Hedon vs. Utili

 

Warum verlebt man sich so sehr?

Man weiß wodurch, doch nicht wofür.

Ist es der Kampf gegen Frust

oder unstillbare Lust?

Wer ständig in seine Fallen tritt,

ist mit Sicherheit der Optimist.

Wahrscheinlichkeit falsch eingeschätzt

und sich selbst dadurch verletzt.

Hoffnung hilft beim Weiterschreiten,

durch Ideal lässt man sich leiten.

Ganz schön blind die armen Wesen,

die die Zeichen überlesen.

 

 

schon lange keine echte Angst mehr

 

Keine Hoffnung, keine Worte,

nicht ein Bild an keinem Orte,

völlig verlebt und ausgebrannt,

sich selbst aus dem Palast verbannt.

Die Schultern liegen vor der Brust,

der Kopf zu schwer zum heben,

schmerzlich ungestillte Lust

und kein Grund zum Leben.

Nur am abwägen, dauernd besonnen,

wieder erinnern an trauernde Wonnen.

Die Hoffnung versiegt und Sehnsucht verblasst,

die Seele ausgemergelt, keine Wärme erhascht.

 

Das kann kein Leben sein

-ohne Gewinn

Ist es nur Verlust.

Das macht kein' Sinn.

 

Funktionen haken, Zweifel erstarken

nur die Welt im Kopf ist schöner denn je,

trotz des größten Elends.

Verwundet und verschlissen,

wach und doch nicht gerissen,

die Blicke immer in denselben

verkaterten Spiegel.

 

Klarheit, die verletzt,

Sehnsucht entfremdet,

Wissen das tötet

und Hoffnung die blendet.

 

 

Nieder mit dem Untergang

 

Wenn die Kräfte schwinden

sich die Därme winden

und der Magen poltert

sich die Seele foltert

wenn die Nerven fehlen

Lebensgeister sich bestehlen

die Hoffnung steht’s versiegt

dann sing dir ein Lied.

Wenn die Tränen fallen

bitter wie 1000 Gallen

und die Glieder schmerzen

nur noch Dämonen scherzen

wenn die Schatten kommen

die Sinne sind benommen

und Lebensfreude flieht

dann sing dir ein Lied

von Sonnenschein und guten Zeiten

Freunde die ein' steht’s begleiten

von Hoffnung, Freude, Lebenslust

und dem Ende von all dem Frust.

Von Edelmut und Heldentaten

der Belohnung für all das Warten

von Seelenheil und Neuanfang

dann ist dir nicht mehr so bang'.

Und sollte das jetzt auch nicht helfen

träume doch von Zwerg und Elfen

von einer dir erwünschten Welt

wie sie nur dir allein gefällt.

Werf' Feinde in die Folterkammer

stehle Thor den seinen Hammer

besieg den Prinzen im Duell

sei Zauber, König, Schwertgesell.

Und wenn du mal vor lauter Angst

einfach gar nicht träumen kannst

und die Verzweiflung wird zur List

weil daran nichts zu ändern ist

dann kann ich dir auch nichts mehr raten

außer suizidaler Taten.

 

 

Wunde Stellen

 

Ist der Himmel wolkenlos

und das blau so warm,

vergisst man morgen und verliert

alle seine Scham.

Wenn es wäre, dass die Sonne

wirklich immer scheint

ränne man hell geblendet

ins Unglück hinein

nur mit gesengtem Haupt

und mit verklärten Blick

kommt man auf den Boden

der Tatsachen zurück

die dunkelsten Stunden können den Geist erhellen

nur des Geistes Schatten, zeigt die wunden Stellen

Wenn du mal nicht weiter weißt

sieh nicht alles schwarz

erkenne all' die dunklen Flecken

und denke nicht: das war's

Fehler hat ein jeder Mensch

keiner ist perfekt

ein schlauer Mensch hat seine Schwächen

bereits entdeckt

wo der Wurm drin ist

sieht man nicht sofort

an irgendeiner Stelle

hat er sich reingebohrt

Hast du die Selbsterkenntnis

selber erlebt

den Trugschluss entschlüsselt

dich selber belebt

ist mal etwas gewesen

und nun längst vorbei

dann weißt du was ich meine

dann bist du jetzt frei

die dunkelsten Stunden können den Geist erhellen

nur des Geistes Schatten, zeigt die wunden Stellen

 

 

Wunschdenken

 

Nur wer heut' Leben und Liebe erwirkt,

nach sich selbst den Nächsten beschenkt,

wer Hoffnung in sich und and'ren birgt,

der wird vom Schicksal nicht gekränkt.

Wer Unwissen bekämpft und Hass beengt,

wer Gutem verhilft und Böses bejagt,

die Schwachen stärkt, die Armen beschenkt,

der wird sein eigen würdig sein.

