Tischtennis II / NCTTA Regional Tournament I

09:54, 6.10.2008. Von Pinguin

Vergangenen Samstag war's so weit: das erste NCTTA Regional Tournament für Universitäten. Unter anderem waren neben uns, also dem GeorgiaTech, auch Auburn, Emory, University of Georgia und Georgia State vertreten. Rein zahlenmäßig waren wir allen überlegen, wir traten mit insgesamt drei Teams an, einem Varsity und zwei Junior Varsity Teams. Ich landete im zweiten JV-Team, wobei das relativ wenig zu sagen hatte.

Insgesamt war der gesamte Turnierverlauf recht "kurios" - oder man könnte auch einfach "chaotisch" dazu sagen. Wer wann wie wo gegen wen spielt, war nicht wirklich klar. Da sind selbst unsere Vereinsmeisterschaften besser organisiert als dieses "Regional Tournament". Unser Coach war gleichzeitig auch der Turnierdirektor, und er hatte die Sache nicht so wirklich im Griff, zumindest wenn es darum ging jedem klarzumachen wann er gegen wen spielt.

Für uns gings dann auch erstmal los mit einem Spiel gegen eine Mädchen-Mannschaft. Das war der Moment, in dem ich mich dann wirklich fragte, was wir hier eigentlich machen - nicht, dass ich irgendwie auf Klausuren zu lernen hätte oder so ... Spielerisch war die Sache recht langweilig, aber ansonsten hatten wir unseren Spaß. Nachdem an sich schon vor dem Spiel klar war wie das Spiel ausgehen sollte, haben es die Mädels mit psychologischer Kriegsführung probiert. Erstmal haben wir natürlich alle Frauennamen verpasst bekommen, schließlich spielen wir ja gegen ein Frauen-Team. Und wenn man der einen Spielerin glauben würde, hätte ich einige nicht so schöne über Asiatische Mädels gesagt (ja, die waren alle Asiatinnen), wobei ich das alles weit von mir weisen kann. Sie versuchte nur meine Gegnerin wütend zu machen, anscheinend spielt die dann besser *g*.

Nächstes Highlight war, dass wir gegen das GeorgiaTech Mädels-Team antreten durften. Da wär mir irgendwie fast der Kragen geplatzt ... nicht, dass ich irgendwie meine Zeit besser verwenden könnte. Aber nun gut, was soll's. (Bevor mich da jemand falsch versteht, ich hab kein Problem mit oder gegen Mädels zu spielen oder zu trainieren, aber dann auf ein Turnier zu gehen um Spiele zu spielen, bei denen doch ein paar Spielklassen dazwischenliegen, da frag ich mich dann doch, ob ich die Zeit sinnvoller hätte verwenden können).

Danach hat der Coach das halbe JV-Team umgeschmissen, wir bekamen zwei Leute aus dem Varsity-Team rein, damit die auch mal zum Spielen kommen (die waren zu acht aufgestellt, aber es haben immer nur vier gespielt). Dadurch bin ich dann halt mal zwei Plätze nach unten gerutscht. Aber immerhin durften wir dann gegen die Varsity-Teams der anderen Schulen spielen, da kamen dann nochmal ein paar schöne Spiele zusammen. Insgesamt haben wir drei Matches bestritten, hatte dann am Ende also doch noch "richtige" Spiele :-).

Ach ja, übrigens, unser Varsity-Team hat das Turnier gewonnen. Nur so als Randnotiz :).

Da nach dem Turnier dann bei allen der Magen ziemlich nahe an den Knien hing, gingen wir noch was essen. Und nachdem ca. 80 %, die von uns an dem Turnier dabei waren, Inder sind, fiel die Entscheidung dann auch nicht schwer, wohin es gehen soll. Als wir dort ankamen, haben wir mal wieder gemerkt, wir sind in den USA: die meisten von uns noch in Sportklamotten sind wir also in das Restaurant rein, in dem die Kellner mit Weste und Hemd rumrennen ... Nun ja, in den USA geht sowas :). Wir haben uns dann fürs All-You-Can-Eat-Buffett entschieden, war echt lecker.


