Feldbesetzung Northeim

Wir sind die Gruppe von Menschen, die von Samstag, den 12. April bis zum 29. April 2008 bei Northeim (Süd-Niedersachsen) ein Feld besetzt hatten, auf dem die KWS Saat AG am 29. April 2008 gentechnisch veränderte Zuckerrüben ausgesät hat!

Anti-Gentechnik-Veranstaltung

Infoveranstaltung mit Vorträgen:

"Witzenhäuser Studenten

waren und sind vielfältig für eine

gentechnikfreie Landwirtschaft aktiv!"

 
Donnerstag, 12.06.08

18.00 – 20.00 Uhr

Uni Witzenhausen, Standort Nordbahnhofstrasse, Alte Aula

 
Geplante Vorträge:

> Die früheren Feldbesetzungen bei Northeim

> Unsere Fahrradtour nach Northeim Mitte April 2008

> Unsere Northeimer Feldbesetzung Ende April 2008

> Film über die Feldbefreiung 2007 im Oderbruch

> Die GenWeizen-Feldbefreiung am 21. April 2008 in Gatersleben

> Die kommende Feldbefreiung bei Würzburg am 26. – 29 Juni 2008

Ab 20.30 Uhr gibt es im Zeichensaal vom FSR organisiert ein Konzert von „Verspielt mit Jolly“ und „Trillke Trio“ die auch auf der Feldbesetzung in Northeim ein Konzert gegeben haben!

Vortrag über Gentechnik-Zulassungspraktiken

Am 27.5.08 ist ein Vortrag von Dr. Werner Müller über die Zulassungspraktiken der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA bei GVO. Der Vortrag findet um 19:00 Uhr in Witzenhausen, Uni Standort Nordbahnhofstraße, in der Alten Aula statt.

DANKE

Wir wollen ein ganz großen DANKE sagen!
An ALLE die uns unterstützt haben, alle in Witzenhausen im Hinergrund, alle Geschäfte, Höfe und Privatpersonen die uns mit Spenden versorgt haben, alle Gentechnikgegner rund um Northeim die uns super unterstützt haben, alle "normalen" Bürger die uns zugehört haben, allen die sich trauten uns auf dem Feld zu besuchen, der Presse und allen die 3x gehupt haben!!!(3x)

...und zum Schluß wollen wir jedem Einzelnen von uns Felbesetzern selbst danken!!!

DANKE

Wir gehen um weiter zu machen!!!

Fotos Abschlusskundgebung

Fotos der Aussaat hinter Gittern

Aktienkurse KWS teil 2

Aktienkurse KWS

Stellungnahme

Trotz aller begründeten Einwände und Sorgen engagierter Menschen aus den verschiedensten Zusammenhängen und gegen den Willen eines Großteils der Bevölkerung wurde heute um 11.00 Uhr der Versuch mit gentechnisch manipulierten Zuckerrüben der KWS AG in Northeim ausgesät.

Das Einbecker Unternehmen fühlt sich dazu berufen den Forschungsstandort zu verteidigen. Um dem Nachdruck zu verleihen fuhren ca. 400 Mitarbeiter und 100 Polizisten am Feld auf. Sie umzäunten und umstellten das Versuchsgelände um ihr Vorhaben durchzuführen. Durch diese Inszenierung zeigt die KWS AG eindrucksvoll, was hinter der Agro-Gentechnikforschung steckt. Die Totalitäre Ideologie, die Grundlage dieser Technologie ist, wurde damit heute deutlich verbildlicht. Die Westumgehung wurde für die KWS Aktion drei Stunden lang gesperrt und somit der Zugang für die Öffentlichkeit erschwert.


Wir blieben aufgrund der demonstrierten strukturellen Gewalt ohnmächtig aber nicht tatenlos. So wurden der schaurigen Versammlung auf dem Feld abermals die Argumente verlesen, die ein Einschreiten gegen Agro-Gentechnik nötig machen: Unkalkulierbare Risiken für Menschen und Ökosysteme, das abhängig werden der Bäuerinnen und Bauern von Konzernen und eine Zerstörung der Vielfalt zu Gunsten rationalisierter und industrialisierter Monokulturen. Als Symbol für die Vielfalt und das Leben wurden Blumen und Kulturpflanzen um die menschliche Mauer gepflanzt.

