Gott und die Welt

Von Buddha zu Jesus - Teil 1: der historische Buddha

13:33, 28.06.2010

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Vorwort

Eigentlich wäre für Christen ein Buch über den Islam wichtiger, schließlich leben rund 3,5 Millionen Moslems unter uns, mit denen man ins Gespräch kommen könnten. Aber da bin ich nicht kompetent, ich kann nicht mal arabisch.
Andererseits wohnen  etwa 250.000 Buddhisten unter uns,  ich selbst habe lange in dem klassischen Land des Buddhismus, in Thailand gelebt.

Natürlich ist dieses Buch nur eine unvollständige Einführung in den Buddhismus, aber Sie liebe Leser, wollen ja auch nicht den Buddhismus studieren, sondern in seinen wesentlichen Aspekten kennenlernen, um mit Gläubigen dann über Jesus reden zu können.
Umgekehrt würde ja auch niemand auf die Idee kommen, in einem Einsteiger-Buch über das  Christentum die Unterschiede zwischen Pfingstkirchen, Neuapostolikern und Baptisten herauszuarbeiten.
Die Lehre Buddhas ist gleichermaßen einfach und überaus tiefgründig.

Eigentlich wollte ich das oben genannte Buch „from Buddha to Jesus“ von Steve Cioccolanti übersetzen. Bei der Lektüre  stellten sich aber etliche theologische Unstimmigkeiten1 heraus, außerdem wendet sich der Verfasser in seinen Ausdrücken nicht an Leser im europäischen Sprachraum.  Bevor ich also vieles umgeschrieben und mir damit  Ärger mit dem Autor eingehandelt hätte, schreibe ich lieber alles neu. 


Wer war Buddha?

Das Wort Buddha ,  kommt  aus dem Sanskrit und bedeutet „Erwachter“. Die überlieferte Geschichte ist die folgende:

Prinz Siddhartha Gautama lebte in Nordindien, dem heutigen Nepal.  Als sein Geburtsort gilt Lumpini,  seine Mutter hieß Maya, sein Vater Suddhotana. Als Geburtsjahr Siddharthas wurde 563 v. Ch. errechnet, was aber wissenschaftlich nicht belegbar ist.  Die thailändische Zeitrechnung bezieht sich auf das Eingehen Buddhas ins Nirvana2, danach schreiben wir (im Jahr 2010) das Jahr 2553 nach Buddha.
Die Eltern nannten ihren Sohn   Siddhartha, was auf Sanskrit  „der sein Ziel erreicht hat“ bedeutet. Der Beiname Shakyamuni bezieht sich auf seine Herkunft und bedeutet „der Weise aus dem Geschlecht von Shakya“. Nach der Geburt Siddharthas wurde vorausgesagt, dass er entweder ein Weltenherrscher oder aber, wenn er das Leid der Welt erkennt, jemand werden würde, der Weisheit in die Welt bringt. Er lebte in einem Palast wo ihm alles, was zum Wohlleben nach damaligem Stand gehörte, zur Verfügung stand und wo er der Überlieferung nach von allem weltlichen Leid abgeschirmt wurde.
Sein Vater sah in ihm den einzigen  Nachfolger und wollte alles Leid und Schlechte von ihm fernhalten. Daher wurde ihm nur selten gestattet, den königlichen Palast zu verlassen und wenn, wurden die Straßen zuvor frei von Alten, Kranken und Sterbenden gemacht.3 

Eines Tages sah er sich aber doch der Realität des Lebens und dem Leiden der Menschheit gegenübergestellt und erkannte eine Sinnlosigkeit in seinem bisherigem Leben: Die Legende berichtet von Begegnungen mit einem Greis, einem Fieberkranken, einem verwesenden Leichnam4 und schließlich einem Mönch, woraufhin er beschloss, nach einem Weg aus dem allgemeinen Leid zu suchen. 
Das Vernünftigste, was er hätte tun könne, wäre natürlich gewesen, das Leid der Menschen zu lindern, durch den Bau von Hospitälern zum Beispiel, oder Pflegeheimen.  Tat er aber nicht, sondern philosophierte lieber über die Situation und suchte einen Weg, dem allen zu entgehen.

Er war, seiner Zeit entsprechend, ein Hindu und ging davon aus, dass Leben und Tod ein sich ständig wiederholender Kreislauf sind, und jeder Mensch entsprechend seinem Schicksal  immer wieder von neuen geboren wird.
Der Hinduismus ist nicht wie das Judentum eine durchgängig definierte Religion, die sich auf einen einzigen Schöpfergott bezieht, auf einen definierten Anfang, sondern eine Mischung von Glaubensrichtungen, die aber eines gemeinsam hat: 
Brahman5 – den höchsten  kosmische Geist. Brahman ist die unbeschreibbare, unerschöpfliche, allwissende, allmächtige, nicht körperliche, allgegenwärtige, ursprüngliche, erste, ewige und absolute Kraft. Es ist ohne einen Anfang, ohne ein Ende, in allen Dingen enthalten und die Ursache von allem.

