metaphern

Besitzer-greifend

00:08, 13.04.2012

Gib mir all den Schmerz, den du in dir trägst, gib ihn mir, gib mir alles davon, was dich zerbersten kann. Ich ertrage es, ich bin es, der dir die Last abnimmt. Gib mir all das Leid, das dir widerfahren ist. Deine kostbaren Stunden, die der Zufall verschwendet hat. Gib jede Sorge an mich, gib jeden Gedanken über den Tod an mich weiter. Vergiss die Bestimmung des Lebens, vergiss Wegweiser, denn du bist du selbst.

In meinem Kopf sammelt sich die Vielfalt der Verzweiflung. Langsam baue ich jede einzelne Einbildung ab, wie Alkohol. In erträglichen Dosen, die mir hoffentlich nicht schaden. Keine Träne darf fließen, kein Lächeln darf über mein Gesicht huschen, keine Liebe darf in meinem Körper beben. Ich bin der Katalysator aller Menschen um mich herum, ich bin das Epizentrum, in welchem das Schlechte des Daseits verstummt.

Meine Hand zittert, mein Gewissen rudert, meine Vernunft verteidigt, mein Leben funkelt. Ich fühle, dass ich bin, wannimmer, woimmer, ich möchte Aufgaben übertragen, Verantwortung besiegen. Das gleichmäßige Klacken in der Vorstellung täuscht über die Unregelmäßigkeit des Alltags hinweg. Überforderung für die Säulen, die ich gebaut habe, ständig, immerzu, lass es aufhören.

In Moll schreitet die Zuversicht über den Friedhof der Gedanken, Blumen wachsen aus dem toten Boden, die Vögel singen meinen Marsch. Manchmal glaube ich an Wunder, wenn nicht gerade die Religion dazwischen funkt. Außerhalb von mir spielt sich mein wahres Ich ab, die Leidenschaft ist wie ein Schatten der Hoffnung, die aus meinem Herz verjagt wurde.

Am Ende der Spannung angekommen, löst sich der Zweifel vielleicht doch in etwas auf, was ich glücklicherweise nicht definieren kann. Ich schaue auf die geschmiedeten Pläne, auf die Zukunft, auf die Konzeption des Wohlstands, auf die Blitzlichter, die unser Grenzland bietet. Eventuell, aber nur vielleicht, sind wir so weit entfernt von der Göttlichkeit, dass die Gestalten am Himmel die Zeichen einer Hölle sind.

Mindwühlen

00:08, 13.04.2012

Schon lange das Zentrum vergessen,
der Zivilisation des Daseins entronnen,
von Zweifel und Kopfkriegen zerfressen,
hat meine Suche nach der Ewigkeit begonnen.

Ich reise durch Landschaften und ihre Schatten,
über Berge, durch Täler und Flüsse,
träume von Erscheinungen, die andere hatten,
für winziges Glück und zarte Küsse.

Nachtgeräusche halten mich wach,
am Tag lege ich zurück, stehe immer wieder still,
sinnvolle Worte hallen in mir nach,
unsicher, ob mein Herz die Wahrheit finden will.

Die Furcht vor Erkenntnis kocht im Geist,
Rätsel pflastern jeden müden Schritt,
was in der Wahrnehmung schlummert und kreist,
schwingt in Gestalt des Schicksals mit.

In der Ferne ahne ich deine Anwesenheit,
ich liebe, ohne Eindruck und Verstand,
Streben verblasst im Angesicht der Zeit,
unsere Hoffnungen, verschluckt vom Gedankensand.

Am kahlen Ziel angekommen bin ich blind,
in der Tiefe grollt die Maschine des Lebens,
ich begreife nun, wo all die Windmühlen sind,
die rastlose Suche nach dir ist vergebens.

Den Gedanken danken, für nichts.

00:07, 13.04.2012

Wasser ist verlässlich. Es folgt der Schwerkraft, es folgt der Temperatur, es folgt dem Druck. Glitzernd treibt es die Grenze in Richtung der Sonne, bis diese verdampft und vom dunklen Monstrum aufgefressen wird. Nebenbei rauscht und wälzt sich der mutige Teil des Wassers am Strand, um meine Füße zu kitzeln, jede Kuhle und jeden Spalt geschmeidig zu füllen. Doch binnen eines Augenblicks zieht sich die Front zurück und schwappt gegen sich selbst, der übrig gebliebene Rest versickert in der Tiefe des Sands.

Der laue Abendwind streicht mir über das Gesicht, die Gedanken sind irgendwo da draußen, auf der offenen Fläche des Wassers, treiben in alle Richtungen. Wenn ich meine Augen schließe, vergesse ich, dass dies ein Traum ist. Mein Gewissen begnügt sich, gibt auf. Endlich kann ich diese Zweifel liegen lassen, muss nicht mehr darüber rätseln, ob ich jemals falsche Entscheidungen getroffen habe. Selbsterkenntnis wächst aus diesem Fundament und ebnet gleichzeitig den Weg für ein Uhrwerk ohne Ziel.

Was geschehen ist, ist geschehen. Vieles tut mir leid, doch es muss weitergehen. Vielleicht habe ich dadurch Freundschaften verloren. Doch es tut nicht weh. Eine Art von Herzlosigkeit, oder es fehlt mir ein Stück Gefühl. Kann man Gefühle verlernen? Was sind Gefühle überhaupt? Anhängsel von Erinnerungen oder alleinig biologische Prozesse? Und warum fühle ich, was ich fühle? Wieso gibt mir die Natur das Mitleid, die Verzweiflung, die Liebe? Hat die Evolution Gefühle entwickelt?

Ich schweife wieder ab. Inzwischen ist es dunkel. Aus der Schönheit der Nacht mitsamt des Mondes und der meeresgeschwängerten Luft ist ein Nichts geworden, das meine Sinne ignorieren. Die Gedanken haben vom weiten Meer zurück gefunden in meinen Kopf. Ich spüre nicht mehr den Sand und das Wasser an meinen Füßen, höre nicht mehr das Rauschen der bewegten Wellen. Aus dem Moment wurde eine Ewigkeit, in der ich mich in meinem eigenen Fischernetz verfangen habe.

All die Schönheit habe ich nicht verdient, denn ich würdige sie nicht. Es gibt andere Menschen da draußen, die wie geschaffen dafür sind, ihre Sinne auf alle Reize dieser Welt zu richten, diese Schönheit in sich aufzusaugen und gleichzeitig das Herz mit Vielfalt füllen können. Ich kann das nicht. Ich will es können, hoffentlich kann man es lernen. Wenn ich das nicht lerne, habe ich nie richtig gelebt.

