Schluss

Geschrieben von Christoph am 12.02.2008 um 22:10 . Link.

Ich hab gerade nichts zu tun und das Internet funktioniert auch nicht, also will ich mal meine  vermutlich letzten Beitrag verfassen und das vergangene halbe Jahr kurz zusammenfassen.
Aber erst mal trink ich noch ein Tässchen von dem exzellenten deutschen Tchibo-Kaffee…

 

…so jetzt kann’s weitergehen.
Als ich am 1. September 2007 hier in Lodz angekommen bin, hatte ich ein etwas schlechtes Gewissen weil 68 Jahre zuvor schon mal Deutsche am 1. September in Polen angekommen sind. Hat aber keinen gestört. Vielleicht auch weil ich keine Panzer dabei hatte.

Der erste Monat verging dann wie im Flug. Vermutlich weil wir auch permanent Programm hatten. Vormittags 5 Stunden Polnisch lernen; nachmittags so gut wie immer Kulturprogramm. Während des EILC habe ich auch unheimlich viele tolle Menschen kennen gelernt. Und so war es auch wirklich schade, dass Ende September fast alle in irgendwelche anderen Städte gezogen sind.

Die nächsten Wochen liefen etwas zäh an, weil wir alle nichts zu tun hatten. Und man kann ja nicht schon mittags anfangen Party zu machen. Naja kann man schon, siehe Tuomo aus Finnland. Aber uns anderen schien es doch ungesund zu sein, Wodka zum Frühstück zu trinken.
Aber irgendwann ging Uni los und der Alltag wurde etwas geregelter. Tagsüber Uni, abends Party. So ist’s richtig.
Die Veranstaltungen an der Uni waren nicht so anspruchsvoll und im polnischen Arbeitsrecht konnte ich mit fundierten Kenntnissen des deutschen Gegenstücks glänzen. Und was ich nicht über das deutsche Arbeitsrecht nicht wusste habbich mir ausgedacht. Warum auch nicht.

Zwischendrin sah ich auch mehrere polnische Städte (Chęstochowa, Wrocław, Kraków, Poznan und ein bisschen von Warszawa). Dabei konnte ich feststellen, dass hier wirklich jede Stadt, objektiv betrachtet, schöner als Łódź ist. Aber das macht nichts. Mittlerweile fühl ich mich hier fast ein bisschen daheim. Auch wenns keine historische Altstadt oder bloß einen zentralen Marktplatz oder sonst was gibt. Das Wohlfühlgefühl könnte aber auch damit zusammenhängen, dass neue technische Errungenschaften das Leben hier immer angenehmer gemacht haben. So hatten wir anfänglich lediglich einen Wasserkocher und eine Deckenlampe. Hinzu kamen dann nach einigen tagen Nachttischlampen und ein Telefon mit dem allerdings niemanden anrufen konnte. Der erste größere Schritt war der Umzug nach dem Sprachkurs in das neue Studentenwohnheim. Hier gab es nun endlich ein normales Badezimmer mit normaler Dusche und keiner düsteren Höhle wo irgendwo Wasser rauskommt. Außerdem haben wir uns ja wie erwähnt schnell eine Kaffeemaschine gekauft. Die ist wirklich nicht zu unterschätzen. Und der Kühlschrank, den wir Mitte Oktober bekamen, hat dafür gesorgt, dass wir uns ansatzweise normal ernähren konnten.
Und durch den Kühlschrank konnte ich auch mal anderes Bier als Tyskie kaufen (das wohl einzige Bier das man auch ohne Probleme warm(langsam) trinken kann.


Erfolge meines Auslandssemesters:

1.         tolle Sprachkenntnisse im polnischen angeignet(mit angeblich super Dialekt , s.u.)

2.         schöne Tasche von Lodz wegen meiner tollen Sprachkenntnisse bekommen

3.         Menschen aus ganz Europa kennen gelernt

4.         23 polnische Biersorten getrunken: Warka, Warka Strong, Tyskie, Żywiec, Żywiec Porter, Lech Premium, Lech Pils, Tatra, Tatra Mocne, Okocim, Okocim Mocne, Okocim Palone, Żubr, Roger, Dog in the fog, Harnas, FreQ golden Apple, Debowe Mocne, Kaper, Redd’s Sun, Redd’s Apple, Koźlak, Volt

5.         diverse polnisches Wodkas getrunken und festgestellt, dass auch Wodka schmecken kann

6.         leckeres polnisches Essen probiert: Zuvorderst natürlich Barszcz, Żurek und Pierogi, sowie viel Kapusta (Weißkohl/Sauerkraut). Was ich mich nicht getraut habe zu essen war Flaczki. Das sind klein geschnittene Eingeweide vom Schwein. Bähh.