Spieler der GT Table Tennis Association, die noch beim Essen "Flagge zeigten" :)

Die Heimreise war dann auch noch etwas abenteuerlich. Die Amis haben es nicht so sehr mit Wegweisern, wohin es geht. Aber zum Glück ist ja Mutter Natur verlässlicher Wegweiser - nachdem ich schon morgens geflucht hatte gegen die Sonne gen Osten fahren zu müssen, hatte ich den gleichen Spaß dann auch abends nochmal, als es zurück Richtung Westen ging. Aber wie gesagt, immerhin wußten wir so wo wir hin mussten. :-) Und angekommen sind wir letztlich auch.

So, und nachdem auf mich heute noch ein Midterm wartet, mach ich mich mal wieder an die Arbeit.

I'm a Ramblin' Wreck from Georgia Tech ...

14:52, 30.08.2008. Von Pinguin

Vergangenen Donnerstag stand für uns das nächste Kapitel in Sachen "Campustraditionen" auf dem Programm: Homecoming. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein Event, bei dem viele Alumnis wieder auf den Campus zurückkehren. Meist steht dies im Zusammenhang mit einem anderen Event, am vergangenen Donnerstag war's hier das erste Heimspiel der Uni-Football-Mannschaft, der Yellow Jackets.

Zu Sportveranstaltungen gehört in den USA auch das sogenannte tailgating. Darunter versteht man eine Art "Vorglühen" vor einem Sportevent, vom Namensursprung her hinter der geöffneten Heckklappe eines Autos. Meist gehört auch eine Art Barbeque dazu. Aber lassen wir einfach mal das Bild für sich sprechen:



Auch die Marching Band der Schule hatte ihren Auftritt, sowohl vor, als auch während dem Spiel. Auf dem Photo sieht das ganze noch etwas unsortiert aus, aber das hat sich später dann auch gelegt.


Bei so einem Event darf natürlich auch das GeorgiaTech-Maskottchen "Buzz" nicht fehlen:



Und damit Buzz nicht so weit laufen beim Einzug ins Stadion, wird er standesgemäß, begleitet von eingien Cheerleadern, mit dem Ramblin' Wreck aufs Feld gefahren. Dieses Fahrzeug wird von Studenten in Schuss gehalten und führt traditionell das Team bei Heimspielen aufs Feld.


Der Name Ramblin' Wreck kommt übrigens aus der "Schulhymne", die zugleich Schlachtsong des Teams ist, und daher bei keinem Spiel fehlen darf.
I'm a Ramblin' Wreck from Georgia Tech, and a hell of an Engineer
A Helluva, Helluva, Helluva, Helluva, Helluva Engineer
Like all the jolly good fellows, I drink my whiskey clear.
I'm a Ramblin' Wreck from Georgia Tech and a hell of an Engineer

Oh, if I had a daughter, sir, I'd dress her in white and gold,
And put her on the campus To cheer the brave and bold.
But if I had a son, sir, I'll tell you what he'd do--
He'd yell: 'TO HELL WITH GEORGIA!' Like his daddy used to do.

Oh, I wish I had a barrel of rum, and Sugar three thousand pounds
A college bell to put it in, And a clapper to stir it round.
I'd drink to all the good fellows, who come from far and near.
I'm a Ramblin', Gamblin', HELL OF AN ENGINEER!