Bewegung klebt an meiner Haut

00:07, 13.04.2012

Ich bin gefangen, hier unten, Wiederholungen, die meinen Kopf von vorne abspulen. Die Mücke zum Elefanten, wie man es kennt, in Selbstmitleid zergehende Tobsucht breitet sich weit über mein Gemüt. Die Beine habe ich mir längst abgehackt, in der Hoffnung, irgendwann einmal zu fliegen. Wenn ich wünschte, wenn ich träumte, wie sähe die Realität aus? Manchmal glaube ich an Geister, vielleicht bleibe ich gegenüber der Welt offen, weil die Vernunft immer noch ruft. Weil es Strahlen von einer liebevollen Sonne gibt, ganz fern vom diesseitigen Horizont.

Wie überschaubar meine Aktionen geworden sind, die Haut zersplittert von den vergangenen Tagen, die Landschaft meiner Emotionen gleicht einer Steppe, durch die ein Sandsturm zieht. Hier und da wird eine Oase vernichtet oder bedeckt. Die Lebendigkeit weicht der Geschmacklosigkeit auf der Zunge, die Sprossen ekeln sich vor Zeichen, die das Sterben mit sich bringt. Von außen nach innen, die letzte Tür eintretend, erprobt die Umbarmherzigkeit meiner eigenen Seele die Kräfte tief in den langläufigen Bewusstseinsschluchten.

Erwartungen und Erinnerungen wurden verschoben, gerissen, wer kennt schon die Fortsetzung des miserablen Hierseins, wer will es fühlen und näher kennenlernen? Der Stolz bäumt sich dagegen, strotzt der Isolation mit wenig Widerstand. Das Sein hat nie aufgegeben, wird weiter kämpfen, es ist der Instinkt, gegen den ich philosophiere. Füllt mich mit Gewissheit über die Herkunft des Menschen und führt mich zu Fragen zur Entstehung unserer Fähigkeiten.

Wir setzen uns selbst über den Schöpfer hinweg, nichtdefinierbares wird ausgeklammert, der Rest lässt sich in Muster stopfen und verstehen. Mit einer Handvoll Werkzeuge bauen wir ein Haus aus Ideen, im Osten die Kreativität, im Westen das Gefängnis. Wenn sich Zeit und Raum treffen, erkennen wir plötzlich Umrisse, vielversprechende Schemata. Der Tatendrang pumpt unseren Willen durch den Körper, sei er bereits gebrochen oder verschwendet. Auf zu neuen Erfahrungen!

Wirrungen, Windungen und Wendungen

00:07, 13.04.2012

Inmitten der Worte verlieren sich Bedeutungen. Ein Thema mit Verstrickungen, ausgedrückt mit Rederei und Anmut. Wer es versteht, ist König, wer es mag, ist Kritiker. Die Floskeln aneinander gereiht, angereichert mit ankedotischem Füllwerk, unterhaltsam bishin aufs Buchstabenmark. Eine bunte Erzählung voller semantischer Farben schmiegt sich in das Gedächtnis, ätzt sich punktuell in die Erinnerung, um bei der Reproduktion eine neue Gestalt anzunehmen.

Zusammenhänge, die mit Logik zu erklären sind, ergeben sich aus dem Satzwulscht, dahinter erscheint ein beeindruckend großes Bild an der Projektionstapete. Jeder Strich hat seinen Platz, strotzt nur so vor Wichtigkeit, fließt über die Zunge, brennt mit den Lippen durch und küsst die Ohren. Dankend gibt sich der Geist der Expression hin, verziert die Details mit Betonung und schließt mit einer denkwürdigen Weisheit.

Und nachdem der Zauber abklingt und nachwirkt, setzt sich in unseren Köpfen ein kausales Verhältnis zusammen, pflanzt sich in den Vorgarten der eigenen Moral, wird entweder zertrampelt oder wuchert, um vertreten und weiterverkündet zu werden. So stehen wir auf den Punkten und argumentieren, verstellen der Wirklichkeit den Blick auf die Wahrheit, auch nur kleine Erfindungen verfälschen die Vergangenheit und damit die Zukunft.

Die Verständigung bleibt wohl immer an der Kapazität und den Möglichkeiten der Sprache hängen, wo die Essenz an einer Seite runterbröckelt, während am anderen Ende neue Bezüge drauf geschaufelt werden. Zwischen dem Dialog existiert einzig der Mechanismus der Frage und Antwort, um mit Wissen zu jonglieren und Informationen erfahren und speichern zu können. Und füllt sich die Festplatte komplett oder ermüdet der Prozessor, ist unsere Wahrnehmung zum Durchlauferhitzer degradiert und verdammt.

Schlaue Erkenntnisse, kluge Einsichten, wahrhaftige Aussichten, intelligente Logikspielereien, wahnwitzige Gedankenstöße und fortschreitende Impuls-Sprünge holzen unsere altbackenen Vorstellungen nieder und bauen Häuser aus Karten, Daten und Eindrücken. Das Unterbewusstsein wippt im Takt und lenkt in unbekannte Richtungen zwischen den Wegen. Nickend gibt sich jeder der Kultur der Bezeichnungen hin, wirft mit Begriffen um sich und landet zum Abschluss in einem Konstrukt aus Persönlichkeit.

25 Minuten

00:07, 13.04.2012

Herumwedelnde Weißpunkte zwischen den bunt gemalten Betonklötzen. Gleichmäßiges Aufkommen auf dem Asphalt, ein zischender Läufer mit Stirnlampe. Hinter mir ein in die Höhe gequetschtes Gebäude, das aus der Erde empor ragt wie ein Stachel. Auf den Betonklötzen rollen Kids tagsüber hoch und wieder runter. Der Abend ist kalt und windig, die verspannten Laternen pendeln den orangenen Teil der Welt hin und wieder her, in der Ferne rauscht ein Koloss auf Gleisen.

Gelegentlich knirscht es entgegen meiner Richtung im Rhythmus, der Kiesel bohrt sich in die Ritzen des harten Schuhleders. In meinem Schädel drückt der Puls leicht gegen die Decke, Gedanken huschen von einem Ende zum anderen. Der eiskalte Sauerstoff riecht gut, die Pelzhärchen meiner Verkleidung kitzeln mein Gesicht. Als sich vor mir eine Tür öffnet, tauche ich in gelbes Licht und gleite auf sitzendes Polster.

