Ja zum Unsichtbaren

Auch ich habe jetzt ein Kofferleben

21:51, 1.06.2013 .. 0 Kommentare .. Link

I love TXL and TXL seems to love me! Endlich mal wieder eine Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruht. Gestern noch Souvenirs verkauft und heute Koffer im LH-World Shop in TXL. Wie genial ist das denn?



Lese leider immer nur noch das Unwort "Outsourcing"

19:16, 19.05.2013 .. 0 Kommentare .. Link

 Ein schönes Bild aus einem 3-tägigen Urlaub in Lübeck. Schließlich muss ich mich ja um einen neuen Job kümmern, denn unser Laden in TXL wurde uns ja weggenommen, um klagewütige BER-Mieter zu befriedigen. Und so kann ich ein wenig aus dem Leben einer Arbeitssuchenden plaudern.

Natürlich habe ich mich erstmal auf Stellenangebote auf dem Flughafen TXL beworben. Viele Angebote laufen über private Arbeitsvermittler, die erst mit Auskünften über den potenziellen Arbeitgeber herausrücken, nachdem man seine  Bewerbungsunterlagen dort eingereicht hat. Aus Datenschutzgründen. So habe ich dann auch meine erste NICHT-BEWERBUNG verfasst, in der ich mitteilte, dass ich aus datenschutzrechtlichen Gründen kein Foto und keinen Lebenslauf und keine Zeugnisse einreichen kann.

Ein weiteres, ganz seriös klingendes Angebot ist noch pending. Dort hatte ich am 5. Mai kostenlos vier Stunden zur Probe gearbeitet. Aber sie wollen natürlich noch zwei Konkurrenten testen. Na gut, was die können, kann ich auch. Also weiter nach interessanten Stellenangeboten gesucht. Und eines gefunden.

Da sucht doch eine Firma, nennen wir sie mal AP, Flugbegleiterinnen für eine airline, nennen wir sie mal AB. Zu einem Nettogehalt von 1500,- Euro. Wow, das habe ich vor 20 Jahren in DM verdient (3.100,- DM). Nach mehrfachem Durchlesen konnte ich immer noch keine Altersbegrenzung finden. Na, dann: Online-Bewerbung mit pdf-Anhängen losgeschickt. Zwei Tage später Anruf von AP erhalten und es wurde ein Telefon-Interview durchgeführt, in dem ich am Ende zu einem Assessment-Center eingeladen wurde. Ich fragte nochmals nach, ob der Herr denn auch mal auf mein Geburtsdatum geschaut hätte. Das wäre bei meinem Aussehen doch kein Problem.

Zwei Tage später dann zur Auswahlaktion, die von 10:00 Uhr bis 15:30 Uhr dauern sollte. 18 Interessenten, auch ein paar Männer. ich war natürlich die Älteste. Es gab meilenweit weder Wasser, noch Kaffee oder Tee oder Kekse zu sehen. So kenne ich das eigentlich aus früheren Assessment-Centern. Für so eine lange Zeit bietet man den Interessenten mindestens Getränke und Kekse an. Hier so gar nix. Der Umgangston eher rüde. Nach 30-minütiger Selbstbeweihräucherung, auch über die Praktiken des outsourcings, stellte ich zwei gar nicht mal sooo kritische Fragen. Fazit: 

 

Ich bin schon zusammen mit einem jungen in Berlin geborenen Libanesen, der keinen Führerschein hatte, nach zwei Stunden rausgeflogen.
Erstens haben die weder in ihrer Anzeige noch im Telefoninterview erwähnt, dass der Arbeitsvertrag mit AP nur bis Ende November 2013 geht und nicht verlängert werden kann.
Zweitens, hatten sie mich am Telefon gefragt, ob ich Führerschwein habe (Ja) und PKW (nein), dort hieß es plötzlich, man müsse Führerschein und PKW haben.

Also an meinen schiefen Zähnen hat es sicher nicht gelegen, da waren zwei übergewichtige Frauen, die sind weiter gekommen, eine total unfreundliche Italienerin, die immer düster dreinschaute und deren Englisch kein Mensch verstanden hatte, auch. Verstehe einer die Auswahlkriterien. Aber man sagte mir schon bei der Abgabe meiner Bewerbungsunterlagen, das es sehr schlecht sei, dass ich nicht die tagesgenauen Daten meiner Wohnsitze der vergangenen 10 Jahre habe. Ich wusste zwar noch ganz genau, dass ich mich am 24. Mai 2004 im ayuntamiento in Rojales angemeldet hatte, aber die Daten der beiden anderen Wohnungen, konnte ich nur raten. Das würde dann zu lange dauern, bis die Luftsicherheitsbehörde die Daten in Spanien abfragt, da die Schulung schon am Pfingstmontag, bzw. die zweite am 27.05. losgehen.
 
Das mit den 1500,- Euro netto auch nur die halbe Wahrheit. Das Grundgehalt ist viel niedriger und liegt bei 900,- Der Rest sind Zulagen, Spesen und Provisionen aus dem Bordverkauf.
 

Der Hammer war aber, wie sie uns quasi nicht verabschiedet haben. Es hieß nach zwei Stunden: Wir ziehen uns jetzt mal für ein paar Minuten zurück und beraten, wer weiter kommt und wer nicht. Nach nur sehr wenigen Minuten hieß es: Also wessen Name jetzt aufgerufen wird, geht bitte in den Nebenraum, und der Rest bleibt hier. Der Name des Libanesen und meiner wurde nicht aufgerufen, wir blieben mit dem Sklavenhändler von AP allein im Raum und ich sagte; "Sieht so aus, als wenn wir jetzt gehen können." Der Typ sagte nur: "So ist es" und verschwand wortlos. Also Respekt sieht anders aus.

 

Aber interessant und auch sehr traurig, wie die jungen Dinger sich da jetzt über die Hochsaison den Hintern wundfliegen müssen. Hatte Air Berlin doch gerade 900 Mitarbeiter entlassen. Jetzt merken sie, dass sie doch noch ein paar für die Sommersaison brauchen. Bin gespannt, wann Piloten der Konzerntarifvertrag gekündigt wird und sie sich dann bei adecco oder AP oder manpower bewerben müssen. Die heutige Arbeitswelt ist unterirdisch grausam geworden. Da kann man wirklich nur noch aussteigen und Selbstversorger auf dem Land werden. Oder sich verheizen lassen.

Ich brauche jedenfalls nicht um 3 Uhr morgens aufzustehen. Das ist doch echt was Positives.

 



Warum bloggt der Mensch?

13:45, 17.01.2013 .. 0 Kommentare .. Link

Gestern saß ich zum ersten Mal in meinem Leben mit einer 3-D-Brille im Kino. Und war überwältigt. Nicht nur von den Effekten, sondern auch, weil ich 2004, als ich das Buch "Schiffbruch mit Tiger" las, 150%ig davon überzeugt war, dass sich dieser Inhalt niemals verfilmen lassen würde. Grandios gemacht!

Und warum poste ich das nun in die Welt hinaus? Warum bloggt der Mensch? Ist ein Blog nicht ein Internet-Tagebuch? Und waren Tagebücher früher nicht immer top secret?

Warum also wollen wir, dass möglichst die ganze Welt an unserem Freud und Leid teilhaben kann?

Möglichkeit Nr. 1: Wir haben keine Freunde, mit denen wir uns austauschen können. (Trifft bei mir nicht zu)

Möglichkeit Nr. 2:  Unser Rampensau-Gen ist so stark, dass wir unbedingt entdeckt werden wollen. Die sozialen face to face Kontakte reichen dafür nicht - wir wollen mehr.... (Trifft bei mir nicht zu - hasse es, im Rampenlicht zu stehen)

Möglichkeit Nr. 3: Wir haben der Welt wirklich etwas Wichtiges oder Lustiges mitzuteilen und schon eine kleine Fangemeinde, so dass der/das Blog weitergeführt werden muss, um anderen eine Freude zu machen. (Trifft leider wieder nicht bei mir zu - es gab lediglich einen Kommentar hier)

Möglichkeit Nr. 4: Wir wissen, dass Tantra die Begegnung zweier Geister ist ( s.a. Chöngyam Trungpa: "Feuer trinken - Erde atmen. Die Magie des Tantra) und hoffen, diesen Geist, diese total kompatible Seele, ohne den Filter des visuellen Reizes, nur durch Inhalt im worldwide web zu finden. (Jo, so oder ähnlich hatte ich mir das vorgestellt..) Zumindest eine geistige Übereinstimmung zu finden. Kann der Mensch allerdings auch, wenn er ein gutes Buch liest.

Bis jetzt habe ich lediglich einen Blog gefunden, den ich mehr oder weniger regelmäßig anklicke und der mir sowohl vom Inhalt als auch von den ironischen Untertönen und um-die Ecke-Gedanken sehr gefällt. Wie der Autor aussieht? Keine Ahnung. Auch egal. Meinen Blog kennt er nicht. Und das ist gut so.

Da ich hier ganz sicher eine nur sehr kleine Leserschaft habe, und zur Zeit nichts kämpferisches (TXL bleibt ja nun wohl bis 2015 offen) zu berichten habe, werde ich mich erst wieder melden, wenn die Hochzeitsglocken bimmeln oder etwas hahnebüchenes zu vermelden habe.*

Happy 2013 den 1-4 Lesern/innen.

PS: Auch wenn hier nur von 1-4 Menschen mitgelesen wird, so könnten sie doch auch ein wertvoller Multiplikator werden. Bitte lesen, unterzeichnen und weiterleiten. Danke.

https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-den-erhalt-des-flughafen-tegel-als-hauptstadtflughafen

 

* Wie zum Beispiel Folgendes: Das Job-Center Wedding schickt mir ein Stellenangebot am 5. Februar raus, das am 9. Februar bei mir im Briefkasten liegt. Gut bezahlter Job (Allerdings Zeitarbeitsfirma), 1500,- Teilzeit, 1800,- Vollzeit. Arbeitsbeginn: 18. Februar! Haben die noch alle Latten am Zaun? Schließlich liegt denen mein Arbeitsvertrag vor und nur weil ich nur 28 Stunden die Woche arbeite, kann ich nicht einfach meine Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende ignorieren. Niedertracht oder Schlamperei?



Der Kampf um TXL

15:54, 18.08.2012 .. 0 Kommentare .. Link

Der einzige Mann, dem ich wirklich gerne die Füße küssen würde, heißt Stephan Loge und ist Landrat in Dahme-Spreewald. Er hat am 8. Mai 2012 die Unterschrift zur Bauabnahme des neuen Millardengrabs BER verweigert. Und somit nicht nur mich vor der Arbeitslosigkeit bewahrt.

Ein Mann mit Courage UND Verantwortungsbewusstsein. Und mit Sendungsbewusstsein. Hat er uns allen doch klar zu verstehen gegeben, dass wir im Jahre 2012 leben, und zwar nach Christus. Hatten die Planer doch tatsächlich gedacht, sie könnten den noch nicht so richtig funktionierenden Brandschutz mit 700 Studenten, die dann im Angesicht ihres Schweisses manuell die Türen aufkurbeln sollten, im Ernstfall bewerkstelligen. Super Idee. Eine Posse, über die die Welt lacht.

Wir, die in TXL arbeiten und diesen Flughafen lieben, haben uns natürlich ins Fäustchen gelacht. Auch wenn es bei den Pro-TXL Demos im März und Mai nur sehr wenige Mitarbeiter gab, die sich zu uns gesellten, so finden die "We love TXL" Buttons, die ich verschenke, reißenden Absatz.  (kann ich mir nur leisten, weil die Druckkosten von einem Ur-Berliner, der in Frankfurt lebt und anonym bleiben möchte, übernommen werden). Bislang konnte ich 100 Stück an den Mann/Die Frau bringen. Sogar ein Bundespolizist trägt ihn im Dienst!

 

Die nächsten 100 Stück werde ich sicher Ende August in Empfang nehmen und dann weiter verteilen.

Weitere Demos gegen die Schließung sind geplant. Vielleicht ja sogar mit prominenter Unterstützung. Plötzlich wollen einige Politiker TXL erhalten. Vielflieger, Schauspieler und sonstige Vip´s wollten das schon lange, hatten aber leider auch schon lange resigniert.

Schaun wir mal.

