Hier schreibt der Vini (wenn er nix besseres zu tun hat), was er in Amerika so alles erlebt!

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Der Monat Januar

Geschrieben von krumi am 7.02.2007 um 10:52 . 1 Kommentare. Link.

Vervollständigt am 16.2.   Weitere Photos sind unter dem im letzten Eintrag angegebenen Link zu finden!
Joa, bei mir ist es grad bitterkalt - gestern warns so um die -19ºC und vorgestern noch kälter. Da die Amieltern das Schulamt verklagen würden, wenn ihre Kinderlein an der Bushaltestelle mit den Zähnen klappern, hatte ich ebenjene zwei Tage schulfrei *freu*
Zeit für einen Blogeintrag hatte ich da natürlich auch nicht, und da manche nach den, naja, paar Tagen ohne Eintrag schon wieder ungeduldig werden ;), muss ich mich nun an einem SCHULTAG (oh wie schlimm) an den Rechner zwingen. *g*
Na gut, Ihr habt ja Recht, es gibt viel zu erzählen - aber das hab ich jetzt garnicht gesagt, will nämlich nicht soviel schreiben :D
Vor ner Weile hatte ich ja das Vergnügen, meinen ollen Kumpel Sepp in Washington (Bundesstaat, nicht Stadt) zu besuchen. Meine Gastmutti hatte mir angeboten, dass ich jederzeit mit ihr mitfliegen kann, wenn sie beruflich im Land unterwegs ist, was mehrmals jährlich vorkommt. Als sie einmal von Seattle sprach, hab ich mir gedacht "Da kennste doch Einen und die Landschaft wolltste auch schon imma ma sehn!"
Zusage meiner Eltern im Heimatländle sowie von Sepps Gastfamilie folgte und nachdem ich der Schule vier Tage abgeluchst hatte, hieß es nur noch Warten. Schon vornweg sei gesagt, dass sich mir der Anblick des anmutigen Vulkans Mt. Rainier eigentlich völlig verwehrte - nur beim Rückflug konnt ich ihn im klitzekleinen Fenster der gegenüberliegenden Flugzeugseite sehn. Wie mich Sepp nach meiner Abreise in sadistischem Ton wissen ließ, klarte der Himmel später natürlich auf und ließ einen bilderbuchhaften Anblick zu. Aber zurück zum Beginn.
Früh halb acht wurden wir in einem schwarzen Nobeltaxi mit komfortablen Ledersitzen (Berufsreise *g*) abgeholt und zum Flughafen Detroit gebracht. Der Tunnel zwischen neuem und alten Teilgebäude ist ungewohnt futuristisch, was was Schönes hat, aber auch das Gefühl erzeugt, man hätte nun nochmal Zeit, über das Leben zu reflechieren, bevor man in den Krematoriumsofen gefahren wird. Bunte Lichter wechseln sich ab und werden von entspannender Musik begleitet. (Nein, ich war nicht auf LSD...)
Dazu habe ich auch ein Video aufgenommen.
Irgendwann, nachdem sich der Kontrolleur über meine homöopathischen Kügelchen gewundert hat, die aber mit Arzt- und Apothekenempfehlung ausreichend deklariert waren, sodass er mir nix anhaben konnte, gings dann auch ins Flugzeug und noch später kamen wir auch unversehrt in Seattle an. Dort währte der Tag noch drei Stunden länger als in Michigan und wir konnten uns einen ersten Eindruck von der Innenstadt beschaffen. Abends sah es dann aus dem Hotelzimmerfenster (13. Stock - ungewöhnlich, wird normalerweise ausgelassen - aber was juckt mich das) recht imposant aus. Am nächsten Morgen waren wir im "The Crumpet Shop" frühstücken, was sehr lecker war. Einmal bezahlen (1,50 oder so) und man konnte sich alle möglichen Tees eingießen so oft man wollte. Das müssen beim Teajunkie Vini mindestens sechs große Becher gewesen sein :) Es gab dort auch Nutella zu kaufen, zu den in Amerika üblichen Preisen - sowas wird hier nicht hergestellt und ist auch eher unüblich.
Besuchen mussten wir natürlich den berühmten Pike's Place Market mit seinem frischen Fisch und frischem Obst&Gemüse und was nicht allem. Vormittags holte mich dann Sepps Gastmutter ab in ihrem roten ollen riesigen Van, der mit mindestens sieben Kindern gefüllt war. Als Überraschung wollten wir Sepp vorzeitig aus der Schule abholen, er musste aber erstmal Essen gehen und hat die Nachricht für nicht so wichtig gehalten. Also habe ich dann erstmal drei Stunden gelesen und auf ihn gewartet...
Abends haben wir uns dann in den Gartenwhirlpool gesetzt, so gemütlich an der frischen Luft und am nächsten Morgen gings dann schon raus in die Wälder. Sepps Gastmutti fragte uns, ob es ein Problem wäre, wenn sie uns an den Snoqualmie Falls absetzt und wir dort dann 6 Stunden Zeit haben. So hatten wir uns das vorgestellt :)
Also haben wir uns dann diese imposanten Wasserfälle angeschaut, die man auf einem 45minütigen Rundweg erreichen sollte. Nun gut, die Zeitangabe war für die amerikanischen "couch potatoes" gedacht, wir waren nach 20min wieder am Ausgangspunkt, wobei wir fürs Umschauen, Photographieren und Orangenessen wahrscheinlich am meisten Zeit gebraucht hatten. Waren also noch 5h und 40min zum Wandern übrig.  Aber wo nur? Aufm Highway?!
