Reich-Ranickis kritikreiche Rede Fast jeder, der sich nur am Rande mit Medien beschäftigt und nebenher einen Blog betreibt, hat darüber geschrieben. Unnötig hier noch Links zu setzen, um Artikel zur Rede von Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki auf dem deutschen Fernsehpreis 2008 zu lesen, als er den Preis, den er für sein Lebenswerk erhalten sollte, ablehnte. Selbst Herr Pastewka und Frau Heidenreich haben sich ausführlich dazu geäußert, jetzt will ich auch mal. Die albernste Überschrift (mit den meisten Alliterationen!) zum Thema werde ich mit Sicherheit geliefert haben.Zuerst einmal muss man Thomas Gottschalk loben, er hat sehr klug, routiniert und humorvoll auf den "Eklat" reagiert. Und loben muss man natürlich auch Marcel Reich-Ranicki, oder wie er nun in der Fachsprache heißt: MRR. JBK, HSV, KFC: Abkürzungen müssen halt sein, spart kostbare Zeit. Ich schweife ab: man muss ihm dafür dankbar sein, dass er nach vier Stunden rumsitzen (und nicht nach zwei Stunden, wie die Rheinische Post heute fälschlicherweise schrieb) mal auf den Putz gehauen hat. Das deutsche Fernsehen ist wahrlich kein Paradies der guten Unterhaltung, das zeigen allein schon grandiose Formate wie Fernsehkritik.tv. Das von Reich-Ranicki gewählte Wort "Blödsinn" - hier mal zusammenhanglos einfach so erwähnt - drückt ganz gut aus, wie er die aktuelle deutsche TV-Landschaft so einschätzt. Einige der Leute, die er damit indirekt kritisiert hat, saßen vorgestern im Publikum. Die Reaktionen waren extrem unterschiedlich, wie man beispielsweise auf diesen Bildern vom Fernsehlexikon sehen kann. Besonders interessant ist ja auch die Reaktion vom schlimmen Marco Schreyl, der selbst wenige Minuten vor MRR den Preis für die beste Unterhaltungssendung mit "Deutschland sucht den Superstar" erhalten hatte. Leider waren nicht alle so betroffen wie er und amüsierten sich köstlich. "Hihi, der alte Mann da vorne beschimpft uns! Süß." dachten wohl einige. Fremdschämen in seiner schlimmsten Form. Ich bin dankbar dafür, dass MRR diese Diskussion um das Niveau des deutschen Fernsehens losgetreten hat. Warten wir mal die Debatte am Freitag (22:30, ZDF) ab, die ich mir leider aus freizeitaktivitätlichen Gründen nicht ansehen kann, aber hoffentlich in einer Wiederholung nachverfolgen kann. Und jetzt lese ich mich noch durch ein paar Blogs. Ach ja, fast vergessen: schöne Moment gab es beim deutschen Fernsehpreis ja auch. Besonders gefreut habe ich mich für die Crew von Eurosport, die für die beste Sportsendung (Berichterstattung Olympia 2008) ausgezeichnet worden ist und sich sehr sympatisch und ausgiebig gefreut hat, auch beim Fernsehlexikon zu finden, Link weiter oben. Und hier noch ein paar interessante Links für Interessierte: Komplette Rede von Marcel Reich-Ranicki bei der SZ Live-Blogging im Fernsehlexikon (mit vereinzelten Kommentaren von mir) {Vorherige Seite} {Seite 108 von 181} {Nächste Seite } ©
Johannes Floehr
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