16.01.2007
Media # 1
"Nochnoi Dozor"

Vor kurzem habe ich mir nun endlich den ersten Teil der Wächter-Triologie von Sergej Lukianenko mit dem Titel "Wächter der Nacht" gekauft. Es wurde langsam Zeit. Viel zu lange habe ich das vor mir her geschoben. Was soll ich sagen?! Ich war, oder vielmehr bin restlos davon begeistert. Lukianenkos Erzählstil war zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig für mich - er hat manchmal eine etwas kindliche Ausdrucksweise - aber das ist dem Lesegenuss nur dienlich gewesen, denn dadurch behält man die etwas verworrene Geschichte auch mühelos im Kopf und versteht die Abläufe.

Zur Story werde ich mich allerdings jetzt nicht auslassen. Wer das verstehen will, dem empfehle ich wärmsten das Buch!!

Nochnoi Dozor

Doch schon nach dem ersten Teil des Buches - es besteht insgesamt aus drei Teilen - habe ich es nicht mehr ausgehalten: Ich wollte unbedingt den Film sehen. Insegeheim wollte ich nur das Buch lesen, um den Film zu schauen, der, wie mir Bekannte versicherten, sehr verworren und unverständlich sein sollte. Um ihn also besser zu verstehen, dachte ich, es wäre von Vorteil, das Buch gelesen zu haben.

Nun ja, was soll ich sagen. Ein großartiger Film!! "Wächter der Nacht - Nochnoi Dozor" - Ich würde ihn glatt zu meinen Lieblingsstreifen zählen. Der Protargonist Anton - seines Zeichens Wächter der Nacht, also ein Vertreter des Guten, etwas versifft und niemand, dem man im Dunkeln begegnen wollen würde - habe ich mir genauso vorgestellt. Die Rolle wurde wirklich klasse umgesetzt. Auch die Location, die ja nun mal das dunkle, kalte, triste Moskau ist, wurde klasse in Bildern eingefangen. Beim Lesen des Buches habe ich mich jedoch immer wieder gefragt, wie es möglich sein sollte, das Zwielicht - eine Art Parallelwelt, in die nur die Anderen (Hexen, Vampire, Magier, Tiermensch etc.) eintreten können - darzustellen. Das ist im Film natürlich nicht so umgesetzt, wie im Buch berschreiben, aber trotzdem sind den Machern einige gute Metaphern eingefallen, es zu verbildlichen.

Nochnoi Dozor

Den Film sehe man sich am besten selbst an. Es ist von Vorteil, das Buch vorher gelesen zu haben, jedoch sollte man sich dann keine Hoffnungen machen, dass die Romanvorlage wirklich im Film umgesetzt wurde. Denn der Film ist keine Buchverfilmung, sonder basiert lediglich auf Motiven des Buches. Und so genial und perfekt der Film auch in meinen Augen sein mag, so sind die letzten 10 Minuten (quasi der Endfight ^^) einfach katastrophal. Alles in Allem bin ich aber sehr froh dieses Kleinod in meinem DVD-Regal stehen zu haben. Dabei wird der Film zum Fantasy-Genre gezählt, was ich hier aber bestreiten möchte. Ich mag kein Fantasy und dieser Streifen ist einfach zu cool, um ihn in eine Schublade mit "Herr der Ringe" zu packen!!

Natürlich werden auch die weiteren Teile der Wächter-Triologie "Wächter des Tages" und "Wächter des Zwielichts" (nicht die des ersten Buches! Was aus den letzten zwei Teilen von "Wächter der Nacht" geworden ist, weiß ich auch nicht ^^) filmisch verarbeitet. "Wächter des Tages" ist schon seit einer Ewigkeit abgedreht. Am 1. Januar 2006 ist er in den russischen Kinos angelaufen und stellte prompt einen neuen Kassenrekord in Russland mit 26 Millionen $ in den ersten zwei Wochen (wahr oder nicht) auf. Irgendwo habe ich gelesen, dass er in Deutschland wohl ab Oktober im Kino laufen soll. 22 Monate später finde ich wirklich etwas happig; überlge schon, ob ich mir die russische DVD besorge.

Zumindest den ersten Teil der Buch-Triologie sollte jeder einmal gelesen haben. Immerhin ist es mittlerweile ein Stück Weltliteratur. Den Film lege ich eher Fans ans Herz. Die Meinungen über ihn polarisieren zu stark, als dass ich eine echte Empfehlung aussprechen könnte. Ich jedenfalls finde ihn überwältigend.

see also: Promo-Aktion von Pro7 zum DVD-Release von "Nochnoi Dozor" 
"Nochnoi Dozor" im IMDb
 "Wächter des Tages - Dnevnoi Dozor" im IMDb

Blogged by voodoo | 12:58 | Mediathek
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