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Mein Aufennthalt in Kiel und der Besuch der MUN-SH

4. Tag28.03.2010

Hallo,

Nun kommt heute wahrscheinlich der vorletzte Eintrag. Heute gab es wieder viele konstruktive Diskussionen und Debatten.

Es ging wieder morgens um 9.00 los, was für die meisten sehr schwierig war, da die Uhr 1 Stunde vorgestellt wurde, und man daher 1 Stunde weniger Schlaf hatte. Außerdem war Sonntag, wo der Bus 30 Minuten früher, also schon um 8.15 fährt. Aber endlich angekommen, ging es sofort in die Gremien und es wurde mit wenigen Pausen über Resolutionen debattiert. Viele Gremien versuchten am Ende noch schnell Resolutionen durch zu bringen, um etwas erreicht zu haben. Doch in nur wenigen Gremien gelang es im letzten Moment noch eine Resolution ohne Änderung durch zu bringen. In dem Gremium WiSo wurden noch 2 Resolutionen bestätigt, die aber nur von Untergremien kamen.  Das Gremium hatte am Ende 1 Stimme zu wenig, um den eigenen Resolutionsentwurf durch zu bringen. Um 17.30 wurden alle Delegierten entlassen. Um 20.00 Uhr traf man sich nach allgemeinen Vorbereitungen im Saal, für einen Diplomatenball. Dort gab es nach einer Rede des Generalsekretärs essen und danach wurden wiederum die Nachrichten gezeigt, mit vielen schlafenden Abgeordneten. Danach ging die Party los, die bis spät in die Nacht ging, bzw. noch weiterhin geht. Sie sollte so um 2.00 Uhr beendet sein, dies war aber nur ein Richtwert.

Morgen müssen alle Delegationen wieder um 10.00 zu einer Feedbackrunde antreten. Deshalb sollte ich jetzt auch schlafen. Ich werde morgen noch einen kurzen Beitrag darüber schreiben, um diesen Blog damit abzuschließen!!! 

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3. Tag27.03.2010

Hallo,

Heute war nun der dritte Tag der MUN-SH. Es gab wieder viele konstruktive Debatten und tolle Reden. Doch nun, nach fast 12 Stunden  purem debattieren merkt man doch, wie anstrengend es sein kann, wenn man nie weiter kommt, und sich Argumente immer wieder wiederholen. Außerdem ist es anstrengend immer nur in einem Raum zu sitzen, in dem die Luftqualität sehr miserabel ist.

Der Tag heute ging los, wie der vorige mit aufstehen, Frühstück essen und dann mit dem überfüllten Bus zum Landtag. Dort angekommen ging es sofort in die jeweiligen Gremien. Es ging los mit der Vorlage eines Resolutionspapieres von einer Unterkommission. Dieser wurde besprochen, aber nach ca. 2 Stunden debatte wieder in das Gremium zur Überarbeitung zurückgeschickt. Daraufhin wurde ein Gastredner bestellt und hat über die Eigenkapitalsquote berichtet. Doch das Gremium konnte leider darüber nicht abstimmen, da in dem Moment die zweite Unterkommission in das Gremium trat und deren Resolutionspapier vorlag. Nach erneuten zwei Stunden, wurde diese Resolution angenommen. Nach dem Mittag, welches aus Nudeln und Soße bestand, ging es dann wieder in die Gremien. Dort wurde im WiSo bis in den frühen Abend hinein diskutiert. Kurz vor dem Abendbrot, welches um 18.30 war, wurde ein Resolutionsentwurf endlich vorgelegt. Nachdem Essen, gab es wiederum Redebeiträge von verschiedenen Staaten und am Ende, um ca. 20.00 wurde dann über den Entwurf abgestimmt. er wurde mit der Streichung eines operativen Absatzes zugestimmt. Dann lag wiederum ein Resolutionsentwurf von der Unterkommission vor, die das Papier bearbeitet hatte. Dieses wurde nun fast vollständig angenommen. Am ende des Tages folgten wieder die News, die in dem Raum, in dem die Generalversammlung tagt abgehalten wurde. 

