Besuch aus dem Norden
Verfasst am 25.06.2010 um 10:14 AM Uhr in Anekdoten und Ausfälle

Eduardo und Pepe sind übers Wochenende in Shanghai   

In Hanghzou, Januar 2010 



[3] Kommentare

Unbenannter Kommentar
Shanghai ist toll :) war letztes Jahr da und es ist einfach nur klasse

~ Geschrieben von crocoli am 25.06.2010 um 01:49 PM Uhr


angekommen
und aufgehangen! :-)

~ Geschrieben von Sonea am 27.06.2010 um 04:24 PM Uhr


:)
*freu*

~ Geschrieben von Mieke85 am 28.06.2010 um 10:02 AM Uhr







xia ke le - Der Unterricht ist beendet
Verfasst am 24.06.2010 um 10:31 PM Uhr in Lehren

Gerade bin ich durch heftigen Regen vom Chinesischkurs nach Hause gelaufen - es war so ein Regen, der von allen Seiten zu kommen scheint, nur nicht von oben. Mein Schirm hatte also keinen schützenden Effekt, wie sehr ich mich auch angestrengt habe... Und plötzlich dachte ich: Hey, es sind immer noch 25 Grad, was macht es? Also bin ich fröhlich durch den Regen nach Hause gestapft und hatte auch noch die passende dramatische Orchester-Weltuntergangs-Musik auf den Ohren ("Time Stands Still" von Blind Guardian).

Es ist wieder die Zeit der letzten Male: Das letzte Mal Chinesischkurs, nächste Woche Dienstag schreibe ich die Prüfung. Am Mittwoch habe ich das letzte Mal Unterricht gegeben. Morgen gehe ich mit meiner Mittelstufe zum Essen, viele von denen sehe ich dann auch zum letzten Mal.

Für die Zeit, in der ich unterrichtet habe, kann ich schon einmal ein Fazit ziehen: "Manchmal sind die Dinge gar nicht so, wie man sich's vorgestellt hat, sondern besser"... Natürlich habt ihr, also die, die mir nahe stehen, gesagt, die schaffst das usw. Aber das hättet ihr sowieso  Meine größte Angst hat sich nicht bewahrheitet und das fühlt sich wirklich wie ein Sieg an. Ich bin froh, dass ich ins kalte Wasser gesprungen bin - es hat manchmal Spaß gemacht und manchmal nicht, Arbeit eben, aber eine zu bewältigende Aufgabe.

Das war's zu mir, und jetzt zum Unterricht in China... Das Buch, das wir im Unterricht benutzt haben ("Stichwort") ist in einiger Hinsicht nicht besonders gut (Siehe "Stichwort und Wikipedia"). Es gab viele gute Ansätze, gerade auch um die deutsche Kultur zu vermitteln, aber streckenweise waren die Aufgaben einfach lieblos hingeklatscht. Es gibt zwar jede Menge Aufgaben von wegen, "Sagen Sie Ihre Meinung zu..." - aber was ist Meinung? Wer glaubt, dass sei doch selbsterklärend, der frage mal chinesische Schüler. Die kulturelle Komponente vieler Situationen und Arbeitsaufträge wird in diesem Buch größtenteils übergangen. Das habe ich daran gemerkt, dass ich oft einen anderen Ansatzpunkt finden musste als den im Buch, weil die Studenten die Fragen sonst nicht richtig verstanden haben.

Die Universität bzw. die Lehratmosphäre am Institut ist auch so eine Sache. Letztendlich habe ich hier kein Praktikum gemacht, sondern einen Job als Lehrkraft. Zu einem Praktikum gehört ein gewisses Maß an Betreuung, und die gab es hier in didaktischer Hinsicht nicht. Oder mein Anspruch ist zu hoch... Wenn ich mal Probleme hatte und eine der Klassenlehrerinnen angesprochen habe, bekam ich wahlweise folgende Antworten: 1. Es ist doch alles in Ordnung, die Studenten mögen dich sehr gern. 2. Wenn die Studenten schlecht mitkommen, müssen sie eben fleißiger studieren (oder sie haben Pech). Die Faustregel, sich nicht in anderer Leute Angelegenheiten einzumischen, gilt sehr viel. Das heißt, jeder Lehrer mauschelt so vor sich hin. Keiner der Lehrer je mit uns darüber gesprochen, wie wir (als absolute Anfänger) Unterricht halten sollen. Qualitätssicherung, worüber in Deutschland immer diskutiert wird, ist hier gar kein Thema (Didaktik und Methodik auch nicht). Das ist kein Problem dieser speziellen Universität, sondern ein allgemeines Thema des chinesischen Bildungssystems. Positiv ist aber, dass die jüngeren Lehrer, besonders diejenigen, die längere Zeit im Ausland verbracht haben, gewillt sind, das zu ändern. 

