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Flora Tallinn - Narva Trans

14:55, 6.07.2008 Geschrieben in Fußball ist immer noch wichtig | 0 Kommentare | Link
FC Flora Tallinn - Narva JK Trans 3:3 (1:3)
05.07.2008 - A. Le Coq Arena [270 Zuschauer]

Die estnische Meistriliiga ist nicht gerade das, was den hauptberuflichen Fußballromantiker zum Schwärmen antreibt. Zehn Mannschaften kämpfen in der Liga an 36 Spieltagen um die Meisterschaft, fünf davon kommen aus der Hauptstadt Tallinn, drei davon belegen die ersten Plätze. Direkt dahinter kommt der "ewige Vierte" aus dem Osten des Landes: Trans Narva, Verein einer Stadt, die zu 95% von russischen Einwohnern besiedelt wird, ist gerade in der ersten Runde des UI-Cup an FK Ekranas gescheitert. Gastgeber Flora, seines Zeichens größter estnischer Sportverein, sowie Rekordmeister und aktueller Vizemeister, kämpft noch um den Titel. Siegessicher ging die Mannschaft also auf den Platz, angefeuert von einem 30-Mann und zwei Trommeln starken Support-Team im gastgebenden Grün-Weiß auf der Tribüne. Doch noch während der emsige Stadionsprecher die Aufstellung der Hausherren vortrug, gingen die Gäste schon mit ihrem ersten Angriff durch ein Weitschusstor in Führung - wenig später fiel das zweite Gäste-Tor durch einen Elfmeter. Und den Anschlusstreffer egalisierte Trans und ging mit einer verdienten 3:1-Führung in die Pause.



Wer sich in der 15-minütigen Entspannung vom estnischen Fehlpass-Festival kein Bier der für die Arena namensgebenden "A. Le Coq"-Brauerei gegönnt hat, wurde mit einem Pausenspielchen bei Laune gehalten: in bester Sportstudio-Manier treten drei Zuschauer vor eine Torwand, bekommen einen Fußball vor den Fuß gelegt und müssen sich als Torschütze beweisen. Als Preise winken unter anderem ein Laptop und ein Fernseher, doch alle drei Schützen scheitern. Den Sponsor der Elektronikgeräte freut's.

Ganze 270 Menschen hatten am Samstagabend den Weg ins modernste Stadion der Nation gefunden - höchster Wert für diesen 17. Spieltag der Liga. Wenn man bedenkt, dass gleichzeitig das "Õllesummer", also das "Biersommer"-Festival dem Kick Konkurrenz gemacht hat, eine gute Zuschauerresonanz. Ebenso wenn man weiß, dass das Spiel auch im Fernsehn übertragen worden ist - da konnte man sich die umgerechnet 3€ Eintritt gleich sparen. Wer die 50 estnischen Kronen investiert hatte, sah neben einer untergehenden Sonne eine in der zweiten Halbzeit kämpfende Heimmannschaft, die zu einem letztlich verdienten 3:3-Unentschieden gekommen ist. So ging eine spielerisch auf Oberliga-Niveau einzustufende Partie für die meisten Zuschauer wenigstens noch vergnüglich aus - auch wenn man keinen Laptop gewonnen hatte.


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