Als Rückblick kann man sagen, dass sich nun die meisten Abgeordneten an die Regeln halten, außer an die nicht gestattete Aklamation (klatschen) nach Reden. Es herrscht eine ernste, aber zugleich auch teilweise lockere Stimmung, da es immer wieder Reden (wie z.B. von Venezuela) gibt, bei der die Staatengemeinschaft einfach nur noch lachen kann. Dies trägt aber auch dazu bei, dass wenige Leute bis jetzt eingeschlafen sind. 

Zu meinem vor 2 Tagen aufgegriffenen Punkt möchte ich nun wiederholt etwas sagen: Ich denke, dass viele Leute hier nur sind, da sie bessere Noten in der schule erhalten (sie sind mit Lehrer angereist) oder von Eltern teilweise gezwungen, teilweise angeregt wurden. Etwa 50% der Abgeordneten ist freiwillig da, denke ich. Das sind aber immerhin 200 Delegierte. Man findet also sehr schnell Kontakt und alle sind sehr nett und freundlich!!!

Der morgige Tag wird so etwa wie der heutige verlaufen: Es wird aber nur bis um 17.30 debattiert, damit sich dann für den Diplomatenball vorbereitet werden kann. Es wird also noch spannend. Der Diplomatenball ist ein Höhepunkt der ganzen Veranstaltung und alle sind schon sehr aufgeregt. Es bleibt also zu hoffen, dass morgen über den Tag noch gute Vorschläge gemacht werden, damit dann ruhig in den Abend hineingetanzt werden kann!!!  

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2. Tag26.03.2010

Hallo,

Es ist wieder Abend und ich werde versuchen nach der Anstrengung des Tages genügend Kraft aufzubringen, um noch einen kurzen Bericht darüber zu schreiben. Ich werde mich allerdings kurz halten, da ich noch eine Rede für morgen vorbereite muss, und dies nicht um 1.00 Uhr morgens tun möchte. 

Der Tag ging heute morgen ruhig los. Ich bin zwar total schweißgebadet vor Aufregung 2 Stunden zu früh aufgewacht, dennoch kam ich einigermaßen in den Tag. Nach einem Frühstück ging es mit dem von Anzugträgern überfüllten Bus in Richtung Kieler Landtag. Nach 10 Minuten Busfahrt folgten 20 Minuten warten auf den Beginn der Vorstellung. Es wurden vor den Räumen alle Regionalen und viele überregionale Zeitungen angeboten. So habe ich mich gut mit der Frankfurter Allgemeinen, der Süddeutschen und der Zeit eingedeckt, um mögliche Langeweile entgegenzuwirken. Wir wurden dann herzlich von der Pressesprecherin des Schleswig-Holsteinischen Landtags begrüßt. Außerdem hat der Generalsekretär eine weitere Rede gehalten. Nach einem Foto ging es kurz darauf in die Gremien. Ich war in dem Gremium "Wirtschaft und Soziales" (kurz WiSo). Als Guinea Bissau, also sehr armes Land konnte man vieles dazu sagen und seine Meinung (bzw. die Meinung des Landes) gut einbringen. So ziemlich der ganze Tag bestand darin in den Gremien zu diskutieren, zu essen und weiter zu diskutieren.