 

 

Auch wenn mich die Menschen, die sich politisch engagieren meist nicht so antörnen, weil sie oft verbittert, engstirnig und total unlocker sind, ist es eine sehr sehr interessante Erfahrung, sich mal mit Flughafenpolitik zu beschäftigen. Allerdings auch eine manchmal beängstigende. Denn dort wird mit knallharten Bandagen gekämpft. Das geht los bei Vorspiegelung falscher Tatsachen, Spione einschleusen, die vorgeben TXL-Fans zu sein, die aber nur Infos über zukünftige Aktivitäten rauskitzeln wollen, oder ganz dreist Buttons abgreifen, immer mehr wollen, dabei selber keinen tragen, somit auch keinen mehr von mir bekommen, weil sie ganz sicher im Mülleimer landen. Derber dann, irgendwelche Statements, die man gegenüber Redakteuren abgegeben haben soll, aber nie hat, und die dann in einem ehemaligen SED-Organ erscheinen. Oder völlig falsch zitiert in der BZ. Gegendarstellungen haben die unangenehme Begleiterscheinung, dass an sie ein hohes Maß an Formvollendung geknüpft sind, was mit viel Zeitaufwand und Kosten für Einschreiben gegen Rückschein verbunden ist. Und so muss man dann sein Konto quälen, um seinen Namen nicht in irgendwelchen Medien wieder zu finden und das auch noch in einem völlig falschen Sinnzusammenhang. Es ist und bleibt schwierig.

Oder besser gesagt: It´s a dirty job, but somebody has to do it.

So, und wenn ich mir mal so meine ersten Blogeinträge anschaue, muss ich echt lachen: Hatten mich meine Latina-Kolleginnen vor zwei Jahren noch hämisch verspottet, als ich ihnen auf Anfrage meine zwei Wünsche mitteilte (sozialversicherunspflichtiger Job und einen netten Piloten als Mann) so habe ich beides immerhin fast erreicht.  Zwar den Mini-Job in einen Sozialversicherungspflichtigen umgewandelt, aber immer noch abhängig von AlgII und somit Sklave des Staates. Einen Piloten kennengelernt, der sich aber nur für THF und TXL interessiert, ganz sicher super fliegen kann, sich aber für eine enge zwischenmenschliche Beziehung aus vielerlei Gründen so gar nicht eignet.

Das merkt Frau ja meist nach mehr als einem Monat. Wenn Handeln und Reden, bzw. in diesem Fall Schreiben so absolut gegensätzlich sind, wenn in über 60 SMS im Mai ich als Sonnengöttin betituliert wurde, der Absender aber face to face noch nicht mal in der Lage ist mich in den Arm zu nehmen, sondern einen behandelt wie einen alten Kumpel, dann wird es Zeit für Frau zu handeln. Und wie macht man das am Besten, ohne zu verletzen? Dachte: Sage bzw. wegen Fernbeziehung, schreibe, dass Du unbedingt heiraten willst und dann nur noch auf 400,- Euro-Basis arbeiten möchtest, um Deine Bücher endlich fertig zu schreiben, statt ihm zu sagen: "Ey Alter, Du bist völlig entsozialisiert, egozentriert, redest nur von Dir, besitzt keinerlei Empathie und bist als Partner für mich völlig indiskutabel."

Natürlich würde ich nie meinen Fahrzeugbrief abgeben, d.h. aufhören zu arbeiten. Will ja nicht als lästiges Inventar gelten, das um Gunst betteln muss. Dafür war ich immer schon viel zu stolz. Eine Frau sollte immer für sich selbst sorgen können, selbst, wenn sie wenig verdient. Sie sollte immer in der Lage sein, ihre Koffer zu packen und zu gehen, wenn sie schlecht behandelt wird.

Aber das mit dem Heiraten hatte anscheinend überhaupt nicht gefruchtet, obwohl er ein überzeugter alter eingefleischter Junggeselle ist. Dann musste ich brachial werden. Also "Ey Alter...." Hat auch nichts genützt. Ich erhalte weiterhin e-mails, in denen ich als Sonnengöttin angesprochen werde und die voll von Klagen und Gejammer über seinen anstrengenden Job sind. Und wenn ich darauf dann nicht antworte, bekomme ich den Vorwurf: Hätte ein paar aufmunternde Worte wirklich gebrauchen können.

Mann Mann Mann. Der ist ein Jahr jünger als ich, aber besitzt die Beziehungsfähigkeit eines 15-jährigen. Trotzdem bin ich dankbar, das ich ihn kennengelernt habe. Unterstützung für TXL (immerhin hat er die Buttons gesponsert) und Einblick in das harte Pilotenleben heutzutage, ich lerne immer wieder gerne dazu. Und als guter Freund, nicht als Lover, ja doch noch eine Bereicherung.

 

Nein, mit dem Universum werde ich nicht schimpfen. Besser ist es, meine Wünsche etwas detaillierter zu formulieren.  



Wohnungssuche in Berlin Juli/August 2011

10:29, 21.10.2011 .. 0 Kommentare .. Link

Früher war alles besser, jaja, vor allem die Wohnungssuche in Berlin hat Spaß gemacht. Gab es doch noch erschwingliche Angebote von interessanten Altbauwohnungen. Im Jahr 2011 musste ich jedoch feststellen, dass Berlin sich in dieser Angelegenheit zu einem Hamburg-light verwandelt hat. Dass auch eine ehemalige Maklerin für den Verkauf von Altbauwohnungen trotz kritischem Blick, vor Schaden und arglistiger Täuschung nicht gefeit ist, damit muss ich jetzt wohl leben. Habe ich doch meine letzten Ersparnisse (Verkauf von 70 Solarworld-Aktien) für die Kaution aufgebracht.

Die folgende Wohnungssuche, die rein auf das Internet beschränkt war, beweist, dass man  eine Wohnung besser in der Heizperiode suchen sollte als im Sommer. Die (Ent)Täuschung lauert überall.

  1. BESICHTIGUNG:
    Kantstrasse, super zentral, Gartenhaus 1. OG. Fotos ganz hell mit Sonnenschein im Internet, sah alles ganz super aus. Freundlich und dank Weitwinkel großzügig geschnitten. Realität: Schmutziger und mit Sperrmüll vollgestopfter Hof, Wohnung sehr dunkel, Dielen und Türen schlampig abgeschliffen hingen noch Lackreste dran. Besitzer ein kurzangebundener, schmallippiger Bänker schätze ich, der die Wohnung wohl mal als Kapitalanlage günstig geschossen hatte. Sollte schon 380,- kalt kosten mit Gasetagenheizung, 40 qm.

    2. BESCIHTIGUNG:
    Am Schäfersee über Makler, der eine In-Provision (Vom Eigentümer) erhält. Auf den Fotos im Internet sonnig und großzügig. Hatte mich voll verliebt in diese 1 Zimmer Wohnung im 2. OG mit abgezogenen Dielen, da störte mich auch die Lage nicht (Einflugschneise von TXL). Realität: Deckenhöhe 2,20 meter, undichte Fenster, die alle nach Norden weisen (Fotos geschickterweise Mitte Juni aufgenommen, wo die Sonne auch mal kurzzeitig nachmittags reinscheint), alles untypisch dünne Außenwände. Da hat die veraltete Gas-Therme viel zu tun im Winter und in der Küche weder Spüle noch Herd. Daraufhin angesprochen meinte der Makler: Naja die Eigentümerin will keine HartzIV-Empfänger und erwartet, dass man sich Spüle und Herd selber leisten kann. Der absolute Hammer aber: Ein Blick aus dem Fenster nach rechts auf das Vorderhaus: Eine fette Mobilfunkantenne. Bei mir wäre dann Tinnitus, Schlaf- und Herzrythmusstörungen vorprogrammiert. 40 qm für 340,- kalt.

    3. BESICHTIGUNG: 1 Zimmer, Altbau Dielen im Wedding, vielmehr Mitte, 3. OG Gartenhaus. Die erste Wohnung, wo die Fotos im Internet nicht manipuliert waren. Helles Zimmer, großzügig geschnittene Küche mit viel Platz für Esstisch, winziges Duschbad, alles zur einen Seite gelegen.- Gas-Therme alledings schon etwas älter. Die Hauswartsfrau, die mir die Wohnung zeigte, eine ungepflegte, neugierige und sabbelige Lesbe, die mir ungefragt erzählte, wie sie ihre Freundin kennengelernt hatte, mit der sie jetzt im Vorderhaus zusammenlebte. Sie schlug mir am Ende vor, doch auch im Vorderhaus eine freie 84 qm große 2 Zimmer Wohnung für 560,- zu mieten und mit einer Frau eine WG zu gründen. Als ich ihr sagte, dass es mir vollkommen reiche, mit lauter Frauen zusammenzuarbeiten und ich es ganz und gar nicht brauche noch mit einer zusammen zu wohnen, wurde sie etwas verschnupft und gar nicht mehr so freundlich. Aber sie hörte endlich auf, mich anzubaggern. Miete korrekte 315,- kalt für 40 qm aber keine Möglichkeit z.B. meine Couch so zu stellen, dass nicht irgendwer aus den anderen Flügeln bei mir reingucken könnte. Außerdem, wenn die dann jeden Abend bei mir auf der Matte steht, weil sie mich so cool findet...nee nee

    4. BESICHTIGUNG:
    1 Zimmer Altbau Wedding (Rehberge) 1. OG SF, 40 qm, was voll gelogen war. Ich habe so lange als Maklerin gearbeitet, dass ich sehr wohl die qm abschätzen kann, das waren höchstens 32. Die Frechheit aber. Im Internet wurde eine Wohnung im 3. OG mit Sonne und abgezogenen Dielen gezeigt. Diese Wohnung lag im 1. und hatte Laminat. Der Flur war so eng, dass man alle Möbel (Selbst meine wenigen) mit Kran durch das Fenster hätte hieven müssen. Der Besitzer kam auch noch 15 Minuten zu spät. Wir waren 9 Leute. Die Wohnung total dunkel. Immerhin mit Zentralheizung, aber für dieses Loch 385,- warm.

    5. BESICHTIGUNG:
    1,5 Zimmer 40 qm in Schöneberg. SF im 3. OG noch bewohnt. Mit mir 11 andere Interessenten. Lage und Schnitt der Wohnung Klasse, der Innenhof eine Oase, aber total veraltete Elektrik und Gas-Therme. Dazu ein auf den Dielen verklebter total verkeimter Teppich. Und dann zahlen die 65,- Euro Vorauszahlung jeden Monat an die Gasag, so dass die Warmmiete bei 405,- liegt. Das Bad winzig und sehr retro. Orangefarbene Fliesen, Badewanne, Klo und Waschbecken. Ok damit hätte ich zur Not leben können. Aber zu teuer für so klein.

    6. BESICHTIGUNG:
    Spandau 1,5 Zimmer total liebevoll und geil renoviert, allerdings Deckenhöhe nur noch 2,50. Nagelneues Dusch-Bad mit Deckenspots auch in der Küche, die aber weder Spüle noch Herd besaß. Darüber könne man mit dem Eigentümer reden, meinte der Makler (In-Provision). Wieder fast alles Außenwände. Manko: Fassade sehr bröckelnd, das Treppenhaus eng, dunkel und dreckig, Kippen auf dem Boden, finster wie im Krimi. So auch teilweise die Bewohner. Erinnerte mich an tiefstes Neukölln. Einige schwere Jungs hatten sich wohl verabredet den Besichtigern das ganze besonders schmackhaft zu machen und grölten, dass die Hausverwaltung Scheiße sei, keine Ausländer möge und bei einem Schufa Eintrag man die Wohnung sowieso nicht bekäme. Klasse Inszenierung. Miete 390,- warm mit Zentralheizung. Aber ich würde mich dort nicht so sicher fühlen. Und außer dem ziehe ich nicht in ein Haus in dem keine Ausländer wohnen.

    7. BESICHTIGUNG:
    Richtiger Weddinger Kiez. Drei Stunden vor meiner Besichtigung wurden in der Nähe zwei Türkinnen im Mitsubishi von einem eifersüchtigen Ex-Ehemann erschossen. Die Wohnung 50 qm, ein riesiges Zimmer mit Schlafnische ganz hinten, aber nur ein kleines Fenster, das nicht ausreichte, um es einigermaßen hell zu machen. Im Hausflur die verzweifelten Appelle der Hausverwaltung, man möge doch bitte den Schlüssel zum Öffnen der Haustür benutzen und auf Gewalt diesbezüglich verzichten. Wieder nur deutsche Namen an den Klingelschildern.

    8. BESICHTIGUNG:
    Das ist sie, die möchte ich haben! Wunderschöne Straße mit Kopfsteinpflaster und Gaslaternen in Tempelhof. Wuchtige Stuckfassade, auf die ich eigentlich keinen Wert lege. Die Wohnung im 1. OG Gartenhaus, super hell, Dielen hell, große Küche in der ein Esstisch für 5-6 Personen Platz hat, sauberes kleines Duschbad, moderner Boiler, Zentralheizung 48 qm !!! Und das für den Schnäppchenpreis von 360,- warm. Klar, dass die Konkurrenz groß ist. Und so sitze ich hier und warte auf den Anruf des Eigentümers (Eigentumswohnung), der am Telefon gestern meinte, er sei noch in der Entscheidungsphase und warte auf die Unterlagen der anderen Bewerber. Ich will diese Wohnung, sie passt zu mir.