Zum Finden eines Lösungsweges haben wir uns erstmal im Souvenirladen Chai (Yogitee) und Muffins geholt und uns auf die Terrasse gesetzt. Nachdem ich die Hälfte meines Muffins gegessen hatte, schaute Sepp den seinen immer noch an und meinte "Sag mal Vini, ist das Schimmel?!"  Nun, in dem Moment konnt ichs dann auch schmecken und hab die Holzplanken weitreichend dekoriert. Der Verkäuferin wars offenbar peinlich, entschuldigt hat sie sich aber nicht. Mit Keksen als Ersatz haben wir uns dann wieder hingesetzt. (Zur Sicherheitsinformation für Omi und Andere: ich habe keine Nachfolgen wie Lebensmittelvergiftung erlitten).
Ohne ersichtlichen Grund - muss weibliche Intuition gewesen sein - stand Sepp auf, schaute sich um und rief: "Ey, Vini, en Weißkopfseeadler!" Nun lag ja die Wahrscheinlichkeit, dass er mich diesmal veräppeln wollte, bei 99% und ich blieb erstmal sitzen. Sein Gesichtsausdruck schien aber doch zu überzeugend und ich stand auf. Da war er - riesige schwarze Schwingen und ein schneeweißer Schwanz - das Wappentier der USA. Sepp berichtete mir dann stolz, der Adler sei ca. 5m über seinem Kopf gemütlich langgeflogen. Manchmal sollte man seinen Freunden eben doch vertrauen...
Anschließend fragten wir die Verkäuferin nach Wanderwegen in der Umgebung. "Hm, also da gibts verschiedene. Links den Highway runter in ungefähr acht Meilen is einer. Oder ihr fahrt rechts, da sind in drei Meilen noch andere Wasserfälle."   "Nee, das bringt uns nicht weiter, wir sind hilflose deutsche Austauschschüler und haben weder Auto noch Führerschein. Und sind nebenbei auch an ernsthaftem Wandern interessiert"
Da musste sie dann nach ein paar Minuten des Überlegens passen. Solchen weltfremden Menschen wie uns war nicht zu helfen.
Also haben wir unsere inneren Wünschelruten angeworfen, die uns dann tatsächlich fast sieben Stunden (Sepps Gastmutti rief zwischendurch an um zu berichten, dass sie anderthalb Stunden später kommt) lang erfolgreich auf Pfaden durch Wald und Flur geführt haben. Die Landschaft war beeindruckend. Bäume waren grün. Mitteleuropäische Bäume sind dagegen braun. Sämtliche Äste waren von einem flauschigen Moosteppich bedeckt und dieser wiederum war von Farn überwachsen. Später kam sogar die Sonne raus. Damit hat der Räucherkäse viel besser geschmeckt (Merke: Wandern mit Sepp und Vini ist gleichzeitig immer mit kulinarischen Erfahrungen verbunden), auch wenn sich die Berge immer noch versteckt hielten.
Für den Abend war geplant, etwas mit Sepps Kumpel Tom zu unternehmen. Wir gingen in ein preiswertes mexikanisches Schnellrestaurant, das eine geschmackvolle moderne Edelstahleinrichtung hatte und hervorragendes Essen bereitzustellen vermochte. Allgemein hatte es eher das Flair einer gemütlichen Familienkneipe. Aber ich will mal nicht so viel übers Essen reden (ach, übrigens hab ich kein Gramm zugenommen!) Bei demselben Kumpel haben wir dann auch übernachtet und "Der letzte Samurai" gesehen. Am nächsten Morgen frühstückten wir in einem leckeren Dorfcafe (ich red schon wieder übers Essen :-x) und haben anschließend allerhand Sachen gemacht, zum Beispiel sahen wir ein Dorfmuseum übern Kohlebergbau und sind in die Berge gefahren, um im Mt. Rainier National Park eine Schneeballschlacht zu veranstalten. Zwischendurch erfuhr Sepp, dass sein frischgebackener kleiner Bruder gesund und munter zur Welt gekommen sei. Da hammer uns alle ganz doll gefreut :)
Unglücklicherweise (diese verdammte Schulpflicht mal wieder) konnte ich am Montag nicht mit Sepp abhängen. Deshalb mussten wir uns schon Sonntag Abend verabschieden.
Am nächsten Tag bekam ich dann Seattle erstmal richtig zu sehen, das mir anfangs grau und langweilig erschien, sich dann aber als Szenestadt mit gemütlichen Cafes, Kunstgalerien, Skulpturenpark, Multi-Kulti und alternativem Flair entpuppte.
Wie bereits erwähnt zeigte sich mir dann auch Mt. Rainier mehr oder weniger.
Soviel zu meinem verspäteten Urlaubsbericht.

Kommentare

VINI AUF REISEN
10:54 , 6.03.2007. Geschrieben von Kuriosus
Danke für den Reisebericht.Jetzt jettest du also auch noch in den Staaten rum. Nicht übel. Da kann man schon so ein klitzekleines bisschen neidisch werden....
Nee, nee genieß mal die Zeit! Wo gehts denn das nächste Mal so hin?
Wir sind gespannt !
Viele Grüße und ..... "Have Fun" ! ! ! ! !

Kommentare

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