Daneben gibt es eine große Zahl von Gottheiten, die sich in Form von Bildnissen materalisieren lassen, die bekanntesten sind Durga, Devi und  Kali. Götter, Menschen und Tiere durchwandern nach hinduistischer Glaubensvorstellung in einem durch ewige Wiederkehr gekennzeichneten Kreislauf Samsara die Weltzeitalter . Während des Lebens wird je nach Verhalten gutes oder schlechtes Karma angehäuft.
Dieses Gesetz von Ursache und Wirkung von Handlungen beeinflusst nach hinduistischer Vorstellung zukünftige Reinkarnationen.

Was Siddharta als gebildeter Mensch entweder übersehen hat oder nicht sehen wollte, ist dies: Die Persönlichkeit ( oder auch  Seele) macht die Wiedergeburt nicht mit.  Ein wiedergeborenes Individuum hat keine Erinnerung an seine vorherigen Leben. Also kann es ihm auch völlig egal sein, ob er nochmal geboren wird, weil seine augenblickliche Persönlichkeit dann erloschen ist.6

Das war also die Glaubenswelt, in die Siddharta hineingeboren wurde.

Mit 16 heiratete er seine Cousine, die indische Prinzessin Yasodhara, die gleichaltrig war.  Mit 29 Jahren, bald nach der Geburt7 seines einzigen Sohnes Rahula , verließ er sein Kind, seine Frau Yasodhara und seine Heimat und wurde auf der Suche nach der Erlösung ein Asket. Sechs Jahre lang wanderte er durch das Tal des Ganges, traf berühmte   Lehrer, studierte und folgte ihren  Methoden und unterwarf sich selbst strengsten asketischen Übungen. Da ihn all dies seinen Zielen nicht näher brachte, gab er  auf und suchte seinen eigenen Weg.
Mit 35 Jahren kam ihm, meditierend unter einem Baum8 sitzend, dann die Erleuchtung  ( besser: Bodhi, das Erwachen), wie alles Sein und Nichtsein zusammenhängt und welchen Weg es gibt, dem ewigen Kreislauf von Sterben und Wiedergeburt zu entrinnen.

Wenig später hielt er in Isipatana, dem heutigen Sarnath, (bei Benares) seine erste Lehrrede vor einer Gruppe von fünf Asketen, seinen früheren Gefährten. Diese fünf wurden damit die ersten Mönche der buddhistischen Mönchsgemeinschaft.
Von da an an lehrte und sprach er 45 Jahre lang vor  aller Volksschichten,   Brahminen9 und Ausgestoßenen,  Heiligen und Räubern. Die damals wie heute in Indien bestehenden Unterscheidungen durch die Kastenordnung nahm er als Gegebenheit hin, betonte aber ihre Unwesentlichkeit für das Beschreiten des Wegs, den er lehrte.
Im Alter von 80 Jahren verstarb Gautama der Legende nach in Kushinagar (im heutigen indischen Bundesstaat Uttar Pradesh) an Ruhr, nachdem er ein verdorbenes Gericht verzehrt hatte.
Während das Neue Testament immerhin zwei  Augenzeugen benennt10, vermischen sich Überlieferung und Legenden bei Siddharta untrennbar miteinander.  Seine Lehren wurden von seinen Jüngern zunächst mündlich weitergegeben und erst etwa zwei bis drei Jahrhunderte nach seinem Tod aufgezeichnet.
Der historische Buddha müsste ein Zeitgenosse Daniels gewesen sein. Die Entfernung zwischen Babylon und Benares beträgt zwar rund 3000 km, es ist aber nicht völlig ausgeschlossen, daß Lehren aus Babylon bis nach Indien vorgedrungen sind.  Schließlich hat sich der Buddhismus auch bis Afghanistan verbreitet, die letzten Buddha-Statuen wurden 2001 von der Taliban gesprengt.
 
Buddha selbst sah sich weder als Gott noch als Überbringer der Lehre eines Gottes. Er stellte klar, dass er die Lehre, die er seit seiner Erleuchtung vertrat, nicht aufgrund göttlicher Offenbarung erhalten, sondern vielmehr durch eigene  Kontemplation  gewonnen habe. Diese Erkenntnis sei jedem zugänglich, der seiner Lehre  folge.
 


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Re:

10:44, 13.07.2010 .. Geschrieben von KittyEaton

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