eine Weltstadt ) Kulte.
Es fanden täglich so viele Opferungen in verschiedenen Tempeln statt, dass vermutlich alles Fleisch, das zum Verkauf in Rom angeboten wurde, aus solchen  Quellen kam, denn Götzen essen ja bekanntlich selbst nicht viel .
Mit solchen ‚Götzenopferfleisch’, so sagten sie, möchten wir nichts zu tun haben.   Außerdem, so meinten sie, enthalte dieses Fleisch noch das Blut des geopferten Tieres. Gott aber hat  ( 3. Mose 17, 10 ff.)  strengstens untersagt,  nicht ausgeblutetes Fleisch zu essen, weil jegliches Blut allein Gott, dem HERRN, nicht aber uns Menschen gehöre. Deshalb essen wir kein Fleisch.

Obwohl Wein ein pflanzliches Produkt ist und daher keiner spezifischen Kaschrut-Vorschrift unterliegt, durften Juden nicht jeden Wein trinken, der  Grund hierfür liegt in dem Umstand, dass Wein in anderen Religionen eine rituelle Bedeutung hatte und hat und daher der Gefahr unterllag, im Rahmen von Götzendienst gebraucht zu werden. Es wäre nicht der kleine Krug Wein, der einem Götzenbild dargebracht wurde, selbst unkoscher gewesen, sondern eben das ganze Faß,  von dem nur ein winziger Teil Opfer war, unrein gewesen.

Zusätzlich mag auch folgendes hinzugekommen sein:  „Wir wollen uns von der verfallenen Lebensweise der Römer, die oft betrunken durch die Straßen wanken, unterscheiden; deshalb versagen wir uns den Alkoholgenuss“

Diesen  vegetarischen-asketischen  Christen stand eine andere Gruppe in der Gemeinde gegenüber. Sie argumentierten folgendermaßen: „Wir wissen doch ganz genau, dass es nur einen Gott und nicht viele Götter gibt. Wir sind doch aufgeklärt und glauben nur an den Jesus Christus.   Also wissen wir doch, dass dem in Tempeln geopferten Tierfleisch gar kein Geist von Göttern und Geistern anhängen kann, weil es solche Geister und Götter gar nicht gibt.

Sie  beschimpften sie die anderen Mitglieder ihrer Gemeinde, als  Kleingläubige, wenn nicht gar Ungläubige.  Und das mit dem Blutverzehr gilt doch nur für die altgläubigen Juden, nicht aber für uns, die wir jetzt zum christlichen Glauben übergetreten sind. Wir sollten doch vielmehr dankbar sein, dass uns Gott, unser Schöpfer, Nahrung zum Leben gegeben hat.  

Der Streit eskalierte in Rom,  der Gemeinde drohte eine Spaltung.   Die asketische Gruppe behauptete irgendwann,  man könne das Reich Gottes nur erreichen, wenn man solche Speisevorschriften wie Fleisch- und Wein-Enthaltung auch wirklich praktiziere. Dazu kam noch deren Behauptung, ( Röm. 14, 5,) dass man auch den Sabbat  (später den  Sonntag ) als arbeitsfreien Ruhetag einhalten müsse, um gottgefällig zu leben.


Paulus kannte diesen Streit in Rom, der demjenigen in Korinth (  1. Kor 8 ) ähnelte. Wieder nennt er im Brief an die römische Gemeinde  die (neu)gesetzlichen Asketen „Schwache im Glauben“ und die anderen „Starke im Glauben“.
Und er nimmt zunächst  für letztere Partei, indem er sagt: „Das Reich Gottes besteht nicht aus Speisevorschriften.“ Denn er ist ja der Überzeugung, dass „Christus das Ende des Gesetzes“ sei. (Röm 10, 4). Nichts an der Schöpfung sei unrein an sich selbst“ (Röm 14,4) Wir Menschen bräuchten nicht Bedingungen zu erfüllen, um Gottes Liebe, Frieden und Gerechtigkeit bzw. sein Reich schon mitten im Leben zu erreichen. Gott habe uns das alles durch seinen Sohn Jesus Christus geschenkt.

Paulus wäre nicht Paulus, der studierte Rabbiner, wenn er nicht gleichzeitig zum Lob auch Tadel zu verteilen hätte!

Es ist nicht unwahrscheinlich, daß   die „Starken“ demonstrativ   üppige Fleischtöpfe  auftragen ließen.zu ihren gemeinsamen Essen. Brot wurde in Rom fast auf Null subventioniert, aber Fleisch war auch nicht sehr teuer. Darin unterschied sich das Essen deutlich von dem in Palästina. Und die Vegetarier  saßen nun vor den duftenden Schüsseln und durften sie wegen ihrer selbst auferlegten Askese nicht anrühren. Dabei sollte das gemeinsame Mahl doch dem Gedenken an Jesus dienen!

Und deshalb  nun dieses schriftliche Donnerwetter an die Adresse der Starken:
„Bringe nicht durch deine Speisegewohnheit den ins Verderben, für den Christus gestorben ist. Es soll doch nicht verlästert werden, was ihr Gutes habt.“ (Röm 14, 15f) Er mahnt sie, sich nicht arrogant und stolz zu verhalten mit ihrem aufgeklärten Glauben, sondern die anderen Gemeindeglieder in ihrer Askese genauso zu achten, wie sich selbst, - denn Christus sei sowohl für diese als auch für sie gestorben.

Ganz klar  fordert er sie auf: „Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung (in der Gemeinde) untereinander.“ Entscheidend, so fügt er noch hinzu, sei nicht, was man isst bzw. was man nicht isst und trinkt, sondern dass man ein gemeinsames Tischgebet (Röm 14,6) spricht. Solches Dankgebet vereine die Gegensätze in der Gemeinde.

Paulus mutet beiden Gruppen, denen „Starken“ und den „Schwachen“ nun etwas Ungeheuerliches zu: Sie sollten „geistlich leben“.  
Er behauptet, dass das Reich Gottes „Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist“ sei. Das war und ist noch immer eine Zumutung! Es ist doch viel leichter, irgendwelche Speisevorschriften, Arbeitsvorschriften, Gesundheitsvorschriften usw. zu befolgen, als mit dem Gefühl eines ‚geistlichen Friedens’  oder einer ‚geistlichen Gerechtigkeit’ im Herzen  zu leben.  Ich trinke keinen Wein ( nur roten Tee), also komme ich in den Himmel, ganz einfach. Da muß ich nicht groß nachdenken, über meinen Nächsten schon garnicht.
Aber mit meinem Mitmenschen zu leben, der eine andere Einstellung hat, mit ihm am Tisch zu sitzen? Niemals! Der ist ja ein Fresser und Säufer, und sein Tischgebet ist auch viel zu kurz!

Paulus hätte eigentlich den ganzen Streit mit einem Jesuswort beilegen können:
 
Jesus spricht im Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner ( Lukas 18, 9)
Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis:
Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.
Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich habe
und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem.
Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

Wenn ich  einen Vegetarier und Abstinenzler zu Besuch habe, werde ich aus Höflichkeit vegetarische Speisen und alkoholfreie Getränke anbieten und nicht auf ihn herabsehen. Dazu trinke ich meinen Wein und erwarte andererseits von ihm, daß er  mich nicht dauern mißbilligend ansieht, wenn ich das Glas hebe.

Wieviel mehr gilt das, wenn Christen gemeinsam zu Tisch sitzen. Alles, was mit Dank genossen wird, ist gut, und es gibt mehr als einen Weg zu Gott.

Leider hat der Brief des Apostel nicht die rechte Wirkung gehabt, denn noch heute zerstreiten sich die Gemeinden über diese oder jene kleinliche Vorschrift und verlieren dabei Jesus aus den Augen.

Man kan nicht zwei Herren dienen (Matthäus 6, Vers 24)

18:44, 22.05.2010

Man kann nicht 2 Herren dienen

Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt.

Naja, ein bißchen müssen wir schon sehen, daß wir etwas zu essen und anzuziehen haben.

Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?


Irgendjemand muß aber säen und ernten, sonst verhungern alle!

Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.

Da kann ich nur zustimmen, wenn es warm genug ist. In unseren Breiten müssen wir uns irgendwas anziehen, denn der Herr hat uns in seiner unendlichen Weisheit nackig geschaffen, ohne Fell, Federn oder Schuppen.
 

Laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut (Matthäus 6, 1)

16:05, 16.05.2010

 So spricht der Herr Jesus: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.   Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.   Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.  ( Matthäus 6, Vers 1 ff. )

Offensichtlich  gab es Leute in Jerusalem, die mit ihren Almosen protzten.   Wer viel gibt, muß ja wohl auch besonders fromm sein.   Die Sitte des Klingelbeutels hat schon einen guten Grund in unseren Kirchen.

Und die aus Amerika überkommene Sitte, einen Teller durch die Reihen gehen zu lassen, steht ja wohl in direktem Widerspruch zum Wort des Herrn Jesus.

Die Sitte, möglichst laut und schön zu beten, wird auch von Jesus im nächsten Vers heftig kritisiert:

Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.

Jede Kirche biegt sich halt die Bibel nach eigenem Ermessen zurecht.

 

Feigenblatt und verbotene Früchte (Genesis)

21:56, 22.04.2010

Da brauchte ich nicht viel blättern, denn die Geschichte steht ganz vorne in der Bibel, in der Genesis, dem ersten Buch Mose.

Nachdem Gott die Welt geschaffen hatte mit allem drum und dran, schuf er den Menschen als "sein Gegenüber". Als Mann und Frau schuf er sie,
....und sie waren beide nackend, der Mensch und sein Weib, und schämeten sich nicht (1.Mose 2,25)

Daß Nacktheit auch heute noch ein paradiesischer Zustand ist, wissen alle Anhänger der Freikörperkultur. Und das Gott den Menschen in eben diesem Zustand geschaffen hat, kann ja wohl kein Fehler gewesen sein, denn Gott macht keine Fehler. Wenn es nämlich sehr heiß ist, funktionieren unsere Schweißdrüsen erst richtig und halten uns kühl. Der geneigte Leser möge das selbst probieren und mal unbekleidet Sport treiben, möglichst eine Sportart, bei der man richtig ins Schwitzen kommt.

Und heiß war es im Garten Eden, jedenfalls tagsüber, denn es steht geschrieben: und der Herr wandelte in der Kühle des Abends im Garten.
 
Und Gott gab den beiden ein Gebot, auf keinen Fall die Frucht vom Baum der Erkenntnis ( von Gut und Böse ) zu essen, sonst müßten sie des Todes sterben. Diese Drohung dürfte die beiden eigentlich nicht geschreckt haben, denn "Tod" war für sie etwas, das sie ja nicht kannten. Also nahm die Frau die Frucht und reichte sie auch ihrem Mann, und auch er biß hinein.

Welcher Mann könnte schon widerstehen, wenn ihm so ein nacktes Weib was Leckeres reicht?

Es ist übrigens in der Bibel nirgendwo von einem Apfel die Rede, hat wohl später irgendjemand mit dem „Zankapfel“ verwechselt. Das war nämlich der ( Apfel ) , den Paris der schönen Helena zuwarf. Damit fing ja auch allerhand Ärger an.

Zurück zur Bibel: Überredet zu dieser Tat hatte sie ( die Eva, deren Name aber auch nicht genannt wird ) Satan in Gestalt der Schlange, mit dem Argument: "und ihr werdet wie Gott wissen, was Gut und was Böse ist."

Damit fing also der ganze Ärger an.

Weiter heißt es: Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan und wurden gewahr, daß sie nackend waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten ihnen Schürze.

Eine bemerkenswerte kunsthandwerkliche Leistung, aus Blättern sowas zu flechten. Feigenblätter sind nämlich nicht sehr groß.

Und weiter: "Am Abend, als Wind aufkam ( es war wie erwähnt sehr heiß im Garten ), hörten sie, wie Gott, der Herr im Garten umherging.

Ängstlich versteckten sie sich vor ihm hinter Bäumen.

Und Gott rief: "Adam ( das ist der hebräische Name für "Mensch") ,wo bist du?".

Adam antwortete: "Ich hörte dich im Garten und versteckte mich, weil ich nackt bin." "Wer hat dir gesagt, daß du nackt bis?", fragte Gott, "hast du etwa von den verbotenen Früchten gegessen?"

Da Gott den Menschen in seiner Nacktheit, das heißt ohne Fell, Flügel oder Schuppen geschaffen hatte, konnte selbige ja kaum an sich böse sein. Und da Gott auch keine rein rhetorischen Fragen stellt, mußte die Frage Gottes: "wer hat dir gesagt, daß du nackt bist?" wohl einen besonderen Grund haben.

Außer Gott und den beiden Menschen erwähnt die Bibel nur einen, der noch im Garten zugegen ist: Satan. Also muß er wohl den Menschen diesen Unfug eingesagt haben.

Aus seiner Sicht genial, denn bis heute ist Nacktheit immer noch das Top-Thema, an dem sich alle reiben. Was füllt die Zeitungen, wird von den Kanzeln verdammt und ist Grundlage für eine ganze Industrie? Nackte Körper.

