ni tingde dong ma - Verstehst du mich?
Verfasst am 22.04.2010 um 09:32 PM Uhr in Anekdoten und Ausfälle

nimen hao,

heute habe ich wieder festgestellt: Sprachlich bin ich, auf das Chinesische bezogen, nach wie vor im Anfängerstadium. Zuerst bin ich heute Nachmittag zur Post gegangen, um ein Paket nach Peking zu schicken. Beobachtet von fünf belustigten Chinesen habe ich zwanzig Minuten und die Hilfe des Sicherheitsmannes an der Tür gebraucht, um meine Adresse und die des Empfängers auf den Postschein zu kritzeln. Dann bin ich zur Bahnstation gefahren, um mir ein Ticket nach Zhenjiang zu kaufen, wo ich an diesem Wochenende eine Freundin besuchen möchte. Belauscht von zwanzig ungeduldigen Chinesen in einem fünf Quadratmeter großen Raum habe ich es irgendwie geschafft, das Ticket zu kriegen – weiß aber nach wie vor nicht, von welcher Station der Zug abfährt. Im Supermarkt habe ich dann drei etwas ratlosen chinesischen Verkäuferinnen versucht zu erklären, dass ich Reinigungstücher fürs Gesicht haben möchte. Was ich letztendlich gekauft habe, muss ich noch herausfinden. Ich will mich aber nicht beschweren: Läuft ja irgendwie.

Doof ist, dass Telefonieren nach Deutschland im Moment ziemlich schwierig ist. Morgens bin ich dreimal in der Woche beim Unterricht, und ihr schlaft da ja eh. Abends ist die Internetverbindung so schlecht, dass telefonieren meistens nicht möglich ist. Oder ich bin beim Chinesischunterricht etc. Nur, damit sich keiner wundert…

Der Unterricht klappt auch nach wie vor ganz gut, auch wenn es natürlich nicht immer alles so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Ich frage mich, ob es ein Vorteil oder ein Nachteil ist, dass ich praktisch nicht kontrolliert werde? Ein Pädagoge würde vielleicht sagen: Nachteil! Ich finde es eigentlich ganz gut, dass ich mich an meinen „Opfern“ nach Herzenslust ausprobieren kann   Morgen steht Wegbeschreibung auf dem Plan:

 

Die beiden fröhlichen Leute haben Magneten hinten dran – alles, was ich dann noch brauche, ist die Tafel und ein Stück Kreide 

Es wäre aber manchmal auch nicht schlecht, wenn ich ein Feedback von einer ausgebildeten Lehrerin hätte. Ich habe den Schülern jetzt tatsächlich deutsche Namen gegeben, wenn sie nicht schon einen hatten. Die kann ich mir wirklich viel besser merken und meine Studenten amüsieren sich…

 



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