New Orleans - Teil 2 - und Abstecher nach Mobile

20:24, 10.05.2009. Von Pinguin

Sonntag morgen (morgen? oder doch eher gegen Mittag? Egal :)) machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Zum einen wollten wir erstmal gemütlich Brunchen, zum anderen stand danach Besichtigung der Stadt auf dem Plan. An der Rezeption fragten wir nach einem Restaurant oder Cafe, wo man brunchen könne. Aber irgendwie hat das mit der Wegbeschreibung nicht so ganz geklappt - wobei wir uns ziemlich sicher waren zumindest die Straßen richtig verstanden zu haben und left und right trau ich uns zu, dass wir inzwischen unterscheiden können. Jedenfalls konnten wir dann erstmal beobachten wie Sonntag morgens die Bourbon Street gereinigt wurde.


Nach erfolgloser Suche nach jenem besagten Cafe, in dem man Brunchen könne, entschieden wir uns dann für ein kleines gemütliches Cafe nahe bei unserem Hotel.


Das Frühstück war echt lecker. Neben Südstaaten-Frühstück (Speck, Eier, ...) gabs auch Gebäck nach europäischem Vorbild - eine willkommene Abwechslung. Gleich neben dem Cafe war, wie wir nach dem Frühstück feststellten, die Polizeiwache untergebracht. Das erklärte auch warum so viele Polizeiautos in der Nähe des Cafes parkten. :-) Schönes Gebäude, und den Fuhrpark der Polizei fand ich dann auch echt interessant.



In New Orleans weit verbreitet - Straßenkünstler:


Hier nochmal zwei Photos vom Stadtrundgang, zu denen mir eigenltich nur einfällt, dass es in New Orleans echt viel fürs Auge gibt.
 


Für eine Rundfahrt auf der Natchez hat leider die Zeit dann nich tmehr gereicht.

Stattdessen sind zum French Market, einem offenen Markt mit vielen Ständen, auf denen vor allem Souvenirs und Sonnenbrillen aus Fernost angeboten wurden.


Vom weiteren Stadtspaziergang gibts einfach noch ein paar unkommentierte Photos, weitere Photos dann ggf. wenn ich wieder daheim bin :-).


 

Nach dem Stadtrundgang gings wieder zurück ins Hotel. Abends suchten wir noch nach einem Chinesischen Restaurant, um mal etwas Abwechslung in den Speiseplan zu bringen :-). Das Restaurant erinnerte dann am Ende doch eher an einen Imbiss, war zumindest nicht so gemütlich eingerichtet wie die China-Restaurants, die man so aus Deutschland kennt. Aber das Essen schmeckte, das war die  Hauptsache :-). Danach war keiner von uns mehr so wirklich motiviert nochmal auf die Bourbon Street oder sonstwohin zu gehen, so dass wir nur noch auf dem Hotelzimmer einen Film schauten. Schließlich sollte es ja am nächsten Tag wieder früh losgehen, und zwar nach ...

... Mobile, wo die U.S.S. Alabama, ein Schlachtschiff aus dem zweiten Weltkrieg, ausgestellt ist und besichtigt werden kann.


 Ein sehr imposantes und eindrucksvolles Erlebnis. Die Tour über das Schiff erwies sich teilweise als interessanter Orientierungsgang. Es waren zwar überall an der Wand Pfeile aufgemalt, die meisten auch nummeriert, allerdings gab es viele Stellen an denen man mehr als einen Pfeil sah. So galt es herauszufinden was gerade die niedrigste Nummer ist, die man noch nicht gesehen hat, und der zu folgen. Der Handzettel, auf dem die Tour nochmals beschrieben war, erwies sich dabei als wertvoller Begleiter.

Das Schlachtschiff war voll ausgestattet - vom Friseur über Küche, Wäscherei, diverse Werkstätten einschließlich einem Schmied, bis hin zum Postamt, einer Dunkelkammer zur Photoentwicklung und natürlich einer Krankenstation mitsamt Operationssaal. Doch einfach der Reihe nach. Zuerst mal zum wichtigsten - wo das Essen herkommt :-) So zumindest sieht es in der Mannschaftskombüse aus.

Wenig später haben wir auch herausgefunden, was die mit dem schlechten Essen den schlechten Äpfeln anstellen:

Und wo wir gerade beim Essen sind, hier findet das Essen wieder seinen Weg an die Freiheit ... sieht ja echt sehr gemütlich aus :-)


Apropos gemütlich - beengter Raum und Privatsphäre lassen sich irgendwie doch nur bedingt in Einklang bringen, wie man auch bei den Schlafgemächern sieht. Insgesamt dienten auf dem Schiff laut Wikipedia 1793 Offiziere und Besatzungsmitglieder.

Hier nochmal ein kleines technisches Detail, auf dem ganzen Schiff waren solche Notstromverbinder verteilt. Damit konnte man wohl wenn irgendwo der Strom ausfiel, sozusagen "Umleitungen" legen.


Hier nun das bereits erwähnte Postamt. Man beachte das moderne Schreibgerät rechts am Bildrand :).


Natürlich gehören zu einem Kriegsschiff auch Waffen. So konnten wir auch die Beladungseinrichtungen für die "kleinen" Bordgeschütze anschaun - unter anderem 16 in (406 mm) und 5 in (127 mm) Kaliber. Insbesondere die 16 in Kaliber hatten beeindruckende Größe.



