people mountain people sea
Verfasst am 16.07.2010 um 06:52 AM Uhr in Unterwegs

dajia hao,

ich bin nun wieder in Festlandchina. Von Hongkong aus bin ich nach Shenzhen gefahren und von dort problemlos über die "Grenze" gekommen. Der Unterschied war sofort spürbar: Auf dem Bahnhof von Shenzhen habe einen Angestellten freundlich auf Englisch nach dem Gleis gefragt und ein ebenso freundliches "wo ting bu dong" (Ich verstehe nicht) als Antwort bekommen. Das ist das China, das ich kenne - perfekt, um die Sprache anzuwenden.

Der Zug nach Guilin fuhr über Nacht und es war eigentlich ganz angenehm, nur zehn Stunden. Schlafen konnte ich wegen des Geruckels aber nicht wirklich gut. Morgens habe ich dann von Guilin aus einen Bus nach Yangshuo genommen, die jede halbe Stunde fahren. Ich war schon ganz zufrieden mit mir, weil ich den Weg allein gefunden hab und auch sonst alles erstaunlich gut geklappt hat - und dann hatte der Bus zwischen Guilin und Yangshuo einen Motorschaden. Immerhin keinen platten Reifen, mit dem hätte man ja theoretisch weiterfahren können (der Busfahrer hätte es womöglich versucht). Also eine Stunde warten auf der Standspur. Mit einem anderen Bus sind wir dann endlich in Yangshuo angekommen.

Ohne Karte oder Orientierungsvermögen, aber mit dem Wissen, dass das Hostel ganz in der Nähe sein muss, habe ich mich auf den Weg gemacht. Aus reiner Sturheit habe ich auch die Taxis/Mopeds/Fahrräder abgelehnt, die mir an jeder Ecke lautstark als Transportmittel ("Lady! Taxi???") angeboten wurden. Angekommen bin ich nach über einer Stunde und mit einem Ticket für die "Li River Boat Tour", das mir eine Verkäuferin in einem Reisebüro angedreht hat. Tatsache ist, dass ich für die Tour, die in Guilin 120 Yuan kostet, hier nur die Hälfte kostet. So hat der kleine Umweg doch noch etwas gebracht.

Beim meinem ersten Spaziergang durch Yangshuo habe ich mich gefühlt wie... eine Taube. Wer von euch die Simpsons guckt, kennt vielleicht die Szene, in der Homer und Bart über den Jahrmarkt laufen und Homer sich in den Augen eines Budenbesitzers in eine riesige pfeifende Taube mit Taschen voller Geld verwandelt... Was ich sagen will, Yangshuo ist extrem touristisch. Da passt absolut das chinesische Sprichwort "ren shan ren hai" (Ein Menschenberg, ein Menschenmeer. Oder eben: people moutain people sea *g*) - die Touristen werden in Massen durch Yangshuo geschleust.

Die Landschaft ist aber wirklich atemberaubend.

Ich bin gestern Nachmittag noch etwas durch die Stadt gelaufen und runter zum Fluss, wo ich eine Weile die Füße ins Wasser gehalten und ein paar Jungs dabei zugeschaut hab, wie sie versucht haben, mit Harpunen Fische zu fangen. 

Duzende Künstler mit mehr oder weniger großem Talent standen an der Promenade, um das Panorama zu malen

Zurück im Hostel dachte ich, hmm, eigentlich bin ich total kaputt - aber es ist doch erst halb sechs Uhr... Mein Körper hat mir die Entscheidung dann aber abgenommen. Ich habe plötzlich total schlimme Bauchkrämpfe bekommen, dass ich mich nur noch flach auf den Rücken legen und schlafen konnte. Dafür bin ich heute nach elf Stunden Schlaf und bei bester Gesundheit um halb sechs Uhr aufgestanden. Alles was dazwischen passiert ist – jetzt ist es zehn Uhr – erzähl ich vielleicht morgen. Jetzt bin ich einfach nur hundemüde, aber es war ein schöner Tag 

Die Innenstadt von Yangshuo - alles auf Tourismus ausgerichtet

Der Park



[2] Kommentare

sooo schön....
sieht echt ganz toll aus! schön, dass du jetzt auch noch solche seiten des landes siehst. hab weiterhin eine geile zeit!


~ Geschrieben von Vally am 16.07.2010 um 01:50 PM Uhr


:)
Bald darfst du bitte auch ganz viele schöne Fotos schicken! Als Entschädigung dafür, dass du nicht auf mich wartest...

~ Geschrieben von Mieke85 am 16.07.2010 um 11:41 PM Uhr







Auf die Größe kommt es an
Verfasst am 12.07.2010 um 10:27 PM Uhr in Unterwegs

An meinem letzten Tag in Hong Kong wollte ich eine Sehenswürdigkeit besuchen, deren Name eigentlich schon alles sagt: Der Big Buddha auf Lantau Island. Vorher habe schon mehrere Leute getroffen, die ihn schon gesehen hatten. Auf meine Frage, was denn am Big Buddha so besonders sei, folgte erst verdutztes Schweigen und dann: Nun ja, er ist eben groß. Genauer gesagt: Eine mehr als dreißig Meter hohe Bronzestatue auf der Spitze des Berges.

