Gott sei Dank: Keine Lep Zep-Reunion! Ende 2007 rappelten sich Robert Plant, Jimmy Page und John Paul Jones (unterstützt von Bonham-Sohn Jason) zum Ertegün-Gedächtniskonzert noch einmal zusammen und spielten in London all ihre Klassiker. Es war das erste Mal seit Bonhams Tod 1980, dass sie in dieser Besetzung, unter der sie in den 70ern als "Led Zeppelin" zur besten Band der Welt wurden, aufgetreten sind. Und schon unmittelbar nach dem umjubelten Auftritt damals schrieben sich die Musik-Journalisten die Finger wund: Gibt es ein Comeback von Led Zeppelin? Welttournee? Eine neue CD gar? Vor allem Page schien nicht abgeneigt. All diese Meldungen hatten mich damals sehr verwundert und das nicht nur, weil ich mich nie daran gewöhnen werde, Page und auch Plant (den ich vor einigen Jahren live im estnischen Haapsalu erleben durfte) mit grauen Haaren musizieren zu sehen. Hatte man sich 1980 nicht eigentlich einheitlich dafür entschieden, den großen Namen "Led Zeppelin" ebenso in Frieden ruhen zu lassen wie Drummer Bonham? Und auch wenn nun dessen Sohn Jason an den Drums sitzen würde, das "alte Led Zep-Gefühl" würde wohl nie so recht aufkommen, dachte sich scheinbar auch Plant, der dann irgendwann sagte, nicht bei einer Reunion (oder zumindest bei einer Tournee) dabei zu sein. Damit war die Sache aber leider noch nicht vom Tisch - man suchte allen Ernstes einen Ersatz für Plant. "Stairway to Heaven", "Immigrant Song" und "Whole Lotta Love" ohne Plant? Was für eine grausige, gar absurde Vorstellung! Zum Glück fand sich niemand und eine Welttour mit den "neuen Led Zeppelin" wird es glücklicherweise auch nicht geben, wie man heute auf NME.com lesen kann. Dazu Pages Manager Peter Mensch: "Led Zeppelin are over, if you didn't see them in 2007, you missed them. It's done. I can't be any clearer than that."Erleichterung. Waren die neuen Queen ohne Freddie Mercury doch schon eher peinlich als großartig. Hoffentlich hört es auf, dass überhaupt darüber nachgedacht wird, aus den großen Bandnamen noch ein bisschen Kohle dadurch zu scheffeln, ein paar alte Mitglieder zusammenzutrommeln und den Rest der Band mit neuen Gesichtern aufzufüllen. Rockmusik altert nicht - die Bandmitglieder schon. Und aus Respekt vor Alter und Musik sollte man dann auch mal frech "Nö!" sagen können. Es bleibt zu hoffen, dass die Vernunft in Zukunft öfter über die Geldgier siegt. The Song remains the same. {Vorherige Seite} {Seite 12 von 181} {Nächste Seite } ©
Johannes Floehr
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