Hier schreibt der Vini (wenn er nix besseres zu tun hat), was er in Amerika so alles erlebt!

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schubidu

Geschrieben von krumi am 2.11.2006 um 12:14 . 0 Kommentare. Link.

Haaaaallo, jetzt geht's endlich weiter! (wer diese Begrüßung affig findet, lese den Kommentar meiner Eltern zum letzten Eintrag) Lange Zeit ist vergangen seit meinem letzten Lebenszeichen. Ich fang am besten vom 16. 9. zu erzählen an. Da war nämlich YFU-Orientation Day. Uns wurden nochmal alle Formalien, Regeln und Tipps vorgelesen, die wir auf der VBT bereits gelernt hatten. Erstmal wurde wir in Gruppen entsprechend der Herkunft eingeteilt: "Germany, Rest of Europe, Japan - - ehm - no - - Asia in general and South +Middle America". Deutsche waren einfach mit Abstand am meisten vertreten. Der wichtige Part an der Sache waren die Pausen, in denen man sich mit Austauschschülern aus der Welt unterhalten konnte (natürlich nur YFU, nicht AFS oder, noch schlimmer, EF... ;) ) und nette Leute vom Hinflug wiedertraf. Es war interessant, einem Mexikaner zuzuhören. Er hat sich aufgeregt, dass er hier nicht Auto fahren darf. In Mexiko wäre er schließlich schon mit 12 Jahren gefahren. "Was?!" fragten Paul (aus Berlin) und ich, "dort kann man schon mit 12 die Fleppen machen?". "No drivers license" sagte er. "Da gibt man dem Bullen 5 Kröten und fährt weiter. Polizisten, die nicht korrupt sind, werden ziemlich schnell von Banden erschossen. Oder kriegen gar keinen Job." Er hat dann Paul davon abgeraten, unbedingt mal Mexiko besuchen zu wollen... Des Weiteren bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es gar nicht so schwer ist, englischsprachige Bücher zu lesen. Hab mir in der Bibliothek neben herpetologischer Bestimmungsliteratur zwei Bücher geliehen, die ich in zu Hause bereits in der deutschen Übersetzung gelesen habe: "Shadow Mountains" (auf Deutsch hat es den kitschigen Namen "Der Ruf der Wolfsfrau") von Renee Askins sowie "Never Cry Wolf" ("Ein Sommer mit Wölfen") von Farley Mowat. Beim Stöbern im Regal "Reptilien" dachte ich, ich hab 'ne kleine Halluzination, stand da doch das Buch "Turtles, Tortoises and Terrapins", eine Übersetzung eines Buches von...Fritz Jürgen Obst! (das verstehen jetzt die wenigsten, aber die, die's verstehen, können ihm ja mal liebe Grüße ausrichten). Allerdings komm' ich so gut wie nie zum Lesen. Genauso wie zu anderen schönen Dingen wie Schläge zeugen, Wanderungen unternehmen und und und...Damit sind wir schon bei der Schule. Unter täglich 2h Hausaufgaben komm' ich nicht weg! Meinen zu simplen Mathekurs hab ich in den fortgeschrittenen Algebrakurs getauscht. Der scheint so ziemlich das Richtige zu sein, da ich Algebra nochmal festigen will, bevor's ins mathematisch-naturwissenschaftliche Profil der MANOS geht. In Environmental Science haben wir die Ehre, eine 25 bugs beinhaltende Insektenkollektion anzufertigen. Da muss man sich beeilen, wenn die Kanadagänse schon auf dem Schulhof grasen, um nach Süden zu ziehen. (an Greg und Jojo: es sind die Kanadas, nicht die Nonnen! Falls ihr euch erinnert... Hab mir in der Bibo auch "Nomaden der Lüfte" auf DVD ausgeliehen *freu*) - der Herbst kommt bestimmt. Ich hab jetzt aber schon 22 zusammen. Leider noch keine Gottesanbeterin oder Stabschrecke gefunden. Die sind hier heimisch! Unsere Lehrerin hat doch Tatsache eine Mantis gefangen *neidischguck*. Wenigstens nimmt sie sie nicht nach Hause, sondern lässt sie zum Beobachten im Klassenraum Grillen fressen. Insekten mit Aceton vergasen ist irgendwie nicht so meins. Tiere töten nur zum Angucken...vor allem wenn die dicke Hummel nach 4h im