Wenn das Schiff eine Krankenstation hat, dann darf natürlich die Apotheke nicht fehlen. Interessant war, dass in der Apotheke auch zwei Betten mit aufgebaut waren, der Apotheker schlief wohl immer bei seinen Medikamenten.


Erschütternde Realität waren dann die Triage-Schilder, die unauffällig an der Wand der Apotheke hingen.


Natürlich darf jetzt das Bild vom angekündigten OP-Saal nicht fehlen. Bemerkenswert auch die vorhandene Röntgen-Ausrüstung.

Wer das seltene Glück hatte sich mit einer ansteckenden Krankheit zu infizieren, durfte einen besonderen Luxus genießen - den Isoliertrakt des Schiffes ... links ein Blick durch die Tür, rechts ein Blick auf die Tür. Sehr gemütlich :)



Wieder an Deck mussten wir feststellen, dass es leider immer noch regnete, so dass die Tour über das Schiff etwas nasser als geplant wurde. Die vielen Ablaufrinnen, von denen aus das Wasser aus höheren Etagen auf niedrigere an Deck herunterfloss, waren dabei nicht gerade von Vorteil. Gut nur, dass es zumindest relativ warm war.

An Deck fiel die ordentliche Buchführung auf - akkurates Scorekeeping ist schließlich wichtig ...


Im Vergleich zu den Mannschaftsdienstgraden hauste der Kapitän nahezu luxuriös.

Wobei dies auch nur sein Wohnsitz für Landurlaube war. Während des Kriegseinsatzes hielt er sich meist in seiner Kabine im Turm auf, die doch etwas spartanischer ausgestattet war.


In unmittelbarer Nähe der Kapitänskabine befand sich auch der Gefechtsleitstand, von dem aus das Schiff im Gefecht gesteuert wurde. Natürlich war dieser Leitstand mit einer kleinen Panzerung versehen.



Apropos Gefecht - man konnte auch in die großen Geschütztürme der 16 in Geschütze hineinklettern. Nicht gerade mein Traum-Arbeitsplatz :-)

Das rechte Bild zeigt einen Teil der Zieleinrichtung, mit der mittels Triangulation das Ziel angepeilt werden konnte. Am rechten Rand des linken Bildes ist der zugehörige "Computer" zu sehen, mit dem aus den Angaben sowie Windrichtung, eigene Fahrgeschwindigkeit, Geschwindigkeit des Ziels etc. die richtige Zielrichtung eingestellt werden konnte.

Neben dem Schlachtschiff gab es noch eine Halle mit diversen "Kleinigkeiten", u.a. Hubschrauber sowie ein paar Kampfjets. Auch begegnete uns die altbekannte SR-71 Blackbird wieder - wenn ich richtig gezählt habe dürfte das die dritte sein, die ich gesehn hab. :-) Außerdem stand noch die U.S.S. Drum, ein US U-Boot aus dem 2. Weltkrieg, zur Besichtigung offen.


Auch hier wurde offensichtlich wieder Wert auf eine akkurate Buchführung gelegt.


Unter Deck gings dann erstmal in den Torpedoraum am Bug. Sehr geräumig, vor allem wenn man bedenkt, dass dort noch Torpedos gelagert wurden und ein Teil der Mannschaft dort schlief.


Aber egal wie beengt und spartanisch es in einem U-Boot auch zugeht, das Porzellan für die Offiziere darf natürlich auch hier nicht fehlen.


Apropos spartanisch - auf Ubooten wird es deutlich warum es von Vorteil ist einen höheren Dienstgrad zu haben. Man vergleiche einfach mal die Quartiere der Non-commissioned officers (Unteroffiziere) links mit denen der Enlisted men (Mannschaftsdienstgrade) rechts:


Auch am Heck gabs nochmal einen vor Messing nur so strotzenden Torpedoraum zu bewundern.


Damit war's das auch mehr oder weniger mit der Tour durch das Uboot und das Museum. Schade nur, dass es in Deutschland vergleichbare Ausstellungen in der Größe meines Wissens nicht gibt - rein von der technischen Seite ist das absolut interessant.

Nach der Besichtigung des Ubootes machten wir uns auf den restlichen Heimweg zurück nach Atlanta - das übliche langweilige gemütliche mit-70-mph-über-die-Interstate-cruisen. Ach was freu ich mich da doch wieder auf Deutsche Autobahnen :-). Inzwischen hat mich auch der Uni-Alltag wieder, wie ihr ja schon im letzten Blogeintrag feststellen konntet.

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Kommentare

  1. Messing von (Ulf)

    Weisst du warum im Torpedoraum so viel Messing eingesetzt wird?

  2. Messing von (pinguin)

    Vermutlich einfach weil die meisten Leitungen aus Messing gefertigt wurden - ist glaube ich einfacher zu bearbeiten als Stahl und wiegt auch weniger (ähm, hat eine geringere Dichte).

    Wiki meint dazu "Häufig wird es wegen seiner guten korrosionschemischen Eigenschaften für Armaturen und Formstücke in der Sanitärinstallation verwendet." Auf Salzwasserleitungen trifft das dann vermutlich auch zu :)