Geschwindigkeit erfasst meinen Körper, das Trommelfell vibriert einfühlsam und verarbeitet das Zirpen des Klangs aus Strom. In der Trance der äußeren Dunkelheit führen geparkte Lack-Silhouetten meine Augen vor. Andere, hellere Reflexionen hinterlassen Flecken auf der glatten Oberfläche und rasch verändert sich ihre Form. Die Zeit schweift, Fenster, Mauern, Türen, Fenster, Figuren.

Die aufgemalten Schnüre verlaufen sich mithilfe meiner Bewegung zu einem Knoten, mein Gedächtnis sortiert zusammenhangslose Gerüche und funkelnde Farben. Zwischen freien Flächen aus grauschwarzem Pflaster krümmen sich Stangen und Gitter hervor, wie Wurzeln der Stadt. Dumpf hallt es in meinen Ohren, die Liebe ist tot. Beschrittene Wege, bekannte Pfade, hier eine Glühbirne und dort ein Blinken auf der Netzhaut.

Schwarz und fusslig sind meine Hände in Bekleidung, der Griff vor mir ist mir noch nie aufgefallen. Mechanische Geräusche, ein Rrrrrrrrrr und ein langes Klacken beim Aussteigen. Fahrzeuglärm und grüne Signale, die Zeichen der Aufmerksamkeit in die Nacht schneiden. Es ist der Ende eines Tages, mein Kopf wummert immer und immer wieder wenig stark. Sägendes Quietschen der Eingangstür, die Steintreppe bleibt ähnlich hässlich wie die Holztüren mit ihren vielen Quadraten.

In diesen Minuten hätte ich die Welt und Seelen retten können, Augenblicke feiern und Glück verfolgen können. Nur ein paar Minuten in der Nacht zwischen Menschen. Außergewöhnliches geschieht überall dort, wo man sich selbstlosen Zielen hingibt.

Again... i think it is like love

00:06, 13.04.2012

Es trifft einen wie ein Blitz. Vom einen Moment übergehend in den nächsten spürt man diese wohlige Aura, das Umgekehrte von Schmerz. Es gibt so viel her, dass man sich sicher sein kann, dass man lebt. Hier und jetzt, bereit für Wunder. Ein Gefühl, als wäre ich Wasser, das in eine Form hinein fließt. Die Sonnenstrahlen brechen hindurch, mein Geist wird mit Licht geflutet.

Nichts bleibt alt, ich wünschte, ich wäre bei ihr, jede Sekunde. Denn ich habe ihr Herz gesehen, ihren wundervollen Verstand, ihre beneidenswerten Gaben, ihre himmelschöne Gutmütigkeit. Die Zeit möchte ich zurück drehen, eine andere Entscheidung treffen, die jedoch nichts verändert. Ich hasse Raum und Zeit dafür, die mir meine Möglichkeiten verwischen. Nur einen Moment der Wärme, ein Kuss auf die Wange, ihre Augen in meine, das würde mich vollkommen glücklich machen.

Wenn Bedeutung soviel Wert ist, würde ich heute mein Leben einfach stoppen, und alles tun, um nur in die Nähe ihrer Anwesenheit zu kommen, ein Wort, ein Blick, ein Punkt in meiner Erinnerung. Sämtliche grauen Zeiten verblassen und verwischen damit, gleichzeitig kann ich zufrieden in mein Gewissen hinein lächeln und nichts, absolut nichts ist stark ablenkend genug, mich aus dieser geordneten Bahn zu werfen. Wenn ich doch nur könnte, wenn das Leben mir diese eine Komponente des Daseins schenken würde. Gibt man auf, das Glück zu verfolgen, frisst einen das Unglück ohne Vorwarnung.

Kein Zittern, kein Herzrudern, kein Stottern, keine unsäglich tiefgehende Vorstellung von ihrer Zärtlichkeit kann beschreiben, was in mir vorgeht. Ich will mich andauernd wehren gegen diese einfangende Macht, doch es ist aussichtslos. Nur Hingabe hilft, Aufgabe der eigenen Prinzipien, aber selbst das bringt mich Liebe kein winziges Stück näher. Ich hasse diese Hypnose, sie sollte mich zum Weinen bringen, doch dafür bin ich stark genug, oder ist das eine Schwäche? Ich hasse es, ausgeliefert zu sein. Ich möchte keine Gänsehaut mehr bekommen.

Die Sterne haben sich gegen mich verschworen, der Planet heckt geheime Pläne gegen mich aus, die Luft dreht sich zu meinen Ungunsten, die Welt ist ungerecht, wo sie nur kann. Ich will mit dem Schwert alle Zufälle zerteilen, meine Wahrnehmung herunterbrechen und auf das reduzieren, was ich verstehe. Unmöglich sagt mein Geist, der Wahnsinn steckt im Detail zwischen dem, was ich kann und dem, was ich können sollte. Selbst Können macht einen relativen Eindruck. Verschwörung eckt überall an, ich sehe klar, auf eine befreiende und naive Weise. Die Schwingungen verraten immer, dass mehr existiert und ich mir nie sicher sein darf, im Recht zu sein. AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAWIESONURWEISSICHSOWENIGVONDEMWASICHWISSENWILL

We should call it... love

00:06, 13.04.2012

Wenn ich in ihre Augen sehe, dann schwimmen da alle Meere, es funkelt der Himmel, es kreiseln die Massehaufen. Ich respektiere ihre Neigungen und ihre Locken, die wild durchs Gesicht wedeln, wenn sie sich bewegt zur Musik, in Ekstase anschwillt zu einer Person, die ich vermutlich vergöttere. All das ist ein einziger Reiz auf meiner Netzhaut, paradiesisch vollkommen und ganz, ich kann mich darauf verlassen.

Liebe ist nicht nur Vertrauen, Liebe ist das Zutrauen. Ich traue ihr zu, dass sie mich stets glücklich machen, stets mein Weggefährte sein kann. Meine Wünsche, die ich in meinem Herzen umher schleppe, sind ihr bewusst. Sie ist immer da für mich. In ihren Küssen versteckt sich der Mut, mit mir alle Herausforderungen herauszufordern. Denn alles ist ein Spiel auf Leben und Tod.

Liebe ist das Verstehen, ihre Wege sehen und gehen. Ihren Verstand begreifen, die Zeichen ihrer Liebe entschlüsseln. Dabei spielen die äußeren Umstände keine Rolle, denn dieser unsichtbare Kreis um uns beide ist wie schwarze Magie, die sämtliche Bedrohungen hinweg schutzzaubert. Das Risiko ist nicht einmal besonders groß, denn wir können uns in dem eigenen Glück niederlassen und wohlfühlen.