     

    Drei Tage später: Absage, er hat sich für einen Mitbewerber entschieden. Schade, so werde ich nie hinter das Geheimnis dieser günstigen Miete kommen können.

    9. BESICHTIGUNG:

    Tiergarten, Altbau, 5. Stock 45 qm, renoviert. Stand jedenfalls im Internet. Die bislang dreisteste Lüge. Dass einigen Vermietern nicht die Schamesröte ins Gesicht steigt bei den falschen Angaben, um potenzielle Mieter zu ködern. Es war unglaublich und allen blieb die Spucke vor Entsetzen weg. Total verwahrlost, nichts war renoviert. Kaputte Fensterscheibe, dreckige Wände, verkeimter Herd und Spüle, teils aufgerissener Fußbodenbelag. Vermieter war wieder ein Privatmann. Dick und ungepflegt wie sein Objekt. Wenn ich nicht am kommenden Samstag noch eine Wohnung besichtigen würde, von der ich annehmen kann, dass sie wirklich renoviert und saniert ist, würde ich sagen, ich lasse es in Zukunft mit den Samstag-Vormittag Besichtigungen. Das waren bis jetzt die schlimmsten Objekte. So viel Zeitstress und Frust vor Arbeitsbeginn sollte ich mir nicht weiter antun.

     

    10. BESICHTIGUNG:

    Hätte ich mir mal wieder sparen können. Moabit ist schon nicht so mein Favorit, aber bei einer renovierten Altbauwohnung mit Parkett mache ich eine Ausnahme. Leider war das Intarsienparkett an vielen Stellen kaputt oder angebrannt. Fußleisten fehlten und die 40 qm waren auch mal wieder total übertrieben. Immerhin schien trotz Blick in den Hof nachmittags um 16:00 Uhr die Sonne herein. Leider der einzige Pluspunkt. Ein winziges Bad ohne Fenster, und die Küche ohne Spüle und Herd. Gemein war außerdem: Mit mir stand ein junges Mädchen, ca. 20 Jahre alt vor dem Haus, die auch besichtigen wollte. Plötzlich bekam sie einen Anruf von einem Vermieter, der ihr, wie ich aus ihren Worten entnehmen konnte, eine Wohnung zusagte. Sie:“ Ja, die nehme ich gern. Meine Mutter ist dann auch Montag wieder da, um den Mietvertrag zu unterschreiben.“ Kotz. Aus Vermietersicht kann ich es ja vollkommen nachvollziehen: Ein junger Mensch mit Bürgschaft von Mami und Papi ist wertvoller und sicherer als ein älterer Mensch, der schon was geleistet hat in seinem Leben, aber auf dem Berliner Arbeitsmarkt wenig verdient. Ich wage schon gar nicht mehr zu hoffen, dass die Wohnung, die ich mir morgen im Wedding anschauen werde genauso ist, wie im Internet beschrieben. Und falls, dass ich sie dann auch bekomme. Für meine Schwester war ich immer das „Wohnungsschwein“. Selbst als Arbeitslose habe ich damals nicht immer die schönsten, aber immer sehr stilvolle Altbauwohnungen bekommen. Wo hat sich denn jetzt bloß mein Wohnungsschwein versteckt?

     

    11.BESICHTIGUNG:

    Nicht soo schöner Wedding, aber das Haus war sehr gepflegt, die Wohnung ebenso. Trotz 2.OG Seitenflügel einigermaßen hell und mit Baum vor dem Fenster. Einziges Manko: Die Küche war so vollgestopft mit Einbaumöbeln, dass nicht ein Quadratmeter Platz war für einen kleinen Tisch oder Klappstuhl. Mit mir noch 11 weitere Interessenten, die den Vertreter der Hausverwaltung belagerten. Klar, liegt der Mietpreis warm für 40 qm bei 366,-

    Leider kaum Einkaufsmöglichkeiten in der näheren Umgebung. Habe mich trotzdem beworben – man weiß ja nie.

 

            12. BESICHTIGUNG

            Spandau, gleich um die Ecke, wo ich Ende Juli eine 2 Zimmer Wohnung besichtigt hatte

            und wo die Nachbarn ungefragt den Besichtigern die Wahrheit über die Hausverwaltung

mitteilten. Die Wohnungseingangstüren schon mal wunderschön, das Zimmer mit frisch abgezogenen Dielen (habe den Geruch noch immer in der

Nase) und Stuck. Zwei Fenster und kleiner Balkon, den man aber tunlichst nur nüchtern

betreten sollte, da er nur bis zu den Oberschenkeln geht. Die ehemalige Küche wurde zum Mini- Schlaf

-zimmer umgebaut und in das Wohnzimmer kommt noch eine Küchenzeile. Das Bad nigel

nagelneu mit kleiner Badewanne, leider Warmwasser über Durchlauferhitzer, aber was solls

irgendwas ist ja immer. Dazu allerdings noch die Kirche mit ihrem unbarmherzigen

Gebimmel alle 15 Minuten und Einflugschneise Tegel. Aber das ist nicht so schlimm. Die

Wohnung echt süß. Habe mich beworben. Die Verwalterin schien mir auch gewogen, als ich

sagte, dass ich erst zum 01.10. mieten könnte, fragte sie mich, ob ich denn wenigstens die

Betriebskosten für September bezahlen könnte. Klar. Kommenden Mittwoch weiß ich mehr

Jetzt noch Samstag-Vormittag die vielversprechende Besichtigung im Wedding.

 

      1. BESICHTIGUNG:

        Das ist sie. Zwar nur kleine 39 qm, aber so gut wie kein Flur, Zimmer mit abgezogenen Dielen, daran angrenzend ein Sonnenbalkon, wo man zu dritt oder sogar zu viert sitzen kann und die in TXL landenden Flieger beobachten kann, ohne sie zu hören, ein Bad mit Badewanne, eine große Küche mit zwar etwas schrammeligen Einbaumöbeln, immerhin in so etwas wie weiß, aber mit Kühl-Gefrierkombination und einem traumhaften Ausblick in den Hof mit Grachtenarchitektur. Das Zimmer hatte zwar einen Wasserschaden an der Decke, der aber noch behoben werden soll. Fernwärme und auch Warmwasser über Fernwärme. U-Bahn Station in zwei Minuten zu Fuß erreichbar, Verbindung zum Flughafen auch gut, Kabel-TV auch im Mietpreis enthalten, der mit 390,- warm etwas über meinem Budget liegt, und zwar genau 11,- Euro, denn sollte ich mal wieder arbeitslos werden, zahlt das Amt nur bis 379,- warm. Das wird noch Diskussionen mit dem Weddinger Job-Center bei meiner neuen Aufstockung geben. Ein nettes Café/Restaurant, wo man auch draußen sitzen kann ist auch wenige Meter entfernt. Publikum und Erscheinungsbild eher Kreuzberg. Wedding scheint sich zu machen. Die Wohnung ist im 4. OG ohne Aufzug, das wird mich fit halten, darüber noch ein Dachgeschoss. Denke und hoffe, dass dies die richtige Entscheidung war. Absurderweise habe ich ja die günstigeren Wohnungen nicht erhalten. Vielleicht war es clever bei meiner Bewerbung für diese Wohnung neben Schufa-Auskunft und den sonstigen Unterlagen gleich noch meinen Lebenslauf als PDF-Datei angehängt zu haben. Jedenfalls habe ich heute, am 24.08.11 den Mietvertrag unterschrieben und 867,- Euro Kaution überwiesen. Obwohl mir die Wohnung erst zum 30.09. angeboten wurde, hieß es dann plötzlich, nenene, doch schon ab 01. September. So haben wir uns geeinigt, dass ich für September nur die Heiz- und Betriebskosten zahle und am 31.08.11 Wohnungsübergabe ist. Einziehen werde ich dann Ende September, denn ich verlasse meinen Hauptmieter hier nicht einfach, ohne die Kündigungsfrist einzuhalten.

      2.  


      1. Lebende Wände der Grund für Modergeruch?

Mein „Wohnungsschwein“ schien am 20. August 2011 bei der Wohnungsbesichtigung unter Demenz gelitten zu haben oder war sonstwie unzurechnungsfähig. Dieser Tag war einfach zu warm und sonnig und ideal für eine arglistige Täuschung. Schon am 31. August bemängelte ich bei der Wohnungsübergabe einen strengen Schimmelgeruch, der aus dem Ausguss der Spüle kam. Der Freund der Vormieterin bagatellisierte dies und meinte, das verschwinde schon, wenn wieder Wasser im Traps sei. Die Rosette der Spüle war grau, angerauht und erschien angefressen. Am 14. September als ich die Einbauküche putzte und raufkletterte, um den Stecker des Kühlschranks einzustöpseln, traf mich ja nun fast der Schlag. Die Rigipswand hinter den Einbauten war großflächig aufgerissen und aus den großen Löchern quoll verdreckte, ja schwarze Glaswolle.


 


 

Mittlerweile ist es Oktober, die Handwerker geben sich hier die Klinke in die Hand, schon drei Mal war der Klempner hier (Leckende Heißwasserventile und Klospülung), die stinkende Spüle ist glücklicherweise durch eine Neue ersetzt worden, aber die Wohnung riecht immer noch nach feuchtem Mörtel und irgendetwas Ätzendem. Schlimm wird es erst, wenn man heizt. Der Wasserschaden in der Decke des Zimmers scheint nicht fachgerecht behoben worden zu sein, außerdem bröckelt der Putz an der Außenseite des Küchenfensters, so dass Feuchtigkeit in die Wand zieht. Daher wohl auch der unangenehme Geruch. Wenn es doch wenigstens nach Elbschlick oder Keller riechen würde. Aber die Wände hier scheinen förmlich auszugasen, so dass ich bei längerem Aufenthalt Hals- und Kopfschmerzen bekomme, mir die Augen brennen und mir speiübel ist.


 

Ganz schön peinlich für eine ehemalige Maklerin für Altbauwohnungen, so reingefallen zu sein. Gelernt habe ich daraus, mir nie nie wieder eine Wohnung im Sommer anzuschauen, wenn alle Fenster offenstehen und ein eventuell vorhandener Feuchtigkeitsschaden olfaktorisch nicht wahrnehmbar ist. Montag kommt der Hausarchitekt, um die Schäden zu begutachten. Es werden auch weiterhin fünf Umzugskisten unausgepackt bleiben.



Sterbebegleitung für TXL & morphogenetische Felder

21:26, 1.07.2011 .. 0 Kommentare .. Link

Es ist vollbracht: Ich bin Sterbebegleiterin für TXL

 

Der Ort in Berlin, an dem meine Füße 1971 mit den ersten Schritten diese wunderbare Stadt begrüßten, wird nun auch der Ort werden, den meine Füße bis zum bitteren Ende tragen werden. Vier Mal die Woche zu je sieben Stunden. Ein langsamer Abschied.

In diesem Zusammenhang hoffe ich doch sehr, dass R. Sheldrake mit seiner Idee der morphogenetischen Felder Unrecht hat. Doch das folgende, sehr aktuelle Beispiel lässt wenig Raum für Hoffnung.

Oben abgebildeten Rosenstrauch kaufte ich Ende März bei einem Discounter. Er trug ein paar hellrosafarbene Blüten und mehrere grüne Knospen, die aber trotz genügend Bewässerung nicht aufgingen und einfach abfielen. Ich griff zur Schere, beschnitt die Pflanze und topfte sie eine Woche später um. Wochen vergingen und es schien, dass die Pflanze sich erholte, die grünen Blätter sprossen fleissig, aber keine einzige Blütenknospe war auch nur ansatzweise zu sehen. Plötzlich, so um den 10. Juni, entdeckte ich eine einzige grüne Knospe, die mich verschmitzt anzulächeln schien. Sie wuchs sehr sehr langsam. Am 21. Juni bekam ich einen Topf roter Begonien? geschenkt, den ich neben die Rosen auf die Bank stellte. Die Knospe war immer noch sehr mickrig und klein. Plötzlich, am 28. Juni entdeckte ich einen weinroten Schlitz in der Knospe und einen Tag später war ganz klar zu erkennen, dass diese Blüte sehr sehr rot werden würde.

Wie kann das sein? Hat sich die DNS dieser Pflanze durch das Beschneiden geändert? Oder gibt es tatsächlich diese morphogenetischen Informationsfelder und die Knospe hat die Farbinformation ihrer Nachbarin aufgenommen? Oder gar meine Gedanken, die diesen Rosenstrauch als Pflanzenorakel missbraucht hat, von wegen " Wenn Du nochmal wenigstens eine Blüte trägst, dann ist eine spezielle Situation so und so." Dabei bin ich aber davon ausgegangen, dass die Blüte genauso hellrosa ist, wie ich sie beim Kauf erlebt hatte.

