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spiegelei

 

blickselig

 

pas de deux de la morte lente

 

 
pas de deux de la mort lente
 
ich brauche keinen
spiegel, wenn ich suche
dir aus dem weg
zu blicken, finde ich
meine spuren;
an meinen schatten
hängst du & suchSt
mich zu verwOrten.
buchSTABe um buchSTABe
befriedest du,
machst du mich
zum panther,
der stumpf sich
an den stäben pfählt.
 

©noel

skizzen

 

 
 
in sitzreihen trompetet
rücklings eine nase,
krankheit ohne geSicht.
jemand räuspert sich
 
- im vorübergehen –
 
murmelt morgen.
die unruh
lässt eile aufkommen,
zeiger zeitigen zu-
& ausstieg
 
- auf bahnhöfen -
 
kleinspurige casinos
keine kugeln
laufen, nur
münzhuren lautmalen rund
um die uhr, blenden
aus. 7er & kronen
belohnen. rien ne va plus
ist unerhört,
mit der letzten münze
im schlitz verschwunden.
 
- trostLos –
 
liegt der asphalt,
hart & stad,
auf dem weg weg.
das vergEssen geht
mit der dämmerung,
plakate
- weisz bezahnt -
grinsen glück in rot
geäderte pupillen.
 
c)noel

dämmernis

 

 
wenn morgens im dämmerdunkel,
der mond wie ein karfunkel
mich noch staunen macht, wenn ich ungeacht
der düstren träume, nicht beton & zäune,
sondern bäume, blumen, gras sehe
wenn ich vögel
höre, wenn nicht
der verstand die oberhand
hat, wenn lippen sanft
dem tag die stunden lächeln,
wenn alles unentdeckt scheint,
bin ich mit mir,
meiner imagination vereint & glück
ist namensloses wErden
 
 

war wahr

 

 
 
 
es war... was war wahr?
ein konstrukt buchstabierte sich. 
es hatte sich regelrecht in die allgemeinheit verwortet.
fehler waren ausgeschlossen, aber diese allGemeinen
konstrukte zeugten besondere tränen.
tränen, die ein sehnen hinterlieszen.
ein sehnen, das wusste, dass wahr nicht war, was wahr zu sein schien.
orte, alles buchstabierte sich um das sein.
alles schien, meinte allgemein zu sein.
alles forderte die ausschlieszlichkeit, die weit von wahr & sein sich ausLebte.
& du, du nickst & deine augen sprechen, versprechen gemeinSamkeit.
wüsste ich nicht, um deine taubheit, würde ich mir einbilden, du verständest mich.
tschüsz meine liebe.
es war
doch nicht wahr.

©noel

eine frau, zwei geschichten.

 

eine frau. zwei geschichten.
 
sie, mutter dreier kinder. witwe. dann, in wilder ehe lebend.
er, der neue, schüchtern. bis sie kam, waren seine beiden hände seine besten freunde. jungfrau.
seine mutter, seine ansprechpartnerin.
es war schwer, sagt sie & sucht mein nicken.
ihre tochter silvia sei depressiv, sagt sie & senkt den kopf.
sie spreche dem alkohol zu. sie habe ihr alles gegeben & doch, hätte sie kein gutes wort für sie.
nur ihr sohn rene, nachzügler, liebe sie aufrichtig.
ihre tochter silvia riefe sie an, nachts, betrunken, lallend. mache ihr vorwürfe. spreche von selbsttötung, lache schrill, um dann ins absurde abzugleiten:“aber dann erbe ich nicht dein appartement… apropos, wer erbt es? rene?“
stundenlange tiraden, die irgendwann in kindlichen singsang enden:“ich liebe dich, liebe dich, liebe dich. hörst du?!“
 
eine frau, zwei geschichten.
 
ihr gesicht entgleitet. ihre augen suchen halt. ihre braue lehnt sich in die stirne.
sie, mutter dreier kinder, sie war zweimal verheiratet. es gab noch einen.
die beiden ersten kinder, piere & silvia, waren vom ersten mann.
rene vom zweiten.
ihr erster mann, schlug sie. angebrochener wirbel. narben am kopf. am arm.
ihr erster mann, den sie nach 6 jahren verließ. ihr erster mann, dem sie die erstgeborene, silvia überließ. guten gewissens. er hatte sie nie geschlagen. nicht, als sie noch da war.
mit elf bat silvia sie aufzunehmen, sagt sie. sie wollte ja, sagt sie; aber ihr zweiter mann lehnte es ab.
sie musste sich entscheiden, fispert sie. sie hatte doch rene mit ihm, haucht sie.
 