Mindestens genauso beeindruckend fand ich aber die Landschaft drumherum, weshalb ich nach den obligatorischen Touristenfotos noch ein bisschen gewandert bin. Es waren viele Touristen unterwegs, aber der Wanderweg, der direkt hinter dem Kloster begann, war fast verlassen - bezeichnender Weise lautet sein Name auf den Schildern "Wisdom Path". Das kommentiere ich jetzt mal nicht.

Es war wunderbar ruhig, und am Ende des Pfades waren einige halbierte Baumstämme mit chinesischen Weisheiten (die ich aber nicht entziffern konnte) aufgestellt. Man konnte einige Treppenstufen den Berg hinauf laufen, und dahinter führte ein Pfad bis auf die Spitze. Dort war ich dann tatsächlich ganz alleine, weil es wohl kein "offizieller" Weg ist. Die Aussicht war gigantisch und hat mich zu einigen Fotos inspiriert:



Morgen Abend fahre ich mit dem Nachtzug von Shenzhen nach Guilin und dann weiter nach Yangshuo. Mit Glück habe ich in Yangshuo auch WLAN, dann melde ich mich wieder. Bis dann, yi lu ping an - gute Reise :)!
 



[1] Kommentare

TOLL !!
Einfach phantastische Bilder ! Fast schon schade das ich deinen Blog in den nächsten Wochen nicht verfolgen kann.... aber naja.... so ein eigener Urlaub hat auch was :-) ;-)

~ Geschrieben von Enana13 am 15.07.2010 um 03:04 PM Uhr







Und wo ist das Lama?
Verfasst am 11.07.2010 um 09:57 PM Uhr in Unterwegs

hallo zusammen,

heute hatte ich das Kontrastprogramm zum quirligen Stadtleben. Meine deutsche Bekanntschaft und ich sind für 25 HK-Dollar, also ungefähr 2,5 Euro, nach Lamma Island gefahren. Weil Sonntag ist, dachten wir, dass es bestimmt voll werden würde. Aber kein Stück - für chinesische Verhältnisse war diese wunderschöne Insel praktisch menschenleer. Dafür gab es umso mehr handtellergroße Spinnen, die überall zwischen den Bäumen ihre Netze gespannt hatten (gut, dass ich keine Wahnsinnsangst vor Spinnen habe, im Gegensatz zu der anderen Deutschen). Auf unserem Weg von einem Ende der Insel zum anderen sind wir aus purem Zufall einem Deutschen begegnet, der auf der Insel lebt. Er hat augenzwinkernd erklärt, dass die Chinesen hier doch gar nicht überleben könnten: Was wäre, wenn der Handyakku zur Neige ginge oder die Batterien der Spielkonsole leer sind? Und an den Strand legen sie sich sowieso nicht, aus Furcht vor Sonnenbräune. Das Wasser war durch die nahe gelegene Großstadt leider voller Plastikmüll. Abgesehen davon waren Sicherheitsnetze gespannt - wegen der Haie. Ob es denn wirklich Haie gäbe, haben wir gefragt: Ja, meinte er, und die Netze seien dazu da, um die Haie vor den Chinesen zu beschützen.

Ich war absolut begeistert, dass es so nahe an Hong Kong so ein idyllisches Plätzchen gibt, fast einen richtigen Dschungel mit großen Bananenstauden und Schmetterlingen. Die Spinnen und Schlangen nicht zu vergessen - obwohl wir letztere nicht gesehen haben.

Riesige Krabben und Hummer
 

Die "Kamikaze Grotte" XD Es handelt sich dabei um einen künstlichen Stollen, in dem die Japaner Boote verstecken wollten... oder so.

Dies ist ein Suchbild. Such die Monsterspinne!

... und schon geht es wieder zurück in die Zivilisation.



[1] Kommentare

*lach*
" .. und die Netze sind dazu da die Haie vor den Chinesen zu beschützen."

*lach* ... das sagt ja einiges... schön das es Dir auf deiner Reise so gut geht. Noch 5 Tage, dann mache ich mich für (leider nur 3 Wochen) auf nach Norwegen mit dem Wohnmobil. Eine Route haben wir nicht so Recht... Südschweden ist auch nett... wir werden sehen wohin der Wind uns treibt... Also Dir noch einige wundervolle Tage !!

Liebe Grüße
Enana

~ Geschrieben von Enana13 am 12.07.2010 um 02:23 PM Uhr







Auf zur Spitze
Verfasst am 11.07.2010 um 12:12 AM Uhr in Unterwegs

nimen hao,

meine nächste Etappe steht jetzt fest – ich habe mir heute ein Zugticket von Shenzhen nach Guilin gekauft. Shenzhen deshalb, weil man nicht einfach so von Hong Kong nach Festlandchina spazieren kann. Das ist rechtlich gesehen das Passieren einer Grenze, und Shenzhen ist mittendrin. Ich habe sowohl in Shanghai bei der Visabehörde als auch bei China Railway noch einmal gefragt, ob das mit meinem Visum klar geht, und beide meinten, ja. Nichts desto trotz habe ich ein ungutes Gefühl, weil auf meinem Visum eine Einreise steht. Ich habe das verlängerte Visum in Shanghai beantragt, das heißt, logisch gesehen darf ich einmal aus China aus und wieder einreisen – aber Logik ist in der Bürokratie nicht immer die treibende Kraft.

