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ClickClickDecker und die Piraten

21:46, 20.01.2009 Geschrieben in Musik, Musik, Musik | 1 Kommentare | Link
Musikpiraterie war in den letzten Jahren immer mal wieder ein Thema. Längst wundert man sich nicht mehr, wenn Alben von den Branche-Größen einige Tage vor dem eigentlichen Erscheinungsdatum als "Leak" kostenlos im Netz zu finden sind. Viel verwunderlicher scheint es, wenn man denn wirklich bis zum letzten Tag warten muss. Oder - oh Graus! - auch noch dazu gezwungen wird, sich die CD im Laden zu kaufen, weil man in den einschlägigen Musiktauschbörsen nichts findet. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass es eine Sache des Respektes ist: Wenn mir die Musik eines Künstlers gefällt, bezahle ich ihn auch dafür und klaue ihm nicht seine geistige Arbeit. Außerdem hätte ich ein sehr schlechtes Gewissen dabei, nachvollziehbar, denke ich.

Quelle: Pixelquelle.deDas Bagatelldelikt der Musikpiraterie plagt aber scheinbar nicht jedermanns Gewissen. Manch einer behauptet, er würde nur durch diese kostenfreien, illegalen Downloads regelmäßig neue Musik entdecken - doch dieses Argument ist für mich nicht wasserfest. Seiten wie MySpace oder LastFM bieten genug kostenlose Streams an, um dort seinen musikalischen Horizont zu erweitern - legal. Zudem bieten (gerade kleinere, unbekannte) Künstler sehr häufig auf ihrer eigenen Homepage kostenlose Mp3s an, die dann zum Kauf einer Langspielplatte animieren sollen, aber eher dafür sorgen, dass man sich auf den etlichen Torrent-Seiten im Internet nach einem kostenfreien Download umsieht. Auch das Argument, dass man ganz einfach nicht genug Geld für Musik hat, zählt nicht.

Und was sagen die Künstler dazu? Wenig. Jetzt aber hat sich einer öffentlich zu Wort gemeldet:  Der Hamburger Musiker ClickClickDecker (bürgerlich Kevin Hamann) polterte unlängst in seinem Blog:
[...] Morgens checke ich nich nur Mails, sondern durchsuche nebenbei das Netz nach neuen Downloadlinks für mein Album, um diese dann löschen zu lassen. Einen Monat vor Release ist ganz neu für mich. Und dass ich da nichts gegen ausrichten kann ist mir bewusst. Aber dass mir Leute schreiben: “Ey Click, deine neue Platte ist super! Bleib Dir treu! etc…”, und das obwohl sie das Album noch gar nicht haben sollten (und das wissen diese Personen ja auch), ist schon komisch. [...] Ich finds toll, dass die Nachfrage nach der Platte groß ist und das es da draußen Menschen gibt die auf meine Musik stehen. Das macht mich sehr glücklich. Aber wenn ihr uns unterstützen wollt, dann kauft euch die Sachen. Ein Rapidshare Link ist nicht das Selbe wie ein fertiges Produkt mit Cover, Texten und Verpackung.[...]

Besonders skurril (und gleichzeitig bedenklich): Die Piraten haben nicht nur keine Scheu davor, den Künstler indirekt per Mail selbst darauf aufmerksam zu machen, dass sie sein neues Album illegal heruntergeladen haben (siehe Zitat oben), nein, sie publizieren es auch noch auf in der Shoutbox seines LastFM-Profils und profilieren sich sogar in den Kommentaren unter dem oben bereits angeschnittenen Eintrag auf seinem (!) Blog damit, das neue Album schon auf dem Rechner zu haben, bevor es im Laden steht. Jeglicher Respekt vor dem Künstler und seiner Arbeit scheint verloren, die Musik wird schnell konsumiert, kurzweilig genossen und Gedanken kann man sich ja auch später noch machen, wenn man alt ist. Denken die Leute so? Nicht alle, aber bestimmt einige. Kann ich mir gut vorstellen. Auf jeden Fall teilen sie meine Vorstellung von Musik und Kunst im Allgemeinen nicht.

Raubkobien lassen sich nicht rechtfertigen. So appelliere ich an alle Leser dieser Zeilen: Kauft euch Musik. Gern auch von ClickClickDecker, denn er macht grandiose Musik, wovon ich mich demnächst in Düsseldorf live überzeugen lassen kann. Und weil ich Eintritt zahle und auch sonst gern mal seine Tonträger erwerbe, muss er auch nicht hungern. So sollte es sein.



http://www.jamendo.com

12:17, 21.01.2009 Geschrieben von Anonymous
nicht nur auf ihren Websites bieten viele wirklich gute unbekannte Künstler ihre Musik an. Jamendo (http://www.jamendo.com) ist ein Internetportal, das es eben solchen Musikern erlaubt, ihre Musik online zu promoten und so mehr Fans zu gewinnen als sie es mit einer eigenen Seite jemals könnten. Dort sind alle Alben unter Creative Commons-Lizenzen zum kostenlosen und legalen Download bereitgestellt. Wer die Musik kommerziell nutzen will, muss aber dafür zahlen. Außerdem beteiligt Jamendo die Künstler anteilig an seinen Werbeeinnahmen. So müssen Musiker nicht wählen zwischen kostenlosem Download und Verkauf der Musik, sondern können beides kombinieren. Ein sehr erfolgreiches Beispiel sind "Silence Is Sexy" aus Holland. (hier ein Blog Post über diese Band: http://blog.jamendo.com/2009/01/20/silence-is-sexy-gewinnen-einen-preis-fur-ihr-kostenloses-album/)

Ich finde, Creative Commons ist ein wirklich guter Denkansatz. Denn mit Verboten kommt man ganz offensichtlich nicht weiter.

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