Giftglas beim Aufpinnen zu zappeln beginnt! Das ist einfach nur bitter. Am Abend vor dem ersten Test in US History war ich zu müde zum effektiven Lernen und hab mir schon Sorgen gemacht. Aber umsonst! Wir dürfen selbstverständlich unsere Aufzeichnungen verwenden und der Lehrerin Fragen stellen. Nach dem dritten Mal, das ich den Vokabeltest in Französisch wiederholen sollte, hab ich endlich kapiert, wie man das macht! Zuhause 20 Vokabeln auf ein separates Blatt schreiben, die man nicht so genau weiß und am nächsten Tag die englischen Entsprechungen hinkritzeln. Man macht sich also seinen eigenen Test (woher soll die Lehrerin wissen, ob man das Verb "connaitre" kennt oder nicht). Was gibt's sonst noch so aus der Schule zu berichten - ich bin in drei Clubs. Mittwoch in der Mittagspause Ecology Club. Recycling in der Schule einführen und Kanutour auf dem Huron River machen (steht noch bevor). Donnerstags in der Mittagspause French Club. Sehr lustige Truppe. Es gibt immer Original Orangina aus Frankreich importiert. Ich wurde gefragt, ob ich im Winter mit nach Paris kommen will. Das wär garantiert Spaß pur. Aber ich hab keinen Bock, viermal einen Atlantikflug durchzumachen! Immer mal wenn er will trifft sich der Theater Club. Ich werde das Bühnenbild bemalen. Neben den alljährlichen T-Shirts, Pullover, Boxershorts und langärmigen Shirts im Theater Guild Style gibt's dieses Jahr auch.... - - genau - - .... Kniestrümpfe!!! School Spirit!!! Mit der Gastfamilie hatte ich natürlich auch Spaß. Der Gastpapa hatte eine Ausstellungseröffnung auf seinem College ('ne Stunde Autofahrt weg von hier). Da standen die Skulpturen stimmungsvoll beleuchtet in einem Ausstellungsraum, die sonst im Haus verteilt sind und der Künstler persönlich beantwortete fein im Anzug gekleidet alle Fragen. Der Vini natürlich auch. Was ist denn anders in Deutschland als hier?! Ich liebe diese Allgemeinfragen, zu denen man 'ne Stunde quatschen könnte... Meine Gastschwester Maggie unterhielt sich derweil mit der Musikprofessorin und durfte dann (ich durfte sogar mit) auf einer italienischen [sehr sehr teuren, ich sag den Preis des Datenschutzes wegen lieber nicht] Geige aus dem 18. Jahrhundert spielen o_O. Die Professorin war begeistert und wollte nicht so recht glauben, dass Maggie erst seit Januar Violine spielt (das wollt' ich damals bei meiner Ankunft auch nicht). Nach 2h war die Sache dann vorbei und Tad freute sich, endlich seinen "monkey suit" ausziehen zu dürfen. Vorvorgestern war Tante Kim mit uns in einem botanischen Garten, der die letzte Präriefläche Michigans beinhaltet. Sehr imposant, zwischen mannshohem Gras zu stehen. Mit dabei war eine ältere Freundin der Familie, die eine lange Zeit in einem amerikanischen Militärlager in Deutschland verbracht hat. Das ist nicht die einzige Deutschsprachige, die ich hier getroffen hab. Die Mutter der Freundin Fiona meiner Gastschwester Fiona heißt Elke :) und kommt aus Gelsenkirchen (Frik! Ich hab keinen Georg Kreisler mit!). Keine Angst, wir haben Englisch gesprochen. Sie konnte garnicht verstehen, dass ich das Sprudelwasser nicht vermisse.... Mutti Elke aus Dresden hat mich versaut. ;) Vorgestern hab ich zu Hause angerufen, um meinem Schwesterherz zum Geburzeldach zu gratulieren und hab sie grade noch vorm Einschlafen erwischt. Die Gäste waren alle schon weg. Deshalb hiermit ein lausiger digitaler Geburtstagsgruß an Onkel Schnack! Dasselbe gilt für LiLaLockenLeo! So, heut Abend schau'n wir uns eventuell Good Bye Lenin mit englischen Untertiteln an. Das war's erstmal. Macht's gut!

Geschrieben: 23:20, 22.9.2006 

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