Letzten Endes will ich mich aber nicht beschweren - ich konnte im Unterricht alles so machen, wie ich wollte und habe dadurch sehr viel gelernt. Gleichzeitig war die Bezahlung und die Unterkunft für chinesische Verhältnisse extrem großzügig und die Arbeitszeiten in Ordnung. Alles in allem eine sehr positive Erfahrung 
 



[0] Kommentare






Der (vor)letzte Unterrichtstag
Verfasst am 22.06.2010 um 01:20 PM Uhr in Lehren

Heute hatte ich den letzten Unterrichtstag mit meiner zweiten Grundstufenklasse. Die Reihen waren schon extrem ausgedünnt - einige Leute haben abgebrochen, weil ihnen Deutsch doch zu schwierig ist, andere sind zu Hause geblieben, um für die mündliche Prüfung am Nachmittag zu lernen. Mit den verbliebenen Studenten habe ich ein paar Fotos gemacht; das hätte ich lieber vor zwei Wochen machen sollen, als die Klasse noch voll war, aber besser als gar nicht.

Das Thema unseres Hörtextes hat dazu geführt, dass die Tafel nach der ersten Unterrichtseinheit äußerst interessant aussah:


Ihr dürft jetzt raten, um was es in dem Hörtext, zu dem dieses Tafelbild gehört, gegangen ist  Tipp: Die Überschrift lautete: "Die liebe Nachbarin"

Ich gebe zu, dass es genau meinem Humor entspricht, dass wir nun ausgerechnet vor diesem Tafelbild Fotos gemacht haben. Die Studenten haben sich etwas gewundert (dass ich die Tafel nicht gewischt haben wollte), fanden es aber lustig...
 



[0] Kommentare






"Ich sehe nicht aus wie ein Seehund!"
Verfasst am 21.06.2010 um 08:03 PM Uhr in Lernen

Ein Zeugnis davon, dass ich wirklich fleißig war:

Aufsatz zur Bildergeschichte, von mir geschrieben und von S. korrigiert. 



[0] Kommentare






Gregor Samsa zu Besuch
Verfasst am 20.06.2010 um 01:50 PM Uhr in Lernen

Könnt ihr euch noch an die „Vater und Sohn“-Bildergeschichten aus dem Deutschunterricht erinnern? Die kann man auch in China käuflich erwerben. Mein Tandempartner hat sich ein Buch davon angeschafft und jetzt versucht er jedes Mal, ein oder zwei Geschichten zu erzählen. Eine fand ich ganz besonders niedlich:

 

Die werde ich vorbereiten und dann morgen, wenn wir uns wieder zum Lernen treffen, auf Chinesisch erzählen. Zu den Vokabeln, die ich noch nachschauen muss, gehören Seehund und Bart 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das Klima in Shanghai wird zunehmend unangenehm… Extrem hohe Luftfeuchtigkeit und dazu über dreißig Grad. Das könnte ich ja noch akzeptieren. Aber meine Küche wird jetzt in der Nacht von einer riesigen Kakerlake (und einigen ihrer Kinder) bewacht, und das geht gar nicht - uäh! Meine Mitbewohnerin und ich haben schon gemutmaßt, dass es die Wiedergeburt von jemandem ist, der etwas Schlimmes angestellt hat. Wer weiß, Mao vielleicht.

 



[2] Kommentare

Ich kenne
die Comics, allerdings nicht aus dem Unterricht.
Früher gab es so ein kleines Heftchen, das Jojo hieß. Ich weiss nur nicht mehr ob die beim Optiker rumlagen, oder in der Apotheke. Auf jeden Fall waren da immer die Vater/Sohn Comics drin. Ich hab die sehr geliebt als KInd ^^

Wegen deiner Kakerlaken-Küche muss ich gleich an Joes Apartment denken ^^
Kennst du den Film mit den sprechenden Kakerlaken?