 
 ©noel
 
 

ES

 

 
nicht mitleid, vielLeicht war mitgefühl  
angesagt. mitgefühl mit dem was geWesen war & doch
hatte ihr wesen sich einen aus
_weg gesucht, der sie im schein existieren ließ & niemand
neben ihr atmen.
ihr weg war weg von der „ich genüge nicht“ welt.
hinzu der „ich mache alles um zu gefallen“ welt.
& dabei tat sie, was das duett nicht gestalten konnte.
eine echo dient keiner symphonie.
doch sie, sie wollte wogen glätten & als nette,
als nette frau erscheinen.
der schein wurde gewahrt.
 
 

C) noel

ukase

 

 
wir trieben heiß-
spornig, ungeacht‘ stählerner grenzen,
wir verlernten selbst
die zeit, bis unser feuer
versagte an kristallklaren geboten

c) noel

so oder ganz anders

 

 
ich verstreute mich,
kopfscheu,
entführt durch den wind
verspürte ich lust
am unerschöpflichen & überlegungen
enthielten nichts
weiter, als ein sinnen
nach entrinnen
aus dem auszenvor. so
vermengte ich
mich, wortscheu,
mit dem wasser
_spiegel lichtwärts
& barg lächeln
in die strahlen
 
 c) noel
 

mimikry

 

mimikry
 
bevor mein mund aufschnappte
ob ausdrucksloser augen
erstarrte ich
an stille
die sich brach
im raum
& doch eindringlich sprach
vom kalten nichts
das einheit ergaukelte
 
- komm -
 
lass lippenblüten
mich erfassen machen
wie weit der morgen mir
ist
 
- komm -
 
wolllust ist weit
mehr denn das staccato
aus aschfahlen masken
der neider
 
- komm –
 
lass uns unmöglich
sein
auf das wir sind
was wir nicht waren
& ihr gebaren nur
zu farce gereicht
 
- komm -
 
 

c) noel

sIchtWeise

 

meine mundwinkel munkeln
dem wind saaten,
damit farbe das grau
& laue luft den dumpf kalten duft
verblühen machen.
 
komm,
kauere dich auf weißes.
die kruste wird brechen
& grün wird gesang
des inneren
bergen & uns
aus der starre des gesteRn
beFreien; denn -
lügen befremdlicher
lippen werden unsere küsse
verheißungen sein lassen -
 
gewiss,
ich schwöre dir
nichts. leben ist
vergänglich & ich spiele
nur ein stück
weit unsere erfindungen,
bis die nestelnden finger
die zeichen verblassen lassen.
 
komm,
lass uns leben
erdichten, denn meine augen fallen
ins nichts,
da die tage mir
den himmel bleichten.

arrrgh

arrrgh

 

roSen

das licht der nacht
fensterlt mit kreidefingern konturen nach,
augen lachen
einen morgen mir.

rosenrot will ich zerrupfen,
in die graue seele tupfen,
süßlich duft sollt dich umschweben,
um zu locken...
                                                                              um zu leben;
doch die knochig schwere hand,
hüllt dich noch in schwarz gewand.

wenn der flug der augen
ufert,
wenn du stad & müde
bist, werde ich
dir die wIrren wOrte
aus den locken knoten
& die schatten
zur ruhe legen,
mondlicht dir ins haar malen.

rosenblüten sollst du schmecken,
brennen sollst du, lohen flammen ,
um die seele, dieses bangen ,
um das schreien zu betören,
will ich alles dir beschwören.

glauben
laugen
lagen
nage
age
ae
a
an
lan
lang
lange

rosenrot sollst du erwachen,
leben soll aus dir entfachen;
doch es scheint
der zähren zäher saft,
gibt der natter frische kraft.

 

staemme

 

die bürger von onan erkennt man.

sie gestikulieren wild & wuchtig,

lamentieren vor sich hin.

selbst ihre silhouette ist unverwechselbar.

sie tragen alle die vorrichtung,

diese halterung um den kopf.

eine spange, die in stirnhöhe verlängerung findet.

& an diese verlängerung ist ein spiegel montiert.

ein spiegel, der ihnen zugewandt ist.

so laufen sie – den ganzen tag ihr konterfei im blick –

mit schaufelartigen bewegungen über land & lamentieren

über die schlechtigkeit der welt.

lamentieren über die entfremdung der menschen

unter- & zu einander.

imposant ist es wohl zu nennen.
besonders, wenn sie sich so in rage reden,

schreien, dass sie sich nur durch selbstbeflecknis

von ihren energien befreien

können.

reibend, treibend, schüttelnd stehen sie,

bis ihre knie nachzugeben drohen,

bis durch den befreiend schrei,

ihnen alles wieder einerlei

ist & die lamentiererei von neuen beginnt.

die anderen stämme, besonders die eskapisten

gehen diesen tristen egomanen aus dem weg.

