Donnerstag 6 November 2008

Heute habe ich mal wieder einen weiteren Superlativ in Japan erlebt, die größte Lebenszeitverschwendung aller Zeiten. Eigentlich klang es vor ein paar Wochen noch ganz Interessant als von einer Führung durch ein Energieforschungszentrum die Rede war. Organisation war wie gewohnt kaum vorhanden aber daran gewöhnt man sich ja. Was allerdings bei diesem Event den Vogel abgeschossen hat war die absolute Weigerung Englisch zu reden. Es war eine Gruppe von um die 50 Studenten von denen mind. 7 nicht wirklich des Japanischen mächtig sind. Dies ist auch seit 4 Wochen bekannt. Trotzdem waren 100% der 4-5 Stündigen Führung/Vorlesung auf Japanisch. In Deutschland würde man ja dann von Prof. Seite versuchen etwas zu übersetzten oder Mitstudenten erläutern einem etwas. In diesem Fall hat man den Fakt, dass Ausländer dabei sind einfach vollkommen ignoriert. Wenn man schon unfähig ist an der Elite Uni Japans einen Englischen Satz rauszubringen könnte man das wenigstens vorher mal andeuten und nicht die ganze Problematik totschweigen. Ich hab das ja sonst auch 2mal die Woche, dass ich zu einer Veranstaltung gehe wo ein erheblicher Teil nicht Japanisch spricht aber trotzdem jeder Vortrag auf Japanisch gehalten wird. Tony, Caro und ich waren dementsprechend gut gelaunt und man muss ich teilweiße echt wundern wie ein so technisch fortgeschrittenes Land mit so wenig Sprachkenntnissen und Ordnung auskommt. Joar das musste jetzt mal raus. Bei der Führung war meine einzige Möglichkeit des Protestes mich ganz vorne hinzustellen, mir das Handout zu schnappen es 2mal zu falten und demonstrativ in die ARSCHTASCHE zu stecken. Mehr als ein Lächeln und eine Verbeugung bekommt man aber auch nach so einer Aktion nicht.

Wo Japaner allerdings völlig austicken ist beim Bahnfahren. Die haben ja schon extra Striche auf dem Gleis wo die Türe sein wird wenn der Zug hält. Da wird sich dann auch brav angestellt. Sobald allerdings der Zug da ist, geht der Kampf los. Die Schlange löst sich auf und alle wollen gleichzeitig rein. Da wird die kleinste Oma zum Rammbock. Heute haben sich dann auch an der Rolltreppe ein junger Typ im Anzug und ein Opa ne Schlägerei mit Aktentasche und Füßen geliefert weil der eine sich vor den andern geschoben hat. In solchen Situationen merkt man dann doch dass man hier mehr gegeneinander als miteinander lebt.

Es gibt jetzt auch noch eine neue Kategorie "Ohne Worte" in der ihr einfach mal ein paar absurde Bilder zu sehen bekommt.

Geschrieben von Dr_Flash um 01:30
in: Aus dem Alltagweiterleiten | Kommentare (1)
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Kommentare:
Unbenannter Kommentar
Ich weiss auch nicht, was an dem In-Ein-Transportmittel-Einsteigen ist, dass Menschen den Verstand verliegen. Auch hier in Deutschland kann man jedes zweite Mal erleben, wie Dutzend Menschen vor der Tuer des ankommenden Busses eine Mauer bilden. Irgendwie vergisst jeder, dass da noch Menschen raus muessen, und will auf jeden Fall als erster rein. Obwohl man mit blossem Augen sieht, dass der Bus fuer das fuenffache an Menschen reicht. Irgendwie deprimierend, wie wenig weit wir von Affen gegangen sind.
Geschrieben von Anonymous um 16:38, Freitag 7 November 2008 | Link | |