Die ersten Erfahrungen mit US-Ärzten ...

16:14, 4.12.2008. Von Pinguin

Bevor jetzt jemand gleich Panik bekommt: nein, nichts schlimmes, alles halb so wild. Nur quält mich seit einigen Tagen eine ziemlich fiese Erkältung (*jammer* *gleichsterb* - ihr kennt das ja :)), und da ich irgendwie weder diese noch nächste Woche wirklich Zeit hab, ein paar Tage im Bett zu bleiben (die Finals warten), hab ich mir einen Termin beim Health Center besorgt. Bei den ganzen Gebühren die man hier am GeorgiaTech zahlt ist das (zumindest die Grundversorgung) gleich mit abgedeckt - very convenient. Also mal dort hin und schaun, ob die ein paar Wundermittelchen haben.

Den Termin konnte man natürlich davor online ausmachen. Etwas befremdlich waren dann die Auswahloptionen: "General Appointment", "Flu Shot", "Allergy test" , "STD screening (male)", "STD screening (female)"; also gerade die letzten beiden ... aber gut, wir sind in den USA :). Die Anmeldung im Health Center lief dann mittels Self-Checkin am Computer, einmal den Studentenausweis durchziehen und ein paar Daten eingeben, und ich durfte im Wartebereich Platz nehmen bis mich eine Krankenschwester dann aufrief. Im Untersuchungszimmer wurde mir dann als erstes eine Aufklärung ausgehändigt, wie mein Medical Record verarbeitet und benutzt wird, und ich durfte den Empfang quittieren. Die ersten grundlegenden Fragen wurden von der Schwester abgeklärt: Blutdruck, Temperatur (99.1 F gilt hier als "etwas Fieber" - hab ich was verpasst, sind die Menschen zu Kaltblütern geworden? 37.2 Grad ist für mich noch gut im Bereich des normalen), Gewicht und Größe.

Danach kam dann die Ärztin. Etwas ratlos war ich wie ich auf die übliche Floskel "how are you" antworten sollte ... Nun ja ... Nach der Unterschuchung meinte sie, sie bräuchte einen Rachenabstrich um "Strep" auszuschließen. Okay, Rachenabstrich für eine Erkältung? In Deutschland nicht unbedingt Standard-Prozedur. Aber lieber so, erstmal abklären, als einfach "warten wir mal" und einige Zeit später dann "dann halt doch mal Antibiotika".  Nur meint ihr die Ärztin macht den Abstrich selbst? Nein, dafür gibts ja Laborpersonal. Dort wurde ich dann auch hingeschickt, Abstrich, wieder warten, zurück zur Ärztin (sehr beruhigend zu lesen, dass dort "negative" stand). Die hat dann nochmal in den Hals geschaut und mir dann ein Rezept in die Hand gedrückt, dass ich dann gleich in der Pharmacy im Health Center einlösen konnte. Schön war, dass alles "free of charge" war. Etwas irritierend fand ich dann die Auswahl der Medikamente:

  • Ibuprofen 600 mg - gegen Kopfweh - klar, warum auch nicht mal mit schwächeren Dosen anfangen, wenn gleich richtig. Ich wurde natürlich auch darauf hingewiesen, dass ich max. 4 pro Tag nehmen dürfe und sie vor allem nicht mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln kombinieren solle. Klar, ich mein wenn 4x Ibu 600 gegen Kopfweh nicht ausreicht schluck ich noch weitere Tabletten?
  • Fexofenadine 60 mg - ein Antihistaminikum, damit nicht Zeugs den Rachen hinunterläuft (nein ich beschreib das jetzt nicht genauer)
  • Sore Throat Lozenges - Geschmacksrichtung "Cherry" - Untertitel "Oral Anesthetic", Wirkstoff "Beonzocaine 6mg". Das "Oral Anesthetic" macht mich dann doch etwas skeptisch, zudem ist laut Wikipedia die zeitliche Wirkung auch ziemlich beschränkt.
Von den Medikamenten wird wenn überhaupt wohl höchstens das letzte Anwendung finden, wobei ich glaub doch lieber bei deutschen homöopathischen Mittelchen und Tee bleib. Das Antihistaminikum find ich irgendwie arg daneben, und warum fahren die eigentlich gleich die großen (600mg-)Geschütze auf?

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Kommentare

  1. Ich hab ja soetwas von keinen Plan von (Ulf)

    Weisst du was mir richtig Angst macht: Ich verstehe nicht die Haelfte von dem, was du schreibst. Ich hab ja soetwas von keine Ahnung von Medizin und so.
    Vielleicht sollte ich mal nicht zu faul sein um zum Arzt zu gehen -- irgendwann kommt die Krankheit, bei der ich mich nicht mehr drum druecken kann.