(Quelle: Wikipedia)

Die Meldie dazu gibt's hier. Der Song gehört natürlich zum Standard-Repertoire der Marching Band. Das Vorprogramm bot den erwarteten patriotischen Touch, als die US-Flagge hochgezogen und dabei die Nationalhymne gespielt wurde. Auch ansonsten war das gesamte Spiel richtig professionell aufgezogen, einschließlich Feuerwerkskörpern über der Anzeigetafel nach jedem Touchdown. Natürlich wurde irgendwo dann auch noch American Football gespielt. Ich hab bisher mal darauf verzichtet, mir alle Regeln in allen Einzelheiten erklären zu lassen.  Wie es sich für ein Homecoming gehört, hat das Georgia Tech (sollte ich an der Stelle eingentlich inzwischen "haben wir" schreiben?) 41-14 gewonnen.



Das Stadion ist übrigens ziemlich imposant, Vor allem wenn man sich verdeutlicht, dass es zur Uni gehört und nicht irgendwie der Stadt oder so. Im Hintergrund des obigen Bildes ist die Marching Band auf der Tribüne zu erkennen. In der Halbzeitpause hatte diese sowie die Marching Band der Gastuni auch ihren Auftritt. Natürlich waren auch die Cheerleader mit dabei :). Und zwischendurch gab es so ein paar Situationen, bei denen auf dem Feld nicht viel passierte und alle mehr oder weniger nur herumstanden. Was dabei passiert, hatte uns zum Glück einer unserer amerikanischen Mitbewohner davor mal erzählt. Man sehe sich das folgende Bild genau an:



Wer oder was fällt einem dabei auf? Richtig, da hinten steht jemand, taufen wir ihn einfach mal Commercial Guy, mit rotem Shirt und roter Baseballkappe. Was macht der da? Nun, sobald er auf dem Feld ist, wissen alle, dass im Fernsehen gerade Werbung läuft. Und so lange darf natürlich nicht gespielt werden ...

Payroll usw.

14:50, 13.08.2008. Von Pinguin

So, der ganze Payroll-Sch... liegt jetzt auch hinter uns. Unglaublich wie ewig sowas gehen kann, wir waren wohl genau zur falschen Zeit dort, so dass die Schlangen schoen lang waren und wir insgesamt 3:45 Stunden gebraucht haben. Immerhin muss man sagen, dass die sich echt bemueht haben die Schlangen zu verteilen und moeglichst schnell zu Rande zu kommen, aber gut Ding will eben Weile haben.

Highlight war unbestritten als wir uns an der einen Schlange anstellten um eine Social Security Number zu bekommen, ganz vorne am Schalter uns dann aber gesagt wird, dass wir noch eine Kopie von einem Schreiben brauchen, das wir 5 Minuten frueher bekommen haben. Nun gut, naechste Station die lange Schlange vor dem Kopierer - in der sich dann rausstellt, dass wir die Kopie doch nicht brauchen. Und da dann alle, die am Kopierer standen, entsprechend wieder bei der Social Security Number anstehen durften, dauerte das dann nochmal ewig. Auch bei einer der naechsten Zwischenstationen durften wir wieder durch die lange Schlange bis uns dann gesagt wurde, dass wir falsch waeren und doch in ein anderes Gebaeude mussten - in dem wir dann mehr als 'ne Stunde verbracht haben.

Und mir scheint, die Amis lieben "Reise-nach-Jerusalem": es stand ne ganze Reihe von Stuehlen rum und wir wurden dann immer vom einen zum naechsten weitergesetzt bis wir dann endlich an der Reihe waren ... Egal, vorbei jetzt, gut is :).

Live aus der Warteschlange ...

14:09, 13.08.2008. Von Pinguin

... und ich dachte immer Behoerdengaenge in Deutschland waeren schlimm. Insgesamt bin ich jetzt schon 3 Stunden mit der ganzen Anstellung als Graduate Research Assistant hier beschaeftigt, der Payroll Process allein dauert jetzt schon ne Stunde.