Ich werde also von Shenzhen nach Guilin und dann mit dem Bus weiter nach Yangshuo fahren. Warum und wo ist das? Yangshuo, so hat mir eine Deutsche hier im Hostel vorgeschwärmt, sei viiiel schöner als Guilin. Mein Lonely Planet China hat das verifiziert. Also habe ich beschlossen, zwei Tage in Yangshuo (nicht weit von Guilin) zu verbringen und zwei Tage in Guilin selbst, um dann weiter nach Xi’an zu fliegen. Gut oder nicht gut? Ich finde gut   

Ich habe mir ja vorher ein bisschen Sorgen gemacht, ob mir das alleine Reisen tatsächlich zusagen wird. Es ist in erster Linie natürlich sicherer, in einer Gruppe zu reisen. Außerdem hat man jemanden, mit dem man das Schöne teilen kann. Bis jetzt fühle ich mich aber sehr wohl. Es ist wirklich ein Vorteil, dass ich alles in meinem Tempo machen kann – das bedeutet in meinem Fall, gemächlich. Ich kann in aller Ruhe Fotos machen, Einstellungen ausprobieren (und wer schon mal dabei war, wenn ich Fotos mache, weiß, wie lange das dauern kann…). Besonders den ersten Tag allein am Hafen habe ich sehr genossen. Gleichzeitig ist es schön, wenn man ab und zu Gesellschaft hat – im Hostel unterhält man sich zwangsläufig mit verschiedenen Leuten und verabredet sich auch für gemeinsame Aktivitäten. Außerdem habe ich eine Freundin in Hong Kong, die ich noch aus Beijing kenne. Mit ihr habe ich den Nachmittag verbracht und die atemberaubende Aussicht vom Victoria Peak auf mich wirken lassen. Hong Kong Island ist von Hügeln umgeben, und The Peak ist der höchste Punkt. Das Tolle ist, dass eine alte Trambahn nach oben führt – es geht wirklich steil nach oben. Typisch für China mussten wir über eine Stunde anstehen, um in die Bahn zu kommen. Die Aussicht war aber einfach, Woah…

 

Hong Kong Island und Kowloon in der Abenddämmerung...

... und nochmal bei Nacht

Die Meerseite

Habe ich schon erwähnt, dass ich Hong Kong absolut genial finde? Die Sprache der Einheimischen ist Kantonesisch, viele beherrschen aber auch Mandarin und Englisch. Aufgrund seiner Geschichte ist die ganze Atmosphäre in Hong Kong völlig anders als in anderen chinesischen Großstädten. Als Ausländerin mit blonden Haaren falle ich hier kaum auf, werde nicht fotografiert und es schreit mir auch keiner „Hellooo“ oder „Laowai!“ hinterher. Das ist zur Abwechslung auch mal ganz angenehm. Die Hong Konger lächeln einen auch einfach mal an (die Beijinger auch, die Shanghaier eher nicht). Die Luft ist aufgrund der Meerlage sehr gut, die Brise weht den Smog einfach weg.

Morgen fahre ich zusammen mit einer Deutschen, die ich hier kennen gelernt habe, zu einer der vielen Inseln von Hong Kong, Lamma Island. Und abends werde ich mir wohl im Barviertel das Fußballspiel anschauen – um wie viel Uhr deutscher Zeit findet das eigentlich statt? Wenn es zu spät wird, werde ich evtl. einfach ein bisschen Vorfreude zelebrieren und dann ins Bett gehen 



[6] Kommentare

Wow,
die Bilder sind wirklich smogfrei ^^

Das Spiel fängt hier übrigens um 20.30 an ;-) und laut dem Kraken Paul wird Spanien den Titel holen.

Liebe Grüsse,

Jessi

~ Geschrieben von Sui am 11.07.2010 um 01:22 AM Uhr


*g*
Habe ich etwas nicht mitbekommen und die Meerestiere haben die Weltherrschaft an sich gerissen?

~ Geschrieben von Mieke85 am 11.07.2010 um 10:36 AM Uhr


Schatzi,
deine Fotos sind der Hammer! *daumenhoch* viel spaß noch!

~ Geschrieben von Sonea am 11.07.2010 um 05:18 PM Uhr


Wer ist eigentlich Paul?
Ich weiß, aus der Wikipedia zitiert man eigentlich nicht:
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_%28Krake%29
Paul ist auch der Grund, weshalb viele nach dem Halbfinale "Calamaris für alle!" gerufen haben. :-)

Toll, jetzt hab ich Hunger drauf...