Ist eigentlich schon jemand durch den Anblick eines unbekleideten Menschen zuschaden gekommen ? Mord und Totschlag kommen täglich in allen Publikationen auf den Tisch, aber der absolute Dauerbrenner ist Nacktheit. Satan hat ganze Arbeit geleistet, um von den wirklichen Problemen abzulenken.

Kindern, die in FKK-Vereinen aufwachsen oder deren Eltern jeden Urlaub in entsprechenden Anlagen verbringen, zeigen erwiesenermaßen als Erwachsene keine absonderlichen sexuellen Neigungen, warum auch ? Ganz im Gegensatz zu etlichen männlichen Mitarbeitern bestimmter Organisationen mit sehr eingeengter Ansicht in diesen Dingen. Mußte doch vor nicht allzulanger Zeit deren Oberhaupt erstmals öffentlich anerkennen, das es Mißstände dieser Art überhaupt gibt.

Mit der Abschaffung des Tabus "Nacktheit" hätte sich das Thema "Pornographie" auch mindestens zur Hälfte erledigt. Pornographie im Wortsinne heißt ja „Beschreibung von Hurerei“, und davon kann ja keine Rede sein bei der simplen Abbildung nackter Menschen. Und ob die Abbildung von Männern und Frauen beim Geschlechtsverkehr nun so schädlich ist ist, wie die Kirche und der Gesetzgeber behaupten, möchte ich doch bezweifeln. Natürlich sind das sehr intime Momente zwischen Mann und Frau, die nur diese beiden etwas angehen, und normalerweise sind keine Zuschauer dabei erwünscht.

„Wenn Papa und Mama sich liebhaben, dann tut Papa seinen Samen in Mamas Bauch, und dann wächst da ein Baby und Mamas Bauch wird ganz dick. Das machen die aber nicht jeden Tag, weil wir keine Platz haben für so viele Babies. Und Papa sagt, er möchte nicht, daß ich dabei zugucke.“ Recht hat die Kleine.

Ich will hier auf keinen Fall der öffentlichen Kopulation das Wort reden, aber die Sexualität und das Lustempfinden sind nun mal schöpfungsgemäß, da führt kein Weg dran vorbei. Ein nackter Körper ist schön, es gibt keinen Grund, ihn zu verbergen. Sagt auch die Bibel im Buch „Hohelied“.

Deine zwo Brüste sind wie zwei junge Rehzwillinge, die unter den Rosen weiden.

Wie schön sind deine Brüste, meine Schwester, liebe Braut! Deine Brüste sind lieblicher denn Wein, und der Geruch deiner Salben übertrifft alle Würze

Dein Gewächs ist wie ein Lustgarten von Granatäpfeln, mit edlen Früchten, Zypern mit Narden. Dein Gewächs ist wie ein Lustgarten von Granatäpfeln, mit edlen Früchten, Zypern mit Narden, mit Safran, Kalmus und Zinnamen, mit allerlei Bäumen des Weihrauchs, Myrrhen und Aloes, mit allen besten Würzen.

Dein Nabel ist wie ein runder Becher, dem nimmer Getränk mangelt. Dein Bauch ist wie ein Weizenhaufen, umsteckt mit Rosen

Nun ja, würden wir heute etwas anders ausdrücken, aber es ist schon klar, was gemeint ist.

Und hierzu würde die Frau von heute wohl eher sagen: „knackiger Hintern“: Seine Beine sind wie Marmelsäulen, gegründet auf güldenen Füßen. Seine Gestalt ist wie Libanon, auserwählt wie Zedern.

Weiter sagt Sulamith von sich: Ich bin schwarz, aber gar lieblich, ihr Töchter Jerusalems, wie die Hütten Kedars, wie die Teppiche Salomos. Sehet mich nicht an, daß ich so schwarz bin; denn die Sonne hat mich so verbrannt.

Daß eine gesunde Hautfarbe schöner als ein käseweiß ist, wissen alle FKK-Anhänger schon lange.

Das Hohelied ist das einzige Buch der Bibel, in welchem „Gott“ nicht erwähnt wird.

Soweit die Bibel zum Thema Sex und Nacktheit. Das Alte Testament ist durchzogen von brutalen Szenen, die würden sie heute geschrieben, eine Welle der Empörung auslösen würden.


Bleiben noch vier Fragen:

1.Warum ruft Gott nur Adam allein?

2. Gab es keine größeren Blätter als die des Feigenbaumes ? Die sind nämlich ziemlich klein. 

3. Ist die Schamhaftigkeit nur für die primären Geschlechtsorgane vorgesehen? Schurze oder Schürzen bedecken ja nur die den Genitalbereich, weder Brust noch den Hintern.

4. Warum hat Adam nicht gesagt: "Frau, laß die Vitamine, brat mir die  Schlange!"


 


 


 


 

Schwerter zu Pflugscharen ( Micha 4,Vers 3 )

21:13, 13.04.2010

 Schwerter zu Pflugscharen

und Spieße zu Sicheln. Das stand zwar immer auf den riesigen Plakatwänden in der früheren DDR, ist kein Zitat aus dem Kommunistischen Manifest, sondern ein Bibelzitat aus Micha 4, Vers 3.  Hier der ganze Text, es ist eine Prophetie des Herrn an Micha:

In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des Herrn Haus ist, fest stehen, höher denn alle Berge, und über die Hügel erhaben sein, und die Völker werden dazu laufen,  und viele Heiden werden gehen und sagen: Kommt, laßt uns hinauf zum Berge des Herrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege und wir auf seiner Straße wandeln! Denn aus Zion wird das Gesetz ausgehen und des Herrn Wort aus Jerusalem.

 Er wird unter großen Völkern richten und viele heiden strafen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und werden nicht mehr kriegen lernen.
Ein jeglicher wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen ohne Scheu; denn der Mund des Herrn Zebaoth hat’s geredet.

Schwerter zu Pflugscharen wäre ja technisch gesehen nicht schwierig. Kalaschnikows in die Schrottpresse werfen auch nicht. Aber was machen wir mit den Atombomben ?
Wir alle freuen uns über die Abrüstung der Supermächte, keine Frage. Seit den vierziger Jahren haben sich  aberwitzige Mengen an nuklearem Sprengstoff angesammelt,  die man nun möglichst schnell beseitigen will. 

Wäre es herkömmlicher Sprengstoff, kein Problem. Man könnte einfach die Granaten oder Sprengköpfe nach und nach auseinander nehmen und den Inhalt  kontrolliert abfackeln. Bei thermonuklearen Sprengköpfen ist das leider nicht so einfach. 

Diese kann man zwar zerlegen, deren Inhalt, hochangereichertes Plutonium, aber nur in einem Kernreaktor  beseitigen.  Es gibt wirklich keine andere Möglichkeit, das Plutonium wieder von dieser Erde verschwinden zu lassen, sieht man mal von aberwitzigen Ideen ab, es in den Weltraum zu schießen.  Im Prinzip wäre es dann natürlich weg, vorausgesetzt, der Raketenstart glückt. Und man bekommt es aus der Erdumlaufbahn in Richtung Sonne oder jedenfalls weg aus unserem Sonnensystem. Mißglückt der Start, sollten wir uns wünschen, wir hätten niemals diesen Einfall gehabt. Nicht von ungefähr stand Pluto, römischer Gott der Unterwelt, für die Namensgebung  Pate.

Plutonium ist ein hochgiftiges, radioaktives Metall mit der Dichte 19,25.  Ein Plutoniumblock von der Größe einer 1-Liter Milchtüte wiegt folglich knapp 20 kg,  gerade das Freigepäck in der Touristenklasse. Viel Abschirmung bräuchte man nicht, da Plutonium als Alphastrahler keine große Durchdringungskraft hat. Die radioaktive Strahlung wird oft als Maß für die Gefährlichkeit eines Stoffes genommen,  das ist irreführend.  Bräuchte man für radioaktives Kobalt-60 der gleichen Menge einen Bleibehälter mit mindestens halbmeterdicken Wänden, würde für Plutonium ein  kleiner Edelstahltopf  voll ausreichen.  Kobalt-60 ist ein künstliches Isotop und  Gamma-Strahler mit hoher Durchdringungskraft.

 
Es sollten aber tunlichst nicht zu große Mengen in einen Topf getan werden, und schon gar keine 20 kg. Die kritische Masse von Plutonium liegt bei rund 5 kg,  kommt soviel hochangereichertes Waffenplutonium zusammen, startet einen nukleare Kettenreaktion.  Die genaue Menge hängt von der Geometrie ab,  umgibt man eine etwa tennisballgroße Plutoniumkugel mit einem Reflektor aus Beryllium, werden die Neutronen ins Innere des Balls reflektiert und man hat eine, nein keine Bombe, aber eine Waffe, die außerordentlichen Schaden anrichten kann, vorausgesetzt, die kritische Masse bleibt lange genug zusammen. Eine massive Stahlhülle würde dafür genügen.

Durch die einsetzende Kettenreaktion würde sich die Kugel sehr schnell erhitzen, um dann schließlich in einer tödlichen  Wolke zu explodieren.

Ein Experiment dazu ist  überliefert aus dem ersten Versuchen zur Atombombe in den USA: Ein Wissenschaftler wollte mit zwei unterkritischen Halbkugel aus Plutonium das langsame Kritischwerden demonstrieren. Er hielt beide in den Hände und brauchte sie vorsichtig zusammen ( damals war das Wort „Strahlenschutz“ noch unbekannt.) Aus Versehen kamen die Hälften glatt aufeinander zu liegen, und die Kettenreaktion startete. Die entstehende Hitze trieb die beiden Halbkugel allerdings sofort wieder auseinander, der Experimentator ließ sie dann fallen.  Wegen der sehr kurzen Zeit kam es  nicht einmal zu einer Schmelze, der kurze Strahlungsblitz war allerdings tödlich.

Um eine "richtige" Bombe zu bauen,  müßten mehrere unterkritische  Plutoniumsegmente simultan, d.h. exakt zur gleichen Zeit  ineinandergeschossen werden, eine technologisch recht anspruchsvolle Aufgabe, es geht um Mikrosekunden dabei. Dann erst würde die Kettenreaktion so schnell in Gang kommen, daß die innewohnende Kraft nach Einsteins Formel "Energie = Masse multipliziert mit dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit" freigesetzt wird, also eine richtige Atombombe explodiert. Werden die unterkritischen Einzelteile nicht genau gleichzeitig zusammengebracht, setzt die thermonukleare Reaktion bei Erreichen der kritischen Masse „langsam“ ein und treibt den Rest  wieder auseinander. 

Aber halten wir mal fest: 20 kg Plutonium abgezweigt aus  alten Sprengköpfen  werden in kleinen  Segmenten von Terroristen  in einem Labor zu einem oben beschrieben Sprengsatz zusammengebastelt. Dazu benötigt man Metallbearbeitungsmaschinen, die in einer „Glove-Box“ stehen und von außen bedienbar sind.  Plutoniumstaub, der beim Bearbeiten entsteht, ist hochgiftig, aber das wird einen echten Terroristen kaum stören. Ein Teil davon wird beim Öffnen entweichen und die Umgebung verseuchen, aber irgendwann ist der Sprengsatz fertig.  Technisch bedingt werden nicht die ganzen 20 kg gespalten werden, sondern insgesamt vielleicht 1 kg. Das entspräche der Sprengkraft von 20.000 ( kt) Tonnen herkömmlichen Sprengstoffs.

Er  wiegt nicht mehr als 100 kg mit der erforderlichen Technik und paßt in einen kleinen Wagen,  den ein Selbstmordattentäter dann an eine passende Stelle bringt.  Er selbst käme dabei natürlich ums Leben, aber das ist ja das Ziel eines Märtyers. Würde er die Bombe an einem exponierten Platz   zünden, wäre die radioaktive Verseuchung der ganzen Stadt   verheerend. Man schätzt  bei einer Stadt von 200.000 Einwohnern, daß einige tausend bei der Explosion zu Tode kommen, etwa 5000 - 10000 kurzfristig an Plutoniumvergiftung sterben werden, weitere 100.000 langfristig an Krebs. Natürlich sind auch die folgenden Generationen betroffen.

Die Halbwertszeit von Plutonium, genauer gesagt Pu-239, beträgt rund 24.000 Jahre, d.h. nach dieser Zeit ist erst die Hälfte der ursprünglichen Menge zerfallen. Das hochgiftige Material wird vom Körper als Aerosol über die Lunge  aufgenommen und in die Knochen eingebaut, wo es durch die abgebende Alphastrahlung Krebs auslöst. Man schätzt, genau messen läßt sich das logischerweise nicht, daß es rund 40 Jahre dauert, bis die Hälfte der aufgenommenen Menge den Körper wieder verlassen hat oder zerfallen ist.  Jeder  nach 1945  geborene Mensch hat übrigens rechnerisch einige Atome  Plutonium im Körper, von den bis  1962 üblichen  überirdischen  Bombentests. 
 
