Hier schreibt der Vini (wenn er nix besseres zu tun hat), was er in Amerika so alles erlebt!

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Schubidubidumbaba

Geschrieben von krumi am 21.11.2006 um 04:25 . 3 Kommentare. Link.

So, ich sitz soeben, man höre und staune, am Rechner und fühle mich grad trotz fortgeschrittnem Abend nach Französischvokabelpauken und im Normalfall nicht anregend wirkendem Rotbuschtee danach, Euch ein paar Lebenszeichen zu schreiben. Der Alltag hat sich nicht so sehr geändert, was aber nicht heißt, dass es zu alltäglich wird, sondern vielmehr, dass es an Ereignissen nichts Sonderliches zu berichten gibt. Der Spuk des von mir und den meisten Theaterzunftangehörigen verachteten Spiels "High School Musical" hat endlich ein Ende, gestern war die letzte Aufführung. Juhuuu! Bei vereinzelten Wanderungen oder eher langen Spaziergängen habe ich mein Photographiesoll endlich wieder erfüllt und am Freitag beim Kupferskulpturengießen noch reichlich erweitert. Es war faszinierend, diesem Vorgehen beiwohnen zu können und den glühenden "Honig" fließen zu sehen. Bilder davon werden sicher noch folgen, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf meines Gastpapas Website. Samstag Abend war ich mit Josh und Callie (des ersteren Freundin) im Kino. Durch Zufall hatten wir an dem Tag alle kuschlig-warme Mäntel im alten Stile an, was uns einen eindrucksvollen Triolook verschaffte. Ich mit meinem allseits bekannten Barett wurde zum Spion aus Havanna, Josh als Vertreter aus Dublin gekürt. Callie war noch viel geheimer und gab ihre Herkunft nicht bekannt. Daweil wisst Ihr ja noch garnicht, dass der Vini einen edlen Teilkaschmir-Mantel besitzt. Das gut gepflegte Kleidungsstück hat er sich im Secondhandshop für dreizehn Dollar besorgt. Ich mutiere zum Schwaben... Der Film, den wir uns angeschaut haben, war wohl (abgesehn von High School Musical) der schlechteste meiner bisherigen Laufbahn. Spaß hatten wir trotzdem. Ein britischer Komiker reist nach Amerika und gibt sich als Kasachstane aus, die in westlichen Ländern sowieso schon verbreiteten Vorurteile über Kasachstan hochhaltend. Offensichtlicher Antisemitismus ist als reine Ironie anzusehen, spätestens nachdem er sich einen Schwarzbären zum Schutz vor Juden besorgt hat und das ihm von jüdischen Gastgebern freundlich angebotene äußerst delikat aussehende Essen aus Angst, vergiftet zu werden, heimlich ausspuckt. Des Nachts flüchtet er dann aus der Pension. Man muss dazu sagen, dass der Film live ist, oder um es zu spezifizieren, auf einer Reise von New York nach Kalifornien unter scherzhafter Einbeziehung Einheimischer gefilmt wurde. Witze sind so primitiv wie in schlechten Versteckte-Kamera-Sendungen. Das Reiseziel Kalifornien wurde spontan ausgewählt, um die im Hotelfernsehen erstmals erblickte Pamela Anderson nach kasachstanischem Ritual zu heiraten. Dass er sie bei einer Autogrammveranstaltung wirklich zum Zwecke einer Scheinentführung in den Sack steckt, hat mich ernsthaft amüsiert. Pamela rennt schreiend aus Angst vor islamischer Terroristenattacke über den Parkplatz. Der arme Verehrer wird von Security Guards zusammengeschlagen. Schockierend sind allerdings Bilder von Amis, die verbal einfach mal die Sau rauslassen. Stupide Südstaatler (Gruß an Leo und Richi) wollen Sklaverei wieder einführen um die Wirtschatft anzukurbeln und unterhalten sich über die störenden Frauenrechte. "Christliche" Gemeinden rotten sich zum Schutz gegen die Muselmänner, die man ja als die Achse des Bösen kennt, geistig zusammen und Rodeozuschauer applaudieren hysterisch, als der Darsteller in von den Amis nicht verstandenem ironischen Ton die Zerstörung irakischen Bodens und den Mord an Frauen, Kindern und auch Männern feiert. Meine eigentliche Gedankenwelt kreist zur Zeit aber vielmehr im lebensphilosophischen Bereich, vorwiegend über die eigene Zukunft und die unseres parasitengepeinigten Planeten, beides steht natürlich in sehr direkter Verbindung zueinander. Kurz: anstatt wie von manchen befürchtet zum zivilisationsverwöhnten Ami formt mich die noch extremere Lebensweise hier eher zum führerscheinvermeidenden Hardcore-Öko. Und das aus reinstem Gewissen. Gründe gibt's genug. Aber mit diesen Fakten will ich Euch jetzt nicht langweilen, die Unverantwortlichkeit unserer Spezies ist ja allgemein bekannt, und jeder muss sich da seinen eigenen Kopf zurechtkneten. Jetzt ist der Beitrag doch etwas lang geworden, was ich zutiefst bedaure. Ich schließe hiermit Report und Filmkritik behufs des Zubettgehens. Gute Nacht!

Kommentare

amüsant
04:05 , 21.11.2006. Geschrieben von Anonymous
mensch vini, ich bewundere dich doch, wie du es schaffst, dich ERNSThaft über etwas zu amüsieren! das musste mir mal erklären, wie du das hinkriegst! *lach*
eva

Filmkritik
07:23 , 21.11.2006. Geschrieben von E-UTs (V fehlt)
Das kann nur der Borat sein...Die Deutschen zerbrechen sich
hier auch gerade den Kopf über diese Art von Humor! Ich hab
mal darüber einen Zeitungsartikel der FA(S)Z rausge kramt,kommt irgendwann bei dir als Mail an.
Liebe Grüße aus der Heimat - man mailt sich - ciao !

Film
11:42 , 21.11.2006. Geschrieben von Vini
Na das find ich ja jetzt absolut sinnfrei! Die ganzen Sachen wie Akzent und Wortwitze (US-en-A etc...) lassen sich einfach nicht übersetzten. Das ist ja das Schöne daran, endlich englischsprachige Filme so gut zu verstehen: Man ist von störenden Synchronisationen oder Untertiteln unabhängig.
Daher schau ich mir fast jedes Wochenende Freitag und Samstag eine DVD an, was für mich eigentlich nicht ganz so typisch ist, da ich nicht sooo gern jeden Abend an der Glotze klemme, aber Filme aus England oder den USA machen für mich jetzt viel mehr Sinn...

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