~ Geschrieben von M am 11.07.2010 um 07:11 PM Uhr


soweit
ist es schon, dass Oktopussis als Hellseher missbraucht werden. Das arme Tier kann man doch bloß noch erlösen... ich würde sogar bei der Bestattung helfen XD

~ Geschrieben von Mieke85 am 11.07.2010 um 10:13 PM Uhr


Ich bin
davon ausgegangen, dass sich das Thema Paul auch bis nach China herumgesprochen hat.
Der Wikiartikel sagt aber alles ^^

~ Geschrieben von Sui am 11.07.2010 um 10:14 PM Uhr







Viele Bäume sind ein Wald
Verfasst am 10.07.2010 um 12:30 AM Uhr in Unterwegs

Hallo zusammen,

und da bin ich schon wieder :) Die Zugfahrt nach Hong Kong ist angenehmer verlaufen, als ich gehofft hatte. "Soft Sleeper" bedeutet nicht, dass das Bett sonderlich soft ist - an Tiefschlaf ist da nicht zu denken. Dafür gibt es nur zwei Betten übereinander (anstatt drei Etagen im Hard-Sleeper-Abteil) und man hat eine Schiebetür.

Meine Reisebegleitung war ein freundlicher, zahnloser alter Mann und ein junges Paar mit der einjährigen Tochter. Zuerst war es etwas komisch, aber da ich mich zumindest rudimentär verständigen konnte, ist es richtig lustig gewesen. Die Familie reiste nämlich zusammen mit einer anderen Familie aus einem anderen Abteil, und das Abendessen wurde kurzerhand zu uns verlegt. Dafür war ich auch eingeladen und durfte Bekanntschaft mit der dreijährigen Tochter des anderen Paares machen. Das Mädchen hörte auf den unmöglichen Namen Candy. Dazu muss man sagen, dass die Eltern ziemlich stolz darauf waren, dass ihr Kind einen englischen Namen hat, obwohl es noch so klein ist...

Die Verständigung war manchmal etwas frustrierend für mich - der Vater aus meinem Abteil hat extra alle ermahnt, sie sollen bitte putong hua sprechen, also Standard-Chinesisch. Eigentlich kommen sie aus Shanghai und sprechen Dialekt, von dem ich wirklich kein Wort verstehe. Ich habe auch so nur die Hälfte verstanden, aber im Zweifel hilft immer nicken und lächeln. Einen Witz habe ich immerhin mitbvekommen: Der Vater meinte, seine einjährige Tochter spreche noch weniger Chinesisch als ich, der könne ich noch etwas beibringen. Die war sowieso total niedlich, auch wenn sie abends ungefähr 1,5 Stunden gebrüllt hat. Durch sie habe ich einige neue Wörter gelernt, die der Papa ihr - und damit indirekt mir - erklärt hat. Unterhaltungen mit Kindern, egal welche Sprache, sind sowieso zum Schießen: "Schau mal, dort ist ein Berg." - "Gege!" - "Der Berg hat viele Bäume. Siehst du die Bäume?" - "Gege?" - "Viele Bäume sind ein Wald." - "Gege..." (Schließlich habe ich gefragt, was "Gege" bedeuten soll. Antwort: Shanghai-Dialekt für "schlafen" ^^)

Richtig gut geschlafen habe ich nicht, dafür aber acht Stunden Fahrt verdöst. So kam mir die Fahrt wirklich nicht so lang vor, wie sie war. Um 15 Uhr habe ich ins Hostel eingecheckt, geduscht, ausgepackt, Geld gewechselt. In Hong Kong bezahlt man mit Hong Kong Dollar, die unheimlich farbenfroh sind und damit aussehen wie Spielzeuggeld.

Ich hatte mir schon in Shanghai eine Karte von Hong Kong gekauft und außerdem den Lonely Planet China von meiner Mitbewohnerin geliehen bekommen. Sie habe ich mich gleich auf den Weg gemacht, um meine Umgebung zu erkunden. Hong Kong besteht aus vielen Inseln, mein Hostel befindet sich auf Hong Kong Island. Die Straßen sind nicht halb so überfüllt, wie ich befürchtet hatte, und der westliche Einfluss ist unübersehbar. Die klapprigen alten Trambahnen zum Beispiel, die quer über die Insel fahren.

Damit bin ich zum Central Pier gezockelt, von wo aus man nach Kowloon kommt oder eben zu einer der vielen anderen Inseln. Ich hatte heute unheimliches Glück mit dem Wetter, blauer Himmel und weiße Wolken. Die Aussicht hat mir den Atem verschlagen... Die Fähre von HK Island nach Kowloon fährt alle 10 Minuten, dauert knapp genauso lang und kostet 2 HK Dollar (also ungefähr 20 Cent). Ich werde also noch sehr oft hin und her fahren, denn es macht total Spaß. Ich bin noch ein bisschen über die Einkaufsstraße geschlendert und habe mir die Gucci und Prada-Geschäfte von außen angeschaut. Der Rückweg zum Hostel bei Nacht war mindestens genauso spannend wie der Hinweg, und bis jetzt kann ich sagen: Hong Kong ist toll :)!

