Hach, ich hocke hier wegen vorlesungsfreier (aber nicht arbeitsfreier) Zeit im "Hotel Mama (, mia)" und langweile mich von Zeit zu Zeit. Was dazu führt, dass sich hier Bücher stapeln, die ich von meiner Wohnung nach und nach herschleppe und auch dazukaufe. Ich lese also viel (Und wollte eigentlich darüber bloggen. Manno, bin ich inkonsequent.). Aber mir kommt nicht nur anspruchsvolle, vernünftige Literatur in die Finger. In ruhigen Zeiten entwickele ich zuweilen die schlimme Angewohnheit in die niveaulosen Tiefen der Illustrierten und pseudowissen- schaftlichen und -journalistischen Zeitschrift-Publikationen abzudriften.
So liege ich dann also stundenlang auf dem Bett und blättere in Brigitte, View, Bild am Sonntag und Co. Gruselig. Ich lese Alles in kürzester Zeit von vorn bis hinten durch, nur um dann beim Zuklappen eben jener Print-Medien feststellen zu müssen, dass ich so gut wie kein Wort behalten habe. Das ist vielleicht auch besser so, denn über manche Dinge könnte ich mich einfach nur maßlos aufregen. Hier wird meist Klatsch mit der Wahrheit verwechselt. Und dort teure Mode mit Stil.
Das ist überhaupt so eine Unart, die ich vor allem an Frauenzeitschriften so hasse: Seitenweise Hochglanz-Klamotten-Werbung, die "selbstverständlich" exlusiv von der Redaktion ausgewählt wurde. Wahrscheinlicher ist wohl, dass die Hersteller selbst sich in die Auswahl eingekauft haben. Und in den Produkten stecken dann natürlich nur basolut unrealistisch dünne Mädchen, die nebenbei gesagt, die meisten Kleidungsstücke nicht einmal ganz ausfüllen können (in jeder Hinsicht). Als ob das nicht schon genug wäre, haben diese Stoff-Stückchen Preise, die sind unvorstellbar. Welche Zielgruppe soll das ansprechen? Wer bitte gibt 200 Eus für ein Top aus? Das nicht einmal gut aussieht. Auf dem nicht einmal der - ach so vermeindlich teure - Hersteller zu lesen ist. Selbst wenn ich soviel Geld eben mal übrig hätte, könnte ich es NIE mit meinem Gewissen vereinbaren, soviel Geld für so wenig Müll auszugeben.
Ich sollte mal wieder runter kommen. Wenigstens gibt es noch die ein oder andere Zeitschrift, in der man recht gute, anspruchsvolle und trotzdem unterhaltende Kolumnen lesen kann. Oder auch seriöse Film- und Buchbesprechungen.
Apropos Buch... Nachdem ich von Zeitschriften erstmal die Nase voll und alle Bücher, die ich hier habe, schon durchgelesen oder als "doof" deklariert hatte, habe ich mir am Freitag ein neuses Buch gekauft. Überhaupt kann man nie zuviel Bücher besitzen. Der feste Glauben an diesen Sachverhalt ist wohl auch der Grund, warum ich keine geliehenen Bücher lesen kann. Da können die noch so toll sein und von mir das "Prädikat "Das wollte ich schon immer mal lesen!" bekommen haben... Puhh... Nee, es geht einfach nicht (Grüße an Han! Du bekommst sie alle heil wieder! Versprochen!).
Murakamis "Kafka am Strand" habe ich mir gekauft. Gab es nun endlich in der preiswerten Paperbackausgabe. Wurde auch langsam mal Zeit, dass ich mich diesem Klassiker widme. Und da liegt es nun: Unverbraucht, rein, duftend, prall auf den Schreibtisch. Ein dickes Buch, das darum bettelt, gelesen zu werden. Ich liebe dieses Gefühlt.
Und ich mag auch das Gefühl, das entsteht, wenn man das Buch schließlich ausgelesen hat. Jede Silbe wurde aufgesaugt und verinnerlicht. Man ist eine Zeit in die Welt des Buches gekrochen, ein wenig darin herumspaziert, war Gast, hat "Auf Wiedersehen!" gesagt und ist gegangen. Dann hat man das nun geknickte und gedellte Werk zur Seite gelegt und ist einfach nur zufrieden. Ein schönes, ein warmes, ein starkes Gefühl.
Bücher sind etwas Wunderbares. Leider wissen das die Meisten nicht mehr.
Buchtipp: Haruki Murakami
"Kafka am Strand"
637 S.
btb-Verlag
10 €

Letzter Rest "Event Horizon"
...gerade maßlos darüber erboßt, dass dieser #/$6xx)§%-Blog,
meine Schriftart ständig ändert, wie es ihm passt
und ich nichts dagegen tun kann.