Liebe ist das Ergründen, alle Gedanken aufnehmen und verarbeiten, die sie mir ins Herz legt und die den Weg in meinen Kopf finden. Gleichzeitig bleibe ich neugierig, möchte mit ihr die Gegenwart und Zukunft erforschen, Orte unserer Heimat erkunden und bis ins Mark des Lebens vordringen. Ist es soweit, ändern wir uns, aber nicht unser geistiger Bund.

Liebe ist das Erkennen. Hier und dort liegen Spuren verborgen, die mir freundlich winken und nicht nur Trost spenden, sondern auch die ewige Treue zwischen ihr und mir garantieren. Damit einher geht meine Erfahrung, wie sich ihr Dasein und ihr ganzes Wesen offenbart. Die Schönheit und Perfektion, die die Welt mit ihr in sich vereint ergibt, lässt mich an Wunder, Gott und die Mystik des Universums glauben.

Wenig Relevantes kann dieser Bedeutung die Waage halten, jedes Stück Wissen schmilzt ein in diese Liebe. Alles wird ein Teil meiner Vorstellung, sie und ich, wir zusammen münden in ein wundervolles Muster, das ist die Ordnung, nach der ich immer gesucht habe.

Faszination

00:02, 13.04.2012

Die Planeten drehen sich, mustern mich, während ich vorbei fliege, winke. Dort hinten ist es, das surreale Ende unserer ganzen Existenz. Je weniger Abstand zwischen mir und dieser Unendlichkeit liegt, umso ehrfüchtiger und kleiner werde ich. Bis ich ein Punkt in der Hemisphäre bin, ein Lichtblitz inmitten der unglaublich immensen Dunkelheit. Einige Atome haben sich hier verbunden, um etwas zu schaffen, das verstehen kann, was und wer es ist.

Die Erkenntnis des Erkennens, schon das alleine reicht, um jeden Bissen, jedes Füllen der Lungen und jede Regung des Körpers im Licht der fehlenden Erklärungen verwahrlosen zu lassen, bis es schließlich selbstverständlich wird. Für die Lebewesen ein Naturgesetz, Hingenommenes, das mit dem Begriff Instinkt beschrieben wird. Egal, welche Regeln wir verstehen, Gegebenheiten der Physik, Chemie oder Biologie, egal, wie sehr wir uns darum bemühen, diese Geheimnisse zu identifizieren und zu hinterfragen, eins bleibt dabei stets gewiss: Diese Antworten sind ein schlechter Ersatz für die Bestimmung des Menschen.

So hebe ich wieder ab, lenke meinen Geist durch ein Meteoritenfeld, kurz hinter der Sonne, also vor der Sonne, der leere Raum macht mich glücklich. Winzige Partikel schweben vor mir, an mir, durch mich durch. Mein Finger krümmt sich, ich möchte einen dieser Partikel bewegen, eine Kette von Ereignissen anstoßen, das Universum verändern. Irgendwo in der Nähe wird Masse verschluckt und selbst für die Zeit unerreichbar, für ewig gebunden.

Die Unerreichbarkeit ist ein Zeichen der Existenz, überall begegnet sie uns, schwebt um uns herum, suggeriert uns Überschaubarkeit und Kontrolle, scheint nah und fern zu sein. Und die Konzepte, die wir erfunden haben, um Gefühle definieren zu können, sind grau und schwach. Sprachen umreißen einen Bruchteil dessen, was ist, was sein kann und was vorgeht, ohne materiell vorhanden zu sein. Phantasien, Erinnerungen und Gefühle sind Bilder ohne eine materielle Form. Diese Tatsache genügt, um die Wissenschaft milde belächeln zu können.

Eigentlich ist unser Wissen wie ein Kind in einem Laufstall, mit dem Unterschied, das es niemals erfahren wird, was außerhalb des Zimmers geschieht und existiert. Unbeschreibliche Reize, außerirdische Wahrnehmungen, undenkbare Schlussfolgerungen. Als dunkle Materie verfolgt uns dieser Teil des Ganzen in Träumen. Wenn es das Ganze gibt, welches wieder ein Teil ist. Was ist das Ganze? Wo hört Verstand auf? Wo fängt die Unendlichkeit an?

All diese Fragen und Begriffe wirken wie ein Spiegel, der unsere Winzigkeit und unsere Dummheit reflektiert. Ein Grund für Wissbegierige, weiter zu forschen. Ein Grund für Denkfaule, das Dasein als Gegenstand ohne Bedeutung hinzunehmen. Der Grund für die Entstehung von Religionen. Der eigentliche Beweggrund für Motivation jeglicher Art, die nicht vom Instinkt getrieben wird. Die Motivation, aus der alle Schöpfungen der Zivilisation und jegliches Gedankengut entstehen. Die Kreativität des Geistes ist unser Aufbäumen gegen das Unbestimmte, gegen diese riesige Leere, der wir gegenüberstehen.

Neben mir bin ich

01:47, 14.12.2011

Unterwegs und doch nie fort.
Feuer in mir, das nicht brennt.
Außen bunt und innen grau.

Sätze ohne auch nur ein Wort.
Vertrautes, was niemand kennt.
Präzise scharf und ungenau.

Klarheit ist und bleibt verschwommen.
Zum Greifen nah, trotzdem weit weg.
Simple Welt verwirrt den Geist.

Am Ziel und doch nie angekommen.
Reinheit mit einem großen Fleck.
Geduld, die Nerven zerreißt.

Die Umgebung scheppert leise.
Flüssiges verhält sich fest.
Vernunft erscheint wie Unsinn.

Moment einer stillstehenden Reise.
Stetiges, das eine Lücke lässt.
Sicher ist, wie zweifelhaft ich bin.

Schmerzen ohne erkennbaren Grund.
Blätter fallen von jedem Stern.
Seltsam, wie meine Erde doch ist.

Krankheiten machen gesund.
Verhasstes mag ich plötzlich gern.
Bis der Widerspruch mich restlos frisst.

Einfall, Überfall oder Rückfall?