Kowloon von Hong Kong Island aus gesehen

Die Star-Ferry

Links: Hong Kong Island bei Sonnenuntergang, von der Fähre aus



[1] Kommentare

dann mall...
... dir auch noch ganz viel spaß beim reisen. und viele grüße von ashton zurück! ;-)

~ Geschrieben von Sonea am 10.07.2010 um 01:19 PM Uhr







bags packed and a pass for the rail...
Verfasst am 8.07.2010 um 01:24 PM Uhr in Unterwegs

Dajia hao,

dies ist mein letzter Eintrag aus Shanghai… Mein Rucksack ist gepackt (nagut, eigentlich liegen noch alle Sachen drum herum verstreut), der Zug nach Hong Kong geht um halb sieben Uhr. Morgen gegen ein Uhr mittags komme ich an, also 18 Stunden Fahrt. Im Softsleeper-Abteil, das lässt sich schon aushalten 

Gezwungener Maßen nehme ich mein Notebook mit, das heißt, ich werde mich wahrscheinlich bald wieder melden und Fotos einstellen. Sooo lang wird die Reise von der Zeit her nicht, in ca. 10 Tagen will ich schon in Beijing sein.

Drückt mir die Daumen dass ich a) nicht beklaut werde und b) keine Lebensmittelvergiftung bekomme. Alles andere fügt sich schon irgendwie – ich freu mich jedenfalls drauf 



[4] Kommentare

Ich wünsch
dir Erfolg in allen Punkten und eine schöne Reise.
Wie schnell doch die Zeit vergeht...

~ Geschrieben von Sui am 8.07.2010 um 01:58 PM Uhr


Na dann ...
... wünsche ich Dir eine gute Reise!!!

Pass auf dich auf :-)

~ Geschrieben von Enana13 am 8.07.2010 um 02:20 PM Uhr


juhuuu!
und los gehts!!! hab ganz viel spaß und meld dich!
softsleeper... heißt das, man liegt weich, oder der schlaf ist soft und man kommt verflucht nochmal nicht in die tiefschlafphase? :-P naja, du wirst es rausfinden...
ganz viele grüße von michi

~ Geschrieben von Sonea am 8.07.2010 um 03:49 PM Uhr


Danke
euch für die guten Wünsche, es scheint geholfen zu haben :)

@ Romy: Grüß Michi zurück!

~ Geschrieben von Mieke85 am 10.07.2010 um 12:49 AM Uhr







Zirp, Pieps, Miau, Wuff
Verfasst am 4.07.2010 um 09:01 AM Uhr in Unterwegs

Ich höre doch die Klagen über die Hitzewelle in Deutschland bis hierher, aber keine Sorge: Mir geht es auch nicht besser. Vielleicht ein bisschen, weil die Räume hier mit Klimaanlagen bestückt sind, hehe. Doch draußen zerfließt man bei 36 Grad und 95 % Luftfeuchtigkeit.

Ich habe mich gestern mit zwei Deutschstudenten zum Mittagessen getroffen, und recht spontan hat es heftig angefangen zu gewittern. Trotzdem sind wir unserem Plan gemäß nach dem Essen in den "Blumen-, Fisch-, Vogel- und Insektenmarkt" gegangen. Weil dieser sich draußen befindet und nur notdürftig überdacht ist, waren wir praktisch die einzigen Besucher, während die Händler das schlechte Wetter abgewartet haben. Der Markt hat die typischen engen Gassen und es gibt dort alle Arten von Tieren zu kaufen, auch Katzen, Kaninchen und andere Fellträger. Besonders zahlreich sind aber die beliebten chinesischen Singvögel und zirpenden Grillen gewesen.

Über die Haltungsbedingungen der Tiere muss ich wohl nicht viel sagen - so ein Tiermarkt, den es in vielen chinesischen Städten gibt, ist nichts für zart Besaitete. Besonders die Vögel, die auf engstem Raum eingepfercht waren und deren Käfige in dunklen, feuchten Ecken standen, haben mir leid getan...

Xia und Jin mit den Beos

Singvogel-Küken

Fische, Frösche, Schildkröten, Reptilien, Krabben...

Eine Krebsart mit blauem Rumpf und nur einer voll ausgebildeten Schere - noch nie vorher gesehen. Kommt von der Insel Hainan.

Leguane

 

Wie die Chinesen gern sagen: mei banfa (wörtlich: (es gibt) keine Methode). Es ist eben so, da ist nichts zu machen.

 



[4] Kommentare

naja...
... ehrlich gesagt finde ich es so fast besser als in Deutschland. Es wird eben nichts verschleiert, während es in Deutschland auch Tierversuche gibt, grausame Tiertransporte und Massentierhaltung. Nur wird das alles vom Kunden ferngehalten und stattdessen mit hübschen Bildern von glücklichen Tieren auf der Verpackung ausgestattet. Da belügen sich die Deutschen einfach auch ein stückweit selbst...

~ Geschrieben von Sonea am 4.07.2010 um 03:53 PM Uhr


Hmm
ja man müsste die Haltung mal objektiv vergleichen, also nicht nur Haustiere, sondern allgemein. Wenn sich die Deutschen/Ausländer über Tierhaltung in China aufregen, beziehen sie sich ja vor allem auf "Kuscheltiere", also Hunde, Katzen etc.

~ Geschrieben von Mieke85 am 4.07.2010 um 04:38 PM Uhr


naja nr.2
trotzdem stehen beispielsweise sehr viele schildkrötenarten weltweit auf den roten listen und verdienen besonderen schutz. das darf man schon auch scheiße finden. und es isst ja nu auch nicht jeder in deutschland fleisch! das sind dann die besseren menschen. so einfach funktoniert die welt ;)

~ Geschrieben von Anonymous am 4.07.2010 um 05:41 PM Uhr


d.h. also:
Es gibt (moralisch) bessere Menschen (Vegetarier) und schlechtere Menschen (Fleischesser, Chinesen...etc...).
Ist das gemeint mit, "so einfach funktioniert die Welt" ;)?