~ Geschrieben von Sui am 20.06.2010 um 03:42 PM Uhr


jupp
ich hab von dem Film gehört, ihn aber nicht gesehen... Vielleicht sollte ich das tun, um zu lernen, wie man Kakerlaken domptiert XD

~ Geschrieben von Mieke85 am 21.06.2010 um 08:21 PM Uhr







Drachenbootfest im Grünen
Verfasst am 17.06.2010 um 06:07 PM Uhr in Unterwegs

Etwas vermisse ich wirklich in Shanghai: Die Natur. Gestern war ich mit einem Freund im Century Park, das ist eine riesige Grünanlage mitten im Stadtzentrum Pudong. Vorher haben wir den Fehler gemacht, uns an einem Feiertag (Drachenbootfest) auf die Nanjing Road zu wagen. Ein Hexenkessel, wie ich es selten erlebt habe. Das toppt beinahe noch die Expo, wie sich die (chinesischen) Touristenmassen durch diese Protzallee quetschen. In Shanghai wird das Drachenbootfest zwar nicht traditionell gefeiert - zumindest habe ich nichts mitbekommen - aber frei haben trotzdem alle.

 Im Park habe ich dann endlich mal wieder Blumen aus der Nähe gesehen und konnte mich ausgiebig dem Fotografieren derselben widmen. Danach war meine Laune dann wieder richtig gut 

Pffft, kann sich ja nicht jeder eine Spiegelreflexkamera leisten. Es geht auch bescheidener...

Pflanzenkunst

"Nicht auf die Grünflächen latschen!"

Man hat es nicht leicht, wenn man in China heiraten will. Eine dreiviertel Stunde lang musste das Brautpaar, unter Aufsicht der Brauteltern, in dieser und ähnlichen Positionen verharren. Begleitet wurde das vom immer gleichen Dialog: 

Fotograf: "mei nü, hen piao liang. zhun bei! yi, er, san..." ("Hübsche Frau, sehr schön. Bereitmachen! Eins, zwei, drei...") *knips* Das Paar (danach): "xing ma?!" ("Gut so?!") Fotograf: "bu xing. zai lai yi bian." ("Nicht gut. Noch einmal!")

Zurück in der grauen Realität...



[2] Kommentare

Wow...
das sind ja echt schöne Bilder ^^

~ Geschrieben von Kitty2008 am 20.06.2010 um 03:14 PM Uhr


Unbenannter Kommentar
Danke :)

~ Geschrieben von Mieke85 am 21.06.2010 um 08:23 PM Uhr







Kleiner Snack
Verfasst am 17.06.2010 um 04:42 PM Uhr in Essen

Noch ein Grund, zu weinen, wenn ich China Ende Juli verlasse:

 

Ich habe Bohnen-Popcorn entdeckt (kein Bohnen-Eis, aber nahe dran!). Macht absolut süchtig. Wenn die Packung erst einmal offen ist, wird sie in zehn Minuten leer…

P.S.: Ich habe heute die Verlängerung meines Visums beantragt und kann es in einer Woche abholen. Es ist dann bis zum 30. Juli gültig. Reisepläne für den Juli sind in Arbeit.

 



[0] Kommentare






Wenige Kinder - Viele Erwartungen
Verfasst am 15.06.2010 um 08:43 PM Uhr in So ist das in China.

nimen hao,

wegen des Drachenbootfestes musste ich paradoxer Weise am Sonntag Unterricht geben - dafür ist von Montag bis Mittwoch frei. Xiang (einer meiner Schüler) hat mir angeboten, mich auf eine Tour in die Altstadt zu begleiten, und so sind wir heute Mittag zuerst in den Yuyuan Garden gefahren. Es war einmal wieder kaum zu glauben, wie viele Menschen dort waren, so dass ich überhaupt keine Lust hatte, Fotos zu machen; auch wenn es genug Motive gegeben hätte. Wir sind relativ schnell geflohen und zur Taikang Lu gefahren. Dort habe ich bereits letzten November Fotos gemacht, die auch nach wie vor online sind - schmale, verwinkelte Kassen und viele teure Geschäfte mit Kunsthandwerk, Kleidung und Schmuck. Xiang war ein bisschen geschockt über meinen "Kaufrausch"; ich habe mir einen Rock, ein paar Fächer, Schmuck und zwei Bilder gekauft. Eigentlich gar nicht so viel und für deutsche Verhältnisse nicht übermäßig teuer, doch für einen chinesischen Studenten schon. Als wir praktisch schon gehen wollten, habe ich mich spontan verliebt:



 Die Bilder sind mit Ölfarbe auf zwei Stücke Sackleinen gemalt, die Farbe ist fast noch feucht. Für 22 Euro zusammen hab ich nicht gezögert (und Xiang hat mich endgültig für bescheuert gehalten, aber egal)...