Das Symmetriegesetz in der Natur ließ auch nicht lange auf sich warten. Genau an der gegenüberliegenden Stelle der frisch erblühten Rose bahnt sich nun eine zweite Knospe ihren Weg zur Entfaltung. Bin gespannt auf die Farbe.

Vielleicht bezeichnend, dass ich in diesem Zeitraum das meines Erachtens beste Buch zum Thema "Synchronizität" zweimal gelesen habe, und zwar das Buch von dem Physiker F. David Peat mit eben diesem Titel.

Bleibt zu hoffen, dass TXL über die geplante Deadline vom 3. Juni 2012 hinaus offen und belebt bleibt. Und dass das morphogenetische Feld dieses Flughafens nicht auf meine Person abfärbt.

Wait and see.

3 Wochen später

 

ENTWARNUNG : Die Rose ist dann doch noch lachsfarben geworden, ihr Gegenüber ebenso. Da bin ich aber erleichtert.

Und wie erstaunt bin ich, dass ich seit dem 08.06.11 ganz wunderbar ohne Fernseher leben kann. Den hervorragenden Büchern von F. David Peat sei Dank, auch dem Umstand, dass ich eine erschwingliche Wohnung mit abgezogenen Dielen suche und mich ansonsten ganz still meinen Phantasien von Liebe und Telepathie widmen kann und den damit verbundenen heftigen Synchronizitäten. Wohin wohl eine synchronistische Denkweise führen mag, in einer linear und kausal denkenden und empfindenden Gesellschaft, in der der einzelne Mensch nur noch als gefälligst funktionerendes Glied einer anonymen Kette betrachtet wird?

 

 



Ist das nun gut oder schlecht?

17:33, 18.10.2010 .. 0 Kommentare .. Link


 

Bewertungen von Lebenssituationen sind im ersten Moment ganz eindeutig. Etwas passiert, das nicht meinen Wünschen entspricht, und ich bewerte es automatisch als schlecht. Wird der Wunsch erfüllt, ist alles wunderbar. Einige Menschen nehmen sich das Leben, wenn sie das Gefühl haben, absolut keinerlei Macht oder Kontrolle mehr über ihr Leben zu haben und das zu allem Überfluss auch noch völlig konträr zu ihren Wünschen und Erwartungen verläuft. Soll schon einige Arbeitslose gegeben haben, die nach mehr als 260 Ablehnungen keinen Sinn mehr im Leben sahen. Gerade dann, wenn sie vorher aus höheren Positionen in die Arbeitslosigkeit fielen.


Keine Ahnung, wie viele Enttäuschungen, Demütigungen und vor allem Intrigen ich noch ertragen kann - schnief, jammer, heul - ohne meinen Sinn für Humor zu verlieren. In einigen Situationen noch das Gute darin sehen zu können, wird langsam immer schwieriger, aber klappt komischerweise immer noch.  Dabei war ich mir so sicher, dass, wenn sich schon nicht mein Wunsch nach einer glücklichen Liebesbeziehung mit einem Piloten erfüllt, ich garantiert einen sozialversicherungspflichtigen Job bekomme, den ich beherrschen kann und der mir Spaß macht. Fakt ist, dass ich anscheinend nicht attraktiv genug bin, um bei AF als Check-In Mitarbeiterin genommen zu werden. An meiner Qualifikation kann es nicht liegen (siehe Link und dann PDF-Datei): Ausgebildete Reiseverkehrskauffrau mit Erfahrung im Erfinden und Organisieren von Kurzflugreisen, fließend Englisch und Spanisch, auf Französisch parlieren kann ich auch, wenn auch nicht mehr mit so einem gewaltigen Wortschatz wie in den anderen Fremdsprachen. Am Alter kann es auch nicht liegen, da sie eine gleichaltrige Bekannte, gänzlich ohne Erfahrungen im Reiseverkehr, ja eingestellt hatten. Woran lag es? Daran, dass ich diesen 19,5 Wochenstunden-Job noch mit meinem Mini-Job hätte kombinieren müssen, um überleben zu können? Daran, dass die beiden Schichtsysteme schwer kompatibel sind? Oder...warum wusste eine Kollegin vom Mini-Job von meinem Gespräch bei AF? Ich hatte mit absolut niemandem darüber geredet, weder von meiner Bewerbung dort, und schon mal gar nicht von meinem Bewerbungsgespräch, denn ich kenne den Neid der Kolleginnen, den Hohn und Spott, wenn man auch nur ganz naiv über seine Wünsche spricht. Hatten wir schon.


Was ist also passiert? Dieses Gelaber in den schriftlichen Absagen, drückt leider nie den wirklichen Grund aus. Diesen Job hätte ich so dringend gebraucht, um endlich aus den Fängen des Job-Centers mit deren irrwitzigen Maßnahmen zu kommen und wieder vollständig selbst für mich sorgen zu können. Auch, wenn dies bedeutet hätte, teilweise eine 6-Tage-Woche zu haben oder von fünf Uhr morgens bis 21 Uhr abends an einem Tag zwei Jobs zu bedienen. Hätte ich aus rein egoistischen Gründen sehr gern gemacht – Statusanstieg!


Aber das Schicksal will mich klein halten. Positiv ausgedrückt: Das Schicksal will wohl nicht, dass ich um drei Uhr morgens aufstehen muss. Ich darf weiter im Rahmen der Bürger-Zwangsarbeit türkischen Analphabetinnen das Lesen und Schreiben beibringen (OK – das scheint sich rumgesprochen zu haben, es werden von Woche zu Woche mehr) und Kleiderspenden an Bedürftige abgeben und Karten spielen, wenn keiner kommt.


Ob das nun gut oder schlecht ist, zeigt sich ja immer erst im Nachhinein, so ein paar Monate später. Wahrscheinlich hätte ich meinen Mini-Job verloren, da der Sinn und die Lebensberechtigung einer Mini-Job-Mitarbeiterin für den Arbeitgeber ja lediglich in ihrer grenzenlosen zeitlichen Flexibilität besteht, die mit Aufnahme einer seriösen sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit perdu wäre.


Fast schlimmer als die Absage an sich, ist die Tatsache, dass ich den Grund für diese Absage nicht weiß. Dann könnte ich wenigstens, falls es an meinen schlagfertigen Antworten oder was weiß ich gelegen hätte, bei der nächsten Chance, besonnener und im Sinne des Arbeitgebers, besser handeln.


An alle Neider (worauf sind die bloß neidisch? Hallo....ich habe weder Mann noch sozialversicherungspflichtigen Job, ) die hoffen, dass ich mich endlich an meiner Reling des Hochbetts erhänge: NEIN


Ich werde weiter unbequeme Fragen stellen. Als nächstes an meine Kollegin vom Mini-Job. Woher wusste sie von meiner Bewerbung? Was ist in TXL vorgefallen?

NOVEMBER

Und an einen Politiker, sollte mir in naher Zukunft mal wieder einer in TXL über den Weg laufen. Woher nimmt der Staat diese widerliche Doppelmoral? Auf der einen Seite über Dumping-Löhne auf dem ersten Arbeitsmarkt schimpfen, aber Arbeitslose in sogenannte ÖPS´ und AGH´s verpflichten, die bei 38,5 Stunden wöchentlich mit monatlich 900,- Euro brutto, gleich knapp 700,- netto vergütet werden. Vollzeit arbeiten auf HartzIV-Niveau ohne weitere Aufstockmöglichkeit. Welche Absicht steckt dahinter? Alle deutschen Arbeitslosen zu ängstlichen und zu allem jasagenden Sklaven zu machen? Ein Volk von Armen zu produzieren? Bananenrepublik. Aber Humor ist ja, wenn man trotzdem lacht. Nur, dass diese Menschen leider nicht mehr lachen, sondern, wie ich jetzt seit August beobachten durfte, ziemlich vergrätzt und verbittert sind.

So langsam überlege ich, ob ich mit meinem Credo "Ja zum Unsichtbaren" endlich mal brechen sollte. Aber ist ja sowieso aus rechtlichen Gründen hier alles reine Fiktion. Deutschland wie hast Du Dich verändert. Traurig, traurig...und wie komisch ist so Einiges. Warum sehe ich manchmal wochenlang keinen Piloten bei der Arbeit und dann plötzlich, drei Tage in Folge, rennen sie mir die Bude im Laden ein? Welche Wellenfunktion mag wohl dahinter stecken? Und ist Fiktion nicht irgendwie spannender, erotischer und schöner?

HALLO...liest das hier außer mir (und der neuen deutsche Stasi)überhaupt jemand?



DEZEMBERZUSATZ:

Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen erfahren konnte, lag es nicht an mangelnder Attraktivität, dass mich AF nicht eingestellt hat, sondern lediglich daran, dass zwei Mitbewerberinnen bereits im Check-in gearbeitet hatten und deshalb keine zweiwöchige Schulung angeboten werden musste. Klar, hätte ich genauso entschieden.

Den armen Socken aus der MAE wünsche ich ein tolles und gesundes Neues Jahr und dass sie ab Januar weiter in der neu bewilligten Maßnahme sechs Euro am Tag fürs Kartenspielen bekommen können.

Den drei Lesern dieses Blogs ebenso: Ein glückliches 2011, auf dass uns der Euro nicht um die Ohren fliegt und der Weltfrieden nicht durch extremen Schneefall oder Animositäten gegen Wikileaks gefährdet wird.

An meinen zwei Wünschen wird sich nichts ändern, oder etwa doch? und ich habe gelernt, bei Nichterfüllung eine gelassene Geisteshaltung zu bewahren. Nur wer an Wunder glaubt, wird sie auch erleben. Aber man muss nicht erst so alt werden wie Helmut Schmidt, um seinen Glauben zu verlieren. Dass die Kopenhagener Deutung eine Fehlinterpretation von Niels Bohr war, durfte ich ja nun im vergangenen Jahr am eigenen Leib erleben. Obwohl ich am 30.12.10 eine gespenstische Szene vor dem Haupteingang in TXL beobachten durfte: Wie in dem Film "Die Vögel" von Alfred Hitchcock  versammelten sich Tausende von schwarzen Krähen auf den schneebedeckten Ästen mehrerer Bäume. Im Hintergrund, wie schwebend, die Maschine einer Fluggesellschaft, die ich noch nie gesehen hatte. Ein riesiges weißes "Edelweiss"-Logo auf rotem Untergrund. Da will ich mal gar nichts hineininterpretieren. Krähen sind ja hochintelligente Tiere! Einfach mal sehen, was die Viele-Welten-Deutung mir für das Jahr 2011 so bringt.

 

Hallo Du Schwingung und Teilchen

komm, schwing Dich her zu mir,

betrachte mich ein Weilchen,

und aus Du und ich wird wir.

Habe ich das jetzt quantenphysikalisch richtig erfasst? Kommentare gerne auch an:

englisch Engel mit a am Ende Punkt englisch für Buch bloß rückwärts ätweb.de

Nur nicht zu lange anschauen.  Sonst wird aus Dir auch noch eine Malbuch- oder Comicfigur.



Schnell reich werden - das windige Geschäft mit Arbeitslosen

14:24, 22.08.2010 .. 0 Kommentare .. Link

ACHTUNG: WER DEN GESAMTEN BLOG ÜBER free-blog.in/schmunzel AUFRUFT, SOLLTE DIE BEITRÄGE VON UNTEN NACH OBEN LESEN -  ERGIBT SONST WENIG SINN.

Eine Möglichkeit, den ersten Arbeitsmarkt in Deutschland systhematisch zu dezimieren, wird seit Jahren mit Erfolg und staatlicher Unterstützung praktiziert. Man gründe einen Trägerverein, biete Nachbarschaftshilfe, Gartenpflege oder Ähnliches an. Dann wende man sich an die Job-Center und bestelle 20 Arbeitslose, die für einen Stundenlohn von 1,50 € irgendwie beschäftigt werden. Die Job Center zahlen an den Träger 500,- Tacken pro Monat. Macht bei 20 Teilnehmern = 10.000,- An die Arbeitslosen werden 120,- € pro Monat ausgezahlt = 2.400,- € - bleiben 7.600,- € für den Träger.

Nichts gegen das Ehrenamt. Das wird aber freiwillig und engagiert ausgeführt. Bei den MAE´s = MehrAufwandsEntschädigung hingegen, werden Arbeitslose unter Androhung von Leistungskürzungen in irgendwelche Räume gesperrt. Dort sollen sie sich selbst beschäftigen. Für viele Langzeitarbeitslose wäre eine psychologische Betreuung sicher sinnvoller als sie vier Stunden täglich irgendwo gegen 1,50 die Stunde zu parken.