Aus der Inkorporation von  diesen winzigen Mengen auf eine zunehmende Krebsrate zu schließen, ist allerdings problematisch. Gibt es bei den Opfern von Hiroshima und  Nagasaki selbstverständlich direkte Zusammenhänge, ist das bei wenigen Atomen  in den Körpern "normaler" Menschen nicht faßbar. Grundsätzlich kann zwar ein einziges Alphateilchen eine Zelle so stark schädigen, daß sie entartet, aber es gibt eben keine meßbare Schwelle. 

Eine Plutoniumbombe hätte also etwa den Effekt der Nagasaki-Bombe ohne große physikalische Zerstörung, aber mit einer riesigen Anzahl an Spätfolgen durch verschiedene Krebsarten.  (die erste  Hiroshima-Bombe war keine Plutonium-, sondern eine Uraniumbombe.)

Vor 1900 hat man sich noch nicht allzuviele Gedanken über Krebs gemacht, nur die Fälle zur Kenntnis genommen, die eben da waren.  Und heute werden die Menschen immer älter,  damit werden Krebsfälle akut, die hundert Jahre vorher einfach nicht da waren, weil die Menschen mit 50 schon gestorben waren. Und Leukämie bei Kindern  war eben, sofern die Krankheit überhaupt erkannt wurde, unheilbar. 
Aus normalen Atomreaktoren kann übrigens über die Abluft kein Plutonium emittiert werden.

Wohin also nun mit dem Plutonium, damit es keinesfalls in die Hände von Terroristen fallen kann ?

Wie schon erwähnt, ist der einzige im Wortsinne bombensichere Weg die "Verbrennung" in einem  der Energiegewinnung dienenden Reaktor. Dabei wird das normale Pu-235 in den Brennstäben teilweise durch Plutonium-239-Oxid ersetzt. Durch die langsamen Neutronen im Reaktor wird nun das Pu-239 unter Energieabgabe  zerstört,  der Prozeß läßt sich auch nicht rückgängig machen. Es ist also nicht möglich, aus abgebrannten Mischoxidbrennstäben wieder waffenfähiges Plutonium zu gewinnen. Die beim Abbrand von Pu-239 entstehenden Produkte haben nur noch eine mittlere Halbwertszeit von  ca. 100 Jahren,  ein durchaus überschaubarer Zeitraum im Gegensatz zu den 24.000 Jahren des Plutoniums. Zu regeln wäre natürlich noch die Endlagerung der abgebrannten  Stäbe.

Der technische Aufwand für die Zerlegung von Plutonium-Sprengköpfen und die Verarbeitung zu Brennstäben ist natürlich sehr hoch, aber machbar. Es existierte sogar schon eine Fabrik in Hanau, die aber schon 1995 noch vor Inbetriebnahme aus politischen Gründen wieder stillgelegt wurde. 

Es ist zu fragen, ob den Verantwortlichen überhaupt klar geworden ist, daß sie damit weiter Plutonium auf dem Markt halten. Jedes Kilogramm, das in Reaktoren verbrannt wird, kann nicht mehr von Terroristen  oder nicht kontrollierbaren Staaten mißbraucht werden. Um es flapsig ausdrücken: Was weg ist, das ist weg, und zwar für immer. Plutonium selbst aus Uran gewinnen ist äußerst aufwendig und kann nur von Staaten durchgeführt werden, nicht von  kleinen Gruppen, auch wenn sie finanzstark sind.  Die erforderlichen technischen Einrichtungen sind, wie das Beispiel Nordkorea zeigt, sehr groß und nicht geheimzuhalten.

Die weitverbreitete Angst vor der  Radioaktivität  hat hier in eine Sackgasse geführt:   Wird eine Aufarbeitungsanlage nicht in Deutschland, sondern beispielsweise in Rußland gebaut, haben wir zwar das direkt Risiko aus unserem Garten entfernt, handeln  uns dafür aber neue Gefahren in der Nachbarschaft ein.  Der Unfall in Japan hat gezeigt, daß Schlamperei sehr schnell zu einem Unfall führen kann, in Tokaimura war, einfach gesagt,  zuviel Plutonium auf einen Haufen gekommen. 

Hinzu käme bei einer Aufarbeitung  in Rußland oder einer der früheren Sowjetrepubliken auch noch das Risiko des Diebstahls. Kalaschnikows kann man mittlerweile überall kaufen, es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch Waffenplutonium auf dem Schwarzmarkt auftaucht.  Und unterkrische Mengen in kleinen Edelstahltöpfen von Milchdosengröße sind wirklich absolut sicher in der Handhabung, vorausgesetzt, sie sind sauber verschweißt. Zehn Schmuggler stecken sich jeweils Töpfe mit 500 Gramm Plutonium in die Hosentaschen und ziehen los in Richtung Europa oder USA. Feinmechanische Werkstätten im Untergrund fertigen dort die Bombe und schicken die Selbstmordattentäter los. Für die Handhabung von Plutonium sind, wie erwähnt, keine aufwendigen Strahlenschutzlaboratorien notwendig, es reichen im Prinzip frei verkäufliche Handschuhkästen mit Filtereinrichtungen.  Nach erfolgter Benutzung  sind diese natürlich für die nächsten 100.000 Jahre verseucht, ebenso wie die Umgebung.

Mit dem Plutonium-Nuklid 241 kann man, das ist wenig bekannt, noch kleinere Bomben bauen. Diese müßten allerdings alle zwei Jahre neu befüllt werden, da sich wegen der kurzen Halbwertszeit zu viele Abfallstoffe bilden.
Plutonium ist übrigens  ein natürliches Element,  das allerdings nur durch Spaltung von Uran gebildet werden kann.  Es gibt einen wissenschaftlich belegten Beweis  dafür in Afrika:
Bei dem Naturreaktor Oklo in Gabun handelt es sich um eine Uranlagerstätte, in der durch natürlich entstandene Urankonzentration eine nukleare Kettenreaktion einsetzte. Die hohe Urankonzentration entstand vor ca. 2 Milliarden Jahren, also im Erdzeitalter des Proterozoikum. Der Kernreaktor war ca. 500.000 Jahre lang aktiv und setzte während dieses Zeitraums, bei einer thermischen Leistung von bis zu 100 kW, Energie im unteren dreistelligen TWh-Bereich frei. Das entspricht in etwa der Energiemenge, die ein durchschnittliches Atomkraftwerk in einem Zeitraum von 4 Jahren erzeugt. Im Zuge dessen wurden insgesamt mehrere Tonnen Uran nuklear gespalten und eine entsprechende Menge Plutonium erzeugt. ( Quelle: Wikipedia)
 

Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge.....Lukas 6,42

20:33, 3.04.2010

Die alten Männer in Rom haben es schon schwer: Da machen sie den Leuten seit Jahrhunderten detaillierte Vorschriften zu Sexualität und Ehe ( von denen die meisten nicht biblisch zu begründen sind ) und nun ist mal wieder die Presse Schuld, wenn es um Verfehlungen auf diesem Gebiet geht.

Ihr alten Männer, und auch Du, Bruder Benedikt:  nehmt doch zuerst den Balken aus Eurem Auge, bevor Ihr die Splitter in den Augen der anderen sucht. Ihr seid Heuchler vor dem Herrn, wisst nichts von Ehe und Sexualität und seid ein römischer Klüngel.  Der Zölibat ist unbiblisch und gilt ausdrücklich nur für den, der ihn freiwillig leben möchte.

Verheirate Priester sind viel weniger anfällig für sexuelle Abartigkeiten, die sind dann in etwa gleichauf mit dem Rest der Männerwelt, die natürlich auch nicht unfehlbar ist.  Und hat nicht Paulus gesagt: "Seid der Obrigkeit untertan, denn die Obrigkeit ist von Gott"! ( so hat Luther übersetzt, den Ihr ja sowieso nicht mögt).

Wie wäre es denn, wenn eine päpstliche Familie in Rom leben würde, als vorbildliches Beispiel? Gelebte Moral, nicht geheuchelte.

Jede Verfehlung eines Mitglieds Eurer Kirche, Bruder Benedikt, gehört vor die Obrigkeit!  Alles vertuschen macht es nur noch schlimmer. Die katholische Kirche gehört grundsaniert, damit  die Gläubigen wieder Respekt vor ihr haben.

Vo einem Erziehungsheim in der ehemaligen DDR erwartet niemand liebvolle Kindererziehung, von einem kirchlichen Institut schon. Deswegen ist der Fall umso tiefer, je höher der moralische Anspruch.

 

 

 

Gehet hin und lehret alle Völker

09:19, 27.02.2010

hat Jesus gesagt.  In Thailand ist das auf fruchtbaren Boden gefallen, obwohl es dem Reisenden auch auf den zweiten Blick nicht so scheinen will.  Thailand ist natürlich  ein buddhistisches Land, in welchem der König der oberste Hüter der Religion ist. Aber schon seine Vorgänger waren den christlichen Missionaren gegenüber sehr offen und haben große Ländereien für Schulen und Hospitäler zur Verfügung gestellt.

Ich komme gerade aus Chiang Mai, der zweitgrössten Stadt des Landes. Hier ist der christliche Einfluß unübersehbar, wie das  Prince Royal College als Beispiel zeigen mag.

Im Stadtteile Noongprateep  residiert die Voice of Peace , und verteilt über den ganzen Bezirk gibt es kleine Kirchen und Gemeindehäuser.  Das alles wird von den Thais selbst getragen, wenngleich hier und da noch einige ausländische Missionare tätig sind. Aber die braucht es eigentlich nicht mehr, im Gegenteil: wer könnte besser zu den Thais sprechen als einheimische Pastoren? Die Arbeit der ( leider manchmal überheblichen ) Missionare ist getan, hat Frucht gebracht.  Lassen wir die Thais jetzt die weitere Arbeit, die sie sehr gut und mit Erfolg tun.

Was wir brauchen, sind eigentlich thailändische Missionare in Deutschland. Hier leben rund 60.000 Thailänderinnen, dazu eine unbekannte Anzahl illegal. Hier ist ein weites Feld, das mangels Ausbildung von deutschen Seelsorgern nur unter Schwierigkeiten beackert werden kann. Saisampan ist ein Anfang.

David gegen Goliath - Größe ist nicht alles! 1.Samuel 17 ff

21:45, 24.01.2010

 David gegen Goliath

Eine 3000 Jahre alte Scherbe könnte ein Beleg für den in der Bibel geschilderten Kampf zwischen David und Goliath sein. Wie das Magazin GEO in der Juli-Ausgabe von 2006 berichtet, fanden Archäologen in der einstigen Philisterstadt Gath eine Tonscherbe mit dem indo-europäischen Namen „Goliath“, geschrieben in früher semitischer Schrift.

Heute freuen wir uns immer wieder, wenn ein kleiner David den großen Goliath irgendwie besiegt oder ihm wenigstens eins auswischt. Aber wie war das denn damals eigentlich?  Was ist vor rund 3000 Jahren passiert?

Goliath, hebräisch: גָּלְיָת‎, aus Gath ist der Name eines riesigen Kriegers der Philister aus dem Tanach, dem Alten Testament der Bibel.

Die Philister, hebräisch: פְלִשְׁתִּים  pelištīm,  waren ein Volk, das um 1175 v. Chr. die Küste des historischen Palästina bewohnte. Die hatten nun irgendwas gegen Israel und wollten Krieg.

Es heißt in der Bibel:

Die Philister sammelten ihre Heere zum Streit und kamen zusammen zu Socho in Juda und lagerten sich zwischen Socho und Aseka bei Ephes-Dammim. Aber Saul ( der zu der Zeit König war ) und die Männer Israels kamen zusammen und lagerten sich im Eichgrunde und rüsteten sich zum Streit gegen die Philister. Und die Philister standen auf einem Berge jenseits und die Israeliten auf einem Berge diesseits, daß ein Tal zwischen ihnen war. Da trat aus den Lagern der Philister ein Riese mit Namen Goliath von Gath, sechs Ellen und eine Handbreit hoch, und er hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und einen schuppendichten Panzer an, und das Gewicht seines Panzers war fünftausend Lot Erz, und hatte eherne Beinharnische an seinen Schenkeln und einen ehernen Schild auf seinen Schultern.

Wieviel nun ein Lot war, ist nicht mehr ganz genau nachvollziehbar, aber  es werden um die 10-18 Gramm gewesen sein. Sein Panzer wog also wahrscheinlich an die  50 Kilogramm,  denn mit viel mehr könnte sich auch ein Riese nicht mehr bewegen.

Und der Schaft seines Spießes war wie ein Weberbaum, und das Eisen seines Spießes hatte sechshundert Lot Eisen; und sein Schildträger ging vor ihm her. Und er stand und rief zu dem Heer Israels und sprach zu ihnen: Was seid ihr ausgezogen, euch zu rüsten in einen Streit? Bin ich nicht ein Philister und ihr Sauls Knechte? Erwählt einen unter euch, der zu mir herabkomme. Vermag er wider mich zu streiten und schlägt mich, so wollen wir eure Knechte sein; vermag ich aber wider ihn und schlage ihn, so sollt ihr unsre Knechte sein, daß ihr uns dient. 
 