~ Geschrieben von Mieke85 am 5.07.2010 um 12:06 PM Uhr







Meinungen sind wie ..., jeder hat eins.
Verfasst am 1.07.2010 um 12:00 PM Uhr in So ist das in China.

 Eine Begegnung, die ich letztens hatte, geht mir nicht so recht aus dem Kopf. Deshalb berichte ich mal davon.

Wenn ich jemanden wirklich nicht leiden kann, beruht das normalerweise auf Gegenseitigkeit. Es fällt mir nämlich schwer, jemanden nicht zu mögen, der eigentlich nett zu mir ist. Manchmal ist man einfach nicht auf einer Wellenlänge, wofür keiner etwas kann. Keine Regel ohne Ausnahmen, wie man sagt: Über einen Deutschen, der ebenfalls an der Tongji unterrichtet, rege ich mich jedes Mal tierisch auf, wenn wir uns begegnet sind, obwohl (oder gerade weil) er sich jedes Mal "freundlich" mit mir unterhält. Eigentlich war er mir schon unsympathisch, bevor wir ein Wort gewechselt haben, und der Eindruck hat sich bestätigt.

Gestern sind wir uns zufällig vor dem Lebensmittelladen begegnet und es entspann sich folgende Unterhaltung (sinngemäß):

Ich: "Du gehst ja bald nach Russland. Willst du denn noch einmal zurückkommen nach Shanghai?"

Er: "Ich war jetzt schon ein paar Mal hier. Man braucht auf jeden Fall genug Geld und ein Netzwerk an deutschen Freunden, dann ist Shanghai sehr spannend."

Ich: "Ich wollte hier eigentlich eher Chinesen kennen lernen und keine Deutschen."

Er: "Wirklich? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die darauf wert legen. Obwohl, du als blondes Mädchen..."

Ich: "Den Eindruck hatte ich überhaupt nicht. Ich habe viele nette Chinesen kennen gelernt, einige waren sogar sehr offen und auch kritisch."

Er: "Das sind dann aber keine Chinesen. Nur weil sie gelbe Haut und schräge Augen haben..."

Ich: "Wie sind denn "echte" Chinesen deiner Meinung nach?"

Er: "Wenn man hier ein Semester oder so studiert, ist alles toll. Aber wenn man mit denen arbeiten muss, treibt einen das oft zur Verzweiflung. Die Masse der Chinesen ist engstirnig und obrigkeitshörig."

Ich: "Mit solchen Leuten möchte ich natürlich nicht unbedingt etwas zu tun haben."

Er: "Siehst du, deswegen habe ich mich eben gewundert."

Ich: "Aber ich will auch mit den meisten Deutschen nicht befreundet sein. Warum sollte das in China anders sein?" ...

Das letzte war ein Seitenhieb gegen ihn, den er aber nicht als solchen wahrgenommen hat. Ich sollte mir eigentlich sagen: Er ist schlicht arrogant und ein Besserwisser. Aber dieses Gespräch hat mich sehr aufgewühlt, und ich weiß auch warum: 1. Keiner lässt sich gern auf eine dermaßen herablassende Weise belehren, und 2. Ich kam mir danach total naiv vor. Vielleicht hat der eingebildete Schnösel recht und ich habe ein total unrealistisches/einseitiges Bild von den Chinesen. Andererseits: Der Gute war jetzt insgesamt (nicht einmal durchgehend) 1-2 Jahre in China und hat sich in dieser Zeit nicht die Mühe gemacht, Chinesisch zu lernen - wie kann er sich überhaupt ein Urteil anmaßen? Grmpf.
 



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Mon dieu!
Also jemanden, der ernsthaft so von Den Chinesen, Den Franzosen und Den Brasilianern usw. spricht, den kann man doch eigentlich nur an den Füßen packen und kräftig durchschütteln. Insbesondere, wenn er schon längere Zeit in dem betreffenden Land war. Klar, als Scherz ist das alles ganz lustig und oft ist auch ein wahrer Kern dabei, aber jedem noch so verblendeten Idioten müsste doch schon klar sein, dass die Menschen in jedem anderen Land genauso wie in Deutschland sind: nämlich individuell unterschiedlich, unterschiedliche Subkulturen, Milieus, Generationen....
Lass dich von so einem ganz bestimmt nicht einschüchtern! Wer die schwarz-weiß Brille aufhat, der hat immer schnell pauschale, einfache Erklärungen und Wertungen auf Lager. ;-)

~ Geschrieben von Sonea am 1.07.2010 um 03:09 PM Uhr


:-*
Genau... Es ist ja überhaupt nicht so, dass ich finde, hier sei alles super. Aber wenn man so eine Meinung von den Menschen hat, was sucht man dann überhaupt in dem Land? Noch ist alles billiger als in Europa und man kann sich hier einen höheren Lebensstandard leisten (und sich dabei wie Graf Rotz aufführen). Aber der Yuan wird unaufhaltsam stärker ^^