 

 

 

die eskapisten benisten die nacht.

das fliehen ist, was sie entfacht.

die bewegung ist ihnen erregung & im dämmernden schein

- ist ihnen ihr sein - fein&sinnig.

stimmig ist ihnen nur die ahnung,

die spur die sie nur

kurz hinterlassen, die mensch nicht fassen kann;

dann scheint ihr leben im dunkel viel mehr

& viel mehr gibt es

über die sehr schnellen wesen,

nicht zu schreiben noch zu lesen.

 

 

edoc tejin

ich finde die welt zum erbrechen,
besonders wenn sie sprechen
-die menschen-
mit bal&sams&vollen worten, die
aller orten ihr menschsein unter
_streichen soll

doch bin ich toll?
denn wenn ich hier -wie überall-
den schall der anderssprache nicht hörte
& mich zu einfach empörte
-
wenn ich soooo dumm
wäre das es mich schmerzt
wenn ich der aus&flüchte lausch(t)e die so perfektioniert wurden
wäre ich zu dumm um ES zu spüren


seit meinem vierten jänner gehe ich mit den antennen in störung & rauschempfang
denn bang & lang schon höre ich was sie nicht sprechen doch meinen

DENN

es gibt menschen vor denen ich
-blickte ich in die verflossenen jahre-
den hut ziehen müsste.
aber wer gestern ein held,
kann morgen ein mörder sein
& was ist mir das gestern getane,
wenn ich im heute nur die müden repliken erkennen
kann & vielLeicht noch der kritikaster nimmermüden
herabsetzungen von menschen, die weiter sich ab&sich bilden.



fürwahr es gibt auch diese, die die genialität der anderen heraus
_arbeiten, um sich in congenialitäten zu wiegen & die dann,
wenn man sie nicht ebenso umPreise oder ficke, zu schwadronen
von worten sich ereifern , geifern um die eben gelorbeerten
zu erhenken

worte entsätzen

& da ihr

mich beim namen nahmt

lernte ich not

_wendigkeiten

 

I`ll take rumour with humour

 

wenn der worte widerlich klang

wenn der schall nUr zu fall

wenn das dröhnen

der gesang

hämisch

fort&gang geleitet

wenn lEben von grotesken arabesken

abstrahiert wird

ist im vergehen vielLeicht verstehen

doch kein empFinden

 

I`ll take rumour with humour

 

euer sein gründete auf & unter

_fütterte aug

_apfel mit erkenntnis

mit fixen festen thesen

die man erlesen

repetieren kann

so befriedet seid

wart ihr wahr

_haft euch gewachsen

 

the mind behind

 

& ich lauerte in euren gesten

um zu hören

was nicht wa(h)r

um zu ahnen

was ich nicht sah

um nicht normkonform

nivelliert & korrumpiert

zu endSprechen

 

I won’t be kind 

© noel

les mots ont perdu

lippenblüten locken mich
im vergehen
ist entstehen ist wachsender tod

je me quitte
avec la langue qui rit
je met le mots dans sable
je me quitte

augen rauben
meine fünfsinnigkeit
gesten & gerüche
unerklärlich herrlich

je m'oublie

parce que la langue

ne parle pas

en faveur des signes

©noel

gewogenES

talente sind
es
mit der seele gewogen
wird
& so verbrenne & wErde ich
im schein

jeden abend entzünde ich
meine abgelegten
hüllen
um fraglos mich
für die nacht zu enttarnen
um trunken
versunken
beglückt & entrückt
mich den sternen mitzuteilen
& für den tag fremdnahe welten
zu schöpfen
so dass ich in weh_
& narren
_mut der worte
dem tage antrage
was kreidefinger in leinen legten

talente sind
es
mit der seele gewogen
wird
& so verbrenne & wErde ich
im schein
©noel

abhandenheiten

ich insele in schwarzschäumenden
abhandenheiten
& du
sagst
menschentupfer & magnolien
verweheren sich träumenden

ich bin in wüsten gewandert
& kein stein zerbrach
sich mir
& du
sprachst:
der himmel ist durchzogen
von ratten die um abgrund
& tiefe betrügen
& ausgespieenes delikatessieren
fette feiste fäulnis
aus der zucht der zotenreißer
der wadenbeißer
& nichts ist
mehr

ich habe blau verschWendet
ins grau der greisen
gedanken gewendet
& du
sprichst:
das wort ist kunst & griff
ist schein doch sein
ist schwarze chimäre

©noel
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