Wir wissen, daß die Menschen damals deutlich kleiner waren als heute, dieser Saul muß also wirklich furchterregend gewirkt haben. Und der Schreiber hat sicher noch ein wenig draufgelegt, um den großen Sieg Davids herauszustellen.

Da Saul und ganz Israel diese Rede des Philisters hörten, entsetzten sie sich und fürchteten sich sehr. David aber war eines Mannes Sohn von Bethlehem, der hieß Isai; der hatte acht Söhne und war ein alter Mann zu Sauls Zeiten und war betagt unter den Männern.

Wenn nun der Geist Gottes über Saul kam, so nahm David die Harfe und spielte mit seiner Hand; so erquickte sich Saul, und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm.

Und die drei ältesten Söhne Isais waren mit Saul in den Streit gezogen und hießen mit Namen: Eliab, der erstgeborene, Abinadab, der andere, und Samma, der dritte. 

Isai aber sprach zu seinem Sohn David: Nimm für deine Brüder dieses Epha geröstete Körner und diese zehn Brote und lauf ins Heer zu deinen Brüdern, und diese zehn frischen Käse und bringe sie dem Hauptmann und besuche deine Brüder, ob's ihnen wohl gehe, und nimm, was sie dir befehlen. Saul aber und sie und alle Männer Israels waren im Eichgrunde und stritten wider die Philister. Da machte sich David des Morgens früh auf und ließ die Schafe dem Hüter und trug und ging hin, wie ihm Isai geboten hatte und kam zur Wagenburg.

Da ließ David das Gefäß, das er trug, unter dem Hüter des Gerätes und lief zum Heer und ging hinein und grüßte seine Brüder. Und da er noch mit ihnen redete, siehe, da trat herauf der Riese mit Namen Goliath, der Philister von Gath, aus der Philister Heer und redete wie vorhin, und David hörte es.

Aber jedermann in Israel, wenn er den Mann sah, floh er vor ihm und fürchtete sich sehr. Und jedermann in Israel sprach: Habt ihr den Mann gesehen herauftreten? Denn er ist heraufgetreten Israel Hohn zu sprechen. Und wer ihn schlägt, den will der König sehr reich machen und ihm seine Tochter geben und will seines Vaters Haus freimachen in Israel.

Da sprach David zu den Männern, die bei ihm standen: Was wird man dem tun, der diesen Philister schlägt und die Schande von Israel wendet? Denn wer ist der Philister, dieser Unbeschnittene, der das Heer des lebendigen Gottes höhnt?

Da sagte ihm das Volk wie vorhin: So wird man tun dem, der ihn schlägt. Und Eliab, sein ältester Bruder, hörte ihn reden mit den Männern und ergrimmte mit Zorn wider David und sprach: Warum bist du herabgekommen? und wem hast du die wenigen Schafe dort in der Wüste gelassen? Ich kenne deine Vermessenheit wohl und deines Herzens Bosheit. Denn du bist herabgekommen, daß du den Streit sehest.

David antwortete: Was habe ich dir nun getan? Ist mir's nicht befohlen? und wandte sich von ihm gegen einen andern und sprach, wie er vorhin gesagt hatte. Da antwortete ihm das Volk wie vorhin. Und da sie die Worte hörten, die David sagte, verkündigten sie es vor Saul, und er ließ ihn holen.

Und David sprach zu Saul: Es entfalle keinem Menschen das Herz um deswillen; Dein Knecht soll hingehen und mit dem Philister streiten. Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen wider diesen Philister, mit ihm zu streiten; denn du bist ein Knabe, dieser aber ist ein Kriegsmann von seiner Jugend auf.

David aber sprach zu Saul: Dein Knecht hütete die Schafe seines Vaters, und es kam ein Löwe und ein Bär und trug ein Schaf weg von der Herde; und ich lief ihm nach und schlug ihn und errettete es aus seinem Maul. Und da er sich über mich machte, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn und tötete ihn. Also hat dein Knecht geschlagen beide, den Löwen und den Bären. So soll nun dieser Philister, der Unbeschnittene, sein gleich wie deren einer; denn er hat geschändet das Heer des lebendigen Gottes.

Und David sprach: Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister. Und Saul sprach zu David: Gehe hin, der HERR sei mit dir!

Und Saul zog David seine Kleider an und setzte ihm seinen ehernen Helm auf sein Haupt und legte ihm seinen Panzer an.  Und David gürtete sein Schwert über seine Kleider und fing an zu gehen, denn er hatte es nie versucht.

Der arme David. Ein schmächtiger, hübscher Hirtenjunge trägt zum ersten Mal im Leben einen Panzer und fällt wahrscheinlich vornüber. Aber er weiss, was er will:

Da sprach David zu Saul: Ich kann nicht also gehen, denn ich bin's nicht gewohnt, und legte es von sich und nahm seinen Stab in seine Hand und erwählte fünf glatte Steine aus dem Bach und tat sie in seine Hirtentasche, die er hatte, und in den Sack und nahm die Schleuder in seine Hand und machte sich zu dem Philister. 

Und der Philister ging auch einher und machte sich zu David und sein Schildträger vor ihm her. Da nun der Philister sah und schaute David an, verachtete er ihn; denn er war ein Knabe, bräunlich und schön.  

Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, daß du mit Stecken zu mir kommst? und fluchte dem David bei seinem Gott  und sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch geben den Vögeln unter dem Himmel und den Tieren auf dem Felde! 

Ziemlich große Klappe, der Philister, sowas war ihm noch nicht vorgekommen.

Ich will dich mit den Fischen aus deinen Wassern in die Wüste wegwerfen; du wirst aufs Land fallen und nicht wieder aufgelesen noch gesammelt werden, sondern den Tieren auf dem Lande und den Vögeln des Himmels zur Speise werden.
David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Spieß und Schild; ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth, des Gottes des Heeres Israels, das du gehöhnt hast.

Heutigestages wird dich der HERR in meine Hand überantworten, daß ich dich schlage und nehme dein Haupt von dir und gebe die Leichname des Heeres der Philister heute den Vögeln unter dem Himmel und dem Wild auf Erden, daß alles Land innewerde, daß Israel einen Gott hat, und daß alle diese Gemeinde innewerde, daß der HERR nicht durch Schwert noch Spieß hilft; denn der Streit ist des HERRN, und er wird euch geben in unsre Hände. Da sich nun der Philister aufmachte und daherging und nahte sich zu David, eilte David und lief auf das Heer zu, dem Philister entgegen.

Nun, wahrscheinlich  hat sich David nicht so kompliziert ausgedrückt.

Und David tat seine Hand in die Tasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte und traf den Philister an seine Stirn, daß der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein Angesicht. Also überwand David den Philister mit der Schleuder und mit dem Stein und schlug ihn und tötete ihn. Und da David kein Schwert in seiner Hand hatte, lief er und trat zu dem Philister und nahm sein Schwert und zog's aus der Scheide und tötete ihn und hieb ihm den Kopf damit ab. Da aber die Philister sahen, daß ihr Stärkster tot war, flohen sie.

Und die Männer Israels und Juda's machten sich auf und riefen und jagten den Philistern nach, bis man kommt ins Tal und bis an die Tore Ekrons. Und die Philister fielen erschlagen auf dem Wege zu den Toren bis gen Gath und gen Ekron. Und die Kinder Israel kehrten um von dem Nachjagen der Philister und beraubten ihr Lager. David aber nahm des Philisters Haupt und brachte es gen Jerusalem; seine Waffen aber legte er in sein Hütte. Da aber Saul David sah ausgehen wider die Philister, sprach er zu Abner, seinem Feldhauptmann: Wes Sohn ist der Knabe? Abner aber sprach: So wahr deinen Seele lebt, König, ich weiß es nicht.

Soweit also die Geschichte von David und Goliath.  Für David er Anfang einer großen Karriere, zum Schluß wird er König von Israel sein. 

....der werfe den ersten Stein ( Johannes 8, 2-11 )

20:33, 18.01.2010

 Jesus verließ die Stadt und ging zum Ölberg, aber schon am nächsten Morgen war er wieder im Tempel. Viele Menschen drängten sich um ihn. Er setzte sich, und begann, sie zu unterrichten.

Da schleppten die Pharisäer und Schriftgelehrten eine Frau heran, die beim Ehebruch ertappt worden war, stießen sie in die Mitte, damit sie jeder sehen konnte, und sagten zu Jesus: "Diese Frau wurde beim Ehebruch überrascht. Wenn wir das Gesetz des Mose befolgen, müssen wir sie steinigen. Was meinst Du dazu?"

Das war eine Fangfrage. Sie suchten nämlich einen Anlaß, um Jesus anklagen zu können.Nach einer Weile, sie wurden schon ungeduldig, sagte er zu ihnen. "Nun, steinigt sie! Aber den ersten Stein soll der werfen, der selbst noch nie gesündigt hat!"

Einer nach dem andern schlichen sie davon. Als alle weg waren, sagte Jesus zu der Frau: „Hat dich denn keiner verurteilt ?"

"Nein", Rabbi, anwortete sie.

"Dann will ich dich auch nicht verurteilen. Geh und sündige nicht noch einmal."  (So steht es im Evangelium nach Johannes).

Was war das Gesetz des Moses, auf das sich die Gelehrten bezogen?

Nach dem Auszug aus Ägypten gibt Gott den Israeliten unter anderem das Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen!"  Es heißt ganz präzise im 3.Buch Mose, Kapitel 20: "Wenn ein Mann mit der Frau eines anderen Israeliten die Ehe bricht, sollen beide getötet werden." Welche Todesart zu verhängen ist, steht dort nicht, etwas später wird aber die Steinigung für Totenbeschwörer und Wahrsager vorgeschrieben.

Wie diese und andere Strafen in Zusammenhang mit dem Wort Gottes ein Kapitel zuvor zu sehen sind, ist mir nicht ganz klar: "Räche dich nicht und sei nicht nachtragend, liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!" 

Seitdem wird für Ehebrecherinnen die Steinigung als Strafe vollzogen. Von Ehebrechern ist dagegen eher selten die Rede, nur von Gotteslästerern.

Bei Verdacht auf Ehebruch werden die bedauernswerten Frauen einer Probe unterzogen: sie müssen Wasser trinken, das ein Priester zuvor mit einem Fluch präpariert hat. Ist sie schuldig, wird ihr Bauch sich aublähen und sie fürchterliche Schmerzen leiden, außerdem wird sie unfruchtbar.

Ist sie unschuldig, wird ihr das Wasser nicht schaden. Der bekannteste Ehebrecher in der Bibel war König David, der Bathseba, die Frau seines Feldherrn Uria begehrte und zu sich nahm, Uria schickte er in ein Todeskommando.  Das mosaische Gesetzt galt offensichtlich nur für das niedere Volk.

Die Steinigung war und ist eine sehr blutige Angelegenheit. Das Opfer wird mit gefesselten Armen bis zum Bauch in die Erde eingegraben. 

Dann stellen sich die Vollstrecker ringsum auf, nachdem sie ihre Überkleider abgelegt haben. ( Die Steinigung des Stephanus, Apostelgeschichte )

Die Größe der Steine wurde so gewählt, das sie dem Opfer wohl Verletzungen zufügten, aber nicht so groß, das es schon von einem einzigen Stein zu Tode kam. Dann wurde begonnen, das Opfer zu bewerfen, bis es unter einem Haufen Steine begraben lag. War ein mitleidiger Vollstrecker dabei, falls man hier überhaupt von Mitleid reden kann, tötete er das Opfer mit seinem letzten Stein, andernfalls es unter dem Haufen qualvoll verblutete.

Jesus hebelte nun mit seinen Worten auf geniale Weise die Gelehrten aus, die ihn auf die Probe stellen wollten. Er hatte ja von sich gesagt: "Ich bin gekommen, das Gesetz zu erfüllen." Wie auch in allen anderen Auseinandersetzungen mit den Würdenträgern der damaligen Zeit findet er einen Weg, das das Gesetz zu achten, aber trotzdem die Liebe zu leben, die er predigte.

Die Steinigung ist auch heute noch eine angewandte Todesstrafe in fundamentalistisch-islamischen Ländern. Diese Länder, die die sogenannte Scharia als Gesetz haben, vollziehen die menschenverachtenden Strafen wie Auspeitschen, Steinigung und Amputation mit der Begründung, dies sei göttliches Gesetz. 

Allerdings steht im Koran nichts davon, und Scharia heißt soviel wie "der Weg zur Quelle ( in der Wüste)", also im übertragenen Sinne "der richtige Weg".  In Sure 2,256 steht:"Es gibt keinen Zwang in der Religion"

 Daß die Steinigung an der indonesischen Haushaltshilfe vollzogen wird und nicht am Ehemann, der seine Frau betrogen hat, sei nur am Rande erwähnt. 

 Songtext Udo Jürgens "der werfe den ersten Stein"

Zustände wie in Sodom und Gomorrha 1 Mose 20 ff.