~ Geschrieben von Mieke85 am 4.07.2010 um 09:21 AM Uhr







Countdown
Verfasst am 1.07.2010 um 08:34 AM Uhr in Anekdoten und Ausfälle

nimen hao,

nachdem ich ja am Montag den ganzen Tag lahm gelegt war, ging es mir gestern zum Glück schon besser. Ich hatte schon überlegt, ob ich ins Krankenhaus gehen soll, weil ich den Kopf nicht mehr drehen konnte, aber jetzt ist es nur noch ein schmerzhafte Verspannung. Ich könnte zur Massage gehen, aber ich traue mich nicht - ich kenne ich Shanghai keinen Salon, und die Qualität variiert da doch erheblich. Stattdessen habe ich mir auf Empfehlung einer chinesischen Bekannten Gao Yao besorgt, das sind mit Tigerbalm getränkte Pflaster. Die waren auch ganz gut.

Gestern Abend habe ich die chinesische Prüfung mitgeschrieben, und dank der Vorbereitung mit meinem Sprachpartner war es nicht schwierig. Ich kriege aber leider kein offizielles Zertifikat dafür, weil ich nicht als Studentin eingeschrieben bin. Evtl. bekomme ich immerhin eine Bescheinigung.

Der Stand meiner Reiseplanung sieht im Moment so aus, dass ich mir heute ein Zugticket für Hong Kong gekauft habe. Bei 35 Grad im Schatten habe ich eineinhalb Stunden in einer völlig überfüllten Wartehalle angestanden, eine ziemliche Tortur. Dafür habe ich jetzt ein Bett im Schlafwagen, was wichtig ist, weil die Fahrt knapp 18 Stunden dauert. Ein Flugticket für 300 Euro war mir einfach zu teuer - das Zugticket kostet dagegen nur 65 Euro. Ich werde allein reisen, da ich in Shanghai niemanden kenne, der Zeit hat, mitzukommen. Ich habe in Hongkong ein Bett in einem Hostel gebucht, dass mir eine Freundin empfohlen hat, und gehe einfach mal davon aus, dass ich auf dem Weg schon nette Leute kennen lernen werde.

Das ich nach Hongkong will, stand für mich fest, die weitere Route ist dagegen nicht ganz klar. Damit habe ich mich auch noch ins Fettnäpfchen gesetzt: Ursprünglich wollte ich nach Kunming, Chengdu, Xi'an und schließlich Beijing. Deshalb habe ich meinen Sprachpartner gebeten, sich mal umzuhören, ob er jemanden in diesen Städten kennt. Für mich war das eine eher unverbindliche Bitte, aber er hat es extrem ernst genommen. Einer seiner Freunde kommt aus Kunming, einer seiner Lehrer aus Xi'an, und so kennen sie dort auch jemanden.

Nun habe ich ihm eröffnet, dass ich zumindest nicht nach Kunming will, und bei Xi'an sei ich mir nicht ganz sicher. Da eröffnete er mir mehr oder weniger, dass er dadurch schlecht vor seinen Bekannten dastehe. Auf meine Reaktion - Verblüffung, um genau zu sein - meinte er aber sofort, dass sei alles kein Problem, ich soll mir keine Gedanken machen. Um gleich hinterherzuschieben, dass es bloß sein kann, dass ich denen jetzt unsympathisch bin und er einen Gesichtsverlust erleide. Aber es gibt überhaupt kein Problem... Ich neige sowieso dazu, mir zu viele Gedanken zu machen, und bereue es, dass ich ihn überhaupt gefragt habe. Aber dass ich meine Reiseplanung zur Staatsangelegenheit für ihn gemacht habe, habe ich echt nicht geahnt und ich komme auch immer noch nicht ganz dahinter, wieso. Jedenfalls habe ich ihn und seinen Freund Zhen, den ich inzwischen auch kennengelernt habe, zum Essen eingeladen und meine, dann ist es auch gut.

Jetzt sieht es jedenfalls so aus, dass ich zuerst nach Hongkong, dann nach Guilin, Xi'an und schließlich nach Beijing reise. 

 

Auch ohne Kunming und Chengdu sind die Strecken schon ziemlich lang. Als ich Zong Wei erzählt habe, das ich eigentlich auch uuunbedingt nach Chengdu und Kunming will, aber nicht weiß, ob ich das durchhalte, grinste er und meinte: Stirbst du in nächster Zeit? Wenn nicht, dass kannst du es später immer noch machen. Recht hat er... Auf meiner Liste für zukünftige Reisen stehen dann Yunan, Sichuan, Tibet und Taiwan.