7.         viele schwierige Klausuren bestanden

8.         meinen kulturellen Horizont hoffentlich erweitert

 Ganz zum Schluss möchte ich noch zu bedenken geben, dass mein Auslandssemster natürlich nicht nur aus Essen, Trinken, Partys, Uni und Besichtigungen bestand. Ganz im Gegenteil war die wichtigste Erfahrung wohl der Kontakt mit anderen Menschen. Und ich schätze wenn wir alle hier irgendwann zurückblicken, denken wir wohl nicht an Bier oder Barszcz oder Kaffeemaschinen, sondern an unsere Erlebnisse und Erfahrungen mit all den anderen Erasmus- und vll. auch einigen polnischen Studenten.
Das mein Blog oberflächlich blieb und diesen wichtigsten Teil des letzten halben Jahres nicht angemessen oder gar nicht wiedergibt ist Absicht. Denn einerseits ist dieser Teil vll. zu persönlich und andererseits glaub ich nicht, dass ich alles so hätte beschreiben können, wie die Menschen es hier verdient hätten.

In 4 Tagen fliege ich nach Hause.

Auf Wiedersehen!

Helau und Alaaf nachträglich

Geschrieben von Christoph am 7.02.2008 um 13:10 . 20 Kommentare. Link.
Bonjour!

Alle Essays und Klausuren sind geschrieben. Nur alle Ergebnisse habbich noch nicht. Es reicht aber auf jeden Fall um sämtliche Vorgaben zu erfüllen. Das heißt ich habe mindestens eine Klausur im polnischen Recht bestanden (tatsächlich habbich bis hierher polish labour law, introduction to polish criminal law und introduction to polish civil law bestanden, sowie den Sprachkurs (wenn auch diesmal ohne Tasche) als auch den polish history, culture, society Kurs).

 In den letzten drei Tagen war ich mit Astrid in Wrocław (ehemals Breslau). Im Hostel dort angekommen wurde ich direkt für einen Polen gehalten, weil mein Akzent angeblich so toll ist. Allerdings fällt es wohl auf, wenn ich spätestens nach dem zweiten Satz meines Gesprächpartners nur noch „Hä?“ sagen kann.

In Wrocław gibt es viele beeindruckende Dinge. Eines davon ist die Universität. Ich fürchte da kann die Uni Münster nicht mithalten. Alleine die Universitätskirche ist unglaublich. Diese wurde übrigens mit Fördermitteln von Krupp (aus Essen) nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.
Auch nicht schlecht ist der Rynek (Markt) in Wrocław. Da gibt’s erstens ca. eine Millionen Restaurants und zweitens lustige Zwerge (keine blöden Kommentare jetzt!) die von irgendeinem lokalen Künstler rund um den Marktplatz versteckt installiert wurden.

Tja sonst ist seit gestern ja Fastenzeit. Dabei gibt’s hier doch soviel Fleisch in Polen. Schade!
Übrigens bin ich in 1 ½ Wochen schon wieder zu Haus.

Hier noch ein Foto von Astrid und mir in Breslau:


Also do zobaczenia soon!

My promise...

Geschrieben von Christoph am 23.01.2008 um 12:16 . 1 Kommentare. Link.
...written in Poland.

Gestern war ich in Aschenputtel (als Ballett). Allerdings nur zwanzig Minuten. Dann ist mir schlecht geworden. Es hat aber nicht am Ballett gelegen, schätze ich. die ersten zwanzig Minuten waren nämlich ganz lustig, soweit ich das beurteilen kann.
Das aber nur nebenbei.
Eigentlich wollte ich nur die zwei folgenden, bedeutenden Bilder hier reinstellen:

Versprechungen



Ich in der Zeitung

Top Secret! Nicht lesen!

Geschrieben von Christoph am 18.01.2008 um 19:11 . 3 Kommentare. Link.