17:02, 9.01.2010

Sodom und Gomorrha waren zwei Städte, die in der Genesis, also dem ersten
Buch Mose, erwähnt werden. Am Ufer des Toten Meeres in Israel gibt es heute
ein Industriegebiet mit dem Namen „Sodom“. Dort werden die Mineralien des
Sees verarbeitet und abgepackt. dies hat aber mit Sicherheit nichts mit dem
biblischen Sodom zu tun, über welches Gott in Vers 20 des 1. Buch Mose sagt:


"harte Anschuldigungen habe ich über die Menschen von Sodom und
Gomorrha vernommen. Sie sollen ein abscheuliches Leben führen.
Ich gehe jetzt dorthin, um selbst nachzusehen, ob diese schweren Vorwürfe
wirklich zutreffen."


Die Verfehlungen der Einwohner werden nicht näher beschrieben an dieser
Stelle, müssen aber recht schlimm gewesen sein. Gott will sich vor Ort selbst
davon überzeugen.


Sodomie ist heute ein Synonym für den Geschlechtsverkehr mit Tieren. Es
scheint mir unlogisch, daß ausgerechnet Stadtbewohner Unzucht mit Tieren
treiben sollen, wo doch hierfür eher die Hirten und Viehzüchter anfällig wären,
zumindest deren Jungmänner, die wohl nach Wochen der Einsamkeit draußen
sich im Samenkoller schon mal an einem Schaf vergriffen.

In den USA wird Sodomie heutzutage mit Homosexualität gleichgesetzt.

Bemerkenswerterweise wurde erst im Jahre 2003 vom US-Supreme Court das Sodomiegesetz in Texas als verfassungswidrig aufgehoben.

Diese Entscheidung führt zur Unwirksamkeit der Sodomiegesetze in allen amerikanischen Bundesstaaten, in denen solche bis dahin noch bestehen. 2007 lehnt es die Republikanische
Mehrheit des Parlaments von Utah immer noch ab, über einen Antrag auf endgültige Streichung des ungültigen Sodomiegesetzes zu diskutieren


Wie auch immer, die Sodomiter müssen sich ziemlich schlimm aufgeführt
haben, weil Gott selbst sie nun vernichten will. Bemerkenswert an dieser
Bibelstelle sind zwei Dinge:

Erstens: Gott will sich vergewissern, ob es wirklich so ist.


Zweitens: Abraham, zu dem er spricht, feilscht nun mit ihm: "wenn denn
fünfzig Unschuldige in der Stadt sind, willst Du sie vernichten?"
Gott verneint, und zum Schluß hat Abraham den Herrn auf ganze zehn
Unschuldige heruntergehandelt!

Diese Zahl ist im Judentum sehr bedeutsam,
denn erst wenn 10 Männer zusammenkommen, kann ein wirklicher
Gottesdienst gefeiert werden.


Es heißt in 1. Mose 18, Vers 20:
Und der HERR sprach: Es ist ein Geschrei zu Sodom und Gomorra, das ist
groß, und ihre Sünden sind sehr schwer. Darum will ich hinabfahren und
sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist,
oder ob's nicht also sei, daß ich's wisse.


Da fuhr der HERR hernieder, daß er sähe die Stadt und den Turm, die die
Menschenkinder bauten.


Anmerkung: Das ist wortwörtlich der gleiche Satz wie in Kapitel 11, als der
Herr herabfährt nach Babel, um den Turmbau dort anzusehen.


Es mögen vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die
umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin
wären? Das sei ferne von dir, daß du das tust und tötest den Gerechten mit dem
Gottlosen, daß der Gerechte sei gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir,
der du aller Welt Richter bist! Du wirst so nicht richten. Der HERR sprach:
Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihrer willen
dem ganzen Ort vergeben.


Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden zu
reden mit dem HERRN, wie wohl ich Erde und Asche bin. Es möchten
vielleicht fünf weniger den fünfzig Gerechte darin sein; wolltest du denn die
ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin
fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben. Und er fuhr fort mit ihm zu
reden und sprach: Man möchte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach:
Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen. Abraham sprach: Zürne nicht,
HERR, daß ich noch mehr rede. Man möchte vielleicht dreißig darin finden. Er
aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun.


Und so handelte Abraham immer weiter bis auf 10 gerechte Leute in der Stadt.


Gott wurde begleitet von zwei Engeln, die verließen Abraham nun und gingen
nach Sodom des Abends; Lot ( das ist der Neffe Abrahams ) aber saß zu Sodom
unter dem Tor. Und da er sie sah, stand er auf, ihnen entgegen, und bückte sich
mit seinem Angesicht zur Erde und trat zu ihm und und sprach: Siehe, liebe
Herren, kehrt doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibt über Nacht; laßt
eure Füße waschen, so steht ihr morgens früh auf und zieht eure Straße. Aber
sie sprachen: Nein, sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben. Da
nötigte er sie sehr; und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er
machte ihnen ein Mahl und buk ungesäuerte Kuchen; und sie aßen.


Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das
ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden, und forderten Lot
und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese
Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen.


( Luther verwendet dieses „erkennen“ für Geschlechtsverkehr haben, in anderen
Übersetzungen heißt es „sie wollten sich über sie hermachen“)


Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter sich zu und
sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel! Siehe, ich habe zwei Töchter, die
haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut
mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern tut nichts, denn darum sind
sie unter den Schatten meines Daches eingegangen.


Bemerkenswert: Die Gastfreundschaft steht im also wesentlich höher als seine
eigenen Töchter!


Sie aber sprachen: Geh hinweg! und sprachen auch: Du bist der einzige
Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich übler plagen denn
jene. Und sie drangen hart auf den Mann Lot. Und da sie hinzuliefen und
wollten die Tür aufbrechen, griffen die Engel hinaus und zogen Lot hinein zu
sich ins Haus und schlossen die Tür zu. Und die Männer vor der Tür wurden
mit Blindheit geschlagen, klein und groß, bis sie müde wurden und die Tür
nicht finden konnten.


Am nächsten Morgen sagen die Engel des Herrn zu Lot, daß er nun unbedingt
fliehen müsse, mit seiner Frau und seinen Töchtern, weil der Herr die Städte
nun zerstören wolle. Er ist störrisch, da packen sie alle bei den Händen und
führen sie fort.


"Schaut nicht zurück!" befiehlt ein Engel, "wer zurückschaut muß sterben."
Nun waren es wohl doch keine zehn Unschuldige, die Gott in den Städten
gefunden hatte, und sein Zorn ist nicht zu stoppen.
Bei Sonnenaufgang kam Lot mit seiner Familien in der kleinen Stadt Zoar, weit
außerhalb Sodoms an.


Da ließ der Herrn Feuer und Schwefel vom Himmel herabfallen, und die Städte
Sodom und Gomorrha wurden völlig vernichtet, zusammen mit anderen Städten
der Jordanebene.


Lots Frau, die neugierig zurückschaute, erstarrte vor Schreck zur Salzsäule. Bis
heute hat sich keine Spur der beiden Städte gefunden, aber in der Erinnerung
haben die Städte überlebt, Sodom allein als Sinnbild für das
schlechtestmögliche Verhalten, zu dem Menschen fähig sind, wenngleich das
ganz offensichtlich hier im mit sexuellem Bezug gemeint ist.

Gedanken zum Dreikönigstag

20:58, 27.12.2009

 „Es reicht mir“ brüllte der bärtige Mann in dem nicht mehr ganz sauberen Gewand seine Mitreisenden an. „Wir sind jetzt drei Monate unterwegs, zweimal von Räubern überfallen worden, unser Geld ist fast alle und wir laufen immer noch einem Stern hinterher, dem wir nie erreichen werden.“

Vor der Karawanserei in Beth-Lehem stand eine Gruppe von Reisenden. Sie bestand aus drei offensichtlich weitgereisten Männern, deren Kleidung die lange Reise anzusehen war. Als Reittiere hatten sie Kamele dabei, die ein  Knecht gerade von ihrem Gepäck befreite.„Erst sind wir diesem verfluchten Stern bis Jerusalem gefolgt, dann bis zu diesem Dorf hier und was nun? Wo ist der neugeborene König denn? Ich sage euch, wir sind einem Hirngespinst gefolgt. Drei Monate für nichts und wieder nichts. Und jetzt dürfen wir mal wieder draußen übernachten, weil anscheinend alle Welt hier Rast machen will und morgen früh hat man uns garantiert den Rest vom Gepäck geklaut! Was schaut ihr mich so blöd an?“

Er hielt inne mit Schimpfen, denn seine Gefährten sahen nicht ihn an, sondern an ihm vorbei. Ein merkwürdiges Kribbeln erfaßte ihn und er drehte sich um, seine Hand fuhr an den Gürtel, wo das Schwert hing. Mehr als einmal hatte er sich gegen Räuber und Diebe wehren müssen.

Eine Gestalt stand vor ihm, in eine dunkle Djellaba gehüllt und den Kopf mit einer Kapuze bedeckt. Sein Gesicht lag im Dunkeln, denn der Stern, dem sie nun so lange gefolgt waren stand genau in seinem Rücken und funkelte besonders hell.

„Fluche nicht dem Stern, der euch geführt hat, du bist am Ziel, mein Freund,“ sagte die Gestalt mit einer leisen, aber kraftvollen Stimme. „Kommt mit mir, ich werde euch etwas zeigen. Nehmt, was ihr mitgebracht habt, aber laßt euren Knecht das Gepäck bewachen“ Die Gestalt drehte sich um und die drei Reisenden folgten. Sie gingen um die völlig überfüllte Herberge herum, traten hier auf einen Mantel und stolperten dort über ein Gepäckstück, was immer mit  einem Fluch der jeweiligen Besitzer quittiert wurde.   Wer nicht das Glück hatte, im inneren einen Platz zu finden, lagerte mit all seinem Gepäck draußen bei den Kamelen oder Eseln.  Es war hier ein Geschrei und Gezeter,  dort  Kinderweinen und Geschimpfe.  Wie es hieß, hatten die römischen Besatzer die Idee zu einer großen Volkszählung gehabt,  eine sichere Methode, um noch mehr Steuern aus einem Land zu pressen.

Sie kamen an ein schweres Holztor, das von einem Hausknecht bewacht wurde. Der blickte die Gestalt an, zögerte einen Augenblick und öffnete dann ohne weiter zu fragen das Tor, um es nach den   Reisenden schnell wieder zu schließen. Sie kamen in den Stall der Herberge, das konnte man riechen. Aber immer noch besser als der Gestank draußen, dachte der Bärtige, dieses Gemisch aus Kamelmist und ungewaschenen Leuten, durchdrungen von gebratenem Fleisch, das auch schon eine längere Reise hinter sich hatte. Über allem lag der scharfe Geruch von verbrennendem Kamelmist, dem einzigen Feuermaterial, das die Leute hatten.

In dem Moment, wo der Knecht die Tür hinter ihnen schloß, verebbte der Krach von draußen schlagartig.

Es war merkwürdigerweise nicht dunkel im Stall, obwohl nur eine einzige Öllampe brannte. Das Licht kam von keiner bestimmten Stelle, es war einfach da. Und im Schein dieses Lichtes lagerten ein Mann und eine Frau, diese  mit einem Kind an der Brust.

Die Gestalt, der sie gefolgt waren, zeigte auf das Kind, drehte sich um und war verschwunden, noch ehe sie sein Gesicht gesehen hatten. Die drei Reisenden wußten, daß sie am Ziel waren, am Ende ihrer langen Reise. Sie verbeugten sich vor der Mutter mit dem Kind, knieten dann nieder und öffneten ihre Taschen. Es waren keine großen Reichtümer, die sie mitgebracht hatten, denn Sterndeuter wurden nicht unbedingt gut bezahlt im Zweistromland. Aber ihre Gaben waren doch sehr wertvoll für die kleine Familie: Einige Goldstücke, die wenig später die Flucht nach Ägypten finanzieren sollten, das Harz des Weihrauchstrauches und Myrrhen als Heilmittel.

Lag es an ihren mangelnden Sprachkenntnissen oder an der ganzen merkwürdigen Situation ? Dies sollte also der neue König der Juden sein, der von Gott Gesandte? Die Mutter erzählte, was ihr geschehen war, der Vater konnte nicht viel mehr beisteuern. Kein Zweifel, der Stern hatte es angekündigt, aber es blieb doch rätselhaft. Nun gut, ihr Auftrag war erfüllt, sie zogen sich nach Austausch einiger Höflichkeiten zurück, um bei ihren Kamelen das Nachtlager einzurichten.

Als sie die schwere Tür öffneten, durch die sie auch gekommen waren, meinten sie leisen Gesang zu hören. Aber dann schlug ihnen schon das Geschrei der Menschen und Tiere entgegen, wo sollte hier schon jemand singen ?

Shabbat Shalom - du sollst den Feiertag heiligen 2. Mose 20,11

17:36, 2.12.2009

Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was drinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn.

Hat uns nun sogar das Verfassungsgericht bestätigt. Naja, nicht wörtlich, der Sonntag soll zur seelischen Erbauung dienen, heißt es in der Urteilsbegründung, in der der die maßlosen Sonntagsverkaufszeiten abgewatscht wurden.

