Nimen hao,
an diesem Wochenende habe ich an einem Ausflug zum Qian Dao Hu (“See der tausend Inseln”) teilgenommen. Die Fahrt ist für die Deutschlehrer der Tongji-Universität kostenlos gewesen, also habe ich natürlich nicht lang überlegt. Es sollte Samstagmorgen schon um halb acht losgehen, also habe ich mir den Wecker auf halb sechs gestellt, da ich noch nicht gepackt hatte. Als ich am Samstag aufgewacht bin und auf die Uhr geschaut habe, war es kurz vor halb acht. Ich erspare euch die Details, aber ich bin tatsächlich um viertel vor acht am Treffpunkt gewesen und dann ging es los…
Ungefähr dreißig Leute waren dabei, alles chinesische Deutschlehrer und ihre Familien, bis auf drei andere Deutsche und mich. Wir hatten also die einmalige Gelegenheit, die klassische chinesische Reisegruppe hautnah mitzuerleben. Meine verzweifelten Versuche, unseren Reiseführer zu verstehen, die ausschließlich Chinesisch sprechen konnte, blieben größtenteils erfolglos. So war unsere Reiseplanung mehr oder weniger eine Überraschung, was aber auch ganz angenehm war, da man sich um nichts kümmern musste.
Unser erstes Reiseziel nach über fünf Stunden Fahrt war dann nicht der See, wie ich erwartet habe, sondern eine Tropfsteinhöhle in der Nähe des Sees. Die Höhle war als Touristenattraktion aufgemacht – komplett ausgeleuchtet mit bunten Lichteffekten. Dann war auch noch Samstag, weshalb die Touristengruppen im Minutentakt durchgeschleust wurden, angeführt von Reiseleitern mit Fähnchen und Megaphonen. Nichts desto trotz waren die riesigen Stalaktiten sehr beeindruckend.


Danach sind wir zu einem kleineren See gelaufen und haben eine kurze Fahrt auf einem Bambusboot gemacht. Das war’s dann auch schon für den Samstag, wird sind in ein Hotel eingekehrt und haben dort ausgedehnt zu Abend gegessen.

Das Boot geht nicht gerade unter... Es gehört so, dass die hohlen Bambusstämme halb unter Wasser sind
Heute sind wir dann früh morgens zum Qian Dao Hu, also dem See der Tausend Inseln, aufgebrochen. Es war, als ob jemand eine vierspurige Autobahn durch das Auenland gebaut hätte.

Die Provinz Zhejiang liegt einige hundert Kilometer südlicher als Shanghai und die Bäume sind schon alle sattgrün. Die bewaldeten Hügel mit kleinen Städtchen dazwischen sind total idyllisch, und gleichzeitig sind überall Spuren von Industrie und Tagebau zu sehen. Der See selbst ist Ende der fünfziger Jahre gestaut worden, also ein künstlicher See. Tatsächlich schauen über tausend Inseln daraus hervor, nämlich die Spitzen der Berge, die geflutet worden sind. An einer Stelle gibt es wohl eine überflutete Stadt, und einer der Lehrer hat mir erzählt, dass der Bau eines Glastunnels auf dem Grund des Sees geplant ist, um sich die Stadt anschauen zu können.
Wir sind mit einer Fähre zu verschiedenen Inseln gefahren, und obwohl das Wetter nicht besonders gut war – es hat immer wieder geregnet – war es brechend voll. Ich habe von den Inseln kaum etwas mitbekommen, weil so viele Menschen dort waren. Interessanterweise gab es keine ausländischen Touristen, weshalb wir mal wieder ziemlich viel Aufmerksamkeit erregt haben („ni kan kan, lao wai!“ – „Schau mal, Ausländer!“). Ich habe das Reisegruppen-Phänomen mit Herrn Wu, einem Lehrer, erörtert und er hat mir erklärt: Für die Chinesen muss es lebendig (renao) sein, viele Menschen, Lärm, Fotos machen usw… Nicht das, was Deutsche sich unter einem Wochenendausflug vorstellen. Irgendwann ist man einfach nur noch genervt, weil man vor lauter Menschen, Musik aus Lautsprechern und Straßenhändlern von der Natur, die eigentlich sehr schön ist, gar nichts mitbekommt. Aber ich will mich nicht beschweren, da ja alles für lau war.
Besonders amüsant waren mal wieder die englischen Übersetzungen auf den Schildern. Da ich so schusselig war, meine Kamerabatterien nicht aufzuladen, habe ich nicht so viele Fotos mit meiner eigenen Kamera gemacht – dafür mit der meiner Mitbewohnerin. Sobald ich ihr die abgeluchst habe, werde ich sie hier reinstellen. Erst einmal ein kleiner Vorgeschmack:
Was ist das?


"Fish Lock
Its Shape is like fish,mtans that fish always awake and no sleep,so to pass on the significance of remainder every year and remainder of happy"
Na, jetzt schlauer? 
[2] Kommentare
ich hingegen kenne eine schneeseekleerehfee. magst du sie kennenlernen? ja? dann kopiert und pastet diesen link in eurem browser.
http://www.voxopop.com/topic/5a95546f-938d-4083-a13a-6d2f7cf4d01a
http://www.youtube.com/watch?v=BHaW-KxA0sg