Terrorismus: Erstaunliche Ergebnisse, erzielt durch Terror. (Definition von Terrorismus im Sinne des polnischen Geheimdienstes)

So schon seit fast zwei Wochen bin ich wieder in Polen. Viel passiert ist seitdem nicht.
Dienstag schrob ich meine erste Klausur. Strafrecht. 12 multiple-choice Fragen und 3 Fragen, die man mit einem Satz beantworten musste. Das war schon was.
Dafür hatte ich anfänglich die Befürchtung von der Klausur aus formalen Gründen ausgeschlossen zu werden. Alle männlichen polnischen Studenten trugen nämlich mehr oder minder schicke Krawatten. Und ich saß da im Poloshirt. Auf der „gut-gekleidet-Skala“ hätte ich meine polnischen Kommilitonen zwar locker in die Tasche gesteckt, aber darum geht’s bei Krawatten ja nicht unbedingt. War aber wohl bei dieser Witz-Klausur nicht so wichtig.
Die werte Frau Dozentin hat vor der Klausur mit mir noch ein bisschen über Weihnachten geplauscht und mir erzählt, dass ihre Freundin gerade die Klausuren kopiert, weil sie (die Dozentin, geschätztes Alter: 26) aus unerfindlichen Gründen ebendiese vergessen hatte.
Während der Klausur gab sie mir dann noch den dezenten Hinweis, dass ich die zweite Frage falsch beantwortet hatte.
Da habbichs natürlich sofort verbessert.

Mittwoch gab ich dann meinen Arbeitsrecht-Essay ab und ging danach zur „International-Dinner-Beach-dochnichtbeach-Karnevals-Party“ und brachte einen leckeren deutschen Wurstsalat mit. Nicht das Wurstsalat mein Lieblingsessen wäre, aber Schnitzel waren mir zu teuer und Nudelsalat war schon vergeben. Naja die Party hielt sich eher in Grenzen und ich war um halb eins schon wieder daheim (mit relativ viel Wurstsalat).

Übrigens erhielt ich in International-Criminal-Law die geheime Information, dass in den letzten 20 Jahren 4 Mio. Menschen durch Terroristen getötet wurden. Das darf ich aber keinem weiter erzählen, hat der Professor gesagt. Genau wie die polnische Defintion von Terrorismus (siehe oben). Die ist auch streng geheim.

Also psssst!

Und ich verschwinde besser bevor mich der KGB holt.

zum nikolaus (verspätet)

Geschrieben von Christoph am 12.12.2007 um 12:32 . 5 Kommentare. Link.

Frohen Nikolaus nachträglich!

Und herzlichen Dank noch mal für die Advents- und  Nikolauspräsente. Insbesondere für den Kaffee den ich grad hier trinke. Danke Oma!
Ja letzte Woche Donnerstag war Nikolaus. Und Erasmustag der Universität Lodz. Dort haben wir unsere Heimatländer vorgestellt und repräsentiert. Der Andrang der polnischen war aber eher spärlich. Ob die alle gar nicht nach Deutschland wollen? Naja nichtsdestotrotz bin ich als Repräsentant inner polnischen Tageszeitung. Allerdings nur als Foto ohne namentliche Erwähnung.

Abends war dann Nikolaus-Europa-Party oder so ähnlich im Club Fabryka. Der Club war zwar etwas strange (nur über diverse Hinterhöfe zu erreichen und im zweiten oder dritten Geschoss). Aber dennoch war’s ganz lustig.

Am Wochenende habbich eher wenig gemacht. Ohh ich sah den goldenen Kompass im Kino auf polnisch und war in kurzer Hose joggen. Ha, da haben die Polen aber geguckt.

Gestern, also am Dienstag waren wir dann zum Christmas-Dinner (um 2 Uhr vormittags) eingeladen. Es gab reichlich und in erster Linie Fisch. Denn das ganze war dem typischen Heiligabendessen der Polen nachempfunden. Und da isst man Fisch in allen Variationen plus Pilze und Pierogi. Angeblich waren es zwölf verschiedene Gerichte, die wir da bekommen haben (wegen 12 Aposteln oder 12 Monaten, da ist man sich nicht so einig).
Erstaunlicherweise hat die Uni uns gar keinen Wodka serviert, sondern nur ein Glas (vermutlich billigen) Rotwein für jeden. Dabei wäre nach dem ganzen Zeug n Absacker nicht schlecht gewesen.  Naja lecker war’s trotzdem gewesen. Abgesehen von dem Instantkaffee zum Kuchen.
Danach gab’s noch schöne Geschenke: Für jeden ein schönes Glas der Universität Lodz mit dem schönen Wahlspruch „Veritas et Libertas“ drauf.

Im Übrigen war ich noch mehr oder weniger freiwillig beim Frisör hier. Das war auch schön. Immerhin konnten die da im „Beauty Planet“ (ja klingt schwul, ich weiß) gut englisch. Das kam mir sehr entgegen. Und ein Glas Wasser war im Preis von 35 Zloty (vermutlich einer der teuersten Frisöre hier vor Ort, weil wohl in erster Linie für internationale Kundschaft) auch mit drin.

Mehr gibt’s aber wirklich nicht zu erzählen.

In anderthalb Wochen bin ich ja auch schon wieder zu Hause.

Guten Tag!



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