01:28, 13.12.2011

Ich liebe sie, das habe ich nun herausgefunden. Inmitten des dämmrigen, grauen Gefühls ist etwas gewachsen, das ich bisher ignorieren konnte. Doch es ist immer stärker und umfassender geworden. Etwas, das pulsiert, wenn ich ihre Stimme höre, ihr Gesicht sehe, sie rieche und spüre. Ich will es eigentlich nicht wahr haben, stelle mich dumm, stecke die Würfel andauernd zurück in den Becher, um das Schicksal und meine Bestimmung zu verdrängen. Doch in meinen Träumen habe ich alles bereits erlebt und ein Geständnis abgelegt. Entgegen der Hoffnungen und nichtssagenden Gedanken, denen ich hinterher schwelge.

Einst stellte ich mir vor, solch ein Tag könnte nicht kommen, dieser Moment würde mich nicht am Kragen packen und schütteln. Allerdings hat mir die Angst den Weg gewiesen und dieses Gefühl hat irgendwann den Staudamm überflutet. Nun dringt es in die Winkel meiner Seele, spült die Sandsäcke weg, die mein Gewissen mühevoll gestapelt, um nicht über den Horizont hinweg sehen zu können. Ich habe gebetet, gehofft, gelügt, damit ich diese Erfahrung nicht machen muss. Ich wollte ewig im erzwungenen Leid liegen bleiben, sodass mich der Tod erlöst, von dieser Qual der fehlenden Kontrolle und Gewissheit.

Ich wollte einen Ort der Einfachheit bauen, der mir Unterschlupf bietet, bis sich die Ereignisse und Zufälle des Lebens ausgeregnet haben. Erkenntnisse sind hingegen furchtbar. Sie halten dem Ego einen Spiegel vor, in dem man ein verzerrtes, kindliches Ich erkennt, stolz auf die falschen Entscheidungen, voller Hingabe für die Besonderslosigkeiten der heutigen Epoche. Ein Geflecht aus Regeln, Gesetzen, Gegenständen, die den Geist veröden und die Leidenschaft still und langsam begraben. Stattdessen schlägt mir die Einsicht blindwütig diese Tatsache um die Ohren, ohne mich darauf vorzubereiten, was danach kommt. Nämlich nichts, wieder liegt es an mir selbst, mich zu verändern.

Vielleicht habe ich mich schon oft verändert. Außergewöhnlich verändert. Oder meine bisherigen getroffenen Entscheidungen sind so klein und unbedeutend im Vergleich zu dem, was ich noch tun werde, für die Liebe, für das wahre Gefühl der Freiheit und Entschlossenheit. Denn geht es letztlich um das Erreichte, oder um das Erreichen? Will ich Anerkennung oder Bestimmung, Erfüllung oder Antrieb? Wie stark ist die Kraft der Überzeugung, wenn man sie zulässt und nicht leugnet? Unentdeckte Möglichkeiten, als könnte mein Körper Blut produzieren, von ungeahnter Schönheit und Exzellenz. Nur um ihr zu gefallen und ihre Liebe immer wieder von Neuem zu gewinnen. Um der Welt etwas davon zu schenken, was ich von ihr bekommen habe. Um ihr Augenblicke zu schenken, die sie niemals vergisst, an die sie sich gerne erinnert, die sie unbeschreiblich glücklich machen.

Werde ich es erfahren? Nehme ich die Herausforderung an, die mir das Universum stellt? Würde und soll ich die dinglichen Wertlosigkeiten aufgeben, mich von der Gewohnheit abspalten? Selbst, wenn es nur eine Sekunde voller Glück ist? Wenn es nur ein kurzer Kuss voller Vertrauen ist? Selbst, wenn ich vergesse, wie Hoffnung schmeckt, weil mich die Welt ständig eines Besseren belehren will? Je mehr Zeit ich habe, darüber nachzudenken, umso mehr bereue ich meine Worte und die Energie, die ich mit jedem ungenutzten Atemzug verbrenne. Grausam schön und lebendig, irrwitzig vielfältig und erschreckend real, das ist Liebe. Oder was ist das?

Zwischen traurig und tot

17:11, 27.11.2011

Es ist soweit, das Leben hat mich zu Tode gelangweilt, alles, was ich tue, kann gegen mich verwendet werden. Besäuselt widme ich mich den großen Fragen dieser Welt und erhalte die kleinsten Antworten, die es je gegeben hat. Wenn Liebe das Leben ist, dann bin ich daran vorbei geschlittert. Wenn Bestimmung das Ziel vor Augen ist, dann bin ich blind. Wenn Erfüllung der liebgewonnene Rahmen aller Dinge ist, dann befinde ich mich längst in einem anderen Universum.

Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Übelkeit steigt in mir auf. Die Momente, die ich zähle, sind inhaltslos, gehen vorbei, hinterlassen Eindrücke, die wie Sandburgen vom Meer der Sinnlosigkeit schnell wieder weggespült werden. Egal, wie melancholisch und nostalgisch ich meine Zukunft gestalte, es bleibt immer ein Nachgeschmack im Mund, mehr nicht. All die Erinnerungen, all die Erfahrungen, all die Zeitverschwendung blüht für einen kurzen Augenblick in mir auf. Dann verschwindet die Fata Morgana und der weiße Sand der Wüste kehrt zurück, um mich zu versetzen.

Wäre ich nicht ich, käme die Welt zu einem Ende, stünde ich nicht so orientierungslos hier, bekäme die Geschichte der Menschheit einen neuen Ruck, wenn auch klein und unscheinbar. Nicht mal Inspiration kann ich mitgeben, denn die Gespinste in meinem Kopf bleiben gemütlich und undefinierbar. Reue kann diesen Zustand nicht ausdrücken, diesen Status der Nichtigkeit, in dem alles zerstört wird, das eigentlich Bedeutung haben könnte. Letztendlich ist dieser Text ein Produkt der Langeweile, Philosophie entsteht in der Ermangelung von Sinnhaftigkeit.

Wir glauben, dass wir uns von der Reproduktion und dem Trieb des Menschen entfernen können, doch die Realität und ihre Hormone und Gerüche holen uns ein, immer wieder stößt uns die Natur vor den Kopf. Ich möchte genau hier an einem anderen Ort sein, vielleicht sogar ein anderer Mensch, denn ständig verfolgt mich eine Ahnung. Ich stecke eventuell fest, weiß nicht weiter, sehe keine Lösung, siebe in der falschen Größe und verwerfe Dinge, die für mich wichtig sein könnten. Schulden, Kapitalismus, Leben, Leben, Leben, Leben, Verschwendung, Energie, Schönheit. Ich weiß nicht, was zu tun ist. Denn das Leben bietet viel, nicht genug, nicht zu viel. Glück heißt, aufzugeben, endlich, für immer und ewig.