 

 

Kein Leben im Verdruss

 

wie gestern so heute

zum glücklich sein bleibt keine Zeit

nicht nah' noch in der Ferne

keine Rettung weit und breit

mal wieder eine Rechnung

mein Gehalt ist doch so klein

keine Lust mich zu besaufen

darum lasse ich es sein

und dieses Drücken auf der Brust

das einen lähmt weil man nicht weiß was man muss

oder sollte und was man früher eigentlich mal wollte

doch sicher kein Leben im Verdruss

von hinten bis vorne

wiederspricht mir das Gericht

von oben und von unten

peitscht mir Regen ins Gesicht

von Wand zur Wand zur Wand zur Wand

lebe ich in einem Loch

von innen nach außen

kommt mein Frühstück wieder hoch

hier und hüben so wie drüben

fehlt es an Herzlichkeit

ein' weit'ren Tag verschenkt

und ich tu mir nur selber leid

wie damals wird heute

die Menschlichkeit verneint

und wie immer kommt es schlimmer

als es mir im Moment noch scheint

und dieses Drücken auf der Brust

das einen lähmt weil man nicht weiß was man muss

oder sollte und was man früher eigentlich mal wollte

doch sicher kein Leben im Verdruss

 

 

Wir Menschen

 

wir wollen Frieden

und säen den Hass

wir wollen Luxus

über jedes Maß

und Lieben die Sünde

predigen Moral

wir lieben Eigentum

praktizieren Diebstahl

 

hast du heut' schon

deine Fehler gelebt

der Mensch irrt

solange er strebt

 

wir glauben an Wahrheit

die der Feind uns macht

und leben in Lügen

ohne jeden Verdacht

wir wollen Schönheit

und verraten die Welt

wir wollen Freiheit

und leben mit Geld

 

während die Welt

sich um uns dreht

töten wir jeden

der sie versteht

 

wir glauben an Schicksal

und hoffen auf Glück

reden uns Gesund

und bleiben verrückt

wir wollen Hitze

und leben so kalt

wir suchen die Liebe

und stehen im Wald

 

 

Auf zu neuen Ufern

 

es hebt sich sanft der Bug

die Flut ist endlich da

es lichtet sich der Trug

die Sicht wird plötzlich klar

der Anker wird gehoben

die Segel aufgespannt

heut' woll'n wir Neptun loben

bald seh'n wir neues Land

 

Auf - zu neuen Ufern

 

Die Takelage repariert

der Sturm ist längst vorbei

Das Messing glänzt wie ein

frisch gekocht gepelltes Ei

das Flickzeug wieder eingesteckt

so kann es weiter geh'n

klar Schiff.-.

 

'ne frische Briese, Sonnenschein

Delfine begleiten uns

der Smut‘ hat gute Laune

sein Essen wird zu Kunst

ein' Schnaps in den Ozean

und einen für die Crew

der Käpt'n erzählt alte Storys

und alle hören zu

 

schau' da ein grüner Streifen

am Horizont so klar

zuhaus' werden wir begreifen

wie schön die Reise war

'drum lieben wir die See

bringt der Sturm auch Pein

doch ganz ohne Wellen

kann's kein Leben sein

 

Auf - zu neuen Ufern

 

 

Alter Streit neue Hoffnung

 

Lang genug habt ihr geschlummert

wir brechen auf in dunk'ler Nacht

wir kennen jetzt deren Führer

bald stürzen wir die dunkle Macht

mit den Beweisen und der Wahrheit

ist unser Handeln legitim

die Aussicht auf ein bess'res Leben

haben wir schon längst verdient

und sollten wir nicht wiederkehren

der Nachschub ist schon auf dem Weg

aus vielen Teilen dieser Erde

sind Waffen bereitgelegt

die Medien sind auf uns'rer Seite

die Polizisten auch zum Teil

und die Leute aus der Bildung

sind dialektisch auch schon geil,

denn weil...

Endlich geht es auf die Reise

wir ziehen in das weite Feld

für die Nachwelt und deren Zukunft

weil uns hier nichts mehr hält.

Endlich Sturm auf die Zentrale

für Freiheit und Gerechtigkeit

Universelle Ideale

erneut entfacht der alte Streit.

 

Heute ist es noch zu früh

morgen ist es längst zu spät

der Gestank ist derselbe noch

doch hat sich der Wind gedreht

Demokraten Liberale

was ist bitte deren Zweck?

Die Bonzen schützen Finanzspritzen

krieg'n s'e in den Arsch gesteckt

hohe Kosten leere Kassen

wo wälzt man es am besten ab?

auf der Masse den armen Schluckern

glücklich ist wer Schmiergeld hat

Das gilt es zu überwinden

ist dich Chance noch so klein

Zusammenschluss der Subversiven

jeder für jeden nicht allein

oh, nein

Die Religion spielt keine Rolle

nur Glaube an die bess're Welt

Völker steh'n vereint beisammen

Jeder ist für sich ein Held

Selbstzerstörung woll'n wir entflieh'n

Ist die Menschheit dazu bereit?

verantwortlich für den Planeten

bevor er sich von selbst befreit

wir gehen in die Offensive

war's dafür nicht längst schon Zeit?

kämpfen gegen die Ausbeutung

und der Unterdrückten Leid

Vieles gilt es zu erstreben

ist der Weg auch nicht so klar

selbst wenn wir's nicht mehr erleben

uns're Träume werden wahr

oh, ja

 

 

Für den Gegenpapst

 

Am Anfang war das Wort.