Ich bin es ja gewohnt, angestarrt zu werden und es stört mich fast gar nicht mehr. Das ist aber nichts gegen die Blicke, die ich ernte, wenn ich mit einem männlichen Chinesen unterwegs bin - das sind teilweise keine freundlichen Blicke. Das hat mich darauf gebracht, Xiang mal zu fragen, warum es wohl so viele Chinesinnen (besonders in Shanghai) gibt, die mit ausländischen Männern zusammen sind. Er meinte sofort, "it's the money". Das hatte ich mir schon gedacht (und im Pekinger Tagebuch gelesen), aber desillusionierend ist es doch. Zusammengefasst: In einer chinesischen Beziehung verdient immer noch der Mann ein Großteil des Geldes. Er sollte, bevor er ernsthaft an Heirat denken darf, eine Wohnung und ein Auto sein eigen nennen. Besonders hübsche Chinesinnen sind unerreichbar, denn die angeln sich höchstwahrscheinlich einen älteren, reichen Mann oder einen Ausländer. Wenn sich doch einmal "unstandesgemäße" Beziehungen entwickeln, werden die Eltern der beiden wahrscheinlich (erfolgreich) versuchen, sie auseinander zu bringen. Die Eltern haben immer noch einen riesigen Einfluss auf ihre erwachsenen Kinder, weil diese in der Regel Einzelkinder sind und die Eltern viel Geld in deren Ausbildung etc. investieren. Die jungen Leute sind also häufig finanziell von ihren Eltern abhängig und müssen sich nach deren Meinung richten - ob es nun um das Studienfach oder die Heiratskandidaten geht. Dazu kommt, dass es hier keine zuverlässige soziale Absicherung gibt und die Kinder sich um ihre Eltern kümmern sollen, wenn diese alt sind. Alles in allem lastet ein ziemlicher Druck auf Chinas Einzelkindern, wie man sich vorstellen kann.

Eines erkenne ich aber wieder: Auch für viele Frauen "im Westen" ist es wichtig, dass der Mann beruflich, finanziell und intellektuell auf ihrer Höhe ist, am besten noch darüber. Der Unterschied ist, dass die Frau, die sich von einem Mann "aushalten" lässt, bei uns eher abfällig betrachtet wird (zumindest von anderen Frauen), während das hier in China ein Zeichen von Wohlstand und hohem Status zu sein scheint.

In diesem Zusammenhang musste ich auch an eine chinesische "Unart" denken, die bei manchen Frauen regelrecht aus dem Ruder gerät: Sich dümmer anstellen, als man ist. Es ist geradezu eine Kunst, sich wie ein kleines Mädchen aufzuführen, beleidigt zu sein, herumzunörgeln, um sich zu schlagen - also die kleine (fünfjährige) Prinzessin zu spielen. Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es für eine Übertreibung halten. Die chinesischen Männer reagieren darauf amüsiert bis geduldig bzw. nehmen das Mädchen nicht wirklich ernst. Dafür, dass sie sich so klein macht, bekommt sie dann Aufmerksamkeit und was sie sonst gerade will. Zum Glück machen das bei weitem nicht alle Frauen, nur einige. Es sagt trotzdem einiges aus, sowohl über die betreffenden chinesischen Frauen als auch über die Männer...
 



[0] Kommentare






Ein Buch sehen und lesen brauchen
Verfasst am 12.06.2010 um 01:27 PM Uhr in Lernen

Warum ist es für Fremdsprachenlehrer vorteilhaft, ein bisschen etwas von der Sprache zu verstehen, welche die Schüler sprechen? Die Antwort darauf ist nicht auf meinem Mist gewachsen, womit ich sagen will, dass die Erkenntnis nicht neu oder innovativ ist. Aber ich freue mich, wenn ich Interferenz in der Praxis selbst mal erlebe. Zum Beispiel benutzen meine Schüler das Wort „brauchen“ ständig als Hilfsverb: Ich brauche einen Brief schreiben. Das liegt vielleicht daran, dass brauchen mit xuyao übersetzt wird. In manchen Sätzen stimmt diese Übersetzung, in anderen nicht, weil xuyao im Chinesischen als Hilfsverb verwendet werden kann. Es ist einfacher zu erklären, warum es falsch ist, wenn man versteht, warum sie es falsch machen.

Manchmal sieht es einfacher aus, als es ist, zum Beispiel der Fehler: „Ich sehe ein Buch“, wenn eigentlich gemeint ist, „Ich lese ein Buch“. Das liegt an den unterschiedlichen Bedeutungen von „lesen“ und „sehen“; die deutschen und chinesischen Wörter passen da irgendwie nicht zusammen. „kan“ heißt eigentlich sehen, aber „kan shu“ heißt „Ein Buch lesen“. Wenn man es umgekehrt versucht: „Ich sehe ein Buch“ heißt es auf Chinesisch aber „wo kanjian shu“. „Lesen“ heißt „du“ oder „nian“, aber im Sinne von „laut lesen“. Achja, „nianshu“ kann auch studieren heißen oder, mit einer anderen Betonung, „sich einen Text einprägen“. Und, wer ist jetzt nicht verwirrt?