Aus rechtlichen Gründen muss ich leider schreiben, dass dies ein rein fiktiver Fall ist.

MAE gleich Warten auf Godot.

Um 09:00 Uhr sollen wir alle anwesend sein. Dann warten wir, bis frühestens um 09:30 Uhr eine Einsatzleiterin erscheint, die uns auf die Nachbarschaftstreffs verteilt. Dort heisst es dann Rumsitzen, Löcher in die Luft starren oder Gespräche der Teilnehmer über ihre Krankheiten ertragen. Boah. Um 13:00 Uhr bin ich regelmäßig völlig geschafft. Vom Nichtstun etwa? Nein. Von der resignierten Atmosphäre, die diese Menschen verbreiten. Hinter mir saß heute morgen der O. So sieht er auch aus. Breit wie hoch. Er scheint heute morgen nicht auf der Toilette gewesen zu sein. Jedenfalls verbreiteten seine leisen Pupser einen bestialischen Gestank. Ein echter Blähboy eben.

09:35 Uhr: Zwei Damen und ich werden zwei Häuser weiter geschickt. Wir sollen uns Gedanken machen, was wir aus diesem Laden machen könnten. "So, nun macht Euch mal einen gemütlichen Vormittag." O-Ton Frau X. Die beiden machen sich einen Tee und ich studiere die Auslagen und Info-Blätter der Berliner Ministerien. Und mache ein Brainstorming mit mir selber, da A und B kaum deutsch können und weder Lust noch Ideen haben. Also schreibe ich auf: Zweimal im Monat Bücherbörse. Spendenannahme von gelesenen Büchern und Ausgabe an Bedürftige. Zweimal die Woche "ABC" für Erwachsene. Allein in dieser MAE befinden sich zwei Analphabeten. Bastelspaß für Kids und und und. Mir fielen ja so viele Sachen ein, aber hier meine Ideen, die normalerweise und in der Vergangenheit immer gut bezahlt wurden, für 1,50 die Stunde anzubieten, fällt mir, zugegeben, sehr schwer. Deshalb beschränke ich mich heute mal auf vier Ideen. Eine pro Stunde. Basta.

Die Meinung in der Gruppe allerdings spricht Bände. Alle finden es total sinnlos, hier vier Stunden rumzusitzen und nichts zu tun, aber hier bekommt man für das Nichtstun wenigstens 1,50 die Stunde. Zu Hause zu sitzen bringt dagegen nur den Regelsatz. Politiker, das habt ihr geschickt eingefädelt. Das Prekariat hält zufrieden die Schnauze und die Arbeitslosenstatistik ist mal wieder für ein paar Monate stark geschönt. Gratulation. Dass hierbei sinnlos Steuergelder verballert werden und den Arbeitslosen solche Maßnahmen, die einen ja angeblich in den ersten Arbeitsmarkt integrieren sollen, außer 1,50 die Stunde so gar nichts bringen... ach Schwamm drüber. Oder sollten wir die Absurdität solcher Maßnahmen nicht lieber anprangern? Denn der erste Arbeitsmarkt wird schwer beschädigt. Man bestellt keinen Gärtner mehr, keinen Koch, keine Lehrerin, keine Sozialpädagogin, sondern Langzeitarbeitslose mit ebensolcher Ausbildung, die den Job dann günstig und für die Träger gewinnbringend ausführen. Meine Aktion "Sklavenaufstand 2010", also das Tragen eines weißen Bindfadens oder weißen Armbandes am linken Handgelenk, wird somit wohl kaum auf Gegenliebe stoßen. Da hier alle Teilnehmer dankbar sind für 6,- Euro am Tag für das kontrollierte Nichtstun, will ich da mal nicht die Aufwieglerin spielen. Die haben nun mal nichts anderes. Dass eine selbstgesuchte Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bestraft wird, wenn nur ein 400,- Euro Job, die Nichtstuer aber mit 1,50 pro Stunde Langeweile belohnt werden (gibt es zuzüglich des Regelsatzes) ist eine zusätzliche Farce.

Ich versuche das Beste daraus zu machen und habe heute A das Schreiben und Lesen nähergebracht. War erstaunt, wie erfreut A darüber war, und wie schnell sie das begriff. Mich hat das auch gefreut. Wollte ich doch mal (Oberstufen)Lehrerin werden, konnte aber mein Studium nicht zu Ende bringen, da ich meinen Lebensunterhalt durch drei Tage Arbeit in der Woche selber finanzieren musste.) Trotzdem: Ich werde noch offensiver auf Jobsuche gehen, denn eine MAE geht sicher nur an sehr hartgesottenen Langzeitarbeitslosen ohne psychische Schäden vorbei.

Noch mehr pure Fiktion (zum Haare raufen oder Kranklachen):

31.08.10: von 09:30 Uhr bis 12:45 Uhr "Lotti Karotti" und "Phase 10" gespielt.

01.09.10: Da meine Flyer noch nicht aushängen, kann natürlich auch kein Mensch zum "ABC für Analphabeten" kommen. Karten gespielt.

02.09.10: Da immer noch keine Flyer hängen, wird wohl auch niemand zum Frühstück mit Büchertauschbörse kommen. Also warten "Lotti Karotti" und "Phase 10" , "Skippo" und  "Uno" auf unseren Spieltrieb.

03.09.10: Yeah, und wieder fast vier Stunden "Phase 10" gespielt. Leider "Lotti Karotti" vergessen, denn nur dieses Spiel können wir mit einer älteren Migrantin spielen, die nicht Lesen und Schreiben kann und es mit Zahlen auch nicht so hat.

Warum laufe ich eigentlich Gefahr, dort durchzudrehen oder depressiv zu werden? Ist doch nicht so schlimm. Karten spielen und sich die Schauergeschichten der ganzen Krankheiten in allen Details anhören zu müssen, kann doch nicht so schlimm sein.

Morgen schreibe ich Bewerbungen. Auf Englisch, Spanisch und vielleicht auch eine auf Deutsch.

...und schon wieder springt mir diese geheimnisvolle kranke Katze in mein Zimmer. Immer, wenn ich hier an einem Eintrag arbeite. Will sie mich warnen? Habe ich etwa schon die "Neue Deutsche Stasi" auf mich aufmerksam gemacht? Mit Humor sind die Chefs dieser Trägervereine jedenfalls nicht gesegnet. Als wir vergangene Woche offiziell vom Dienst entlassen wurden, konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen "Aber die elektronische Fußfessel lassen wir hier." Vielleicht hat das auch nur niemand verstanden.

Naja, diese oberschlauen "Wünsch-Dir-Was-Bücher" werde ich jetzt mal der neuen Bücherbörse spenden. Vielleicht hat ja ein anderer Mensch mehr Erfolg und Glück bei der Wünscherfüllung als ich. 

08.09.10: Katze kommt jetzt, wann sie will und setzt ihre letzten Kräfte ein, um die dünne und steile Stahltreppe auf mein Hochbett hochklettern zu können. Dort schnarcht sie dann - stört mich nicht. Aber dieses ewige, rauf und runter, raus aus dem Zimmer oder Fenster und um drei Uhr nachts dann wieder reinwollen. Wie gut, dass ich noch nicht wieder Vollzeit arbeite. Dieses arme kranke Ding raubt mir den Schlaf. Aber ich bringe es nicht, sie krank nachts in der Kälte auszusetzen. Eine junge und gesunde Katze zu lieben ist nun mal keine Kunst. Eine alte und kranke eigentlich auch nicht. Die meisten Menschen allerdings können nur das Junge und Gesunde lieben. Schade eigentlich. Da kann ich mir doch nur noch wünschen, diese alte kranke Katze zu sein und mir selbst zu begegnen.

16.10.10: Mittlerweile erscheint es mir, als wenn die Katze immer dann vorbeischaut, wenn bei mir etwas gründlich schief gelaufen ist. Sie darf also gerne in Zukunft von mir fern bleiben.

14.12.10: Dezemberblues und -freude:

Die Katze, die ein Kater ist, kommt leider nicht mehr. Ihre Besitzer sind weggezogen. Das zum Blues. Denn "Rudi" schien sich echt in mich verliebt zu haben und verbrachte auch einige Nächte hier, bis die Besitzer ihm ein Halsband mit Telefonnummer auf den Weg gaben und ich sie dummerweise kontaktierte. So schlug der Besitzer dann in den vergangenen Wochen mehrmals nachts hier auf, um "Rudi" abzuholen. Was "Rudi" aber gar nicht wollte und mir ein schlechtes Gewissen bescherte. Aber laut BGB sind Tiere leider nur Sachen und dem Besitzer auszuhändigen.

Dezemberfreude: Die MAE ist vorbei. Seit August hatte ich keine zwei zusammenhängenden Tage mehr frei und im November lediglich zwei Tage vollkommen frei. Vorbei mit  Kartenspielen bis der Doktor kommt. Kein schrecklich falsches Deutsch mehr aus deutschem Munde anhören müssen. Ist das schön! Die Leute waren zwar ganz nett, aber in meinem ganzen Leben hatte ich noch nicht so viel Zeit mit dermaßen bildungsfernen Menschen verbringen müssen.

Also bitte sehr geehrte Arbeitsvermittler: Falls jemand von Euch das hier liest, achtet doch bitte in Zukunft darauf, dass die Menschen, die Ihr da unter Androhung von Sanktionen in sinnlose Maßnahmen steckt, wenigstens vom Bildungsniveau her zusammenpassen. Sonst könnten leicht Schmerzensgelder eingeklagt werden, denn, der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, gebongt, aber als und wie zu verwechseln, AUTSCH, das tat meinen Ohren jetzt vier Monate lang ganz furchtbar weh. Mir und mich einfach auszutauschen scheint da wohl eher Berliner Schnauze zu sein. Tut aber auch etwas weh. Deshalb hatte ich ja auch "Phase 10" mitgebracht, um ja nicht so viel falschem Gequatsche lauschen zu müssen. Mittlerweile haben wir uns noch fünf weitere Phasen ausgedacht.

Jetzt muss ich erst mal wieder lernen, länger als bis sieben zu schlafen.



Demütigung per Dekret

17:54, 6.08.2010 .. 0 Kommentare .. Link

So, jetzt wird es richtig eng für all die neuen "Wünsch-Dir-Was-Bücher": Trotz über einem Jahr fühlenden Visualisierens ist ja bislang keiner meiner zwei Wünsche auch nur ansatzweise in Erfüllung gegangen. Obwohl ich mich natürlich bei der Jobsuche nicht auf Laotse (Im Nichtstun bleibt nichts ungetan) verlassen habe, sondern ab Februar 2008 über 250 Bewerbungen verschickt hatte. Dafür hat mir das Arbeitsamt jetzt eine sogenannte MAE aufs Auge gedrückt. Sprich, ich darf Bürger beraten für 1,50 € die Stunde. Solange das meinen Mini-Job (7,50 € die Stunde) nicht tangiert, arbeite ich dann gerne wieder mehr als 40 Stunden die Woche. Sollte man mir bei der MAE mit Sanktionen drohen, da ich die wöchentlichen 30 Stunden dort nicht vollkommen abschubber (wie ich hörte, sind solche MAE´s allerdings eher gelangweiltes Däumchendrehen auf Staatskosten, man will die Menschen lediglich wieder zur Pünktlichkeit und Ordnung erziehen) - werde ich mich ganz weltlich und sichtbar mit meinem Hausanwalt in Verbindung setzen. Wenn dem Menschen vom Staat vorgeschrieben wird, für einsfünfzig die Stunde zu arbeiten, wo er doch in derselben Zeit siebenfünfzig hätte verdienen können und dem Staat dabei noch Geld einspart, dann ist das nichts anderes als Demütigung per Dekret. Und ganz sicher nicht mit unserem GG zu vereinbaren. Aber das wird ja neuerdings ganz gerne mal ratzfatz geändert. Zumal es ökonomisch völlig hirnrissig ist. Der Staat zahlt nämlich für jeden Teilnehmer an diesen Maßnahmen weit mehr als die an den Teilnehmer gezahlten 1,50 € die Stunde. Diese Einrichtungen erhalten monatlich aus der doch so klammen Staatskasse 300,- bis 500,- Euro pro Teilnehmer. Nur damit ja kein Arbeitsloser bis in die Puppen pennen kann. Nichts als Aktionismus, vielleicht ja angetrieben durch den Neid der an Freizeit armen Politiker.

Es wird wirklich langsam Zeit für einen subtilen und friedlichen Sklavenaufstand. Siehe Link.