Die Argumentation der Agro-Gentechnik Industrie, die sich als Kämpfer gegen den Hunger in der Welt darstellt, ist falsch und zynisch. Gehören doch die Vertreter der Saatgut- und Agro-Chemiekonzerne zu den Profiteuren einer landwirtschaftlichen Entwicklung, bei der die kleinen Bauern und landlosen Menschen der Städte die leidtragenden und hungernden sind.

Das Erlebnis eines entschlossenen Widerstandes und der Solidarität zahlreicher Menschen, die diesen unterstützten, hilft uns dennoch die Hoffnung nicht aufzugeben. Wir werden weiterhin gegen lebensverachtende, totalitäre Bestrebungen kämpfen und für ein freies, vielfältiges Leben einstehen.


Morgen, den 30. April startet ab 12.00 Uhr am Feld ein Trauer- und Hoffnungszug zu einer Demonstration durch Northeim. Alle Menschen sind dazu aufgerufen, daran teilzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt werden wir das Feld auch gezwungenermaßen räumen um einer Kriminalisierung diesen Protests zu entgehen.


Die FeldbesetzerInnen


Kontakt:

Roman Best, Robin Brandt

0174 - 8586256

Feldbesetzung in Northeim endet

Nach der Besetzung des Feldes durch Polizei und KWS heute morgen, wurde gerade beschlossen, die Besetzung zu beenden.
Morgen um 12:00 Uhr gibt es noch eine Demonstration zu der Alle herzlich eingeladen sind.
Die Demo startet auf dem Acker und geht dann durch die Northeimer Innenstadt.
Gebraucht werden Leute, Transpis, schwarze Kleidung und Särge (ruhig aus Pappe) für den "Trauermarsch" und, trotz Allem, jede Menge gute Laune.

Kopf hoch, weitermachen!


http://www.kws.de/go/id/cosc/                             -no comment-

http://de.indymedia.org/2008/04/214930.shtml?c=on#c498415

Große Pflanz-Aktion

Heute Mittag (bis Abenddämmerung) startet unsere große Pflanz-Aktion. Aber sie geht jeden Tag weiter...

Motto: „Unser gentechnikfreier Acker soll schöner werden!“

Wir wollen mit Blumen und Kulturpflanzen eine riesige "Spirale der Vielfalt" pflanzen, die jeden Tag immer größer und größer wird...

Macht alle mit!
Bringt ein paar (oder auch ein paar mehr) Pflänzchen mit!

Spendenkonto

Wir haben nun auch ein Spendenkonto:
(Das Geld wird zum Teil für dringend nötige Anschaffungen für die Besetzung ausgegeben, und zum anderen großen Teil für die Rechtshilfe, die im Falle einer Räumung durch die Polizei dringend nötig sein wird. Wenn wir nicht geräumt werden und die KWS aufgibt, dann wird es für die weitere Bekämpfung der Gentechnik eingesetzt werden. z.B. Info-Flyer drucken, Informationsveranstaltungen organisieren,.. JEDER EURO WIRD SINNVOLL UND BEDACHT GENUTZT)

Empfänger: Gendreck-Weg
KontoNr.: 200 244 72 00
Bank: GLS Bank
BLZ: 430 609 67
Stichwort: Northeim

Postadresse

Wir haben seit einigen Tagen eine Postadresse:

Besetzter Gentechnik-Acker
Postlagernd
Postfiliale
37154 Northeim


Wir freuen uns sehr über bunte Postkarten
und leckere Care-Pakete! :)

ICE

Heute morgen, am 28. April des Jahres 2008,
hat der ICE 3x gehupt !!!


(In den vergangenen Wochen hatte schon der kleine Regionalzug, dann der Güterzug und vor kuzem auch der Metronom 3x gehupt)

Aber wir haben immer auf diesen Moment gewartet!
Ich denke, nun muss die KWS einfach aufgeben, oder !?!