Nochmal übersichtlicher, so wie ich es verstehe (falls das nicht stimmt, bitte korrigieren). Und im Zweifel einfach übergehen 

kan – hinschauen

►"kan shu“ – Ein Buch lesen

kanjian – sehen (transitiv)

►„ni kanjian wode shu ma?“ – „Hast du mein Buch gesehen?“

du/nian – lesen/laut lesen/sich einen Text einprägen

►„du/nian shu“ – Ein Buch lesen / laut vorlesen

shu – mit erstem Ton: Buch; mit zweitem Ton: bekannt/vertraut; mit viertem Ton: Baum

So sagt meine Chinesischlehrerin oft, „du shengci“ (die neuen Wörter laut vorlesen) und auch „nian shu kewen“ (sich den Text einprägen/ durch lesen vertraut machen).
 


 



[0] Kommentare






Speisen und Gesang
Verfasst am 10.06.2010 um 02:32 PM Uhr in Anekdoten und Ausfälle

Gestern hatte ich noch einen wirklich schönen Abend. Meine Mitbewohnerin und ich sind mit der Grundstufentruppe, die uns auch auf die Expo mitgenommen hat, Hotpot essen gegangen. Inzwischen sind die überhaupt nicht mehr so schüchtern und betrachten uns wohl eher als Freunde denn als Lehrer. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das in Ordnung ist, auch wenn ich nur noch zwei Mal bei ihnen Unterricht habe...

Erst mal sind mir jedenfalls fast die Tränen gekommen, weil sie jeweils ein kleines Geschenk für „ihre“ Lehrerinnen hatten, ein Säckchen mit einem Brief und kleinen Mitbringseln. Im Restaurant hatten wir zu neunt ein Separee, und je später es wurde, desto lockerer ist die Atmosphäre geworden. Ich war sicher nicht gerade ein gutes Vorbild, da ich beim Bier trinken gut mit den Jungs mitgehalten habe. Zum Glück hat Qingdao nur 3 % Alkohol  Und so unschuldig, wie die chinesischen Studenten immer tun, sind sie definitiv nicht. Besonders die jungen Männer trinken auch gerne mal einen, nur eben nicht auf offener Straße und in Diskotheken wie bei uns.

Das Fleisch wurde in riesigen Stücken - am Knochen - serviert. Praktischer Weise mit Handschuhen

Später wollten die Studenten unbedingt ein deutsches Lied von uns hören, also haben wir „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ vorgesungen (nein, nicht alle Strophen). Als Gegenleistung haben Niu und Tao, zwei der Jungs, nach einigem Betteln ein Herzschmelz-Lied auf Chinesisch zum Besten gegeben. Das Video, dass die andere M. davon gemacht hat, kann ich euch einfach nicht vorenthalten:

Also, wer jetzt nicht ein bisschen verliebt ist, der hat kein Herz

 



[4] Kommentare

das IST in Ordnung!
der Altersunterschied ist schließlich gering und solange du deine Autorität in den Stunden nicht untergräbst, ist das doch eher cool, dass ihr so gut auf einer Wellenlänge lagt und die auch so gern mit dir zusammen sind. Mit unseren Tutanden sind wir auch immer mal wieder abends noch weggegangen.

~ Geschrieben von Epiny am 10.06.2010 um 05:41 PM Uhr


Hast schon Recht...
... ich hatte heute mit ihnen Unterricht und es war überhaupt kein Problem. Eher sogar, dass sie jetzt aus Loyalität mehr versuchen wach zu bleiben als vorher :D

~ Geschrieben von Mieke85 am 11.06.2010 um 12:49 PM Uhr


Haha...
...das video ist ja ein traum! und als der neue praktikant in rumänien meinte " du weißt schon, dass man sich nicht mit seinen schülern verbrüdern soll", dachte ich mir nur "nur weil dich keiner mag" :) In dem sinne, weiter viel spass!

~ Geschrieben von Anonymous am 13.06.2010 um 02:27 PM Uhr


Du bist liebenswert
- wie immer :D! ... Ich finde auch, wenn die Leute schon erwachsen sind hat man nicht mehr diese wichtige Vorbildfunktion wie bei Schülern.

Hmmm aber ist es okay zu wissen, wer von denen eine rote Unterhose trägt, weil er im Jahr des Tigers geboren ist? Darüber denke ich noch nach XD

~ Geschrieben von Mieke85 am 14.06.2010 um 08:05 PM Uhr








Seite 3 von 17