Heyho,
Heute ist endlich ein kurzer Bericht über Suzhou dran. Kennt irgendjemand Suzhou (liegt in Ostchina, ca. 6 Millionen Einwohner im gesamten Bezirk)...? Nagut, wenn Nanjing schon nicht so bekannt ist, brauche ich danach wohl nicht zu fragen
Ich gebe zu, dass ich den Namen vorher auch noch nie gehört hatte, und dass ich dort war, ist unserem inoffiziellen Reiseführer Eduardo zu verdanken. Er hat nämlich als einziger von uns daran gedacht, Stadtpläne von den Orten zu besorgen, die wir bereisen wollten, und war eigentlich auch derjenige, der diese Städte überhaupt als lohnenswerte Reiseziele vorgeschlagen hat.
So wenig ich Suzhou vorher kannte, so überrascht war ich, dass die Bewohner offenbar an deutsche Touristen gewöhnt sind. Ich habe überdurchschnittlich viele Läden o.ä. mit deutschen Namen oder Beschreibungen entdeckt.
Unser Hostel, dass zu der in China allgegenwärtigen Kette „International Youth Hostel“ gehörte und uns von der Hostel-Chefin in Nanjing vermittelt worden ist, war sehr heimelig, hatte aber einen Haken: Es war eindeutig für das Sommergeschäft ausgelegt. Unser Vierbettzimmer ging von einem offenen Innenhof ab, ebenso die Duschen und Toiletten. Letztere hatten keine Türen, was heißt, es war k-k-k-kalt dort. Zum Glück liegt Suzhou mehr als 1000 km südlich von Beijing, es war also nicht -8, sondern „nur“ 3 Grad kalt. Für umgerechnet 4,5 € pro Nacht ist man außerdem nicht direkt in der Position, sich zu beschweren, und die meiste Zeit waren wir ja sowieso unterwegs.
Wir haben die üblichen Sehenswürdigkeiten besucht – einen großen Garten, der trotz des Winters sehr schön grün war, haben uns todesmutig in zwei wackelige Fahrrad-Rikschas gewagt (sind beim Preis natürlich beschissen worden) und haben uns, oh Wunder, mal wieder eine Pagode angeschaut. Besagte Pagode steht auf dem Tigerhügel und ist über 1000 Jahre alt (so sieht sie auch aus).
In Suzhou ist es das erste Mal in meiner ganzen Zeit in China passiert, dass ich so richtig wütend auf einen Chinesen geworden bin. Klar, in Suzhou gibt es noch weniger Ausländer als in Nanjing oder Beijing, aber der junge Mann hat uns vier über Minuten und völlig ungeniert mit seiner Fotokamera gefilmt und auch nicht aufgehört, als es vollkommen offensichtlich war, dass wir uns bedrängt fühlten. Ich war daraufhin so aufgebracht, dass ich zu ihm rübergegangen bin und ihn gefragt habe, ob er uns nicht vorher fragen könne. Er hat so getan, als ob er’s nicht versteht, obwohl ich es auf Chinesisch gesagt habe (oder zumindest versucht). Ich bin dann weggegangen und dachte mir im Nachhinein, besser, man dreht sich weg und ignoriert es, anstatt sich aufzuregen – aber manchmal geht es einfach zu weit.
Und wie immer: Fotos von Suzhou im Fotoalbum
Und gaaanz bald auch die Fotos von Hangzhou, unserer letzten Station.

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