Ganz "prima" daran ist nach längerem Nachdenken allerdings, dass ich sicher ab September über viel Absurdes, Hirnrissiges und vielleicht sogar Skandalöses werde berichten können. Und darüber freue ich mich fast diebisch, auch wenn ich gerade las, dass eine MAE einem Mini-Job rechtlich vorgeht. Das wird zu verändern sein, denn Demütigung per Dekret geht gar nicht.  Aktion weißes Armband im Anflug.

Nachtrag vom Freitag, den 13.08.10:

Da habe ich gestern aber richtig Schwein gehabt. Dank mitdenkender Arbeitsberaterin und meiner Drohung einen Anwalt einzuschalten, bin ich ab Montag in einer MAE für körperlich Behinderte und Mütter (bin zwar weder das Eine noch das Andere, aber egal), die nur vier Stunden täglich umfasst, so dass ich meinen 400,- Euro Job weitermachen kann. Rechtlich ist es tatsächlich bis jetzt so, dass der Staat einen aus dem Mini-Job auf dem ersten Arbeitsmarkt rausreißen kann, um ihn in eine 1,50 €/Stunde Beschäftigungsmaßnahme zu stopfen. Das ist unglaublich, absurd, menschenunwürdig und widerspricht jeglicher ökonomischer Vernunft! Mal sehen, ob ich einen Anwalt finde, der die Lücke, den Dreh findet, um eine Feststellungsklage durchzuboxen. Weshalb haben sich die Medien eigentlich diesem Thema noch nicht gewidmet? Skandalös genug ist es doch.

Tja, als Verheiratete bliebe ich von solchen Maßnahmen verschont. Für mich gibt es aber nur einen einzigen Grund zu heiraten und in meinem Alter könnte ich jetzt endlich, ganz ohne rot zu werden, sagen "Bis dass der Tod uns scheidet" - der Grund ist klar: Nur als Ehefrau kann man im Ernstfall seinen Liebsten im Falle einer unerwünschten Katastrophe auf der Intensivstation sehen und erhält Informationen. Alle anderen Gründe betrachte ich als reine Berechnung. Liebe ist Liebe, Ehe ist ein Vertrag. Sicher der Schönste, wenn alles gut geht. Mittlerweile gibt es ja die Patientenverfügungen, so dass theoretisch auch unverheiratete Partner oder einfach nur Freunde und Bekannte ein Mitspracherecht haben könnten. Das größte Vertrauen dürften aber weiterhin Ehepartner genießen.

Die Welt will anscheinend, dass ich über Ungerechtigkeiten im System berichte und einen friedlichen Sklavenaufstand initiiere, statt eine glückliche Liebesbeziehung zu führen. Das Universum ist tatsächlich manchmal nicht ganz dicht... Warum sonst hätte mich der tibetische Mönch am Samstag auf dem Flughafen so lange angelächelt?

Alle Texte  (außer Zitate) und Fotos sind mein geistiges Eigentum - also: Finger wech!



Die Kehrseite eines Spells oder: Vier (Einträge) bringen Unglück

20:05, 30.07.2010 .. 0 Kommentare .. Link

Mein Titel "Ja zum Unsichtbaren" scheint hier bei free-blog.in zum Programm geworden zu sein. Nach Tagen ohne Zugang, jetzt noch eine Warnung an alle, die meinen, mal eben so einen Deal mit dem Universum machen zu können. Is nicht.

Die Kehrseite heißt u.a. permanente Panik und Schlaflosigkeit. Permanente Panik soll nach tantrischer Tradition* ja sehr gesund sein. Vergangene Woche konnte ich nur jede zweite Nacht schlafen. Vor Erschöpfung. Panik wegen Cargo Unfall und Crash in Pakistan innerhalb von zwei Tagen. Egal ob man, ohne es zu wissen selber in einem Spell gefangen ist (so wie ich anscheinend seit 14 Jahren - anders ist mein Alleinsein nicht zu erklären) oder ihn aktiv ausgesprochen hat - zu Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen fragen Sie bitte nicht den lieben Gott. Denn der erwartet konfessionsübergreifend absolute Hingabe und schickt einen dann, wie in meinem aktuellen Fall, einen Mann, der sich gar nicht für einen interessiert.  Sonst hätte er schon irgendwie versucht, Kontakt zu mir aufzunehmen. Schwere Depressionen können dann auch noch folgen - schließlich hat man sich dem Universum vollkommen hingegeben und bekommt außer merkwürdigen Zufällen, die die Gehirnzellen Tag und Nacht auf Trab halten, nix. Im schlimmsten Fall verliert man auch noch seinen Glauben. Also nur ein interessantes Feld für Versuche, die nichts mit Gefühlen zu tun haben.

So wie mit meinem immer noch nicht erhaltenen Blumenstrauß. Nach all den Besserwisserbüchern, müsste ich ein total gestörtes Verhältnis zu Blumen haben, mich immer noch nicht auf die Frequenz von Blumen eingeschossen haben. Dabei fahre ich extra ab und zu mit der Fähre von Wannsee nach Kladow (siehe Foto mit den Glücks-Schwalben), in der Hoffnung die X-Millionste Passagierin zu sein, die dann einen schönen Strauß überreicht bekommt. Nur um den Wahrheitsgehalt dieser Bücher beweisen zu wollen. (I am only kidding)

Trotzdem habe ich durch diesen Spell etwas gelernt. Nicht nur, dass der Pilot, der mich erobern kann, ein wahrer Glückspilz ist, weil ich auch noch mutig, tapfer, ziemlich gesund und voller ernster Absichten bin, sondern, dass es viel cleverer ist, seine Charaktereigenschaften per dezenten Pin zur Schau zu stellen, als sich die Finger im Blog wund zu tippen.

Also werde ich mir mal einen neuen Pin designen, der zusätzlich noch unzerstörbaren Humor symbolisiert. Wer sich noch nie zum Trottel machte, hat noch nie wirklich geliebt.

Auf n-tv läuft immer noch "I put a spell on you" und heute gleich zwei Zwillingspaare gesehen. Ich komm von der Synchronizitätsschiene einfach nicht mehr runter. Genau: Ein Pin, der auch noch sagt, dass man sich der Synchronizität hingibt. Und nix gegen einen jüngeren Mann hat, wenn denn die Chemie stimmt. Ach ja, Chemie... Universum, was hast Du Dir dabei gedacht? Ich wollte einen Piloten, der mich will. Vielleicht war das dem Universum viel zu einfach und ich sollte den nächsten Deal komplizierter gestalten, wie z.B: Der nächste Pilot, der mit mir im Aufzug stecken bleibt, wird mein Mann. Oder: Der nächste Pilot, der mir in der U-Bahn begegnet.... oder.... Warum ausgerechnet ein Pilot? Da bin ich vor 14 Jahren wohl irgendwie hängen geblieben...Teamfähigkeit. Die glücklichste Beziehung im Leben prägt und unter dem bin ich eben nicht mehr zu haben. Auch wenn ich immer älter werde. Obwohl mein Verstand mir natürlich sagt, dass es unter Piloten fast genausoviele Blödmänner gibt wie unter Verkäufern, Richtern, Ärzten und anderen Normalsterblichen.

Ihr seht: Die Folgen eines Deals mit dem Universum können in absolute Verwirrung führen. Trotzdem: Ich bereue es nicht. Und kann trotz allem immer noch hochkonzentriert arbeiten. Keine Kunst: ist ja auch nur zweimal die Woche.

René Egli schrieb in seinem Buch "Das LOL²A Prinzip": Das Universum spricht mit Ihnen - die Frage ist nur, ob Sie auch zuhören."  Das tue ich nun schon seit langem, deshalb muss hier unbedingt ergänzt werden: "..und ob Sie die Sprache verstehen."

I put a spell on someone I have never seen before. Das soll mir erstmal jemand nachmachen. Dem Universum die Auswahl des Partners überlassen. Ist das nun mutig oder tollkühn? Wie genial wäre es gewesen, wenn eines der kritisierten Bücher Recht gehabt hätte. Allerdings war der Deal mit dem Universum aus meiner Phantasie geboren und nirgendwo abgelesen. Einfach mal probiert. Auch wenn sich daraus nix ergeben hat, war es lehrreich, aufregend, schön und schrecklich zugleich, eben weil sich daraus nix ergeben hat.  "Ja zum Unsichtbaren" funktioniert einfach am fehlerfreiesten, wenn man sich schon im Sichtbaren gut kennt.

 

 

Genug geblubbert. Nach chinesischer Überlieferung ist die Zahl vier eine Unglückszahl. Deshalb der fünfte Eintrag.  Auch um zu sagen: Ich ergebe mich. Es wird Zeit aufzugeben. Ich sollte mal wieder über den Atlantik segeln, um klar sehen zu können. Sicher wird der mir vom Arbeitsamt zugewiesene 40-Stunden-Job dabei helfen, die nötige Pasta zu verdienen, damit ich mir das leisten kann. Ironie wieder aus.

Hoffe, die wenigen Leser, die beim Glücksrad gewonnen haben weil sie sich hier einloggen konnten,  haben sich trotzdem amüsiert. Und gelernt, dass die Autoren solcher "Wünsch-Dir-was-Bücher" lediglich ihren Kontostand im Auge haben, wenn sie ihre Pseudo-Weisheiten, -tips und -tricks in der Welt verbreiten, aber ganz sicher nicht die seelische Ausgeglichenheit ihrer Leser. Wer die sucht, sollte sich lieber mit den alten Klassikern beschäftigen.

* Zur Abwechslung mal eine Buchempfehlung, für Alle, die sich fälschlicherweise unter Tantra ausgefallene Liebesspiele vorstellen. Was Tantra wirklich ist , beschreibt  Chögyam Trungpa in seinem Buch "Feuer trinken, Erde atmen - Die Magie des Tantra". Ist sicherlich vergriffen und verstehen kann man dieses Buch glaube ich auch erst, wenn man es vorab erlebt und dann gelesen hat. Umgekehrt wird das sicher sehr schwer. Ganz leicht und für Jedermann verständlich dagegen René Eglis LOL²A Prinzip.

 Alle Texte (außer Zitate) und Fotos sind mein geistiges Eigentum - also: Finga wäch!



"Wünsch Dir was" Part II

15:57, 19.07.2010 .. 0 Kommentare .. Link

JA  zum Unsichtbaren sagen zu können, setzt entweder absolutes Vertrauen oder aber bereits gemachte positive Erfahrungen voraus. Und ich muss zugeben, dass ich schon zwei Mal weit im Voraus spüren konnte, dass sich mit einem bestimmten Menschen etwas sehr Schönes ereignen wird, obwohl es äußerlich dafür absolut gar keine Anzeichen gab. Das ist allerdings schon lange her und in der Zwischenzeit habe ich mich vom Unsichtbaren doch eher etwas verarscht gefühlt.

Welche Herrlichkeit mich aber im Leben erwartet, wenn ich denn nur alles richtig machen würde, davon spricht auch das Buch "The Secret" von Rhonda Byrne.

"Das Universum benötigt keine Zeit, um Ihre Träume zu verwirklichen. Jegliche Verzögerung ist dadurch bedingt, dass Sie nur langsam an die Realisierung Ihrer Wünsche glauben, davon wissen und diese fühlen. Die Verzögerung ist die Zeit, die Sie brauchen, bis Sie sich selbst auf die Frequenz Ihrer Wünsche eingestellt haben."

Selten so einen bullshit gelesen. Demnach müsste ich mich die vergangenen 14 Jahre auf die Frequenz einer Strafgefangenen eingeklinkt haben. Arbeit bis zum Umfallen und Stress, oder aber Arbeitslosigkeit und deshalb Stress. Außer neuen Arbeitskollegen/innen und "Freunden" im Ausland nix. Privates Glück winkte noch nicht einmal im Ansatz, obwohl ich mir das sehr gewünscht hatte. Habe ich also in den vergangenen Jahren auf einer Frequenz gefunkt, die keiner empfangen konnte? Am Äußeren kann es nicht liegen, da kann ich locker mit fast jeder Mittdreißigerin mithalten. Obwohl...vielleicht bin ich doch etwas ungerecht. Immerhin gab es da 2006 zwei spanische Musiker, 23 und 25 Jahre alt, die ganz offensichtlich um mich warben. Schmeichelhaft zwar, aber ich musste überlegen, wie ich ihnen am diplomatischten mitteilen konnte, dass ich (noch) nicht an Alterspädophilie leide. Mehr als 20 Jahre Altersunterschied geht nur, wenn der Blitz einschlägt. Heute sage ich: Was war ich nur für eine Idiotin! Tugendhaftigkeit macht anscheinend langweilig.