Der Herr befahl Mose, den Israeliten folgendes weiterzusagen:

Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Das sind die Feste des Herrn, die ihr heilig und meine Feste heißen sollt, da ihr zusammenkommt.
Sechs Tage sollst du arbeiten; der siebente Tag aber ist der große, heilige Sabbat, da ihr zusammenkommt. Keine Arbeit sollt ihr an dem tun; denn es ist der Sabbat des Herrn  in allen euren Wohnungen.  (3.Mose 23)

Das Wort  Schabbat , jiddisch Schabbes, bedeutet soviel wie Ruhe-Pause.  

Du sollst den Sabbat heiligen, und wenn du das nicht tust, mußt du sterben! Auf Sabbatschändung stand die Todesstrafe, wie im Übrigen auch auf viele andere Übertretungen des Gesetzes.

Jesus heilt am Sabbat einen Kranken, daraufhin wird er natürlich von den Gesetzeshütern angegriffen. Die Bibelstelle lautet wie folgt:

Und es begab sich, daß er ( Jesus ) kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer  auf einen Sabbat, das Brot zu essen. Und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm,  der war wassersüchtig.
Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern  und sprach: Ist’s auch recht, auf den Sabbat heilen?
Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn und ließ  ihn gehen.

Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein  Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht  am Sabbattage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. ( Lukas 14,1-6)

Nach jüdischem Brauch dürfen die Knaben am Sabbat beschnitten werden,  dieses Gesetz hat Vorrang vor der Sabbatruhe. weil das Kind ja auch an einem Sabbat geboren wurde ( also genau 8 Tage vorher )

Ist denn der Sabbat für den Menschen da, oder der Mensch für den Sabbat, fragt Jesus seine Gegner, ohne wirklich eine Antwort zu erwarten.

Freitagabend - kurz vor Sonnenuntergang: Weil am Sabbat Feuermachen verboten ist, entzündet die Frau des Hauses (oder ihre Tochter, wenn sie schon religionsmündig  ist) die beiden Sabbatkerzen. Sie stecken in einem Leuchter, der auf dem weiß gedeckten Tisch steht. Die Frau hält ihre Hände erst über die Kerzen und dann vors Gesicht. Sie spricht den Sabbatkerzen-Segen. Das Haus ist festlich hergerichtet, drei Mahlzeiten sind vorbereitet. Der Sabbat beginnt. Die Familie versammelt sich frisch gewaschen und umgezogen. 

Zuvor hat die Familie den Eintritt des Sabbats mit einem feierlichen Abendgebet in der Synagoge begangen. Bei den letzten Zeilen des berühmten Sabbatlieds haben sich alle symbolisch zur Tür gewendet, um die "Königin Sabbat"  eintreten zu sehen. "Shabbat Schalom", einen "Sabbat des Friedens" wünschen sich die Gottesdienstbesucher am Ausgang.


Wieder zu Hause segnet der Vater seine Kinder. Eine kleine Kanne mit Wasser steht für das rituelle Händewaschen bereit. Je dreimal gießt man sich Wasser über die linke und die rechte Hand. Wenn der Vater orthodox ist, singt er sogar die biblische Aufzählung der "Tugenden der tüchtigen Hausfrau". Er spricht das Kiddusch-Gebet und den Segen über den bis zum Rand gefüllten Becher Wein und reicht ihn dann herum.


Danach nimmt er die Decke von den Sabbatbroten (Challa). Die Challa ist eine Art Hefezopf, manchmal bestreut mit Mohn oder Sesam. Der Hausherr spricht den Brotsegen und reicht jedem ein mit Salz bestreutes Stück Brot. Ob das Leben üppig oder karg ist, es gibt immer Grund zur Dankbarkeit.
Der folgende Morgen wird durch zwei aufeinander folgende Gottesdienste strukturiert, am späten Nachmittag folgt ein weiterer. Im Zentrum dieses Tages stehen die heiligen Schriften, die Thoralesung in der Synagoge, die Auslegung, die Diskussion, das Selbststudium. Alles geschieht jedoch möglichst unangestrengt, der Ruhe und Harmonie des Sabbats angemessen.


Der Sabbat geht zur Neige, wenn am Samstagabend die ersten drei Sterne am Himmel zu sehen sind. Es folgt die Hawdala, die "Trennung" zwischen dem heiligen Tag und dem Rest der Woche. Eine offene, silberne Dose mit wohlriechenden Kräutern wird herumgereicht (Bessamimbüchse). Ein Segen folgt, denn Gott hat auch die herrlichen Düfte geschaffen. Man wird erinnert an das Schöne in der Welt, um den Schmerz des Abschieds vom Sabbat zu lindern.

Eine dünn geflochtene Hawdala-Kerze wird entzündet, denn jetzt ist Feuermachen wieder erlaubt. Die Hände werden damit beleuchtet, sie sollen wieder anpacken und arbeiten. Die Kerze wird dann in einem Tropfen verschütteten Weines gelöscht.
Der Sabbat – ein freier Tag in der Woche - ist wohl das größte Geschenk der Juden an die Welt. Zur Erinnerung an Gottes Ruhetag während der Schöpfung und an die Befreiung Israels sollen Juden den Sabbat heiligen, so die beiden biblischen Begründungen. Das Sabbatgebot ist eines der Zehn Gebote, die Mose von Gott empfing und hat daher für alle jüdischen Richtungen eine bindende Bedeutung, auch wenn der Grad, in dem man die einzelnen Sabbat-Regeln befolgt, sehr verschieden sein kann. Im geistigen Sinne dient der Sabbat der inneren Ruhe, der Einkehr und der Harmonie mit der Umwelt. Er ist Kern der Woche und des Lebens, ein Zentrum zu dem man immer wieder gerne zurückkehrt.

"Nicht die Juden haben den Sabbat gehalten, sondern der Sabbat hat die Juden gehalten", schrieb im 19. Jahrhundert der jüdische Schriftsteller Achad Ha’am. Dieser wichtigste, wöchentlich wiederkehrende Feiertag wurde in der wechselvollen Geschichte des Judentums der zentrale Identifikations- und Sammlungspunkt. An diesem Tag wird durch viele Rituale und Regeln ein Abstand zum Alltag erreicht. Es wird ein Raum geschaffen, in dem ein Jude frei wird, um sich seiner Religion und seines Volkes zu vergewissern. Der Sabbat ist vor allem ein Schutz gegen die Auflösung der eigenen Identität und das Vergessen der eigenen Wurzeln.

In den verschiedenen Gesellschaften, in denen Juden lebten, mussten sie immer wieder dafür kämpfen, ihren Sabbat heiligen zu dürfen und nicht arbeiten zu müssen. Bis zur Einführung des Sabbats war es völlig unüblich, Menschen einen Ruhetag zu gönnen. Der römische Philosoph Seneca verspottete die Juden, "da sie etwa den siebten Teil ihres Lebens mit Nichtstun verlieren". Dieses "Nichtstun" hat sich allerdings als ein äußerst wirkungsvolles Mittel gegen die Vereinnahmung durch andere bewährt. Flavius Josephus schrieb, dass die Römer drei Weltwunder entdeckten, als sie Judäa eroberten: das Tote Meer, den Schaubrot-Tisch im Tempel, und den Sabbat.


Am Sabbat ist die "Melacha", das Werk oder die Arbeit, verboten. Die Definition von Arbeit im Sinne der jüdischen Religion ist das Schaffen einer neuen Situation, die vorher noch nicht existierte. Deshalb fällt darunter auch das Reisen. Bis zur Synagoge darf man in der Stadt nur 1000 Meter laufen. Im Grunde sind alle Tätigkeiten verboten, die in den Lauf der Dinge eingreifen und die äußere Umwelt beeinflussen. Mit dieser generellen Regel lassen sich Sabbat-Verbote erklären und bekommen einen Sinn. Alle modernen Regeln leiten sich von dieser Auslegung der Sabbat-Gebote ab.

Wichtigste Leitlinie ist die im Babylonischen Talmud zusammengefasste Liste der 39 Arbeiten, die am Sabbat verboten sind. Sie versuchen die Anweisungen zur Sabbatheiligung zusammenzufassen, die in den fünf Büchern Mose (Thora) verstreut sind. Der Talmud enthält zum Beispiel das Verbot, am Sabbat ein Feld zu pflügen oder das Verbot, am Ruhetag zwei Buchstaben zu schreiben. "Zupfen" ist verboten und das "Tragen aus einem Gebiet in ein anderes Gebiet". Diese Regeln zu deuten und in Einzelregeln für ein Leben in der Moderne umzusetzen, führt im Judentum immer wieder zu heftigen Diskussionen.
In der Tendenz jedenfalls stärken die Regeln das Familienleben, weil sie als besonders göttlich und schützenswert erachtet werden.

Die moderne Gefahr, dass Familien statt miteinander zu reden den Fernseher anschalten, ist im Judentum gebannt. Den Fernseher anzuschalten ist nämlich verboten. Es gibt sogar ein Sabbat-Gebot, welches mehr als alle anderen den heimischen Zusammenhalt stärkt: Ehepaare sind angehalten, am Sabbat-Abend nach dem Essen miteinander zu schlafen. Denn das höchste Gebot ist der "Oneg Schabbat", der Genuss des Sabbats.
Unter strenggläubigen Juden darf am Sabbat keine Arbeit verrichten werden, die "Materie verändert".  Gegessen werden darf, aber nicht gekocht.  Das Essen vom Vortag wird warmgehalten in der berühmten "Kochkiste", sofern man nicht  kalte Speisen ißt.

Fahrstuhlfahren ist nur erlaubt, wenn man keine Knöpfe drücken muß. Also fahren die Fahrstühle in Sabbat-konformen Hotels automatisch von Etage zu Etage. 
Wehe dem, der es wagt, mit dem Auto am Sabbat in eine orthodoxe Wohngegend zu fahren!  Steine werfen verändert noch keine Materie, ist also erlaubt und wird auch praktiziert. 

Eine Sabbat-Meile ist der Weg, den ein frommer Jude gehen darf, das genügt normalerweise  zur Synagoge und zurück.
Ist es einmal unvermeidlich, das ein frommer Jude am Sabbat etwas tun muß, was eigentlich nicht erlaubt ist, muß er sich einen "Schabbes-Goij" suchen. Das ist ein Nichtjude ( Goijim), der anstelle des Juden die Arbeit verrichtet. 

Was hat das nun alles mit uns zu tun?

Christen haben ja den Sonntag als Ruhetag,  im romanischen heißt er „Domenica“, also Tag des Herrn.   Da sollte man in die Kirche gehen und ansonsten ruhen.

Nicht nur in einer modernen Gesellschaft ist es einfach unmöglich, jede Art von Arbeit am Sonntag, den wir ja für uns als siebenten Tag erwählt haben, ruhen zu lassen. Jeder Bauer muß am Sonntag die Kühe melken, und wenn die Ernte ansteht, gibt es keinen Sonntag und keinen Feierabend,  wenn dunkle Wolken aufziehen.  Einen Hochofen kann man nicht einfach übers Wochenende abstellen,  und eine Zuckerfabrik muß  zur Erntezeit auch durchlaufen.

Auch der strengste Christ wird nicht sein Haus abbrennen lassen,  jede ärztliche Hilfe verweigern oder ohne Licht und Wasser sein wollen, weil Feuerwehr und Krankenhaus dicht machen und Stromversorger und Wasserwerk nicht besetzt sind.

Züge können nicht einfach um Mitternacht anhalten, und Flugzeuge nicht irgendwo landen, weil der Sonntag angebrochen ist. 

"Ich tanke nicht am Sonntag," sagte mir ein Freund. "das ist für mich meine persönliche Feiertagsruhe." 

Aber was macht der gläubige Bäckermeister, der am Sonntag seine Filialen öffnet, weil es alle tun?  Und die Krankenhäuser mit frischen Brötchen beliefert. Letztere könnten mit moderner Technik natürlich auch die Rohlinge vom Vortag fertig backen, vollautomatisch. Denn nirgendwo steht in der Bibel, daß wir am  Sonntag  fasten sollen. 

Und Essen gehen nach dem Gottesdienst wollen wir ja auch,  und erwarten, daß alle Restaurants geöffnet sind.

Wo ist die Grenze zu setzen zwischen Feiertagsruhe und unbedingt notwendiger Arbeit ?  Vielleicht können wir den Feiertag als Luftholen definieren, als Abstand nehmen von der Arbeit, die uns als Broterwerb dient, sofern das möglich ist. 

Dann braucht man auch keine verkaufsoffenen Sonntage um jeden Preis, soll heißen um den Preis des Geldverdienens. Ich gönne den Angestellten im Einzelhandel den freien Tag von ganzem herzen. 

Der Sabbat ist für den Menschen da, damit er Atem holen   und seines Schöpfers gedenken kann. 
Vielleicht gehen Sie, liebe Leser, nächsten Sonntag mal in eine der Kirchen in Ihrer Stadt, wenn Sie nicht gerade Sonntagsdienst haben.