Anfahrt

Eine Anfahrts-Skizze findet ihr im Fotoalbum!

Trecker Demo

Die Trecker-Demo am Sonntag (27.4.) war super!
Es waren total viele Trecker dabei!
Schaut euch die Bilder im Fotoalbum an!

Aktuelle Termine für eine gentechnikfreie Landwirtschaft:

Sa. 26. April:
Spaziergang zum 2. KWS-Gentechnik-Acker in Weetze
Veranstalter: Bürgerinitiative für ein gentechnikfreies Südniedersachsen
Treffpunkt: 16 Uhr, Stöckheim, Ortsausgang Richtung Iber.
Bitte Picknicksachen mitbringen.


So. 27 April:
Trecker-Sternfahrt
Motto: Bauern gegen Agro-Gentechnik
Treffpunkt für Trecker: 13 Uhr neben Matratzenfabrik Breckle
im Industriegebiet Northeim. Danach Trecker-Kolonne durch Northeim. Abschluss am besetzten Feld.

Ab 14 Uhr:

Grillfest auf dem besetzten Acker.
Motto: „Grillen gegen Gentechnik!“
Bitte bringt Grillzeug mit.


Mo. 28.April:
14 Uhr: Vorlesung von Onno Popinga an Ackerrand!

Di. 29. April:
Ab 14 Uhr bis abends:
Garten-Tag: Start der großen Pflanz-Aktion

Motto: „Unser gentechnikfreier Acker soll schöner werden!“
Wir laden alle Bürger ein, mit uns ganz viele Blumen zu einer großen Spirale der Vielfalt zu pflanzen. Die Aktion startet am Dienstag, aber wir möchten gemeinsam mit euch jeden Tag mit Blumen und Kulturpflanzen diese Spirale erweitern!

Argumente für eine gentechnikfreie Landwirtschaft

Die genmanipulierten Zuckerrüben, die hier ausgesät werden sollen wurden mit einer Resistenz gegen das Unkrautvernichtungsmittel Roundup (Hersteller: Monsanto) ausgestattet. Damit soll es möglich werden, auch während der Vegetationsperiode der Zuckerrübe Unkräuter mit dem Totalherbizid Roundup zu vernichten.

Wir möchten auf schwerwiegende Risiken hinweisen, die sich aus ökologischer Sicht ergeben: Hier sind die akute Auskreuzungsgefahr und mögliche Resistenzbildung zu nennen. Die unkontrollierte Übertragung veränderten Erbgutes auf Bestände der gleichen Art und verwandter Arten ist unbestritten und hat ökologische, gesundheitliche und ökonomische Folgen, deren Ausmaß nicht abzusehen ist. Eine Auskreuzung gentechnisch veränderten Erbgutes ist nicht mehr rückgängig zu machen, da es sich in der Natur durch Pollen und Samen immer weiter verbreiten kann. Eine Koexistenz gentechnikfreier Landwirtschaft und einer Landwirtschaft, die gentechnisch veränderte Pflanzen einsetzt, ist deshalb nicht möglich!

Obwohl die Zuckerrübe im Normalfall erst im 2.Jahr blüht, bestätigen Ausnahmen wie immer die Regel. So kommt es schon im ersten Anbaujahr immer wieder zu so genannten Schossern. Auf einer überschaubaren Versuchsfläche ist das Herausreißen der Schosser von Hand kein Problem, im großflächigen Anbau wird dies jedoch unmöglich. Der eigentliche Versuch findet somit nicht in Verantwortlichkeit der KWS Saat AG statt, sondern wird erst bei der Markteinführung der Rüben stattfinden. Die Folgen sind unüberschaubar und werden auf dem Rücken von Landwirten, Verbrauchern und letztlich unserer Umwelt ausgetragen. Wir alle sind die Versuchskaninchen von Monsanto und KWS!