Also gut. Irgendetwas mache ich falsch.  Alles auf Anfang. Befolge ich mal einen Rat aus diesem Buch. Ich werde meine Wünsche ein paar Nummern runterschrauben. Ich solle beim Wünschen mit etwas Kleinem anfangen, um das Wirken des Gesetzes der Anziehung zu erleben. Eine Tasse Kaffee oder einen Parkplatz anzuziehen, wie empfohlen, ist mir zu banal. Ich trinke eh nur 100% Arabica und ein Autofan war ich noch nie. Also werde ich mal einen Blumenstrauß anziehen. Habe ich auch Myriaden von Jahren nicht mehr erhalten, und daran zu glauben, dürfte sehr leicht fallen. Schaun wir mal, wer mir wann einen Blumenstrauß zukommen lässt. Ich werde berichten. Ach ja, und einen besseren Zugang zu diesem Blog bitte.

Eines aber ist nun wirklich wie verhext: Immer wenn ich an einem Text für diesen Blog schreibe, springt mir diese Katze durch das Fenster in mein Zimmer. Egal ob es neun Uhr morgens oder 17 Uhr nachmittags ist. Echt strange. Und auf n-tv läuft immer noch der spell, obwohl ich seit 2002 keinerlei Kontakt mehr zu der Redaktion habe.

Der scheue schwarze Kater, der sich im Keller eingenistet hatte,  wurde vor einer Woche den glücklichen Besitzern übergeben.

Und dieses freche und leider katzenverschnupfte und röchelnde Monster da oben, hat sich einfach entschlossen, hier zu bleiben. Heisst, ich muss morgen beim Tierarzt nach Medikamenten fragen. Ganz sicher: ich wollte etwas anderes in mein Leben ziehen, als das.

Aber was hat das nun zu bedeuten?

1. Juhuu, ich bin eine Hexe und mein spell hat funktioniert? (eine Hexe ohne Katze gibt es nicht)

oder

2. Ich bin nur eine durchgeknallte olle Pelle, die leider nur noch eine alte kranke Katze in ihr Leben ziehen kann?

Anscheinend muss ich noch ganz viel üben, was die Bestellungen beim Universum betreffen. Kann mir einfach nicht erklären, was sich das Universum dabei gedacht hat, mir einen Mann zu schicken, der genauso aussieht, wie ich. Wäre das nicht lediglich Selbstverliebtheit? Obwohl es ja heißt, dass man im Anderen eh nur immer sich selbst wiederfindet. Dass er kein Wort mit mir sprach, könnte ich als Konsequenz seiner ernsten Absichten interpretieren, nämlich dass er absolut kein Interesse hat. Blick-Kontakt dauerte auch weniger als eine Sekunde, gerade ausreichend, um die Augenfarbe und -form zu erkennen. Warum gerade er in meinen Spell gestolpert ist, wo dann plötzlich am 26.06. ein gesprächiger amerikanischer FO und am 27.06. gleich drei der englischen Sprache weniger fähige chinesische Piloten bei mir Schlange standen, ist mir schleierhaft. Aber ich vertraue mal der Auswahl der unsichtbaren Kraft und bin über die Auswahl doch ganz happy, (da das Leben ja nur ein Spiegel ist) obwohl ich ein Wiedersehen bezweifel. Und wenn wir immer wüssten, wieso, weshalb, warum, wie langweilig wäre das Dasein. Unsicherheit schützt vor Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit. Kann also nicht schaden.

 

Was hätte mein Liebling, Laotse, dazu gesagt?

"Somit enthüllt sich dem erwartungsvollen Blick stets die Begrenzung. Dem erwartungslosen Blick aber, enthüllt sich stets der Beweggrund."

Novemberlacher 2010:

Meinem erwartungslosen Blick hatte sich leider entzogen, dass ein fälschlicherweise als Geschlechtsmerkmal interpretierter dunkler Fleck nur die Narbe einer Kastration ist und die Katze Rudi heißt. Mitte Dezember wollen die Eigentümer mit ihm aufs Land ziehen. Er scheint das zu merken und kommt jetzt täglich, will hier auch übernachten und nicht wieder in die Arme seines Besitzers, der dann abends hier klingelt. Ach Rudi, lös Dich von mir, auch wenn ich Dich gern behalten würde und Du Dich hier viel wohler fühlst, weil weder Hund noch Konkurrenzkater vorhanden sind. Aber Dein Herrchen sieht leider nicht ein, dass Katzen sich ihr Personal selber aussuchen.

Das Universum scheint da mal wieder gründlich was missverstanden zu haben.

 

Alle Texte (außer Zitate) und Fotos sind mein geistiges Eigentum - also: Finger wech!

 



Synchronizität - Zufall oder symbolträchtige Wegweiserin?

17:29, 8.07.2010 .. 1 Kommentare .. Link

 

Es ist schon so viel Schlaues zu diesem Thema veröffentlicht worden, dass es mir schwer fällt, das noch zu toppen. Dank des Psychoanalytikers Carl Gustav Jung (1875 – 1961) und des Quantenphysikers Wolfgang Pauli (1900 – 1958) wurde das streng mechanistische Weltbild der theoretischen Physik endlich infrage gestellt. Laut Jung ist die Synchronizität die psychisch bedingte Relativität von Zeit und Raum, wenn zwei oder mehrere Ereignisse akausal, aber trotzdem sinnfällig zusammentreffen. Ein Empfinden von Synchronizität wird immer von starken seelischen Eindrücken begleitet und enthält eine tiefe symbolische Bedeutung. Sie wird also immer erst empfunden. Ein eventuell vorhandener Sinnzusammenhang von gleichzeitig auftretenden Ereignissen, die auf den ersten Blick keinerlei ursächlichen Zusammenhang haben, kann immer erst im Rückblick erkannt werden.


Hier ein kurzes Beispiel aus der Vergangenheit:

Meine Eltern hatten ein Segelschiff, mit dem sie an den Wochenenden und im Sommer wochenlang auf der westlichen Ostsee rumschipperten. Im Flur hing ein schön gerahmtes Foto von diesem Schiff. In einem Urlaub gerieten sie in einen heftigen Sturm, wurden manövrierunfähig und trieben auf eine Sandbank zu. Die hohen Wellen ließen das Schiff mehrfach mit dem Kiel auf die Sandbank schlagen, so dass ein Totalschaden zu befürchten war. Sie wurden schließlich freigeschleppt. Der Rumpf wurde allerdings so schwer beschädigt, dass sie ihren Urlaub nicht fortsetzen konnten. Zuhause angekommen, sahen sie, dass das Bild vom Schiff auf dem Boden lag, umgeben von Glassplittern des zerborstenen Rahmens. Alles andere im Haus war unversehrt – es war auch niemand eingebrochen.


Zufall? Oder haben die Schwingungen des um sein Überleben kämpfenden Schiffes (Schiffe haben auch eine Seele) das Herunterfallen des Bildes im Flur bewirkt? Wenn, wie in der Quantenphysik entdeckt, alles im Universum mit allem verbunden ist, wäre Synchronizität überhaupt kein Wunder mehr. Glücklicherweise konnte sich auch der weise Carl Gustav Jung folgende Frage nicht zufriedenstellend beantworten: Werden Synchronizitäten nun von einer höheren Macht herbeigeführt oder sind sie einfach nur Zufälle? Haben sie einen eigenen Sinn oder nur den, den wir ihnen zuschreiben?



Eng verknüpft mit Synchronizität kann auch die Serialität sein. Jüngstes Beispiel:

Mein letzter Kunde am 19.06.10 war ein gutaussehender Mann, der am rechten Revers einen silbernen Pin trug, und zwar ein Edelweiß. Er sprach kein Wort mit mir und während ich kassierte, dachte ich über die Bedeutung dieses Pins nach. Erste Vermutung war, dass er wohl Mitglied in einem Kraxelverein (Alpenverein) sei. Da er zu den seltenen Ausgaben gehört, die wie ich, blaue Augen und fast pechschwarze Haare haben, (ok, meine sind mittlerweile gehennat) war die Begegnung mit eineiigen Zwillingen, die auf dem Rückweg in der U-Bahn direkt neben mir saßen, schon mal amüsant.

Ein paar Tage später googelte ich dann mal die Bedeutung dieser Blume, denn ich war mir irgendwie sicher, dass noch mehr dahinter steckte. YES: Männer, die so einen Pin tragen, müssen nicht zwangsweise Mitglied im Alpenverein sein, sondern wollen zum Ausdruck bringen, dass sie „mutig, tapfer, gesund und voller ernster Absichten“ sind. Zugegeben – ich war schwer beeindruckt, dass es so jemanden noch gibt.


Bei meiner nächsten Arbeitsschicht begegnete mir dieses Edelweiß dann wieder, und zwar als Aufdruck auf einem Karton, den ich in über zwei Jahren noch nie in diesem Laden gesehen hatte. Überhaupt kannte ich ein Edelweiß lediglich aus der Fernsehwerbung. Edelweiß Rahmbrie oder so. Ich überlegte, ob ich als Frau nicht auch so einen Pin tragen könnte. Immerhin bin auch ich mutig, tapfer, gesund (zum Erstaunen vieler Ärzte, da ich rauche) und voller ernster Absichten. Vor allem bin ich mutig. Und da fiel es mir schlagartig wieder ein: Anfang Juni hatte ich sehr ernst, aber ohne 100%ig daran zu glauben, folgenden Deal mit dem Universum geschlossen: Der nächste Pilot, der was bei mir kauft, wird mein Mann. So sei es. Kaum zu Ende gedacht, war ich auch schon geschockt über meinen Mut. Grenzte es nicht an Tollkühnheit? Was, wenn der zu klein, zu dick oder zu alt wäre oder gar sächselte? Könnte ich so einen „Spell“ dann wieder aufheben? Egal, da musste ich jetzt durch, zumal es bei nur zwei Schichten die Woche unter Umständen Monate dauern kann, bis mal einer was bei mir kauft. Trotzdem riskant, wenn man davon ausgeht, dass so ein Deal funktioniert. Hatte diesen Deal aber mittlerweile komischerweise total vergessen. Wie dankbar war ich also für diesen Edelweißmann.


Und ganz im Sinne von Jung, befragte auch ich das I-Ging, mit dem ich mich seit über 20 Jahren beschäftige, nach dem Sinn dieser Edelweiß-Begegnung. Es antwortete mit der 14 – Der Besitz von Großem. Hm, da ich aber aus Berechnungen eines mathematisch sehr begabten Menschen weiß, dass die Chancen, sich auf einem Flughafen wiederzusehen unter drei Prozent liegen, messe ich diesem Urteil eher metaphorische Bedeutung bei. Zumal ein Kriterium von Form und Serialität noch nicht erfüllt ist. „ Achte auf Alles, was Du in kürzester Zeit mehr als dreimal siehst oder hörst...dann ist es ein Zeichen.“


 

Ist also noch kein echtes Zeichen. Zumal ein Mann mit ernsten Absichten zwar sicher heiraten will, aber dann doch bestimmt eine junge Frau, mit der er eine Familie gründen kann. Das wäre zwar biologisch noch möglich, aber ...armes Kind, so eine alte Mutter...das wäre grausam in der Schule und anderswo.


Trotzdem: Solche Deals mit dem Universum machen Spaß und setzen nicht nur Mut, sondern auch ein ganz schön großes Urvertrauen voraus und eine gehörige Portion Sinn für Humor, wenn das Universum dann doch nur Zeichen schickt, aber nicht liefert.

Die Beschäftigung mit Synchronizität kann immerhin zu erhellenden Einsichten über sich selbst führen, so wie mir in diesem Falle durch eine unter Naturschutz stehende Blume der Spiegel vorgehalten wurde. Warum ich das hier veröffentliche? Weil die Gefahr sehr gering ist, dass dies hier überhaupt jemand liest, aber wenn, dann ja vielleicht der Richtige. Falls mein "Spell" irgendwelche Auswirkungen auf sein Seelenleben gehabt haben sollte, bin ich hiermit meiner Aufklärungspflicht nachgekommen. Ich will dem Universum ja keinen Pfusch unterstellen, aber vielleicht muss ich noch üben und es hat einen getroffen, der schon vergeben ist. Ist dies der Fall, bitte ich um Vergebung - der "Spell" hat dann sicher keinerlei Auswirkungen, da er ja durch "Geheimnisverrat" im wordwideweb unwirksam geworden ist.


Also dann: nie das Wundern verlernen – nie das Schmunzeln vergessen.


PS: Als ich das hier hochladen wollte, funktionierte free-blog.in mal wieder nicht. Dafür sprang mir schon wieder die dicke getigerte Katze durchs Fenster, die wohl die vergangenen Tage Stubenarrest hatte. Und im Keller wohnt seit Tagen ein sehr scheuer, schwarzer Kater. Auch ein Zeichen. Für Irgendwas.

PPS: 09.07.10 - nachmittags bin ich einer der beiden Zwillinge aus der U-Bahn auf der Rheinstrasse begegnet. Hmm...