Wenigstens stehen Rechner rum, aber ich muss aufruecken ... bis demnaechst :)

Campus Recreation Center

14:38, 12.08.2008. Von Pinguin

Heute abend hab ich noch dem Campus Recreation Center (CRC, http://www.crc.gatech.edu/) einen Besuch abgestattet. Ist echt beeindruckend! Schon allein der Fitnessbereich ist super ausgestattet, da kommen nicht viele Fitnessstudios mit. Klasse Geräte in ausreichender Anzahl - also zumindest heute, wie das im Semester ist wird sich zeigen ;). Und man merkt wieder mal, dass wir in Amerika sind: die Laufbänder haben einen TFT-Bildschirm, auf dem man auch ein TV-Programm laufen lassen kann, natürlich kann jeder für sich selbst wählen welches er sehen will.

Ansonsten gibts natürlich auch noch ne große Schwimmhalle mit Olympia-Becken, ein kleineres Becken, Wasserrutsche, Sauna und jede Menge anderes Zeug - siehe Homepage. Als Student bekommt man dazu noch Handtücher gratis, da kann man sich echt net beschweren.

Bin nur mal gespannt wie schlimm mein Muskelkater morgen wird :-).

Graduate Orientation und Immigration Session

14:35, 12.08.2008. Von Pinguin

Moin,

heute hab ich dann mal die ersten Schritte zum Studium als Graduate Student am GeorgiaTech hinter mich gebracht. Los gings mit der Graduate Orientation am frühen morgen (8:30 AM *args*). Netterweise wurde man ja davor so oft darauf hingewiesen, dass man doch bitte mit der Anmeldebestätigung auftauchen solle, da man damit dann durch den Haupteingang rein kann und sich nicht am Nebeneingang anstellen muss, wo nochmal überprüft wird, ob man wirklich Graduate Student ist, dass die Schlange am Haupteingang ca. 10x so lang war - wenn's reicht. Und natürlich war als wir dann reingelassen wurden niemand mehr an der Schlange, die normalerweise länger dauern sollte ...

Drin gab es ziemlich lange Vorträge, wobei nur ein Bruchteil davon interessant war. Nett war dann das Spiel "so wir stehen jetzt mal alle nach Ländern sortiert auf". Inder und Chinesen waren dabei klar die größten Gruppen, und angeblich sollen auch alle Inder wieder mit dem selben Flieger angekommen sein ... was an diesem (sich seit Jahren hier wohl haltenden) Gerücht wirklich dran ist, sei mal dahingestellt. Mit den zwei Münchnern, die auch hier in der WG wohnen, und uns drei Stuttgartern fielen wir dann doch auch als Gruppe auf, als wir bei "Germany" aufstanden. Aber ganz allein waren wir zum Glück net, im Raum verstreut fanden sich dann auch noch ein paar andere.

Wie meistens bei solchen Redeveranstaltungen hat natürlich gleich der zweite Redner gnadenlos überzogen, so dass wir dem Zeitplan hinterhergerannt sind.

Am Nachmittag gabs dann nochmal eine Immigration Session, bei der wir über unsere Rechte und Pflichten aufgeklärt wurden und was wir tun sollten damit wir unseren Studentenstatus nicht verlieren. Zum Glück nichts allzu wildes ;-). War irgendwo schon interessant, aber leider alles etwas langatmig. Nun ja ... Zum Ausgleich sind wir danach noch in Barnes&Noble Bookstore (http://www.barnesandnoble.com/) wo es neben Büchern und DVDs auch jede Menge GeorgiaTech Merchandise gibt: von Klamotten aller Couleur über Aufkleber, Autoschilder, Schlüsselanhänger, Tassen, andere Gefäße, Fußmatten, Decken, Kissen, Handtücher bis hin zu Shampoo, Brotaufstrich und jede Menge anderem Zeugs. Auch für den gepflegten Auftritt war gesorgt, ein Jacket mit GT-Knöpfen sowie passende Krawatten durften natürlich auch nicht fehlen.

Morgen steht dann wieder mal Paperwork auf dem Plan, alles was mit der Anstellung als Research Assistant hier zu tun hat. Wir sollten uns wohl auf einige Stunden einstellen ...