Das ist es, Zufriedenheit in der Erkenntnis, nichts zu sein, aus dem Nichts zu entstehen und zum Nichts zu werden, Gott deutet es andauernd an, im Gottesdienst. Und wenn uns das Leben dient, uns langsam auf den Alterstod hinführt, dann sehen wir dies. Tun wir das? Erwachsen sein bedeutet, ab hier nicht weiter zu denken, denn die erlösenden Schlussfolgerungen erhalten wir niemals, Wir geben uns zufrieden. Ein schöner Satz. Wir geben auf. Wir erkennen... an. Wir leben, um zu sterben.

Antiprotagonist

01:33, 23.11.2011

Ich will jede Glühbirne dieser Welt gegen Dunkelheit austauschen, ich möchte jeden Tropfen des Regens in ätzende Säure verwandeln. Ich will erleben, was Hitze anrichtet, wie Häuser in sich zusammen fallen, wie das Leben kriecht und ächzt vor Schmerz.

Ich bin unheilig, die Krankheit dieser Welt, befalle den Menschen, richte Schaden an. Ich löse die schwarze Masse im Geist derjenigen, die von der Moral geplagt werden. Nicht lange genug auf die Ratschläge gehört und Regeln in Frage gestellt. Das sind die perfekten Kandidaten, vom Zweifel verfolgt, die ich innerhalb ihres verwundbaren Zustands ins Böse hinein reiße.

Wenn es soweit ist, werden sie Sklaven ihrer Ängste, sie vernichten, denn es erscheint sinnvoll. Wie die Pest, die sich ausbreitet, eine Art Anarchie auslösend. Jeden Tag gebe ich meine Befehle, um die Welt ein Stück schlechter machen zu können. Gott gibt es nicht. Und selbst wenn es ihn gibt, hat er keine Macht über mich und die Menschen.

Ich lasse jeden Funken Leben und jedes Gefühl bedeutungslos erscheinen. Die Menschen, die zu wenig Liebe erfahren, lernen schnell, diesen Planeten und seine Bewohner zu hassen. Grenzenlose Spiralen drehen sich somit hinein ins Mark unseres Daseins, durchbohren den Körper der allgemeinen Existenz mit Rücksichtslosigkeit, Gier, Verderben.

Dabei hätte sich jeder von ihnen anders entscheiden können, statt Schlechtem nur Gutes tun können. Denn im Angesicht der Wissenschaft, die das Leben hier auf der Erde so klein und unbedeutend macht, kann für jedwede beliebige Handlung des Menschen ein Grund gefunden werden. Die Logik kann nichts ausrichten gegen die Unschärfe der Unendlichkeit. Es fehlt eine Größe auf der einen Seite der Gleichung.

Letztendlich bestimmen die Sinne und Gefühle des Menschen über sein ganzes Leben, nur Reaktionen auf Reize außerhalb des Ichs. Verliert ein Mensch die Sinne als Verbindung nach außen, stirbt er. Ein wahrhaft verrückter Gedanke.

Schwarze Bäume

23:34, 9.11.2011

Die Wälder formen sich dicht,
schwärzend unbekannt,
Angst, als das Holz knackt und bricht,
unter mir liegt sumpfiges Land,

zwischen den Blättern schläft der Wind,
auch die stillen Tiere,
meine Gedanken irren blind,
was, wenn ich den Verstand verliere?

Die Dunkelheit vom Mond durchsiebt,
ein wenig Glaube an die Wirklichkeit,
in die sich mein Gespür verliebt,
im Herz herrscht darüber Einigkeit.

Ich folge dem Wahren zaghaft,
und strecke meine Hände,
alles geschieht aus eigener Kraft,
entgegen der unsichtbaren Wände.

Mein Glaube an dich und die große Welt,
stehen mir in den Augen,
der Wahnsinn bebt in der Luft und bellt,
um die Vernunft aus uns zu saugen.

Ich will der Nacht widerstehen,
Sonnen verraten sich durch ihr Brummen,
bis wir uns wiedersehen,
wird die Natur abrupt verstummen.

Die Reise führt von hier nach dort,
in die Nähe unserer Bestimmung,
Flucht vor diesem bedrohlichen Ort,
ist meine einzige Bedingung.

Der zuversichtliche, auslöschende Planet

02:59, 22.10.2011

Die Erde bebt unbemerkt. Ich atme eiskalte Luft. Ich tue das alles für dich. Setze einen Schritt vor den anderen. Ich lebe, zumindest sagen das meine Zellen. Ich bin einer dieser Sterne am Himmel, unter Millionen. Ich leuchte, denn ich muss, immerwährend, unauslöschlich. Ist Liebe etwas, was aus Dunkelheit und Leere entstehen kann? Denn hier fühle ich mich wohl. Wahrscheinlich vervollständigt mich die Selbstbestimmung. Ich will endlich ich sein. Das klingt nach einer Neudefinition des Lebens, das klingt tatsächlich nach Leben.

Wie viele richtige Entscheidungen rechtfertigen eine fahrlässig falsche Entscheidung? Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich zu amüsieren über die Menschen, die glauben, sie hätten den Sinn des Lebens längst gefunden. Von Anfang die Überzeugung zu haben, dass man das Richtige gefunden hat, ist naiv. Denn im Spiegel sehen Dinge immer andersartig aus, der Betrachtungswinkel bleibt nie der Gleiche. Die Welt kann wirklich nicht so viele Möglichkeiten bieten, wie ich mir ausgedacht habe. Ich stehe also vor einem starren Bild und male auf der Wand daneben weiter.

Wenn ich nicht aufhöre, die glücklichen Momente in meinem Leben zu zählen, wachse ich auf keinen Fall aus dieser Depression heraus. Oder ist es Melancholie? Stark, durchdringend, bewegend, irritierend, unmenschlich herausfordernd, schwelgend unsinnbildend. Das alles geht in mir vor und zurück, hin und her, auf und ab, ohne stillstehendes Momentum, ohne die verdiente Pause zwischen den Melodien des Daseins. Alleine die Erkenntnis, dass das Leben endet, ist dermaßen unglaublich und unberechenbar, dass sämtliche Strömungen und Handlungen verblassen.

