xia yi zhan - nächste Station Guilin
Verfasst am 17.07.2010 um 10:46 AM Uhr in Unterwegs

Gestern Morgen, nachdem ich nochmal etwas im Park von Yangshuo spazieren gegangen bin, habe ich die Stadt wieder verlassen, um mit dem Bus nach Guilin zurückzufahren.

Eine abgeschiedene Gasse

Endlich mal ein ruhiges Plätzchen

Auch ein ruhiges Plätzchen... Die Uhr geht übrigens nicht richtig ;)

Wäsche waschen am Fluss

Meine Gefühle waren sehr gemischt - was sicher auch der einsetzenden Erschöpfung nach fast zehn Tagen Reise geschuldet ist. Yangshuo kam mir so schizophren vor. Einerseits die schöne Natur, die ordentlich gepflasterte Innenstadt und sauberen Hotels, und wenn man über die Stadtgrenze hinaus fährt sieht man die dreckigen Baracken, in denen die Menschen leben und Kinder, die davor im Müll spielen. Durch den Tourismus geht es den Leuten eigentlich relativ gesehen gut – es gibt Strom und Wasser, und viele haben ein Moped. Aber je mehr Geld man mit den Touristen machen kann, desto mehr Leute kommen aus den umliegenden Dörfern ins Stadtgebiet. Deshalb profitieren nur einige wirklich davon bzw. es besteht harte Konkurrenz. Es kotzt mich aber persönlich an, wenn ich als Besucher durch diese Straßen laufe und in den Augen jedes Chinesen die Dollarzeichen klingeln sehe – was wiederum nachvollziehbar ist. Sollte ich ein schlechtes Gewissen haben, weil ich als reicher westlicher Urlauber da bin und diese Leute trotz harter Arbeit einen viel geringeren  als ich haben? Oder ein gutes Gewissen, weil ich mein Geld da lasse und somit das wirtschaftliche Wachstum der Region ankurbele? Nur so ein paar Gedanken.

In Guilin angekommen, habe ich dummerweise denselben Fehler noch einmal gemacht – mich mit Yulin und ihrem Cousin in ein Touristenboot gesetzt, um mich zum Elefantenfussfelsen bringen zu lassen. Die beiden sind nun zufällig am selben Tag zurück nach Guilin gefahren wie ich und haben mich sofort gefragt, ob ich mitkommen möchte. Da ich noch keinen Plan hatte, was ich in Guilin sehen will, habe ich zugesagt. Der Felsen ist das Wahrzeichen von Guilin und soll einen Elefanten beim Wassertrinken darstellen. Das Boot hatte eine Aussichtsplattform, auf die sich alle Chinesen gleichzeitig gequetscht haben, um ein Foto von sich mit dem Felsen im Hintergrund zu machen – und dann wieder unter Deck zu verschwinden.

Ich habe mir fest vorgenommen, ab jetzt wieder so zu verfahren wie in Hong Kong. Ich habe mir im Hostel eine Karte von Guilin gekauft und werde heute allein losziehen, um mir in aller Ruhe die Stadt anzuschauen, mit dem öffentlichen Bus oder Taxi.

Für Xi’an habe ich allerdings schon eine Tour zur Terrakotta-Armee gebucht – da diese außerhalb der Stadt liegt, ist das klüger.

P.S.: Dass ich so viele Einträge kurz hintereinander poste, ist der Tatsache geschuldet, dass die Website des Blogs in 80 % der Fälle nicht funktioniert, bzw. abends (bei euch mittags) überhaupt nicht… Nach mehr als zwei Wochen, in denen es jetzt schon so ist, sollte man das Problem doch mal behoben haben (oder mal ne Stellungnahme dazu abgeben), oder? Würde ich Geld für meinen Account bezahlen, würde ich jetzt schon ganz schön mit den Zähnen knirschen ^^

 



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