 



[1] Kommentare

meine kleine Weltenbummlerin
... dass du mir mal nicht verloren gehst! ;-) In Hongkong hätte ich sogar auch zwei Leute gekannt, aber mich fragste ja net..! :-P

~ Geschrieben von Sonea am 1.07.2010 um 03:17 PM Uhr







Abschied auf Raten
Verfasst am 28.06.2010 um 12:44 PM Uhr in Anekdoten und Ausfälle

 nimen hao,

ich sitze gerade in meinem Zimmer und versuche, mich nicht allzu viel zu bewegen. Das Wochenende war toll, aber auch wahnsinnig anstrengend. Am Freitag Mittag bin ich mit der Mittelstufe in einem Restaurant mit Sichuan-Küche gewesen - die bekannt ist für ihr extrem scharfes Essen, und ich benutze normalerweise nicht mal Pfeffer zum Kochen. Aber es war trotzdem sehr lustig und wir haben die obligatorischen Abschieds-Fotos gemacht.

Mit den Mädels

Mit den Jungs

Zur selben Zeit habe ich einen Anruf von Jin aus der Grundstufe bekommen. Einige der Mädels wollten sich auch noch verabschieden, weil sie am Samstag in ihre Heimat zurückfahren würden. Das ging ja nun in dem Moment nicht, da war ich schon ganz traurig. Am Abend hatten die drei aber noch Zeit, also sind wir noch in eine kleine Garküche gagangen, in der wir sowohl von Kakerlaken als auch Katzen beim Essen gestört wurden - die Xiao Lun Bao, kleine gefüllte Teigtaschen, waren aber sehr gut und ich bin immer noch gesund ;)

Am Nachmittag hatte ich von meinem Sprachpartner erfahren, dass einer der Ortslektoren, ein gemeinsamer Bekannter, ebenfalls am Samstag Shanghai verlassen wird und erst wieder zurückkommt, wenn ich weg bin. Nach dem Essen mit den Mädels haben wir uns also auch noch in einem Restaurant getroffen.

Es waren ein paar Deutsche dabei, für die das Qingdao Bier mit 3 % Alkohol ja nichts ist. Die Chinesen allerdings haben versucht mitzuhalten, und das hätte für einen fast böse Folgen gehabt - er ist knallrot angelaufen, sogar die Augen waren extrem gerötet. Die typische Alkohol-Unverträglichkeit der Chinesen, aber so schlimm hab ich es noch nie erlebt. Nachdem er aufgehört hat zu trinken, sind die Symptome zum Glück innerhalb einer Stunde wieder abgeklungen.

Ich war am Freitag gegen ein Uhr im Bett, musste aber um fünf Uhr am Samstag morgen wieder aufstehen, weil ich mit Eduardo und Pepe aus Beijing für die Expo verabredet war. Die beiden hatten sich in den Kopf gesetzt, den chinesischen Pavillon zu besuchen, auch wenn ich ihnen versichert habe, dass das beinahe unmöglich ist. Für den gibt es spezielle Tickets, die zwar umsonst sind, die man sich aber vor Ort abholen muss. Das bedeutet: Um 4 Uhr morgen da und vor allem schnell sein. Wir haben natürlich keine Tickets bekommen, waren dafür aber relativ früh auf dem Gelände. Ich habe ein Album mit den Expo-Bildern und Kommentaren hochgeladen, damit ihr eine Vorstellung bekommt...

Es war aber definitiv das letzte Mal, dass ich auf der Expo war. Es ist einfach zu viel: Zu viele Menschen, zu viel Rücksichtslosigkeit und irgendwie auch zu viel Sinnlosigkeit. Ich hatte das Gefühl, dass die Zahl der Idioten exponentiell zur Anzahl der Besucher gestiegen ist. Ob ein Ausstellungsstück eine tiefere Botschaft vermittelt oder nicht, schien vielen Besuchern egal, Hauptsache es sieht protzig aus und man hat ein Foto davon. Darüber hinaus kam auf 1000 Chinesen vielleicht ein Ausländer, weswegen ich mich ständig von aufdringlichen (bzw. teilweise sehr unhöflichen) Chinesen belästigt gefühlt habe.

Ich habe zufällig dieses Foto gemacht:

Der Junge ganz links trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift: "I'm disturbed enough already" - Ich bin schon gestört genug. Fand ich sehr passend.

Vielleicht noch dazu, warum ich mich kaum bewegen kann: Aufgrund der Masse an Besuchern lagen die Wartezeiten für die Pavillons bei ca. 2-6 Stunden. Vor dem Japanischen Wirtschafts-Pavillon habe ich beim Aufstehen (wir hatten Mini-Stühle) die Kopf unglücklich gedreht und mir den Nacken gezerrt. Tut höllisch weh und ich hoffe, dass es mit Schmerztabletten und warmen Umschlägen in den nächsten Tagen verschwindet. Es hat auch nicht gerade geholfen, dass ich gestern Abend bei DEM Spiel Deutschland gegen England in einer komischen Position eingeschlafen bin, weil ich so müde war. Ich habe aber fast alles mitbekommen und meine beiden Freunde kennen jetzt das deutsche Wort für Tor :) Heute morgen musste ich mich dann schon wieder von den beiden verabschieden, und ich weiß nicht, wann und wo ich sie wiedersehe. Sie sind vielleicht nicht in Beijing, wenn ich dort bin. Aber wir hatten immerhin ein lustiges Wochenende zusammen :)

P.S.: Wie man sieht, ist schlechtes Wetter gewesen (das gesamte Wochenende). Alles oberhalb der zweiten Kugel des Oriental Pearl Towers war vom Nebel verschluckt.



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