Vorliegender Text wurde aus verschiedenen Quellen, u.a. Luther 1912 und Wikipedia,  zitiert.

 

Hau ihr die Hand ab! 5. Mose 25,11

13:55, 24.10.2009

Wenn zwei Männer miteinander hadern und des einen Weib läuft zu, daß sie ihren Mann errette von der Hand dessen, der ihn schlägt, und streckt ihre Hand aus und ergreift ihn bei seiner Scham, so sollst du ihr die Hand abhauen, und dein Auge soll sie nicht verschonen.

Zwei Fragen habe ich zu dieser Bibelstelle: 

Erstens: Was müssen da für Sitten im alten Israel geherrscht haben? Selbst BILD hat nie dergleichen berichtet, nämlich daß da zwei Männer nackt gerauft haben und die Ehefrau des einen Raufbolds den anderen am Gemächt gepackt hat.

Zweite Frage: Was interessiert Gott das?

Ist das wirklich so wichtig, das er Mose den Auftrag gibt, da ein Gesetz zu machen?   Versteht mich hier nicht falsch, liebe Leser, aber gerade bei den mosaischen Gesetzen habe ich doch ziemlich oft Zweifel, ob die wirklich von Gott gewollt sind oder nicht eher aus der Phantasie Mose entsprungen sind.  Ist für mich auch kein Grund, die Bibel an sich in Zweifel zu ziehen, aber selbige immer mit Verstand zu lesen und versuchen, den Sinn zu ergründen. 

 

Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise 1. Moses 9,3

20:10, 22.10.2009

Und was tot ist, sollst du nicht essen, könnte man fortsetzen.

Hab ich doch neulich zum ersten Mal im Leben Fruchtzwerge von Danone gegessen. 

Schmeckt wie die Reste einer explodierten Chemiefabrik.  Und das sollen Kinder essen? Liebe Mütter und Großmütter,  verweigert euch und kauft diesen Müll nicht, aus Liebe zu den Kindern.

Wer das sein kleines Leben lang ißt, dem ist der Geschmack verloren gegangen, der ist festgelegt auf Chemiemüll für Erwachsene von den gleichen Firmen. 

Hier gibts mehr zu Lesen zum Thema.

 

Der Herr läßt die Sonne aufgehen über die Gerechten und Ungerechten ( Matthäus 5,45)

18:58, 15.10.2009

In die Sonne? Nein danke, das ist viel zu gefährlich.

Eigentlich müsste in Hautkrebsrate bei den „Naturvölkern“ in Afrika, Asien und Südamerika drastisch zurückgehen. Die laufen nämlich seit rund 100 Jahren nicht mehr nackig herum, sondern bekleiden sich mit den Sachen, die wir in die Kleidersammlung geben. Es ist aber nicht bekannt, ob es überhaupt Studien darüber gibt.

Dafür gibt es im „Westen“ reichlich Studien, wobei man sich gelegentlich fragen sollte, wer  die eigentlich alle finanziert. Im klinischen Bereich tut das  normalerweise die pharmazeutische Industrie, da Sonnenschutzmittel aber nicht rezeptpflichtig sind,  wohl eher die Hersteller von Kosmetika. Ein Schelm, der Arges dabei denkt, aber weder die eine noch die andere Industrie tut dies aus reiner Menschenfreundlichkeit. Das ist nun mal so, Geld verdienen müssen alle.

Eines ist allen Studien gemein: Es wird explizit geschlossen, daß jede UV-Strahlung grundsätzlich die Haut schädigt und damit Krebs verursachen kann.

Wenn von Menschen geschaffene Stoffe im Tierversuch – ein paar Millionen Ratten werden weltweit dafür gebraucht – Krebs verursachen, ist das relativ leicht nachvollziehbar, Beispiel Zigarettenrauch in der Lunge.  Der gehört da auf keinen Fall hin.
Schwieriger ist es, etwas  als Verursacher  von Krebs festzumachen, das nun schon länger existiert als alle Lebewesen, nämlich die Sonne.

Ich habe wieder  die Bibel zu Rate gezogen und lese in der Genesis: „und der Herr wandelte in der Kühle des Abends in Garten (Eden)“. Daraus schließe ich, daß es am Tage sehr warm gewesen sein muß, sonst wäre das ja nicht erwähnenswert gewesen. Weiter schließe ich daraus:

Der Mensch ist körperlich für ein sehr warmes Klima geschaffen worden, das sieht man unter anderem an der genialen Konstruktion der Haut mit den Schweißdrüsen. 
Und er ist sehr intelligent geschaffen, um in jedem anderen Klima, wenn es ein muß auch auf dem Mond, überleben zu können.

Wie auch immer man zu Schöpfung oder meinetwegen auch Evolution stehen mag: Es kann nicht sein, daß der Mensch tausende von Jahren überlebt hat ohne chemischen Sonnenschutz, und seit  20 Jahren ist die Sonne an der rapide steigenden Hautkrebsrate schuld, Ozonloch hin, Ozonloch her. 

Denn: Immer mehr Schweden erkranken an Hautkrebs – allerdings an Körperstellen, die normalerweise mit Kleidung bedeckt sind. Das deutet auf vermehrtes gezieltes Bräunen hin, berichten schwedische Forscher im Fachmagazin "JAMA" (Archives of Dermatology Nr. 139, S. 885). Schweden ist ja auch kein Land, das von der Sonne verwöhnt ist, die müssen also ständig auf der Sonnenbank liegen.

Kari Hemminki vom Karolinska-Institut in Huddinge und ihre Kollegen analysierten Daten des schwedischen Krebsregisters von 1961 bis 1998. Im Jahr 1998 war Hautkrebs die vierthäufigste Krebsart in Schweden. Innerhalb der vergangenen zwanzig Jahre hat diese Form im Vergleich zu anderen Krebsarten am stärksten zugenommen. Vor allem an Körperstellen, die normalerweise von Kleidung bedeckt sind, nahm die Metastasen bildende Hautkrebsform zu. Die Forscher nehmen an, dass dies nur durch gezieltes Bräunen zu erklären ist.

Man beachte: „die Forscher nehmen an“. Das ist eine absolut unwissenschaftliche Aussage. Entweder ist etwas klar beweisbar, oder eben nicht.  Die gleichen Erkenntnisse gibt es übrigens in fast allen anderen Studien. Hautkrebs wird überwiegend an bedeckten Körperstellen festgestellt, so gut wie niemals auf dauernd sonnenexponierten Körperteilen.

Und nun dies:
Die Hautkrebs-fördernde UV-Strahlung der Sonne (!) entpuppt sich als wirkungsvolles Mittel zur Vorbeugung anderer Krebsarten. Eine statistische Analyse aus den USA zeigt, dass im Jahr etwa 3.000 mehr Menschen an Hautkrebs sterben würden, schiene überall im Land die Sonne wie in Kalifornien. Gleichzeitig gäbe es jedoch 30.000 Tote weniger durch Blasen-, Brust-, Darm- und zahlreiche andere Krebsarten, berichtet das Magazin "Cancer" der Amerikanischen Krebsgesellschaft.

Etwa 5% der Deutschen huldigen mehr oder weniger der Freikörperkultur, oder sie baden einfach nackt und  machen ebenso Urlaub. Ich habe keine Untersuchung  gefunden, in der  diese Naturisten in einer Studie wortwörtlich „unter die Lupe“ genommen worden wären, also von Hautärzten speziell untersucht. Viele Studien beruhen nach eigenen Angaben auf Telefon-Interviews (!!) mit Patienten,  abgeglichen mit Krankenhaus-Dateien.

Wie war das denn früher?

Was hat sich denn eigentlich nach dem Krieg so alles geändert? Die Sonne sicher nicht, die ist die gleiche geblieben.  Und die Menschen haben sich auch während und vor dem Kriege in die Sonne begeben. Nacktkultur war gerade im Kommen, ein begeisterter Anhänger des Nacktwanderns war übrigens Hermann Hesse um 1910.

Sonnenschutzmittel  kamen erst um 1955 auf. Davor haben sich die Menschen auch in die Sonne gelegt, allerdings nicht auf  Mallorca, sondern beim „Kraft durch Freude“ Urlaub an der  Ostsee. Und da es nach glaubhaften Berichten unserer  Eltern und Großeltern damals noch „richtige“ Sommer gab, müsste eigentlich die Hautkrebsrate bei 20jähriger Inkubationszeit gleich nach dem Krieg enorm angestiegen sein.

Ist sie aber nicht. Aber etwas anderes ist bemerkenswert:

Während des Krieges wurden Naturfarbstoffe durch synthetische ersetzt, damit begann der Siegeszug der Chemie, es  sei nur an klangvolle Namen wie " IG-Farben" oder BASF = Badische Anilin- und Sodafabriken" erinnert.  Diese sythetischen Farben wurden unter anderem zum Textilfärben benutzt. Viele davon sind sind wieder aus dem Verkehr gezogen worden, weil sich später herausgestellt hat, daß zum Beispiel Azo-Farbstoffe durch im Körperschweiß enthaltene Bakterien zum aromatischen Aminen abgebaut werden, die zumindest im Tierversuch eindeutig cancerogen waren.

Dafür gibt es rund 20.000 bekannte „Ausrüstungsstoffe“, um Textilien die gewünschten Trage-eigenschaften zu verleihen. Es soll ja alles pflegeleicht, knitterfrei und unempfindlich gegen Flecken sein, dazu schön bunt. Die oben genannten Azofarbstoffe sind seit langem verboten, in Deutschland und natürlich auch für Textilien, die importiert werden.

Der größte Lieferant ist ist China, und es ist einfach unmöglich, jede Lieferung auf  die möglicherweise verwendeten Schadstoffe zu untersuchen. In den Landesuntersuchungsämtern können nur Stichproben genommen werden, und wenn da  etwas zu beanstanden ist, wird das natürlich auch gemacht. Allerdings ist der Inhalt des Containers dann längst verkauft. Wer mal in so einen Ramschladen für Billigkleidung geht, riecht die Schadstoffe direkt.

Der Weg eines typischen billigen T-Shirts ist folgender:

Die Baumwolle kommt aus USA, wird allerdings nicht mehr von singenden Negersklaven geerntet.  sondern mit Maschinen. Dazu mußte man allerdings die Sträucher vorher entlauben, Agent Orange ist seit Vietnam bekannt.  Diesee maschinell geerntete Baumwolle ist so billig, daß sie nun in China versponnen, in Indien gefärbt und in Singapore konfektioniert werden kann.

Dann kommt das Hemdchen für 20 Cent nach Europa und wird für wenige Euro als Saisonware verramscht. Wenn der Käufer Glück hat, riecht das gute Stück so grauslich nach Chemie, daß es erstmal in die Maschine kommt vor dem ersten Tragen. Wenn nicht, kommt es gleich auf die Haut, wird schön eingeschweißt und die Chemie fängt an zu wirken. Schweiß ist Wasser, mit etwas  Salz angereichert  und mit Körperfetten abgerundet. Diese Mixtur löst so ziemlich alles an, was damit in Berührung kommt. Und was dann auf der Haut passiert, mag man sich garnicht vorstellen.

Also dann doch lieber Sonnenmilch?

Warum nicht einfach weniger in die Sonne gehen, bis der natürliche Hautschutz – der Mensch ist wirklich für den Aufenthalt in der Sonne geschaffen – durch Pigmentierung eingetreten ist?

Wie gefährlich die Inhaltsstoffe einer Sonnenschutzlotion sein können, zeigt das wissenschaftlich belegte Phänomen der Mallorca-Akne:

Die Mallorca-Akne entsteht durch ein Zusammenwirken von UV-Strahlung und Bestandteilen fetthaltiger Sonnenschutzmittel  in den obersten Hautschichten. Unter der UV-Einwirkung bilden sich in der Haut die so genannten freien Radikale. Das sind Substanzen, die sehr leicht mit anderen Stoffen Verbindungen eingehen können. Durch die Verbindung mit den Fetten verändern sie diese derart, dass eine Entzündungsreaktion besonders im Bereich der Haarfollikel ausgelöst werden kann.

Laienhaft ausgedrückt zerschlägt die UV-Strahlung die Bestandteile der Sonnenschutzmittel in sehr aggressive kleinere Bestandteile, die bei empfindlichen Menschen zusammen mit der Hautreizung durch plötzliche intensive Sonneneinwirkung Akne auslösen.

Naturisten sind Leute, die sich durch eine dezente Rundumbräune auszeichnen. Sie genießen die Sonne, wo immer möglich, verbringen aber die Mittagszeit im Schatten und wollen nicht in 3 Tagen Kurzurlaub knackige Bräune vorweisen.  Naturisten versuchen, in der  Natur natürlich zu leben, soweit dies möglich ist.
Irgendwie sehen die Leute, die man auf  Naturisten-Ferienplätzen sieht, sehr gesund aus. Woran mag das nur liegen?

Selbst mal ausprobieren? Vielleicht hier?

