Feigenblatt und verbotene Früchte (Genesis)
20:56, 22.04.2010
.. LinkDa brauchte ich nicht viel blättern, denn die Geschichte steht ganz vorne in der Bibel, in der Genesis, dem ersten Buch Mose.
Nachdem Gott die Welt geschaffen hatte mit allem drum und dran, schuf er den Menschen als "sein Gegenüber". Als Mann und Frau schuf er sie,
....und sie waren beide nackend, der Mensch und sein Weib, und schämeten sich nicht (1.Mose 2,25)
Daß Nacktheit auch heute noch ein paradiesischer Zustand ist, wissen alle Anhänger der Freikörperkultur. Und das Gott den Menschen in eben diesem Zustand geschaffen hat, kann ja wohl kein Fehler gewesen sein, denn Gott macht keine Fehler. Wenn es nämlich sehr heiß ist, funktionieren unsere Schweißdrüsen erst richtig und halten uns kühl. Der geneigte Leser möge das selbst probieren und mal unbekleidet Sport treiben, möglichst eine Sportart, bei der man richtig ins Schwitzen kommt.
Und heiß war es im Garten Eden, jedenfalls tagsüber, denn es steht geschrieben: und der Herr wandelte in der Kühle des Abends im Garten.
Und Gott gab den beiden ein Gebot, auf keinen Fall die Frucht vom Baum der Erkenntnis ( von Gut und Böse ) zu essen, sonst müßten sie des Todes sterben. Diese Drohung dürfte die beiden eigentlich nicht geschreckt haben, denn "Tod" war für sie etwas, das sie ja nicht kannten. Also nahm die Frau die Frucht und reichte sie auch ihrem Mann, und auch er biß hinein.
Welcher Mann könnte schon widerstehen, wenn ihm so ein nacktes Weib was Leckeres reicht?
Es ist übrigens in der Bibel nirgendwo von einem Apfel die Rede, hat wohl später irgendjemand mit dem „Zankapfel“ verwechselt. Das war nämlich der ( Apfel ) , den Paris der schönen Helena zuwarf. Damit fing ja auch allerhand Ärger an.
Zurück zur Bibel: Überredet zu dieser Tat hatte sie ( die Eva, deren Name aber auch nicht genannt wird ) Satan in Gestalt der Schlange, mit dem Argument: "und ihr werdet wie Gott wissen, was Gut und was Böse ist."
Damit fing also der ganze Ärger an.
Weiter heißt es: Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan und wurden gewahr, daß sie nackend waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten ihnen Schürze.
Eine bemerkenswerte kunsthandwerkliche Leistung, aus Blättern sowas zu flechten. Feigenblätter sind nämlich nicht sehr groß.
Und weiter: "Am Abend, als Wind aufkam ( es war wie erwähnt sehr heiß im Garten ), hörten sie, wie Gott, der Herr im Garten umherging.
Ängstlich versteckten sie sich vor ihm hinter Bäumen.
Und Gott rief: "Adam ( das ist der hebräische Name für "Mensch") ,wo bist du?".
Adam antwortete: "Ich hörte dich im Garten und versteckte mich, weil ich nackt bin." "Wer hat dir gesagt, daß du nackt bis?", fragte Gott, "hast du etwa von den verbotenen Früchten gegessen?"
Da Gott den Menschen in seiner Nacktheit, das heißt ohne Fell, Flügel oder Schuppen geschaffen hatte, konnte selbige ja kaum an sich böse sein. Und da Gott auch keine rein rhetorischen Fragen stellt, mußte die Frage Gottes: "wer hat dir gesagt, daß du nackt bist?" wohl einen besonderen Grund haben.
Außer Gott und den beiden Menschen erwähnt die Bibel nur einen, der noch im Garten zugegen ist: Satan. Also muß er wohl den Menschen diesen Unfug eingesagt haben.
Aus seiner Sicht genial, denn bis heute ist Nacktheit immer noch das Top-Thema, an dem sich alle reiben. Was füllt die Zeitungen, wird von den Kanzeln verdammt und ist Grundlage für eine ganze Industrie? Nackte Körper.
Ist eigentlich schon jemand durch den Anblick eines unbekleideten Menschen zuschaden gekommen ? Mord und Totschlag kommen täglich in allen Publikationen auf den Tisch, aber der absolute Dauerbrenner ist Nacktheit. Satan hat ganze Arbeit geleistet, um von den wirklichen Problemen abzulenken.