Es ging los mit der Feststellung des Quorums (ob alle Staaten anwesend waren). Daraufhin wurde die Debatte mit mehreren Reden zum Thema eröffnet. Nach ca. 1 Stunde purem Reden zuhören und teilweises Nachfragen, ging es in eine Lobbyingphase von 30 Minuten. Diese war wichtig, um Resolutionsentwürfe zu besprechen. Nach einer kurzen Kaffeepause folgte eine weitere kurze Rede des Generalsekretärs. Dieser vertrat die Meinung, dass alles nur menschliches Versagen sei. Es folgte eine weitere Lobbyingphase von 20 Minuten. Daraufhin wurden die ersten Resolutionsvorschläge eingereicht. Am ende der Lobbyingphase lagen dem Vorstand 3 Resulotionsvorschäge vor. Der erste (ca. 3-4 Seiten lang) hatte nur sieben Unterstützer , der zweite (ca. 2 Seiten) 22 (eingereicht von Deutschland und Rumänien), und der dritte (ca. 1.5 Seiten) 23 (eingereicht von China und Russland). Also wurde der dritte zuerst behandelt. Vorher ging es jedoch in die Mittagspause. Danach folgte ein weiterer Block, in dem ca. 2 stunden über einen Vertrag verhandelt wurde, dem (wie sich herausstellte) nur ca. 30% zustimmten. Die 23 Unterstützerstaaten waren die einzigen, die diesen Entwurf mochten. Alle anderen (ca. 60%) wollten eher den 2. Entwurf. Das lag hauptsächlich an der Überzahl der Entwicklungsländer. Da aber der Entwurf von Russland und China mehr Unterschriften hatte, wurde dieser Vorgezogen. Es wurde zwar versucht die Debatte vorzeitig zu beenden, doch dabei bedarf es einer 2/3 Mehrheit. Dazu fehlte es dann an einer Stimme. Also wurde 2 Stunden lang über jeden der 6 Punkte der Resolution geredet und diskutiert, obwohl jeder wusste, dass die einfache Mehrheit (50%) am Ende ehe nicht erreicht werden wird. Doch zwischendurch kamen immer wieder Länder mit Anträgen die den Verlauf und den schnellen Abschluss störten durch. Es wurden Gastreden gehalten, und viele Lobbyingphasen durchgeführt. Nun, am ende, als der ganze Resolutionsentwurf dann, wie erwartet abgelehnt worden war, ging es in die Kaffee und Kuchen Pause.  Nach der Pause folgte ein weiterer 2.5 stündiger Sitzungsblock. Dort fingen wir dann endlich an richtig und konstruktiv uns über den zweiten Resolutionsentwurf von Deutschland zu unterhalten. Dennoch sind wir am Ende nicht sehr weit gekommen. Als es dann nach 2 Stunden zum Abendessen ging, hatten wir grade den 2. operativen Absatz besprochen, da über jeden Absatz etwa 3 bis 5 Änderungsanträge vorlagen. Nach dem Abendessen gab es noch große Diskusion über das erneute heranziehen eines Gastredners. Es wurde weiterhin intensiv über die Eigenkapitalquote der Banken geredet.

Um 19.30 gab es dann mit allen Abgeordneten ein Treffen, um die Nachrichten zu schauen. Dort wurden kurz Bilder aus den Gremien gezeigt und deren Themen erläutert. Außerdem wurden neue (erfundene) Nachrichten eingefügt, wie zum Beispiel ein Flugzeugabsturz, der nun im Sicherheitsrat für eine weitere Debatte sorgen wird.  

Als Abschluss des Tages gab es Reden von verschiedenen Persönlichkeiten über die Wirtschaftskrise, die UN, Botschafter (etc). Ich habe den der Finanz und Wirtschaftskrise besucht, da er zu meinem Thema passte. Ich war sehr erfreut über die Rede, sie war gut vorbereitet und einfach erklärt, dennoch wusste ich und viele andere schon vieles über Keynes und deren Thesen. Also habe ich in den ersten 20 Minuten in den er Grundlagen geklärt hat nicht viel gelernt. Doch danach hat er gute Schlüsse gezogen und deutlich alles erklärt.

Am Ende des Tages ging es durch den nun einsetzenden Regen zum überfüllten Bus, mit dem zum Bahnhof und dann im Regen 1 km zum Hotel. Völlig durchnässt und angestrengt von dem Tag muss ich nun noch eine Rede zu dem Thema "Eigenkapitalsquote" schreiben. 

Wenn ich so auf den Tag zurückblicke merke ich, dass es extrem wichtig ist genau zu wissen, was man sagt und wofür man stimmt, da man auf dem Internationalem Parkett viel mehr Möglichkeiten hat beliebt, aber auch gehasst zu sein. Jede Überlegung und jedes Wort, jede Rede und jeder Wortbeitrag kann die Meinung eines ganze Staates verändern. Aber ich kann sagen, dass der Tag mir sehr viel Spaß gemacht hat und ich mich schon auf den morgigen freue, diesmal aber nicht mehr so aufgeregt bin. 

