Unterwegs in... Hangzhou
Verfasst am 5.02.2010 um 10:46 PM Uhr in Unterwegs
Heyho,
die letzte Station auf meiner einwöchigen Reise war Hangzhou. Die Stadt ist in China bekannt für ihre Schönheit, und selbst im Winter kann man sich das sehr gut vorstellen. Der Running Gag der gesamten Woche war sowieso „This place must be so beautiful... in summer!“. Das war nicht ganz ernst gemeint, da es uns ja auch so sehr gut gefallen hat, wo wir waren. Aber einer von uns musste zwangsläufig diesen Spruch lassen, zumal wir meistens die einzigen Ausländer waren, die sich zu dieser Jahreszeit in die besagten Städte verirrt hatten.
Das Emerald Hostel in Hangzhou war ein Glücksgriff, von uns zufällig im Internet entdeckt. Die Mitarbeiter waren unglaublich hilfsbereit, sprachen gut Englisch und zu allem Überfluss haben wir ein „Upgrade“ bekommen. Unser reserviertes Vierbettzimmer war wohl schon belegt, weshalb wir ein Zweibett- und ein Dreibettzimmer bekommen haben, ersteres sogar mit Bad.
Am ersten Tag in Hangzhou, den wir am Xihu (Westlake), einem großen Erholungsgebiet, verbracht haben, war das Wetter traumhaft, milde 18°C. Wir haben eine Bootsfahrt gemacht, sind am See spazieren gegangen und haben uns Abends noch ins Stadtgetümmel zum Shoppen gestürzt. Dann waren wir allerdings zu erschöpft, um noch auszugehen, und haben uns stattdessen mit einer Flasche Rotwein zusammengesetzt. Irgendwer ist auf die Idee gekommen, das Fernsehprogramm zu inspizieren, und so sind wir in den Genuss von „Titanic“ in chinesischer Synchronisation gekommen. Wer sich nicht erinnert: Die Namen der Hauptdarsteller lauten Ruose und Jack... Jack lässt sich noch einigermaßen angleichen, aber da es im Chinesischen das englische „R“ nicht gibt, wurde aus Rose kurzerhand „Luße“. Und Jacks Stimme passte einfach mal gar nicht zu ihm... Ich habe mir den Spass gemacht, die Version von Youku, dem chinesischen Youtube, herunterzuladen und ein paar Dialoge zusammenzuschneiden, damit ihr wisst, was ich meine...
Am zweiten Tag in Hangzhou hat es leider in Strömen geregnet, und die Stimmung schwankte zwischen gereizt und erschöpft. Wohl auch kein Wunder, wenn man tagelang auf den Beinen ist und von einer Stadt zur nächsten pendelt... Wir haben jedenfalls an diesem Tag „nur“ das Seidenmuseum besucht und sind dann nochmal in die Stadt gefahren. Dann haben wir uns getrennt – Pia und ich sind Shoppen gegangen, und die Jungs haben sich in einem Autohaus Ferraris usw. angeschaut. An diesem Tag habe ich mir dann endlich ein chinesisches Kleid angeschafft, nachdem ich schon von mehreren Leuten gehört habe, dass das ja wohl das mindeste ist, was ich mitbringen muss, wenn ich aus China zurückkomme. Meine Diskussion mit der Verkäuferin wurde von zwei chinesischen Studentinnen belauscht, die uns daraufhin auf Englisch angesprochen haben. Die beiden waren dermaßen aufgedreht, weil sie wohl noch nicht so viele Ausländer kennengelernt haben, dass es uns ein bisschen Angst gemacht hat. Die eine meinte sogar, dass sie sicher heute Nacht nicht schlafen könne, weil sie so aufgeregt sei. Danach haben Pia und ich den geordneten Rückzug angetreten, aber erst, nachdem wir Handynummern ausgetauscht und ein Foto gemacht hatten (Alle Fotos im Fotoalbum...).
Am Abend sind wir ein eine Kneipe gegangen, um unseren letzten gemeinsamen Tag zu feiern. Es war eine sehr intensive Zeit, und entsprechend traurig war ich, denn die drei sind weiter gezogen nach Shanghai, während ich am Freitag zurück nach Beijing geflogen bin. Inzwischen bin ich einfach froh, dass ich das alles erlebt habe ![]()

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