Kindern, die in FKK-Vereinen aufwachsen oder deren Eltern jeden Urlaub in entsprechenden Anlagen verbringen, zeigen erwiesenermaßen als Erwachsene keine absonderlichen sexuellen Neigungen, warum auch ? Ganz im Gegensatz zu etlichen männlichen Mitarbeitern bestimmter Organisationen mit sehr eingeengter Ansicht in diesen Dingen. Mußte doch vor nicht allzulanger Zeit deren Oberhaupt erstmals öffentlich anerkennen, das es Mißstände dieser Art überhaupt gibt.
Mit der Abschaffung des Tabus "Nacktheit" hätte sich das Thema "Pornographie" auch mindestens zur Hälfte erledigt. Pornographie im Wortsinne heißt ja „Beschreibung von Hurerei“, und davon kann ja keine Rede sein bei der simplen Abbildung nackter Menschen. Und ob die Abbildung von Männern und Frauen beim Geschlechtsverkehr nun so schädlich ist ist, wie die Kirche und der Gesetzgeber behaupten, möchte ich doch bezweifeln. Natürlich sind das sehr intime Momente zwischen Mann und Frau, die nur diese beiden etwas angehen, und normalerweise sind keine Zuschauer dabei erwünscht.
„Wenn Papa und Mama sich liebhaben, dann tut Papa seinen Samen in Mamas Bauch, und dann wächst da ein Baby und Mamas Bauch wird ganz dick. Das machen die aber nicht jeden Tag, weil wir keine Platz haben für so viele Babies. Und Papa sagt, er möchte nicht, daß ich dabei zugucke.“ Recht hat die Kleine.
Ich will hier auf keinen Fall der öffentlichen Kopulation das Wort reden, aber die Sexualität und das Lustempfinden sind nun mal schöpfungsgemäß, da führt kein Weg dran vorbei. Ein nackter Körper ist schön, es gibt keinen Grund, ihn zu verbergen. Sagt auch die Bibel im Buch „Hohelied“.
Deine zwo Brüste sind wie zwei junge Rehzwillinge, die unter den Rosen weiden.
Wie schön sind deine Brüste, meine Schwester, liebe Braut! Deine Brüste sind lieblicher denn Wein, und der Geruch deiner Salben übertrifft alle Würze
Dein Gewächs ist wie ein Lustgarten von Granatäpfeln, mit edlen Früchten, Zypern mit Narden. Dein Gewächs ist wie ein Lustgarten von Granatäpfeln, mit edlen Früchten, Zypern mit Narden, mit Safran, Kalmus und Zinnamen, mit allerlei Bäumen des Weihrauchs, Myrrhen und Aloes, mit allen besten Würzen.
Dein Nabel ist wie ein runder Becher, dem nimmer Getränk mangelt. Dein Bauch ist wie ein Weizenhaufen, umsteckt mit Rosen
Nun ja, würden wir heute etwas anders ausdrücken, aber es ist schon klar, was gemeint ist.
Und hierzu würde die Frau von heute wohl eher sagen: „knackiger Hintern“: Seine Beine sind wie Marmelsäulen, gegründet auf güldenen Füßen. Seine Gestalt ist wie Libanon, auserwählt wie Zedern.
Weiter sagt Sulamith von sich: Ich bin schwarz, aber gar lieblich, ihr Töchter Jerusalems, wie die Hütten Kedars, wie die Teppiche Salomos. Sehet mich nicht an, daß ich so schwarz bin; denn die Sonne hat mich so verbrannt.
Daß eine gesunde Hautfarbe schöner als ein käseweiß ist, wissen alle FKK-Anhänger schon lange.
Das Hohelied ist das einzige Buch der Bibel, in welchem „Gott“ nicht erwähnt wird.
Soweit die Bibel zum Thema Sex und Nacktheit. Das Alte Testament ist durchzogen von brutalen Szenen, die würden sie heute geschrieben, eine Welle der Empörung auslösen würden.
Bleiben noch vier Fragen:
1.Warum ruft Gott nur Adam allein?
2. Gab es keine größeren Blätter als die des Feigenbaumes ? Die sind nämlich ziemlich klein.
3. Ist die Schamhaftigkeit nur für die primären Geschlechtsorgane vorgesehen? Schurze oder Schürzen bedecken ja nur die den Genitalbereich, weder Brust noch den Hintern.
4. Warum hat Adam nicht gesagt: "Frau, laß die Vitamine, brat mir die Schlange!"
Kommentar schreiben