Am Ende wird es stumm.

Nichts bleibt am Ort,

alles wird ganz krumm.

Keine Gerade hat Bestand,

wir alle sind doch so verwandt,

heute in der Taufe

morgen schon verbrandt

Drum lasset uns lieben,

was Liebe verdient

und lasset uns schieben

was Triebe bedient.

Gott hatte nicht nur EINEN Sohn

Viva! Viva la ejaculation!

 

 

Überweihnächtigt

 

Es duftet hier in allen Gassen,

die Kälte klirrt dort im Gebälk,

die Arbeit wird nun ruh'n gelassen,

nur das Vieh wird noch gemelkt.

 

Der Ofen wärmt in all' den Stuben,

und die Familie erwärmt das Herz,

es singen Mädels und die Buben

Hauptton, Quinte und die Terz.

 

'Drum lasset eure Sorgen fallen,

schaut die Lichter weit und breit,

hört ihr nicht die Glocken schallen?

es ist mal wieder Weihnachtszeit.

 

Doch das Glück erreicht nicht jeden,

so mancher windet sich in Qual,

es kämpfen heut' um's überleben,

die Menschen haben keine Wahl.

 

Lasst herein den armen Menschen,

der dort auf der Straße lebt,

gedenket auch den fernen Fremden,

deren Blut am Gelde klebt.

 

Ob Intrigant, ob Hinterwäldler,

es spreche aus, wer Lösung weiß,

ermahnt den Klerus und die Söldner,

macht dem Fürst die Hütte heiß.

Sprengt die Fesseln und die Knebel,

es ist aller höchste Zeit,

es wirktet unser langer Hebel,

balde wird das Volk befreit.

 

 

Soma

 

endlich komm' ich zuhause an

jetzt mach ich mich an dich ran

die Vorfreude belebt den Tag

eben so, wie ich es mag

erstmal will ich dich abwiegen

genug kann ich von dir nie kriegen

dein Antlitz macht mich geil auf dich

bist du noch so widerlich

 

Sooomaaa lala lalalala la....

 

werd ich auch stets nur beschissen

das kratzt nicht an mei'm Gewissen

ich kauf' dich immer wieder ein

ist der Dealer auch ein Schwein

aus fernen Landen zu mir gebracht

bringst du mich durch die Nacht

du Grund für meine Wahnsinnsgier

du bleibst stets ein Teil von mir

wie ich ohne dich doch zitter

Nerven, Synapsen und Transmitter

sie rufen deinen Namen aus

Soma komm' ins Irrenhaus!

ich kann es selber nicht versteh‘n

du darfst niemals mehr von mir geh‘n

meine Seele gehört dir ganz und gar

ich mach' sogar deine Lügen wahr!

 

Sooomaaa lala lalalala la....

 

 

Verpflichtet

 

ein offener Blick, leicht erhaben

um zu erkennen und sich zu laben

außenstehend und unerkannt

nur von sich selbst irgendwie benannt,

die Gründe erforschend, unbeeinflusst

so privilegiert mit Lust an Unlust

die Lügen vergessen, aber nichts verzeih‘n

Sand im Getriebe der Todesmaschine sein,

fremde Augen öffnen, damit sie auch seh'n

wohin die Schafe und ihre Hirten geh’n.

Es lebe die Freiheit und es sprieße Vernunft

für mehr Aufklärer, mehr von uns'rer Zunft.

die Eier schaukeln, kratzen am Arsch

Kräfte Sammeln für den langen Marsch,

denn wir gehen zur Freiheit

zu Frieden und dem Glück

sonst gehen wir ein

und bleiben verrückt.

 

 

Die Suche

 

lieb mich wie ich bin

oder lass es sein

meine Entscheidung

bleibt mein

geh auf meinem Weg

oder bieg hier ab

ein weiterer Zwang

muss nicht sein

 

ein' kleinen umweg

würd ich schon mitgehn

doch nicht in diese Richtung

das musst du schon verstehn

 

-denn meine-

Reise ist nicht nur für

mich

die suche nach Wahrheit, Frieden und

Glück

hunderttausende könn' von ihr profitier'n -denn-

die Fragen kommen doch immer zurück

 

ich weiss was du willst

ist auch legitim

vom Leben erwarten

heisst warten

doch sei auf der hut

nicht alle sind gleich

ein Friedhof ist auch

ein Garten

 

ein wenig schutz

werd' ich dir geben

dann musst du entscheiden

für dein eigenses Leben

 

-denn meine-

Reise ist nicht nur für

mich

die suche nach Wahrheit, Frieden und

Glück

hunderttausende könn' von ihr profitier'n -denn-

die Fragen kommen doch immer zurück