Nackigt Fallschirm springen ist vielleicht etwas übertrieben, aber es hat wohl Spass gemacht -> youtube

 

 

Erntedankgedanken

19:11, 15.09.2009

Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. ( Genesis 1,29 )

Das war ja ganz prima, unglaublich was da alles leckeres wächst.  Wir wären ja immer noch im Paradies, hätte der Adam zu seiner Eva gesagt: Heute ist kein Obsttag, brat mir die Schlange! 

Sind wir aber nicht,  trotzdem gibt es leckere Dinge in Hülle und Fülle. Und dafür sind wir dankbar,und mir stellt sich die Frage: warum müssen wir eigentlich so grauenvolle Dinge wie braune Brause ( Blubberlutsch würde D.Duck sagen )  trinken und  fettfreien Käse essen?  Oder sonstige, in den Experimentierlabors erfundende Speisen und Getränke?

Reicht es nicht, was Gott uns gegeben hat?  Schmeckt es nicht? ist es ungesund? In manchen Dingen ist die Strafe für übermäßigen Genuß eingebaut,  saufen macht Kopfweh.  Aber sonst?   Wieso muß man Zuckerwasser und künstliche Geschmacksstoffe verrühren für ein Getränk?   Weil esdie ganze Welt trinkt, muß es ja noch nicht gut sein.

Gibt es etwas köstlicheres als eine gekochte Kartoffel mit Butter und Salz, dazu ein frisches Bier?  Oder etwas Brot in Olivenöl getunkt,  dazu einen Rotwein und  Oliven, Tomaten ( Jesus hat Wasser in Wein verwandelt, die Holländer Wasser in Tomaten ) und etwas Käse?

Wir haben in Thailand unser Brot selbst gebacken,mit frischem Mehl vom Inder und ebenso frischem Kümmel. Mit Butter bestrichen einfach köstlich. Der Sauerteig durfte aber auch einen ganzen Tag gehen, und der Kümmel war aus dem großen Sack, duftete bis auf die Strasse.  ( Kennt jemand noch Ben´s Bierstube von 1974?  Anyone who remembers Ben´s Bierstube 1974? Please write me.  )

 

 

 

 

 

 

Dummgeglotzt?

14:36, 2.09.2009

Was wären wir ohne das Fernsehen?  Kulturjournalisten  wie Alexander Kissler hätten kein Feinbild,  aber er plädiert ja ohnehin für die Abschaffung des ZDF Hier nachzulesen

Ich habe so um die 40 deutschsprachige Programme per Satellit zur Auswahl. Ob es sich immer um ein gutes Deutsch handelt, soll hier nicht weiter diskutiert werden.  Lassen wir mal ERF und Bibel TV außen vor, fallen mir auf Anhieb noch ein halbes Dutzend Sender mit anspruchsvollem Programm ein, welches dem geforderten Kultur- und Bildungsauftrag zumindest recht nahe kommt. 

Sie, lieber Herr Kissler, und meine virtuelle Wenigkeit rechnen uns natürlich nicht zum gemeinen Volk, wir haben ja einen gewissen Anspruch.  Wir kaufen im Media Markt, denn wir sind ja nicht blöd!

Und genau darumgeht es: Jeder Fernsehkonsument kann da einkaufen, wo er ein seinen Anspüchen genügendes Programm findet.  Und alle Menschen mögen vor Gott gleich sein, nicht aber vor der Glotze.  Ich erinnere mich noch mit Schrecken an ein Erlebnis auf  meiner ersten Arbeitsstelle, wo die Belegschaft jeden Morgen ernsthaftig über die fiktiven Ereignisse der Vorabendserie von Dallas diskutierte.  Diese Kollegen hatten keinen höheren Anspruch!  Dallas war  eine Quasi-Realität, mit deren Protagonisten man lachen, weinen und zittern konnte.  Abgehoben von der wirklichen Welt,  aber doch irgendwie verbunden.

Wie war das denn in der Vor-Fernsehzeit eigentlich? Volksbelustigung  waren öffentliche Hinrichtungen und ähnliches, und die folgende Geschichte, von mir etwas modernisiert, könnte durchaus bei einem Privatsender (meinetwegen auch beim ZDF)  der Knaller werden:

Herr J. und seine Frau S. hatte ein schickes Haus mit Pool und großem Garten,  ringsum durch eine Hecke abgeschlossen.  Vormittags trafen sich die lokalen Geschäftsleute mit Herrn J. im Garten, nachmittags pflegte Frau S. dort nackt zu baden und zu sich sonnen.   Herr J. war dann zu Geschäften außer Haus, wußte aber natürlich von dem harmlosen Vergnügen seiner Gattin. 

Nun hatten aber zwei Männer aus der örtlichen Kirchengemeinde Wind davon bekommen und wollten sich an die Frau heranmachen.  Sie versteckten sich im Garten und warteten, bis Frau  nackt am Pool  lag und das Hausmädchen schon gegangen war.

Sie wurden recht zudringlich und drohten Frau S., ihrem Mann zu erzählen, sie hätte ein Verhältnis mit einem von Ihnen, wenn sie nicht in ihre Spielchen einwilligen würde. 

Frau S. ging allerdings nicht darauf ein und lief schreiend ins Haus. 

Daraufhin schicken die beiden Männer eine anonyme Nachricht mit einer Fotomontage an den Ehemann. 

Wie die Geschichte nun ausging, möge jeder selber lesen, steht im Buch Daniel 13, Verse 1-64. 

Alles drin, was Herr Kissler am Fernsehen so wenig schätzt:  Es wird nicht der Verstand, sondern der Unterleib angesprochen ( naja, eigentlichfindet Sex im Kopf statt,  der Rest ist Gymnastik, Herr Kissler ), man kann sich trefflich über die Geschichte aufregen, und Raum für Werbepausen gibt es auch:  Frau S. liegt nackig in der Sonne, die beide Voyeure glotzen durchs Gebüsch: SCHNITT.  Jetzt die WERBUNG: Hätten die beiden ihre Brillen gleich bei Schielmann gekauft, würden sie jetzt viel schärfer sehen.  Und weiter gehts.

Wenn wir also das Buch von Herrn Kissler kaufen, hier der link dazu, was hilft uns das?  Erstmal garnichts, denn das unterschwellige Gefühl, daß das Fernsehen immer schlimmer wird, haben wir Bildungsbürger doch schon längst.  Und wenn wir abschalten, ist auch nichts gewonnen,  denn diese Sendungen glotzen wir sowieso nicht.

Das Fernsehen hat sich seit seiner Etablierung weitgehend verselbstständigt,  und zwar in genau dem Maße, wie sich auch unsere Gesellschaft rasend schnell verändert hat. Dabei ist die Grundlage doch immer die gleiche geblieben, nämlich die Befriedigung der niederen Bedürfnisse und der anspruchsvollen Kultur - gleichzeitg, aber nicht für die gleiche Zielgruppe.  

Von den prüden Dallas-Geschichten bis zum Djungle-Camp, vom Talentwettbewerb bis Dieter Bohlen.  Wobei sich bei letzterem mir persönlich die Frage stellt, wo ist eigentlich der Unterschied zwischen seinen markigen Sprüchen und meinem Musiklehrer von 1960? Aufstehen, vorsingen, setzen, fünf.   Eine 5, nur weil ich keinen Ton richtig treffen konnte, und 29 andere Kinder sitzen da und lachen.

Gut, einen Unterschied gibt es doch:  Mein Lehrer hatte eigentlich einen Bildungsauftrag,  wer bei Dieter vorsingt  und nicht weiß, daß er es nicht kann, hat selber Schuld.

Fazit:  Wir werden das Fernsehen nicht ändern können.  Die Leute, die den pater patriae Cicero oder die Süddeutsche lesen,  loben den investigativen Journalismus der ARD und schalten ARTE oder Bayern Alpha  ein. 

Für die Bildzeitungsleser bleiben noch 27 Programme übrig. 

 

 

 

 

Nicht was in die Grube geht ist unrein.....

20:14, 31.08.2009

sondern das, was von eurem Munde ausgeht! So sagt es sinngemäß Jesus in Matthäus 15;17 und wollte damit  erklären, daß es in der Natur der Sache liegt, daß die Speise durch den Magen geht und dann ausgeschieden wird. Wider die Natur ist es aber, wenn Böses aus dem Munde kommt.

Nun, er kannte wohl die deutschen Autobahntoiletten nicht, sonst hätte er einen anderen Vergleich gewählt.  Es liegt wohl in der Natur des Menschen, daß er sich auf fremden Toiletten ferkeliger aufführt als daheim, aber könnte nicht deutsche Spitzentechnologie hier helle, freundliche und selbstreinigende Bedürfnisanstalten installieren?  Und das natürlich zur kostenlosen Benutzung, wir bezahlen schließlich Milliarden an Mineralölsteuer, Herr Pfütze!

Wieso kosten die Toiletten an den Raststätten überhaupt Geld?  In Frankreich sind sie sehr sauber und gepflegt und kosten nichts.  Das Bedürfnis seiner Bürger sollte unserem Staate doch schon wichtig genug sein, daß man/frau es überall gesittet verrichten kann.  Es wird im Wortsinne Geld für allen Scheiß ausgegeben, aber bewirtschaftete öffentliche Bedürfnisanstalten sind Mangelware.  Muß ich nochmal unsere Nachbarn loben, die können sowas anscheinend.  Aber da sind die Autobahnen auch viel besser, während man sich hier von einer Baustelle zur anderen hangelt.  

http://www.gratispinkeln.de

 

Evolutionstag statt Christi Himmelfahrt.

19:08, 12.08.2009

Das Darwin-Jahr 2009 bietet einen hervorragenden Anlass, um den enormen Erkenntnisgewinn, der mit der Entwicklung der Evolutionstheorie verbunden war und ist, in stärkerem Maße gesellschaftlich zu verankern.  Zitat Ende. Soweit der Petitionstext, wurde von Michael Schmidt-Salomon im Auftrag der Giordano Bruno Stiftung, sinnigerweise zum Aschermittwoch 2009 verfasst.

Frage: was haben wir an Erkenntnis gewonnen?

Neulich war wieder so ein Professor im TV.  Er zieht Rückschlüsse auf die Evolution von Echsen zu Vögeln über das Fluchtverhalten:  Vögel, die fliegen, sind weiter entwickelt, als Vögel, die bei Gefahr weglaufen.

Fangen wir einfach mal neu an mit einer Evolution:  Seit rund 4000 Jahren schneiden die Juden ihren Jungs das Präputium ab, gleich 8 Tage nach der Geburt. Die Moslems tun das seit rund 1400 Jahren.  Der Gott Abrahams hat das so befohlen, warum auch immer. Denn was wird den Frauen als Zeichen des Bundes abgeschnitten?  Da ist ja nix,  geht nicht. Wenn doch, ist das Verstümmelung.

Die männliche Vorhaut ist in der Tat so ziemlich das einzige am Körper, was ohne große Probleme ein Stückchen abgeschnibbelt werden kann. Die Beschneidung wird traditionell am 8. Tage nach der Geburt vollzogen.

So, und Mutter Natur folgt nun dem Evolutiondruck ( Seen trocken aus, Tiere entwickeln Lungen) und läßt einem Jungen  erst gar keine Vorhaut wachsen. Einem Jungen, wohlbemerkt, denn kein Individuum weiß ja vom anderen, oder?

Der Körper muß also  erstens zur Kenntnis nehmen, das die Vorhaut da war und nun weg ist.  Zweitens muß er das Ereignis als unangenehm klassifizieren, hat ja weh getan. Und drittens muß die Erbinformation  geändert werden für die nächste Generation: Bauplan ändern!  Vorhaut männlich starker Druck, wird immer abgeschnitten.  Vorhaut weglassen.  ( probeweise zur Hälfte erstmal, schaun was passiert? )

Da die gesamte Erbinformation in jeder Zelle mit Zellkern vorhanden ist,  muß also alles umgeschrieben werden. Wichtig für die Evolution sind aber nur die Erbinformationen in den Spermien. Die anderen Zellen werden für die Reproduktion ja nicht benötigt.

Dummerweise sind die Erbinformationen bei Mann und Frau hinterlegt, und ob´s ein Bub oder Mädel wird, steht nicht im Bauplan des Spermiums, das wird etwas später erst entschieden. Und Mendel hat schon herausgefunden, daß es dominante und rezessive Gene gibt. Ist nur die Vorhaut dominant oder rezessiv?

So, dann hat von 100 Millionen Kindern eines nun keine Vorhaut. Der Bub heiratet und hat fünf Töchter. Jede trägt die Erbinformation in sich:  Wenn deine Zellen sich mit männlichen zusammentun und reproduzieren und es wird ein Bub, Vorhaut weglassen.

Von den Töchtern bleiben  bleiben 4 ledig, und die fünfte hat keine Kinder. Schluß ist mit der Vererbung der fehlenden Vorhaut, müssen wieder viertausend Jahre vergehen bis- siehe oben.

Irgendwelche Einwände? ( aber streng logische bitte ) Wenn wir soviel an Erkenntnis gewonnen haben, müsste doch alles Klar sein, oder?

Tych geht in Urlaub.

 

 

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