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1. Tag25.03.2010

 Hallo,

Was ist Model United Nations? Model United Nations ist meiner Ansicht nach eine Art Planspiel, in der Personen verschiedene Länder/ Staaten spielen und vertreten. Dabei kommt es natürlich zu Meinungsverschiedenheiten. Die sollten wenn möglich gelöst werden. In den letzten Wochen hat sich jeder Teilnehmer so gut er konnte auf diese 4 Tage vorbereitet. Er sollte alles, aber auch alles über sein Land wissen. Wenn man aber nun mal so als interessierter unter die Leute geht und mal nachfragt, dann merkt man, dass die teilweise weniger über das Land wissen, welches die Personen vertreten, als ich. Nun ich habe erst gestern mein Land bekommen, welches ich vertrete. Es wird Guinea-Bissau sein, eines der ärmsten Länder der Welt.  

Heute, am ersten Tag der so genannten "Model United Nations" ist meiner Meinung nicht viel passiert. Man konnte sich zwischen 12.30 und 14.00 anmelden, musste wenn nicht vorher schon gemacht 50 Euro zahlen und hatte dann je nachdem wann man angereist war Freizeit bis um 14.00. Die meisten haben diese Zeit genutzt, um das Handbuch (ca.110 Seiten) durchzuarbeiten und zu verstehen. Um 14.00 Uhr gab es dann verschiedene Vorbereitungs-seminare. Ich habe den Grundkurs zur Verständigung gewählt. Doch dies stellte sich heraus war ein Fehler. Ich hatte schon einmal eine kurze Version von MUN-SH in Neu Wulmsdorf besucht, daher kannte ich schon alle, oder fast alle Floskeln. Das einzige, was neu für mich war, war der Komm-Service, was soweit ich weiß Kinder sind, die Nachrichten zuteilen. Also eine Art Post, nur ohne Briefgeheimnis, da der Vorsitz alle Zettel lesen wird. Nach 1.5 Stunden purem Gerede und erklären, bin ich im 2. Block in ein SimSims gegangen. Dort haben wir zum Thema Frauenrechte diskutiert. Jeder hat irgendein, ihm zugeteiltes Land vertreten. Das war ganz hilfreich, aber wiederum wusste ich schon alles, da ich das schon mal gemacht hatte. Der 3. Block bestand aus dem Gremientreffen, welches eigentlich nur eine weitere Erklärung von dem war, was ich schon 2 mal gehört hatte.

Um 18.00 ging ich dann aus der Universität raus, mit wenig gelerntem, aber viel gelesenem (ich war aber noch nicht ganz fertig war mit den 110 Seiten). Ich bin also 20 Minuten mit dem Bus zum Hotel gefahren und habe mir dort den Anzug angezogen, da dies um 20.00 Pflicht war. Ein paar Minuten später saß ich wieder im Bus und bin zurück zur UNI gefahren. Dort haben wir dann 2 Reden gehört. Die erste von dem Vorsitzendem des Schleswig Holsteinischem Landtag, und die zweite von dem Organisator von MUN-SH. Daraufhin wurden der Vorsitz, die Länder/Staaten, die NGO`s (Non- governmental organisations) und die Presse vorgestellt. Nach etwa 50 Ländern wurde es aber langweilig, da man sich immer umdrehen musste und gucken musste, wer dazu gehört. Diese Veranstaltung war um ca. 21.30 zu ende. Danach haben sich noch sehr viele Leute ein bisschen (oder auch ein bisschen mehr) kennengelernt, und es gab die ersten Terminvorschläge für Treffen von Ländern in den Zimmern der Jugendherberge.

Die Leute auf der Model United Nations sind eigentlich alle so ein bisschen verrückt. Warum gehen die freiwillig in den Ferien zu einer Pflichtveranstaltung? Viele von denen sind meiner Meinung nach einfach sehr Politik interessiert (so wie z.B. ich auch) . Einige aber auch sehr wenig, die sind nur zum Freunde treffen und einen trinken hier. Das hält sich aber (und da bin ich überrascht) in Grenzen. Die allermeisten sind sehr nett und freundlich, und reden, sobald man anfängt sehr viel mit einem über Politik und Staaten etc., also genau das, was ich auch gerne tue.   

Der morgige Tag wird voll mit Sitzungen sein. Es wird ein anstrengender, aber hoffentlich auch ein schöner Tag werden. Ich habe, nach den heutigen Vorbereitungen nur noch wenig Respekt davor. Dennoch bin ich trotzdem ein wenig aufgeregt, was mich jetzt erwarten wird. 

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