Wenn Wege auf Ziele führen, wenn Vernunft am Ende jeder Reise steht, wenn die Antwort in jedem Gefühl liegt.... wo genau befinde ich mich dann gerade in dieser schicksalshaften Begegnung mit der Wirklichkeit? Nur ein Traum, den man mit einem Schnippen in die Unendlichkeit hinweg zaubern kann? Hoffe ich das, oder befürchte ich das? Hoffnung und Furcht, zwei Brüder, mit Zuversicht gesegnet und durch die Härte der Realität gebeutelt, auf der Flucht vor den Geistern der längst versetzten Vergangenheit.

Die Wissenschaft ist für mich das Ergebnis und die Erkenntnis, Gott halte ich für einen dementen Mann, den man nicht ernst nehmen kann. Vielleicht konnte ich noch nie an jemanden oder etwas glauben. Viele haben diese Gabe, das Leben zu akzeptieren und ihr Talent aus einer Struktur heraus zu gebären, die wenig Variation zulässt. Ich falle durch dieses Raster. Ich will nicht sein, wer ich sein könnte, ich will nicht lieben, was mich unglücklich macht, ich will versuchen, doch das kann ich auch nicht. Ein Dilemma eines Dilettanten, geboren, um zu scheitern, inmitten der vielseitigsten Optionen.

Ehrfurcht oder Dummheit

02:02, 10.10.2011

Die Nacht gehört mir, mit allem, was sie ausmacht. Die Dunkelheit, die kühle Luft, die stillen Gassen, die Träume der Menschen schweben in der Luft. Der Schatten des Mondes hilft mir dabei, zu vergessen. Wohin ich auch gehe, meine Gedanken sind bei einer Sache. Ich kann nicht aufhören, es ist wie ein Uhrwerk, das sämtliche Gegenstände zermalmt, die ich hinein werfe. Der Druck von innen ist fast wohltuend, ich erweitere mit meinem Optimismus die Pupillen. Wenn es nicht Liebe ist, dann ist es Verzweiflung. Jedenfalls ist es ein Gespür für die Zufälle, die ich nicht mehr für solche halte.

Mein Herz ist warm, der Atem auch, ein seltenes Bild in einer weiten Welt. Zwischen den Moralaposteln und den einfachen Menschen fühle ich mich wie ein Neutrum, immer auf der Suche nach dem Ausgleich. Vielleicht lauert die Wahrheit irgendwo hinter meinen Gedankensprüngen, in den Pausen der Sätze aus meinem Mund. Kann es sein, dass das Leben nur scheint, nie meint? Was ich auch tue, es fühlt sich an, als würde ich gegen eine Wand laufen, wie eine Eintagsfliege, den wahnsinnigen Moment erarbeiten, den ich mir von der immergleichen Art meines Tuns erwarte.

Gleichsam seltsam und gefühlsarm oder umgekehrt normal emotional. Wahrscheinlich verbergen sich die wahrlich göttlichen Augenblicke in den Ritzen der Zukunft. Das einzige, was mich daran hindert, diese zu erfahren, ist die Angst, den falschen Weg einzuschlagen. Als würde jede andere als die richtige Entscheidung ins Verderben führen. Die Welt wäre schließlich ins Chaos gestürzt, wenn die Titanic den Eisberg umfahren hätte. Mit Sicherheit bin ich mir wahrscheinlich unsicher, dass etwas richtig oder falsch ist, denn die Geschichte lehrt in jeder Sekunde, dass der Mensch sich durch seine begangenen Fehler definiert. Und alles tut er nur, weil er es mit Erfolg verwechselt.

Selbst die Reflektion des eigenen Handelns ist im Angesicht der Angst wertlos, wir verändern uns nicht, nur die Umstände ändern sich. In meinem Auge spiegelt sich alles, was die Welt mir zeigen will, in meinen Ohren klingelt jeder Ton, den Gott uns schenkt, jeden Tag. Ich will alles aufgeben für diese Phase, für jene Wunschvorstellung, die irgendwo einen Raum in meinem Gehirn besetzt. Mit Schönheit bemalte Wände schmücken das Glück der Zeit, eine Art Horizont, der mir genügt, vollkommen. Dieser unerreichbaren Ekstase des Daseins würde ich mich gerne hingeben, doch dazu will ich zu wenig aufgeben. Wenn es denn so etwas wie Aufgeben gibt. Aus Ehrfurcht tue ich all dies und all das nicht, Ehrfurcht ist ein guter, intensiver, würdevoller Begriff.

Der Respekt, den mir die Erddrehung einflößt, den will ich zurückgeben, doch das ist nicht der Sinn. Auch Moral und Verständnis sind nur Auswüchse, mit denen ich vor dem Ego anderer Menschen auf die Knie falle und eventuell sogar damit Zeit verschwende. Gott will keine Sklaverei. Je mehr ich behaupte, umso undurchsichtiger werden die Strukturen. Geprägt von den inkonsistenten Wirrungen meines Geistes navigiere ich in die Bedeutungslosigkeit. Weitere kahle Wände und leere Landschaften begrüßen mich dort mit einem sanften Lächeln. Wohl fühle ich mich nirgendwo, nicht einmal in den Armen eines anderen Menschen.

Falsche Zeit, falscher Ort, das erklärt wenig, alles Ausreden der Entfremdung. Hoffnung hat noch nie geschadet, doch die Bedürfnisse sind immer außer Reichweite, unerfüllt. Was am Ende bleibt, sind Narben in der dünnen Haut meines kleinen Herzens. Der Einbildung entsprungen ist sie, diese Uneinsichtigkeit, der unbekannte Schmerz, den ich automatisch abrufe, immerzu, an jeder Stelle, an der das Glück mir die Türe aufhält. Komm herein oder lass es sein! Chance und Risiko sind Worte, die mich kotzen lassen. Bewusstsein ist ungesund für mich.

Erscheinung in allem

02:23, 1.10.2011

Freundschaft in der Seele,
Hoffnungen im Blut,
Feuer in den Augen,
aus der Asche wird Glut.

Liebe im Herzen,
Geschenk in der Hand,
Sehnsucht in der Stimme,
wehmütig und unbekannt.

Stürme im Innern,
Regungen im Gesicht,
Schönheit in Gedanken,
warm und selbstverständlich.

Geduld im Handeln,
Frieden im Geist,
das Glück jeder Sekunde,
das den Moment an sich reißt.

Rhythmus in den Fingern,
Einheit mit der Welt,
Farben auf der Haut,
deren Glanz meine Sinne behellt.