Neben diesen und weiteren unabsehbaren ökologischen Risiken sind gesundheitliche Folgen für Mensch und Tier nicht auszuschließen! Untersuchungen unabhängiger Forscher deuten darauf hin, dass es beim Verzehr einiger gentechnisch veränderten Pflanzen zu heftigen allergischen Reaktionen kommen kann. Auch wurden in Fütterungsversuchen an Tieren besorgniserregende Organveränderungen festgestellt. Ungeachtet solcher Forschungsergebnisse wollen Firmen wie die KWS gentechnisch veränderte Pflanzen als Nahrungsmittel einführen.

Die KWS-Zuckerrübe wurde gemeinsam mit dem US-Konzern Monsanto entwickelt. Deshalb müssten die Landwirte für jedes Kilo des ausgesäten Saatguts Lizenzgebühren an Monsanto zahlen! Der einzige Sinn der gentechnischen Veränderung an der Zuckerrübe ist die Toleranz gegenüber dem Totalherbizid Roundup. Das hat die logische Konsequenz, dass der Landwirt dann auch Roundup kaufen muss! Die Praxis hat gezeigt, dass die versprochene Reduzierung der Herbizid-Aufwandmenge nur anfangs zutrifft. Schon nach einigen Jahren, kommt es zu Resistenzen bei den Unkräutern. Dadurch müssen die Landwirte immer mehr dieses Totalherbizids kaufen. Sollten sich derart gentechnisch manipulierte Pflanzen durchsetzen, wäre eine zunehmende Abhängigkeit der praktizierenden Landwirte von einigen wenigen multinationalen Pflanzenschutzmittel- und Saatgutkonzernen nicht mehr aufzuhalten.

Aus diesen Gründen besetzten wir das geplante Gentechnik-Feld der KWS!

Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft!

Offener Brief an die Bevölkerung

Wir sind die Gruppe von Menschen, die seit Samstag, den 12. April ihre Zelte auf einem Feld der KWS Saat AG bei Northeim aufgeschlagen haben. Auf diesem Feld sollen, nach Plan der KWS, gentechnisch veränderte Zuckerrüben ausgesät werden.

Mit unserer friedlichen Besetzung wollen wir die Aussaat verhindern, da wir das Freisetzen von gentechnisch veränderten Organismen in die freie Natur für hochriskant halten. Es hat weltweit bisher nur wenig kritische Risikoforschung stattgefunden, auch Langzeituntersuchungen etwa zu Auskreuzung und Gesundheitsgefahren wurden nicht durchgeführt.

Viele von uns studieren ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen, sind GärtnerInnen oder LandwirtInnen. Das bedeutet, dass wir uns täglich mit unserer Nahrung praktisch und theoretisch beschäftigen. Durch die Aussaat von gentechnisch veränderten Organismen in der freien Umwelt sind wir direkt in unserer Existenz oder in unserer Berufswahl betroffen.

Die ernsthafte Sorge um die Zukunft der Artenvielfalt, der Selbstbestimmungfreiheit der LandwirtInnen und nicht zuletzt die Qualität unserer Lebensmittel sind unsere Motivation hier zu sein.

Wir sind uns bewusst, dass unsere Besetzung nicht im legalen Rechtsbereich liegt. Da aber alle Einwendungen und Bedenken von Verbänden, kritischen Wissenschaftlern, sowie tausende Unterschriften von Bürgern von der KWS ignoriert wurden, sehen wir unsere Aktion leider als letztes Mittel und Notwehr, um die Freisetzungsversuche zu verhindern.

75% der Bevölkerung ist gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft. Wir möchten uns dafür einsetzen, dass die Meinung dieser Mehrheit ernst genommen wird und die Interessen der europäischen Bürger gewahrt werden. Wir möchten über die Risiken der Gentechnik informieren und eine differenzierte Debatte über die Gefahren der Ausbringung von gentechnisch veränderten Organismen anstoßen. Daher würden wir uns sehr über Ihren Besuch auf dem Feld freuen!

Bei uns gibt es Interessante Gespräche, Info-Material zum Thema, Musik, Spiele, gute Stimmung und natürlich gentechnikfreies Essen.

Seid also ALLE herzlich willkommen!

Die FeldbesetzerInnen!
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