11.07.10 - Wer Gänsehaut mag, sollte sich unbedingt mit Synchronizität beschäftigen. Schaltete um 17:57 Uhr mal TV an, vielmehr n-tv, um Nachrichten zu sehen. Und was höre ich als Untermalungsmusik zur Wettervorhersage? Eine Neuinterpretation von "I put a spell on you" mit Jeff Beck und einer mir unbekannten Sängerin. Aber alles purer Zufall...indeed?

..und das mit dem Edelweiß-Pin-Tragen überlasse ich gern den mutigen Männern.

18.08.10 - zwar schon lange her das mit dem Edelweiß, heute in der U-Bahn aber wieder Eines gesehen, und zwar als Aufkleber auf einem Koffer. AVD, Ihr Partner in den Bergen. Hach  Ist wahrscheinlich gar kein Zeichen mehr und mir nur deshalb aufgefallen, weil es mich innerlich noch beschäftigt. Obwohl ich ja nun mit den Bergen genausowenig am Hut habe, wie anscheinend der Edelweiß-Pilot mit mir. Schade, Du schlampertes Universum. Bislang leider nicht wiedergesehen. Und weil mir vor ein paar Tagen im Buchladen ein Buch ins Auge sprang, das wie gerufen kam und ich mir natürlich sofort kaufen musste, hier noch eine Buchempfehlung, für Alle, die auf das Unsichtbare anspringen:  "Warum die Uhr stehenblieb, als Opa starb" von Bernd Harder. Hier schildern Unbekannte ihre Erfahrungen mit Synchronizität, das Wort wird aber nicht verwendet. Untertitel ganz simpel: "Merkwürdige Zufälle und unerklärliche Phänomene." Und die sind teilweise echt krass. Für Jeden, der solche Situationen selber erlebt hat, wird sich eine Glaubensfrage nicht mehr stellen. Und Harder bleibt angenehm neutral - weder Ziege (Zweifler), obwohl er das von sich behauptet, noch Schaf (Gläubig) - mit Glauben hat das nämlich auch irgendwie überhaupt nichts mehr zu tun.

Wie es bei mir in dieser Angelegenheit weitergeht, wird Privatsache bleiben. Genug verraten ist ja nun schon. 

09.09.10: Da wird es wohl auch sowieso nix mehr zu berichten geben und einen neuen Spell werde ich nicht anwenden. Lieber nichts tun und mich an Heisenbergs Unschärferelation erinnern. Die Optik auf unscharf stellen, um scharf sehen zu können. Klingt paradox, funktioniert aber meistens ganz prima.

 

 

 Alle Texte (außer Zitate) und Fotos sind mein geistiges Eigentum - also Pfötchen weg!

 


 



Es muss sich ergeben oder: was tun mit den neuen Wünsch-Dir-was-Büchern?

20:56, 14.06.2010 .. 0 Kommentare .. Link


 

Wer älter als 40 Jahre ist, hat so seine Schwierigkeiten in Deutschland noch einen, seiner Berufsausbildung und zahlreichen Fortbildungen entsprechenden angemessen bezahlten Job zu bekommen. Als weiblicher Single sieht die Sache mit der Partnersuche nicht viel besser aus. Trotz zahlreicher Job- und Singlebörsen. Macht es noch Sinn, sich mit seinem Lebenslauf bei Job-Börsen anzubiedern, ist eine private Annäherung per Single-Börse mangels Abwesenheit der Absichtslosigkeit und Anwesenheit zahlreicher Honks im www ziemlich zum Scheitern verurteilt. Selbst wenn ich mein schönstes Foto online stelle und mich somit für alle Welt als suchend anpreise, kann ein Funke bestenfalls geistig, also im Austausch von vor Witz und Charme sprühenden mails überspringen. Es fehlt immer noch eines der wichtigsten Kriterien: Die persönliche Ausstrahlung und schlussendlich ausschlaggebend: Ich kann den Partner übers web nicht riechen. Um dorthin aber überhaupt kommen zu können, also zu einem Date, müsste ich meine Daten fälschen und mich mindestens 15 Jahre jünger machen. Es kann sich auf diese Art und Weise also nichts ergeben.


Wenn es also weder mit Job- noch mit Partnersuche klappt, greift man zu einem vermeintlichen Strohhalm und liest so komische Bücher wie „The Secret“ und „The law of attraction“. Aha, denkt man, so läuft das also. Man muss es „anziehen“, gleichsam sein Resonanzfeld harmonisch abstimmen, und schon hat man den passenden Job und ist glücklich mit einem Verkehrsflugzeugführer verheiratet. Genial. Zitat aus „The law of attraction“: „...seht es, visualisiert es und erwartet es – dann wird es sein.“  Tat ich neun Monate lang. Das Problem: Es änderte sich zwar die innere Einstellung, aber in der Außenwelt änderte sich nix. Außer, dass ich plötzlich für Wochen einen mehr oder weniger rythmisch begabten „Klopfgeist“ in der Wand hatte.


Auch der Tipp, man solle doch bitte allen von seinen Wünschen und Zielen erzählen, halte ich für unverantwortlich. Zitat aus selbigem Buch: „Auf die gleiche Weise werden Deine Gedanken, wenn Du von dem sprichst, was Du haben willst, auch mehr davon anziehen. Du wirst mehr Menschen anziehen, die darüber sprechen wollen, was Du willst. Und während Du über das sprichst, was Du willst, wird Dein Inneres Wesen Dir die ganze Zeit eine positive Emotion anbieten..“

Gelesen und getan. Neid, Missgunst und sogar Versuche, mich bei der Zielerreichung zu boykottieren folgten auf dem Fuße. Wow, ich habe also noch Neider! Vom höhnischen Gelächter und immer wiederkehrenden nervenden Fragen wie „Na? Wo ist denn nun Dein herbeigedachter Job/Mann?“ mal ganz zu schweigen. Genau, Schweigen wäre sicher cleverer gewesen.


Was also ist dieses „Es“, das sich ergeben muss, und zwar meinen Wünschen? Schicksal nennen es die Meisten, glückliche Fügung, Kismet oder sinnvoller Zufall. Das, was mir zufällt eben. Welch fatale Folgen für die geistige Gesundheit es aber haben kann, ewig dämlich grinsend (da positiv denkend) durch die Welt zu gehen und trotzdem eher das Gegenteil des Gewünschten anzuziehen, verschweigen diese amerikanischen Autoren. Dass jede Wahrnehmung der Umwelt subjektiv ist, wissen wir ja nun alle längst aus dem radikalen Konstruktivismus. Sie (die Wahrnehmung) liefert nie ein echtes Abbild der Realität.


So kann ich mir natürlich zweckmäßigerweise meine Arbeitslosigkeit schöndenken, denn immerhin habe ich einen Mini-Job und lebe in Deutschland, das mir eine Grundsicherung in Form des entwürdigenden AlgII bietet. In anderen Ländern müsste ich unter der Brücke schlafen. Also doch alles nicht so schlimm. Nein, sogar wunderschön. Ich muss nur drei bis sechs Monate all das visualisieren, was ich mir wünsche, und es kommt. Sagen die Autoren.  Zitat aus "The law of attraction": "Es ist unser Wunsch, Dir verständlich zu machen, dass Du von jedem Ort überallhin gelangen kannst, egal, wer Du bist, oder in welchem Zustand Du Dich gerade befindest." Also Pflichtlektüre für jedes Altersheim? Als 80-jährige visualisier ich dann jede Nacht vor dem Einschlafen eine heiße Affaire mit einem 30-jährigen. Super -  "Harold and Maude" for everybody? Und wenn es nicht kommt? Dann habe ich es selbst verursacht, indem ich mehr an die Abwesenheit meines doch so heiß ersehnten Ziels gedacht habe als an dessen Verwirklichung schon im Hier und Jetzt. Ich habe also mal wieder selber Schuld.

Doch so leicht können die es sich nicht machen. Denn all diese selbsternannten Lebenshelfer übersehen einen ganz gravierenden Widerspruch in ihren Thesen des „bewussten Erschaffens“.

Wenn ich mir schon auf einem Zettel notieren soll, was ich mir wünsche und dann auf der Rückseite begründen, weshalb ich überzeugt bin, es auch zu erhalten, dann frage ich mich automatisch:

Wenn ich überzeugt bin, dass sich mein Wunsch verwirklicht, dann brauche ich ihn erst gar nicht aufzuschreiben, denn er hat er sich entweder schon längst realisiert oder wird es in Kürze tun. Wenn ich nicht davon überzeugt bin, dass sich mein Wunsch verwirklicht, nützt auch das Aufschreiben der Gründe nichts, weshalb ich vielleicht nur momentan überzeugt bin, es zu erhalten. Jeden Zweifel einfach wegzuschreiben, das wäre ja mal eine tolle Methode. Wenn sie denn funktionierte.


OK, das mit dem Visualisieren hat schon öfters mal geklappt, und zwar bei der Wohnungssuche. Selbst als aussichtslose Kandidatin hatte ich es immer geschafft, die Wohnung mieten zu können, die ich wollte. Habe mir abends im Bett einfach vorgestellt, wie ich die Wände streiche und wo ich meine Möbel hinstelle. Es hatte sich dann so ergeben. Doch strenge Konzentration, positives Denken und Visualisieren lassen einen nicht nur verkrampft wirken, sondern bergen auch immer die Gefahr des Bewertens. Ich kann unmöglich positiv denken, ohne mir bewusst zu sein, dass ich auch negativ denken kann. „Denke nicht negativ“ schwebt also immer als bedrohliche Wolke über mir und positives Denken wird somit unmöglich. Des Rätsels Lösung heißt eher: Unvoreingenommenheit und Offenheit. Ich habe als Kapitän das Ziel festgelegt, den Kurs bestimmen aber Wind, Strömung und unter Umständen auch eine freakwave.

Auch Franz Kafka hatte wohl Einblick in den Urgrund des sich im Unsichtbaren Manifestierenden. Er schrieb: „ Du brauchst Dein Zimmer gar nicht zu verlassen. Bleib an Deinem Tisch sitzen und lausche. Du brauchst nicht einmal zu lauschen. Warte einfach. Du brauchst nicht einmal zu warten, lerne einfach still zu sein, still und allein. Dann wird die Welt sich Dir aus freien Stücken zur Demaskierung anbieten. Sie hat keine andere Wahl. Ekstatisch wälzt sie sich zu Deinen Füßen.“


Noch sparsamer hat es Laotse ausgedrückt:

„ Im Nichtstun bleibt nichts ungetan“.


Komisch, während ich das schrieb, ist mir eine fette Katze durch das Fenster in mein Zimmer gesprungen und hat es sich jetzt auf der Couch gemütlich gemacht. Also gut, nächstes Thema wird dann heissen: Koinzidenz.

 

 Alle Texte (außer Zitate) und Fotos sind mein geistiges Eigentum - also: Pfoten wech!



Tempelhof heute

12:59, 12.06.2010 .. 0 Kommentare .. Link

Eine Träne für THF - doch es werden mindestens 1000 folgen für die Schließung von TXL.

Tegel muss erhalten bleiben, und zwar als Flughafen. Wie stellen sich die Verantwortlichen das eigentlich vor? Erst sechs Start- und Landebahnen, jetzt nur noch vier und bald soll der gesamte Flugverkehr der deutschen Hauptstadt von einem Provinzflughafen mit zwei Bahnen geregelt werden?

Tempelhof ist Geschichte und immerhin bieten 38 ha Fläche mitten in Berlin theoretisch für jeden Einwohner einen Quadratmeter zur freien Verfügung.  Ich nehme dann mal den jump-seat.

Der Tempelhofer Park, wie sich der ehemalige Zentralflughafen jetzt nennt, sollte so bleiben wie er ist. Kostenloser Zugang für alle Bürger und unbehandelte Wiesen für Flora und Fauna. Was noch fehlt: Im Sommer ein netter Agua-Park mit superlangen Wasserrutschen.

 

Da hier noch so viel Platz ist, kurz etwas "off-topic":

Seitdem ich diesen Blog (der blog oder das blog?) hier eröffnet habe, erhalte ich immer mal wieder e-mails (man muss ja kein Star-Detektiv sein, um von hier aus auf meine mail-adresse zu kommen) von Mitgliedern bei facebook, die angeblich was über mich wissen.

1. Bin ich weder bei facebook noch bei Studi-VZ oder wie die alle heißen registriert

2. öffne ich solche mails erst gar nicht. Also wer mir was husten möchte, kann das hier tun, oder sollte sich in der Betreff-Zeile der mail auf den Bloginhalt beziehen. Dann lese ich das sicher auch. Und um Antworten bin ich ja selten verlegen.

Foto und Text mein Eigentum - besser Finger weg!



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