Sein oder wahr sein

00:49, 27.09.2011

Ich glaube nicht an den Tod. Ich glaube an das Glück. Ich verstehe es immer wieder, versuche dem Gedanken Platz zu machen in meiner Welt der Ansprüche und der verkümmerten Wahrnehmung. Denn das ist es, das Leben. Jeder Augenblick, in dem sich die Lungen weiten, in welchem Fliegen umher surren und Berge sich um Mikrometer verschieben. Der Herzschlag, der die Blutzellen ins Hirn treibt, die Muskeln, die an- und dann wieder entspannen. Das Auge, das Punkte in der Ferne und Nähe fxiert, millisekundenschnell.

Die Komplexität tut sich auf und verschluckt mein Staunen. Lichter werden zu göttlichen Fügungen und bleiben doch nur Nadelstiche auf der Netzhaut. Wenn ich begreife, bin ich. Wenn ich belasse, bin ich. Wenn ich liebe, bin ich. Wäre ich nur du, besäße ich nur dein Verständnis, ginge ich nur deine Wege. Dann bliebe mir die Rastlosigkeit erspart. Mit deinen Augen sehen, das strahlt in meinem Gewissen. Mit deinen Ohren hören, das klingt in meinem Verstand. Mit deiner Zunge schmecken, das verläuft auf meiner Hirnrinde, wie warmer Nektar, wie zuverlässige Geschichten.

Wenn Wörter und Sprachen sich erbarmen würden, diese Knoten zu lösen, dann könnte ich mit Metaphern die Welt retten. Immerzu, allgegenwärtig, stets und ständig. Doch in meinem Angesicht steht nur die Ratlosigkeit, enttäuscht in alle Richtungen blickend, blinzelnd. Das Universum macht eine große Pause und ich stehe still in einer großen Kugel. Sie breitet sich nicht aus und zieht sich nicht zusammen. Einfach ausschließlich da und hier, vorhanden, ich kann es nicht einmal manipulieren. Dies ist das Ende, hinter der Wand lauert der Neuanfang, wartet auf das Zeichen. Auf Los springt er los und erschreckt das Schicksal.

Alles hat seine Grenzen, vielleicht habe ich meine schon vor langer Zeit erreicht. Lass es dabei beruhen, setz dich nieder, steig in den Zug ein, nicht aus. Halt dir die befreiende Güte und Ignoranz an die Schläfe und drücke ab, denn jeder Gedanke ohne Philosophie ist verschwendete Zeit. Die Sinnbilder sind irrelevant, Kriege sind nichts als aufgewirbelter Staub, Religionen sind Schmierzettel mit Notizen. Jetzt ist das Hier verbunden mit allem, was der Mensch geschaffen hat. Alle Ablenkungen hingegen, die jemand in den Himmel zeichnet, werfen einen belanglosen Schatten als Schutz vor der nackten Wahrheit.

Jede Stunde unseres Daseins verbringen wir damit, an der Wahrheit vorbei zu schauen, den Unsinn scharf zu stellen, den wir uns selbst überlegt haben. Und selbst wenn der Mensch philosophiert, platziert er Wetten auf einem unendlich großen Feld der Möglichkeiten. Diese unbegrenzte Ahnungslosigkeit steht wie ein Wolkenkratzer im Garten des liebevoll errichteten Häuschens unserer Phantasie. Und wenn wir diesen bedrohlichen Bau ernst nehmen, verzweifelt die Seele. Gott schnippt dabei mit dem Finger, die Hände werden zittrig, die Stimme schwach.

Es folgt also die Einsicht, dass Schmerz eine lachhafte Gewohnheit des Organismus ist. Winzig und wirkungslos, wenn man ihn mit der Wahrheit des Lebens vergleicht. Menschen sind Atome, Planeten sind Punkte und Sterne das nötige Gebrösel. Nicht traurig, aber wahr.

Pulsierendes Vertrauen in die Liebe

02:42, 16.09.2011

Ich liebe das Meer, ich liebe das Salz, ich liebe den Asphalt, ich liebe den Teer, ich liebe kleine Sprühfunken, ich liebe die Schwingungen in der Luft, ich liebe die Melodie der Zeit.

Ich liebe die Heerscharen von Gewittern, die über das Land ziehen. Ich liebe den Geruch im Weizenfeld, ich liebe die rauen Bäume und ihr Astwerk. Ich liebe das bunte Gezwitscher, ich liebe Blätter auf meiner Haut, ich liebe Humus unter meinen Füßen.

Ich liebe abstruse Wortverbindungen, ich liebe meine Güte, ich liebe deine Geduld, ich liebe die Konstellationen am Himmel, ich liebe den prächtigen Herbst.

Ich liebe ungewöhnliche Geräusche, ich liebe das knarzende Gebummel der Gebäude, ich liebe den zuversichtlichen Blick der Stadt, wenn sie in die Weite hinaus sieht. Ich liebe Wasser am Straßenrand, in den Gräben, in der Kanalisation, im Brunnen, am Himmel, in meinen Augen.

Ich liebe eigentlich Gedanken, wenn sie kreisen. Ich liebe die Vernunft, die plant. Ich liebe die Zukunft mit ihren Facetten, ich liebe ihre Widerspenstigkeit. Ich liebe den Organismus des Menschen, mit all den Mechanismen, mit all dieser Beständigkeit und diesem Ehrgeiz.

Ich liebe die Sternenstraßen, das wandernde Licht zwischen dem Hier und dem Dort. Dazwischen befinden sich das Unfassbare, die Endlichkeit und unsere Wünsche.

Ich liebe eines Tages nicht mehr, doch was tue ich dann?

Überquerung

02:21, 6.09.2011

Die Sonne formt die Umrisse unserer Körper,
leise verbindet uns ein Kuss,
sie schauen uns zu auf unserer Reise,
vom Ufer aus verschwimmt die Wirklichkeit.

Das Holz unter den Füßen knarrt gegen den Druck,
glänzende Tropfen auf der Haut,
warmkalt betrachten wir uns aufmerksam,
gespannt darauf, dass der Wind dreht.


Geschichten werden erzählt über diesen Augenblick,
unendlich schönes Gesicht der Schöpfung,
mit einer Handbewegung malen wir den Himmel,
die Wahrnehmung flimmert vor lauter Glück.

Zusammen sehen wir die Farben des Horizonts,
die mutige Spitze des Bootes taucht ein,
meterhohe Wellen warnen vor dem Verderben,
ungerecht fühlt sich nichts davon an.


Gelingen wird es uns, die Insel zu erreichen,
dabei vergessen wir das alte Land,
keine Städte, keine Straßen, kein Irrsinn,
nur ein tiefer, hoffnungsvoller Strand.

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